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  verwirrt
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  *Butterblume*
schrieb am 21.01.2006 13:54
Halllo.
ich bin 24 jahre alt, mein freund 26 und wir sind seit 3,3 jahren glücklich zusammen und gehen auch beide davon aus, dass das noch die nächsten 60-70 jahre so bleibt. dass wir beide kinder möchten steht fest, am liebsten vier.
mein problem ist nun folgendes: wir sind beide noch studenten, berufsziel ingenieur. in etwa zwei jahren werde ich meinen abschluss machen, danach würde ich gerne promovieren und in der forschung arbeiten. nun weiß ich nicht wie sich das vereinbaren lässt. klassisch wäre ja: studium, heiraten, kinder. allerdings fürchte ich, dass ich wenn ich nach dem studium mein erstes kind bekomme und dadurch dann nicht arbeiten kann, den anschluss verliere und meine beruflichen träume vergessen kann, aber dafür war das studium zu hart. (äquivalentes gilt für meinen freund.).
irgendwann kam dann der gedanke auf, dass das erste kind ja auch schon wärend des studiums kommen könnte. noch sind wir zeitlich flexiebel und finanziell wäre das möglich. aber auf einmal fühle ich mich so schrecklich jung! ja, ich wünsche mir seit jahren kinder, denke darüber nach, träume davon schwanger zu werden, aber immer war das alles in so weiter ferne. nicht konkret. es gab immer gute gründe die dagegen sprachen, die mich überzeugten, dass es noch nicht geht. jetzt gibt es die nicht mehr. theoretisch ist es nun möglich. aber jetzt beginne ich auf einmal alles in frage zu stellen. noch nie in meinem leben musste ich eine so grundlegende entscheidung fällen. das macht mir angst.
versteht mich bitte nicht falsch, ich wünsche mir wirklich ein kind. nur ist da eben der unterschied zwischen wunsch und realität. was ist wenns dann soweit ist und ich alles falsch mache? was wird dann aus meinem leben?

ich hoffe ich habe das nicht alles all zu falsch ausgedrückt und ihr versteht, was ich meine. ich wollte das einfach mal jemandem erzählen. danke.


  Re: verwirrt
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  Inselfee
schrieb am 21.01.2006 15:47
Hallo Mondengel,

es ist wirklich eine schwere Entscheidung.

Ich denke, man soll sich wirklich sicher sein, wenn man ein Kind in die Welt setzen möchte. Und wenn es soweit ist, dann sind die restliche Gedanken nur noch zweitdrangig.

Aber Gedanken macht sich jeder denke ich.

Wovor hast du den wirklich Angst??

Das ist eine wirklich sehr große Entscheidung, die aber wirklich das ganze Leben von euch beiden verändern wird.

Ich drücke euch die Daumen, dass ihr euch richtig entscheidet!

LG

irina




  Re: verwirrt
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  lieber so
schrieb am 21.01.2006 17:14
lieber mondengel!
also zuerst einmal: egal, wie du dich entscheidest, planen kann man es nicht. es kann sein ihr fangt jetzt an zu üben, es klappt sofort oder erst viel später oder, oder oder...
du sagst, du hast noch zwei jahre studium vor dir. warum also nicht jetzt? ich studiere zur zeit auch und wir "planen" nachwuchs. wenn du jetzt schwanger wirst, kannst du entsprechend viele urlaubssemester einlegen und im passenden moment das studium fortsetzen, um später zu promovieren und in die forschung zu gehen. bei uns an der uni gibt es zum beispiel kinderbetreuungseinrichtungen, die nehmen säuglinge ab der 8. woche (ob man das möchte, ist ein ganz andere frage).
eine freundin von mir hat ihr studium beendet, ist an der uni geblieben und wollte demnächst promovieren, aber jetzt ist sie erstmal schwanger und setzt ihre dissertation nach der babypause fort.
also, einen wirklich "passenden" zeitpunkt gibt es wohl kaum, aber es ist jederzeit organisierbar.
alles gute für dich!


  Re: verwirrt
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  Liv-Arwen
schrieb am 22.01.2006 00:37
Der Zeitpunkt ist immer der falsche, soll heißen, dass es immer trifftige Gründe geben wird, warum gerade zu diesem Zeitpunkt eine Schwangerschaft und ein Kind ungünstig ist.
Klar, du bist erst 24 Jahre alt und hast natürlich noch viel Zeit, deinen Kinderwunsch zu erfüllen, aber wie du schon schriebst, hast du eindeutige Pläne für deine Zukunft.
Wenn du Kinder haben möchtest, musst du dich - egal zu welchem Zeitpunkt - von einem Teil deiner Pläne entweder für immer oder aber zumindest bis auf weiteres verabschieden.
Als ich studiert habe (ist ja inzwischen ewig her...grins), habe ich auch darüber nachgedacht, wann denn der richtige Zeitpunkt sein würde. Ich wollte meine Ausbildung zunächst beenden, dann in den Beruf einsteigen und dann irgendwann Kinder haben.
Es kam alles anders: Meine Ausbildung habe ich beendet, eine Stelle habe erst drei Jahre später bekommen, meine Beziehung ging in die Brüche, eine neue Beziehung kam in Sicht, ich habe eine Stelle bekommen, meine Beziehung geheiratet und dann......dann kam die niederschmetternde Diagnose: kein Kind auf natürlichem Weg.....
Soviel zu meinem Zeitplan.....und es zog sich über Jahre. Irgendwann war mir der Zeitpunkt egal, der Wunsch nach Kindern wurde übermächtig und da habe ich eben alle Hebel in Bewegung gesetzt.

Was ich dir damit sagen will, ist, dass du dir zwar schon genau Gedanken machen solltest, wie du dein Leben gestalten möchtest - respektive, wann du Kinder haben möchtest - aber erwarte nicht, dass es alles auch so hinhaut.
Ein Kind ist zu jedem Zeitpunkt arbeitsaufwendig und kraftkostend, eigentlich ist der Zeitpunkt da egal. Man kann zwar vieles miteinander verbinden, nur die Priortäten sollten schon eindeutig gesetzt sein.....

Liebe Grüße




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  Re: verwirrt
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  Blüte
schrieb am 22.01.2006 13:59
Lieber Mondengel,

eine wichtige Erkenntnis meines Lebens ist: Planen kann man viel, wie sich das Leben entwickelt ist eine andere Sache grins.

Letztlich kann ich Liv-Arwen nur zustimmen, irgendwie ist immer der falsche Zeitpunkt für ein Kind.
Im Studium ist er falsch, weil man möglichst schnell fertig werden will. Oder es ist der richtige, weil man Urlaubssemester nehmen kann.
Nach dem Studium ist der falsche, weil man den Berufseinstieg schaffen will. Oder es ist der richtige, weil man mit Kind später erst einmal nicht wegen einer Schwangerschaft ausfällt....

Usw.usw.usw.usw.....

Egal, welche Entscheidung du triffst, du wirst nie wissen, ob es die "richtige" war, denn du hast nie eine Garantie, dass sich dein Leben so weiterentwickelt, wie du es zu diesem Zeitpunkt geplant hast.

Von daher gibt es meiner Ansicht nach nur eine Möglichkeit: Man muss die Entscheidungen auf Basis der Fakten treffen, die einem in der Gegenwart zur Verfügung stehen.
Beispiel aus einem anderen Zusammenhang: Wenn man heiratet, weiß man auch nicht, ob die Beziehung wirklich ewig hält und glücklich bleibt. Man liebt den anderen, möchte alles dafür tun, dass dieses Versprechen nicht gebrochen wird, mehr geht nicht, aber das reicht auch! Hellsehen kann niemand!

Von daher: Schau dir dein Leben JETZT an, sprich mit deinem Freund und entscheidet gemeinsam, was ihr JETZT tun wollt. Wenn ihr gemeinsam hinter dieser Entscheidung steht, dann ist es die richtige, wie auch immer sich euer Leben später gestalten wird.

Viele liebe Grüße,

Blüte


  Planen kannste soviel Du willst,
avatar  Rica*
schrieb am 22.01.2006 14:26

aber ob das so wird....

Als Beispiel: ich habe mit 19 geheiratet, wir haben dann tolle Reisen gemacht, uns im Beruf etabliert!

Mit 25 war ein Kind geplant! Hat nicht geklappt, 2 ICSIs brachten nix, Plan B also erstmal kein Kind und Zusatzausbildung für mich!

Mitten in der Zusatzausbildung wurde ich ss, also die danachfolgende Beförderung abgelehnt und FG.

Siehste was ich meine? Es lässt sich nicht planen!

Wichtig ist nur, das ihr Euch grundsätzlich einig seid! Und wenn ihr das seid packt man das! Egal ob eine ss passend oder unpassend kommt!




  Re: verwirrt
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  ** Ulli **
schrieb am 24.01.2006 10:08
hallo mondengel,

mein mann und ich sind auch beide ingenieure - unser studium liegt allerdings schon einige jährchen zurück (späte 80-er jahre) und wir beide sind 'nur' dipl.ing. ich selber habe nach dem studium 7 jahre lang bis zur geburt unserer tochter als ingenieurin (am schluss in leitender position) gearbeitet, mein mann arbeitet heute noch als ingenieur in der position eines technischen vorstands. den letzten zusatz nur deshalb, weil wir deshalb auch wissen, wie die ansichten potentieller arbeitgeber zu diesem thema aussehen.

erst einmal stimmt das, was meine vorrednerinnen schon gesagt haben: jede noch so schöne planung kann hinfällig werden wenn es z.b. mit dem kindersegen nicht so klappt, wie es klappen soll.

natürlich kann es aber auch so laufen, dass du tatsächlich schnell und geplant schwanger wirst. dann würde ich folgende punkte berücksichtigen:

- kinder in einer umbruchphase zu bekommen (mit frischer promotion in der tasche auf der suche nach einem arbeitgeber oder in der bewerbungsphase für eine promotionsstelle) ist immer schwieriger als bei eingefahrenen lebensumständen.
- von einem dipl. ing. ohne promotion wird eine allgemeine technische ausbildung erwartet, oft aber das in nebenfächern erworbene spezialwissen nicht benötigt. der arbeitgeber, der einen dr.ing. einstellt tut dies oft auch, um von dessen persönlichen spezialwissen zu profitieren. eine pause zwischen promotion und einstieg ins berufsleben wäre da vorsichtig ausgedrückt nur suboptimal.
- wenn du in der forschung arbeiten möchtest ist die promotion sicherlich hilfreich bzw. notwendig. deshalb setze ich mal einen schritt vorher an: kennst du die berufsbilder von ingenieuren in anderen unternehmenszweigen so gut, dass die entscheidung für die forschung (und gegen zb. produktion, vertrieb, einkauf, logistik...) hand und fuß hat? ohne die promotion wäre dein problem eigentlich gar keines.
- vor allem bei großen firmen gibt es häufig programme, mit denen frauen in führungspositionen gefördert werden ('diversity'). diese firmen stellen zwar genauso ungerne eine schwangere bewerberin ein (oder eben gar nicht), aber wenn die dann einmal die probezeit überwunden hat und im allgemeinen arbeitsverhalten nicht das gefühl vermittelt, die angebote der firma mit ihrer schwangerschaft schamlos auszunutzen, dann wirkt sich eine schwangerschaft nicht negativ auf die weitere karriere aus. auch hier wieder: könnte im f+e-bereich anders sein weil man da innerhalb kürzester zeit den anschluss verliert.
- ich habe jetzt immer von einer anstellung in der industrie geredet (weil menne und ich beide dort gearbeitet haben). im öffentlichen dienst sieht das ganze noch deutlich besser aus, hier kenne ich aber die details nicht.
- ich würde auch versuchen herauszufinden, welche arbeitsrechtlichen folgen eine schwangerschaft während der promotion hat. während meiner langjährigen hiwi-tätigkeit an einem institut hatte ich das gefühl, dass sich die doktoranden eine schwangerschaft noch ganz gut hätten 'leisten' können. vermutlich schreit kein prof juchu, aber damit muss er dann leben. aber wie gesagt, ich weiß nicht, wie schwangerschaft und zeitarbeitsvertrag zusammenpassen.

so, und zum schluss - wäre ich genau in deiner situation, dann würde ich versuchen (!!! ob es klappt steht auf einem ganz anderen blatt) während der promotion (26-31 jahre) oder nach frühestens 2 berufsjahren (33+jahre) beim zukünftigen arbeitgeber meine familienplanung anzugehen. hart würde das für dich so oder so, aber das weisst du sicher auch.

viel spaß!!
lg, ulli smile




  Du bist wohl innerlich noch nicht so weit...
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  Sarah_J
schrieb am 25.01.2006 22:55
... wage ich zu behaupten. Ich sag das, nachdem ich lange über Dein posting nachgedacht hab - mir scheint das bei Dir nicht nur so ein flaues Gefühl in der Magengegend zu sein, wie man es häufig hat, wenn's ernst wird.

Du hast ja völlig recht: Ein Kind wird Euer Leben total umkrempeln. Daß das alles machbar ist (während oder nach dem Studium, eins oder mehrere Kinder), ist keine Frage. Aber wenn Ihr beide Euch für ein Kind entscheidet, muß für Euch beide auch klar sein, daß mindestens einer von Euch längere Zeit zurückstecken muß. Da rede ich noch gar nicht von evtl. Komplikationen in der Schwangerschaft oder mit dem Kind.

Du schreibst, DU MUSST JETZT so eine prinzipielle Entscheidung treffen. Wieso? Wer oder was drängt Dich dazu? Dein + Euer Leben geht auch weiter, wenn Ihr diese Entscheidung jetzt nicht trefft. Oder setzt Dich Dein Freund da unter Druck? Dann wäre der Zeitpunkt für so eine folgenschwere Entscheidung erst recht falsch.

Konzentriert Euch auf Euer Studium, macht was draus + setzt Euch erst mal so für Euch einen Termin, an dem Ihr Euch in bezug auf Kinder wieder verständigen wollt. Kann ja z.B. schon heute in einem halben, einem oder zwei Jahren sein... Du wirst merken, wie Du dann zu dem Thema stehst bzw. ob Du in der Zeit bis dahin immer mehr zu dem einen oder anderen Pol tendierst. Oder in welche Richtung Dein Freund denkt.

Studium / Arbeit ist für Euer Leben auch ganz wichtig. Nichts ist schlimmer, als wenn einer von Euch mal mit dem Gedanken leben muß: Hätten wir damals nicht das Kind bekommen...

Ich wünsch Euch die richtige Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt! Na ja, auch nach der Entscheidung FÜR ein Kind kann es erst richtig losgehen mit den Problemen, die hier im Kiwu-Forum immer wieder eine Rolle spielen...

LG an Euch

Sarah




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