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  Das macht mich soooo wütend
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  Alina1977
schrieb am 03.03.2006 08:07
Hallo,
ich schaue früh bevor ich aus dem Haus gehe immer noch kurz Nachrichten im Fernsehen an und da haben sie gleich 2 mal in dieser Woche gebracht, dass 1x eine 40 jährige ihr Frühchen in die MÜLLTONNE geworfen hat und eine 16 jährige ihr Kind auf die MÜLLKIPPE geworfen hat.

Ich kann das nicht begreifen, was geht in deren Köpfen vor. He?
Das macht mich so wütend. Wie kann man ein Kind, was man geboren hat in einen Müllsack wstecken und einfach wegwerfen wie Müll ? Wieso geben sie das Kind nicht zur Adoption frei ?

Ich bregreife das nicht.




  Re: Das macht mich soooo wütend
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  Blüte
schrieb am 03.03.2006 08:52
Liebe Alina,

ja, es ist unvorstellbar für uns und zum Glück für die meisten Menschen, was diesen Kindern widerfährt und es ist auch absolut unvorstellbar, was in Müttern vorgeht, die so handeln.

Allerdings sollten wir uns bei allem berechtigten Entsetzen dringend davor hüten, unsere Gefühlswelt und unser Denkschema über das Leben und die Welt von Frauen zu stülpen, die solch eine Verzweiflungstat begehen.
Wir KÖNNEN nicht nachvollziehen, wie verzweifelt ein Mensch sein muss, um sein Baby auf diese Weise zu töten. Wir können uns nicht in eine Lebenssituation hineinversetzen, in der man so handelt. Viele dieser Frauen verdrängen ihre Schwangerschaft, ja psychologisch geht das, auch wenn es eigentlich unübersehbar ist, viele dieser Frauen werden von der Geburt überrascht, handeln keineswegs überlegt, sondern panisch.
Nicht umsonst gibt es Babyklappen, nicht umsonst gibt (NOCH!) an manchen Orten die Möglichkeit einer anonymen Geburt, um Mutter und Kind zu versorgen und zu betreuen, aber auch das ist bereits eine rechtliche Grauzone, die Ärzte und Schwestern gefährdet.

Ja, es ist schrecklich, aber es ist auch schrecklich, dass diese Frauen offensichtlich so verzweifelt sind, dass sie in der ganzen Zeit der Schwangerschaft keine Möglichkeit gefunden haben, keine Beratungsstelle, keine Freundin, keinen Nachbarn, dem sie sich hätten anvertrauen können, der sie begleitet und unterstützt hätte, um eine tragbare Lösung zu finden.

Und noch was! Ein Kind zur Adoption freizugeben bedeutet für die abgebende Mutter, dass sie sich sehr intensiv beraten lässt, dass sie sich sehr bewußt mit ihrer Situation auseinandersetzt, dass sie sehr verantwortungsbewußt handelt, dass sie ein Kind 9 Monate austrägt, spürt und dann abgibt. Das fällt NIEMANDEM leicht, viele Frauen leiden mitunter ihr ganzen Leben darunter, auch wenn sie das Kind nicht hätten behalten können. DIESER Schritt zeugt von viel Selbstreflexion, großer Verantwortung und unglaublicher Stärke, all das, was Mütter, die über die Maßen alleine gelassen und verzweifelt sind, nicht aufbringen können.

Was ich damit sagen will, ist folgendes: Uns bleibt, das Kind zu betrauern und für die Mutter zu hoffen, dass sie einen Ausweg aus ihrer Situation findet. Das ist keine "Entschuldigung" des Verhaltens der Mutter, es ist eher der Hinweis darauf, dass die Situation keineswegs so "einfach" zu lösen ist, wie es für einen Außenstehenden scheinen mag.
Und noch was bleibt für jeden zu tun: Die Augen in der eigenen Umgebung offenzuhalten, gesprächsbereit auf Mitmenschen zugehen. Vielleicht und hoffentlich ist niemand in dieser Situation, aber hinter den Fassaden der Menschen steckt oft mehr Verzweiflung als man meinen möchte.

Viele Grüße,

Blüte


  Re: Das macht mich soooo wütend
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  Nike
schrieb am 03.03.2006 19:59
Ja, ich finde sowas auch entsetzlich. Und ich sehe keinen Grund, diese "armen" Frauen zu verstehen. Eine Schwangerschaft dauert neun Monate und da kann man Zeit finden, sich eine Beratungsstelle o.ä. zu suchen. Egal, wie verzweifelt sie sind, in dem Moment, wo sie einen Schwächeren etwas zuleide tun, hört JEDES Verständnis auf und es gibt für mich nur eine einzige Antwort auf eine solche Tat!

Nike




  Stimme Blüte zu...
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  Sarah_J
schrieb am 04.03.2006 23:43
... weil ich weiß, daß ein Mensch auch in unserer Gesellschaft ungeheuer verzweifelt sein kann (aus vielen Gründen) + einfach niemanden findet, dem er sich anvertrauen kann. Das geht schon damit los, daß Beratung Geld kostet. Oder den Arztbesuch voraussetzt, der auch Geld kostet + schon irgendwie "amtlich" ist.

Solche Meldungen + Vorgänge finde ich auch ganz schlimm, gerade seit ich wieder kleine Kinder habe, kann ich damit ganz schlecht umgehen. Merkt denn keiner ringsum was??? Wie können 2jährige Kinder in unserem Land verhungern, obwohl das Jugendamt regelmäßige Besuche durchführt? - War diese Woche Thema in unserer Presse, ist gerade wieder passiert...

Gestern erst hab ich Freunde besucht, die eben ein neugeborenes Baby bekommen haben, das sie adoptieren werden. Wir haben natürlich schon oft und lange über das Thema geredet, gestern ganz intensiv. Mußten feststellen, daß das Freigeben eines Kindes zur Adoption schlicht und ergreifend so gut wie nicht geht, weil die Eltern dann geächtet werden. Was soll die Mutter antworten, wenn sie darauf angesprochen wird, daß sie doch gerade noch schwanger war? Wir haben nicht genug Geld? Wir kommen mit noch einem Kind nicht zurecht? Sie muß, wenn sie es zur Adoption freigeben will, das Kind austragen + zur Welt bringen, hat vielleicht viel Milch usw. Sie wird psychologisch nicht unterstützt! Viele Termine mit Ämtern... (Im Fall meiner Freundin mußte die Mutter dem Kind sogar noch einen Namen geben, obwohl sie das gar nicht wollte + die neuen Eltern schon einen für das Kind ausgesucht hatten). Also wird sie wohl eher abtreiben. Oder diese schwer zu verstehende Verdrängung setzt ein, das "Wenn-ich's-nicht-weiß-passiert's-auch-nicht"...

Ach, es ist wirklich nicht so einfach, wie Alina + Nike das sagen - und genau solche Verurteilungen erschweren die Sicht auf diese Themen...

Sarah


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  Re: Stimme Blüte zu...
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  Alina1977
schrieb am 05.03.2006 13:05
Das ist kein Vorurteil, mein gesunder Menschenverstand kann das einfach nur nicht nachvollziehen. Das ist alles.

Noch schlimmer als das Töten aus Verzweiflung finde ich ja noch,wenn man das Kind verhungern läßt, dass ist doch die reinste Folter und da kann ich kein Verständnis mehr aufbringen, egal wie schlecht es den Menschen da geht. SORRY




  Jeden Tag ...
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  Conny*
schrieb am 06.03.2006 08:58

Jeden verdammten Tag verrecken auf dieser Welt 16.000 Kinder an Unterernährung oder deren Folgen. Das sind 667 Kinder in der Stunde. 11 pro Minute.
Wir verschließen unsere Augen und Ohren vor dem Sterben dieser Kinder. Wir nehmen sie nicht wahr. Verdrängen ihre Existenz und lassen sie sterben ohne das es uns im geringsten berührt. Und das ist wirklich einfach.
Bevor wir uns also voller Entrüstung über Menschen erheben, deren Situation für uns nicht nachvollziebar ist, sollten wir uns vielleicht fragen, ob WIR selbst nicht die Chance haben, ein Kind zu retten. Nur ein einziges. Wir könnten es, tun wir es aber auch?
Wie heißt es so schön: wenn du mit dem Finger auf jemanden zeigst, zeigen vier Finger auf dich.




  Das ist gut!!!
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  Daniela-Thea
schrieb am 06.03.2006 09:22
Liebe Alina,

es ist gut, dass Du wütend bist, oder traurig. Denn es ist wichtig, dass wir niemals aufhören zu fühlen, über die Dinge, die in dieser Welt geschehen.
Nie!
Und dennoch stimme ich Blüte zu. Zu fühlen, heißt nicht, dass wir über andere Menschen richten. Es geht auch nicht darum, dass wir verstehen, warum Menschen tun, was sie tun. Aber gerade weil wir nicht verstehen, haben wir nicht das Recht zu richten.

Was uns bleibt ist nur das Fühlen. Und solange wir das tun, werden wir nicht gleichgültig und wir werden aufmerksam für das, was in unserem näheren Umfeld geschieht.

Liebe Grüßé
Daniela


  Re: Das ist gut!!!
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  Alina1977
schrieb am 06.03.2006 10:05
Danke Daniela, ich will noch mal klar stellen bitte, dass ich nicht über die Menschen richten will.

Wir wünschen uns nur nichts sehnlicher wie ein Kind und deshalb sind da die Emotionen bei mir nicht gerade positiv, wenn ich sowas im Fernsehen sehe und wenn man diese ganze KiWu Geschichte durchmacht liegen die Nerven nun mal blank.

Ich hoffe,ihr könnt mich jetzt ein bissel besser verstehen.

@ Conny, das hat überhaupt nichts mit den vielen hungernden Kindern in der 3.Welt zu tun. Das ist eine ganz andere Geschichte.




  Re: Das macht mich soooo wütend
avatar  Nicki7
schrieb am 13.03.2006 19:40
Vor allem, wenn man sieht, wie viele Leute gern ein Baby hätten, die aber keins bekommen können...
Und andere Menschen gehen so achtlos damit um...
Da könnte man echt aus der Haut fahren!!






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