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  Info: Zöliakie und Fertilitätsstörungen
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   decora
schrieb am 03.11.2011 10:01
Hallo zusammen.

Da ich die Tage an einem Vortrag über Zöliakie arbeite, ist mir bei den Symptomen was aufgefallen, was ich hier gerne weiter geben möchte. Die Infos waren mir klar, aber erst jetzt bewusst, da ich mich mit dem Kiwu in letzter Zeit viel beschäftige. Vielleicht ist das auch für die eine oder andere von euch interessant?

Was ist Zöliakie? -> Lebenslange Unverträglichkeit auf Gluten -> entzündliche Erkrankung des Dünndarms

Was ist Gluten? -> Klebereiweiß in Getreidearten Weizen, Gerste, Roggen, Hafer, Grünkern, Kamut, Triticale

Symptome sind u.a.: Durchfall, Blähungen, Verstopfung, Müdigkeit, Depressionen, schlechte Laune, Resorptionsstörungen, Eisenmangelanämie, Entwicklungsstörungen bei Kindern, Fertilitätsstörungen, Ausbleiben der Menstruation, Fehlgeburten

Bei den drei letzten Punkten, habe ich letztens an das Forum hier gedacht und dachte, dass muss ich hier mal loswerden. Vielleicht ist es für manche, die im tiefen Loch stecken, wie clydesbonnie und andere, wo alles ausdiagnostiziert ist und es immer noch nicht so klappt, ein Anhaltspunkt? Vielleicht ist es auch eine Möglichkeit zu schauen, ob Zöliakie evtl. die Ursache ist? Ich möchte aber nicht behaupten, dass es diese Ursache sein kann und auch keine in diese Richtung verunsichern. Jede kann für sich entscheiden, ob sie sich diesbezüglich untersuchen lassen möchte oder nicht.

Es ist zu berücksichtigen, dass die Symptome sich nicht nur durch die "Verdauungsbeschwerden" äußern. Bei einigen Patienten treten Symptome außerhalb des Darmbereiches auf, wie z. B. Dermatitis Herpetiformis Duhring, Diabetes Typ I, Osteoporose, Fertilitätsstörungen, Thyroiditis, und wie oben beschrieben.


Ich habe dann mal gegoogelt, um zu schauen, ob ich noch mehr zum Zusammenhang Fertilitätsstörungen und Zöliakie finde. Und habe dazu einen Abschnitt in einem Buch gefunden. Hier sind die Stichpunkte daraus.

aus: Leidenberger, Stowitzki, Ortmann: Klinische Endokrinologie für Frauenärzte, Springer 2009, S. 482 (bei books.google.de zu finden)

Zitat

Fertilität und menstrueller Zyklus:
- häufig tritt die Menarche später und die Menopause früher ein
- die Prävalenz von Ovarfunktionsstörungen einschließlich Amenorrhö ist höher
- die Fruchtbarkeit ist vermindert

-> "Bei Frauen mit Zyklus- und Fertilitätsstörungen, ungeklärter Sterilität und habituellen Aborten findet sich eine Zöliakie etwas 5- bis 10-mal häufiger als in der Durchschnittspopulation. Reproduktionsstörungen dieser Art, insbesondere bei schlanken oder untergewichtigen Frauen, sollten Anlass geben, eine Zöliakie auszuschließen"

Schwangerschaft:
- die intestinale Malabsorption kann die Embryogenese und die fetale Entwicklung beeinträchtigen
- "Die Abortrate und die Häufigkeit einer fetalen Mangelentwicklung sind erhöht, wenn die Erkrankung nicht durch eine glutenfreie Ernährung behandelt wird."
- gehäuft anzutreffender Vitamin-B12-Mangel (-> Neuralrohrdefekte) bei Zöliakie sollte berücksichtigt werden


Ist vielleicht jemand hier davon betroffen? Und kam es durch glutenfreie Ernährung zu einer erfolgreichen Schwangerschaft?

Vielleicht gab es diese Info hier schon mal, aber die verschwinden dann immer so schnell.

Und noch was: Wenn ihr eine Zöliakie bei euch vermutet, lasst euch zuerst diagnostizieren (Blutuntersuchung und Dünndarmbiopsie)! Nicht mit einer glutenfreien Ernährung vorher anfangen, das kann die Diagnose verfälschen! Die Zöliakie mit Zottenatrophie ist dann evtl. nicht mehr nachweisbar.

Gute Infos gibt es bei der Deutschen Zöliakie Gesellschaft.

Alles Gute!




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