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  HIV in der Familie
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   Annonym
schrieb am 18.04.2006 11:03
Ich habe Ostern erfahren, dass der Cousin meines Mannes mit HIV infiziert ist.
Ich stehe so dermaßen unter Schock, unfähig etwas zu denken, geschweige denn meine Ängste in den Griff zu bekommen.
Hat jemand Umgang mit HIV Infizierten?

LG


  Re: HIV in der Familie
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   Blüte
schrieb am 18.04.2006 11:32
Liebe Anonyme,

sicher, es ist immer ein Schock, wenn ein Mensch aus der eigenen Umgebung schwer krank ist, das ist eine völlig normale Reaktion streichel. Angst um den Menschen, Angst vor dem, was kommt und immer wieder die erschreckende Feststellung, dass es auch "uns" treffen kann mit Krankheit und Tod, wühlen einfach fürchterlich auf.

Welche "Ängste" hast du denn?

Wenn es um die Angst vor einer Infektion geht, sollest du dich genau informieren, am besten bei der Aids-Hilfe. Für Familienangehörige ist eine Aids-Erkankung nicht gefährlich, wenn kein Kontakt mit Blut bzw. Sperma stattfindet. Das "berühmte" vertauschte Glas, birgt keine Gefahr. Diese Ängste sind auch verständlich, ihnen kann man aber mit Informationen begegnen, somit sind sie recht "einfach" zu bewältigen. Bei der Aids-Hilfe gibt es auch Beratung für Angehörige, scheu dich nicht, sie in Anspruch zu nehmen.

Auch wenn Aids leider immernoch nicht heilbar ist, so kann man die Krankheit mit Medikamenten recht gut aufhalten, auch da wirst du gute Informationen bei der Aids-Hilfe bekommen.

Ansonsten kann ich dir nur raten, dir etwas Zeit zu geben, um die Nachricht zu verdauen, dann wird sich mit den entsprechenen Informtionen sicher ein Weg finden lassen. Es kommt ja auch darauf an, wie nahe ihr dem Cousin deines Mannes steht, wie weit die Krankheit schon fortgeschritten ist, wie er mit seiner Krankheit umgeht (möchte er darüber reden oder kann er es noch nicht?) usw. usw.

Fang einfach mal damit an, dich zu informieren, alles Weitere wird sich sicher finden!

Wünsche euch viel Kraft,

Blüte


  Re: HIV in der Familie
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   Sasuana grade nicht eingeloggt
schrieb am 18.04.2006 11:42
Liebe Anonym,

ja, ich habe Umgang mit HIV-infizierten Freunden. Außerdem beschäftige ich mit seit Jahren relativ intensiv mit diesem Thema, eben weil es im engen Freundeskreis HIV-Infektionen gibt. Ich könnte dir jetzt einiges über die neuesten medizinischen Errungenschaften und Behandlungsmöglichkeiten erzählen. Und ich könnte dir sagen, dass HIV unter bestimmten Bedingungen heutzutage nicht mehr automatisch heißt, dass jemand sterben muss (jedenfalls geht man bei derzeitigem Stand der Forschung von dieser Tatsache aus). Aber das ist momentan wahrscheinlich nicht dein vorrangiges Problem. Du schreibst, du bist geschockt und hast Angst. Verständlich, denn als ich vor ca. 12 Jahren erstmals von der Infektion zweier Freunde erfahren habe, ging es mir genauso. Seitdem habe ich mich in der Aids-Hilfe engagiert, gehe auf Info-Abende und pflege lockere Kontakte mit Betroffenen. Wovor genau hast du Angst? Vor Ansteckung, vor einem möglichen Ausbruch der Krankheit, vor der Bedrohung an für sich? Je mehr Wissen man aber über HIV hat, desto besser kann man mit der Situation umgehen. Deshalb würde ich dir gerne mit meinen Erfahrungen helfen, wenn du möchtest. Mit dem Wissen, dass jemand aus der Familie oder dem Freundeskreis positiv ist, alleine dazustehen, ist sehr schwer. Noch schwerer ist es, wenn man mit dem Thema bisher nichts zu tun hatte und zu dem Wissen auch noch die Unsicherheit kommt: "Wie geht es weiter?".
Vielleicht magst du ja noch etwas mehr über die Situation schreiben. Zum Beispiel, ob der Cousin euch selbst informiert hat, wie alt er ist, wie eng euer Verhältnis zu ihm ist, usw. Du kannst mir auch gerne eine PN schicken, falls du deine Gedanken und Ängste nicht so gerne hier im Forum mit mir austauschen möchtest.

Viele Grüße
Sasuana


  Re: HIV in der Familie
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   Annonym
schrieb am 18.04.2006 11:44
Es sind genau diese Ängste, die Du beschreibst. obwohl ich weiß, dass ich mich bei diesen "alltäglichen" Dingen nicht anstecken kann, ist diese Angst einfach da.
Wir stehen ihm sehr nahe, er gehört einfach zu unserem engsten Freundeskreis und ich selbst bin mit ihm jahrelang zur Schule gegangen, wir saßen im Unterricht nebeneinander, durch ihn habe ich meinen Mann kennengelernt...usw.

Die Infektion besteht schon seit drei Jahren. Bisher wußten nur mein Mann, seine Eltern und die Freundin davon.
Durch ein Gespräch am Wochenende mit meinem Mann und eine dabei entstandene Situation mußte er es mir einfach sagen.
Aber er hat mich zu absolutem Stillschweigen aufgefordert, da er es hätte nicht weitersagen dürfen.

Nun ertappe ich mich dabei, wie ich meinen Mann im Umgang mit seinem Cousin beobachte, einfach weil ich Angst habe, er könnte sich infizieren. Obwoh ich weiß, dass es Quatsch ist.

Der Tip mit der Aidshilfe ist hilft mir wirklich weiter und denke ich brauche einfach ganz viele Informationen über dieses Thema, um meine eigenen Ängste zu beruhigen.

LG


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  Re: HIV in der Familie
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   huz
schrieb am 18.04.2006 20:04
hallo annonym,

ich kann deine angst sehr gut verstehen.

mein mann ist seit 16 jahren hiv-pos. wir sind seit 8 jahren verheiratet und letztes jahr haben wir einen sohn bekommen. auf grund der (sehr geringen infektionsgefahr - er ist unter nachweis) haben wir eine ICSI machen lassen, und bin schwanger geworden. unser sohn ist fast ein jahr alt.
durch die geburt hat sich mein bewusstsein in bezug auf infektion, risiko, usw. verändert. vorher hatte ich keine angst vor ihm, vor berührung, einfach vor allem. beim sex haben wir uns immer geschützt. nach der entbindung bin ich auf das thema schrecklich empfindlich geworden, weil ich angst habe, dass sich unser sohn bei ihm (und bei allen anderen menschen, was natürlich schwachsinn ist...) infizieren könnte. ich sehe nur noch blut, wasche mir ständig die hände, trau mich nicht mit meinem sohn auf die strasse oder einkaufen. ich habe nach der entbindung eine wochenbettdepression bekommen, und wusste nicht, wie ich mit der neuen situation umgehen sollte. vorher war die situation leichter, nun muss ich auch auf ein weiteres familienmitglied aufpassen. trotzdem sind mein mann und ich überglücklich - trotz krankheit meines mannes- eltern geworden zu sein. der normale umgang mit hiv-pos. menschen ist nicht ansteckend.
die ansteckungsgefahr beim ungeschütztem geschlechtsverkehr bei regelmässiger einnahme der medikamente und viruslast unter nachweis liegt bei ca. 1:10000 bis 1:100000 - so wurde uns das vor der schwangerschaft mitgeteilt (auf die hoffnung hin, es auf normalem weg zu versuchen) - ich möchte hier keine falschen infos angeben. daher kann der normale umgang (leben miteinander, berühren, aus einem glas trinken, küssen, umarmen, hände geben, händchen halten) nicht ansteckend sein.

aber wie die forumsteilnehmerinnen vor mir schon gesagt haben, such dir hilfe bei der aidshilfe oder im net (z.b. [hetero.aidshilfe.de], oder bei der BZgA), die haben ausführliche informationen über den umgang mit hiv-pos. menschen.

ich wünsche dir viel erfolg beim infos sammeln

VG huz


  Re: HIV in der Familie
avatar    *Charly
Status:
schrieb am 19.04.2006 19:15
Hallo!

Uff, harter Tobak. Ich denke schwierig ist auch, dass Du mit dem Cousin nicht reden kannst. Es wäre sicher leichter für Dich, wenn Du gerade mit ihm über Deine Sorgen sprechen könntest. Da würd ich Deinen Mann bitten, mal vorzufühlen.

Ich habe / hatte (wir haben uns aus den Augen verloren) zwei HIV positive Freunde. Naja, zumindest von denen ich es weiß. Klar, erst mal hab ich heftig geschluckt und sie auch ein wenig beobachtet, wie - naja - wie Außeriridische. So nach dem Motto "Also SO sehen die aus. So "normal". Aber ehrlich gesagt, Angst vor einer Ansteckung hatte ich nie. Ich habe mich darauf verlassen, dass die Informationen, die man so bekommt halt stimmen. Das heißt, keine Ansteckung im alltäglichen Umgang. Wir haben gemeinsam gekocht, gegessen, uns auch mal umarmt zur Begrüßung oder zum Trösten.

Wenn der Cousin schon so lange positiv ist und Dir bisher nichts passiert ist, Deinem Mann auch nicht - ist das nicht für Dich der beste Bewies, dass in eurem Umgang keine Gefahr für euch liegt?

Dennoch, die AIDS Hilfe ist für Dich gerade jetzt bestimmt ein guter Anlaufpunkt um wenigstens irgendwo mal über Deine Sorgen und den Schock reden zu können.

Gruß,
Charly






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