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schrieb am 22.09.2008 16:45
Gestörte Fruchtbarkeit
Ursachen und Handlungsmöglichkeiten

von Verena Rosar

Als "Fertilitätsstörung" wird der Kinderwunsch bezeichnet, der sich nicht erfüllt. Vorab eine wichtige Klärung für zwei Begriffe: Da ist einmal die Infertilität. Sie liegt dann vor, wenn nach normaler Empfängnis ein Kind nicht ausgetragen werden kann. Und es gibt die Sterilität. Eine Partnerschaft wird als steril bezeichnet, wenn bei ungeschütztem, regelmäßigem Geschlechtsverkehr (2-3 mal wöchentlich) nicht innerhalb von ein bis zwei Jahren eine Schwangerschaft eingetreten ist.

Soweit die medizinischen Definitionen. Etwas anders formuliert es Ingrid Gerhard, Oberärztin der Universitäts Frauenklinik Heidelberg: "Allerdings haben diese normativen Erklärungen einen großen Schönheitsfehler - auch bei fruchtbaren Paaren kann es bis zu zwei oder drei Jahren dauern, bis sie ein Kind bekommen. Es ist eher die Ausnahme, wenn die Frau gleich im ersten Monat ihres Kinderwunsches tatsächlich schwanger wird! Vielen Paaren ist das heute gar nicht bewußt. Geraten Sie also nicht schon nach dem ersten Jahr in Panik."
(Gerhard/Wolfrum: "Kinderwunsch - natürliche Wege zum Baby")

Können Schadstoffe aus der Umwelt eine Schwangerschaft verhindern?

Gerade für die Infertilität liegen oftmals Gründe vor, die im Bereich von Umweltschadstoffen und Belastungen am Arbeitsplatz angesiedelt sind. Schon das normale Heranreifen der Eizelle kann durch Umweltgifte verhindert werden, dies gilt ebenso für den Befruchtungsvorgang im Eileiter und für den Einnistungsprozess in der Gebärmutter. Aber auch noch zu einem etwas späteren Zeitpunkt können schädliche Substanzen über den Mutterkuchen in den kindlichen Organismus gelangen und je nach Intensität der Belastung kann das zu Fehlgeburten, insbesondere in den ersten zwölf Wochen, führen. Selbst in der nährenden Lösung, der sogenannten Follikelflüssigkeit, die im Eierstock die Eizelle umgibt, sind Schadstoffe schon nachgewiesen worden. Darüberhinaus kann sogar der hormonelle Steuerungsmechanismus in den übergeordneten Zentren des Gehirns durch Umweltgifte beeinträchtigt sein, was sowohl den Mann, als auch die Frau betrifft.

Aber um welche Stoffe handelt es sich überhaupt?

"Wissen Sie, ob sich in Ihrer wunderschönen Holzdecke im Wohnzimmer Pentachlorphenol und Lindan verbergen? Womit wurde der herrliche Wollteppich imprägniert und gegen Motten sicher gemacht? Wir hantieren bedenkenlos mit Klebstoffen, Farben und Lacken." (Gerhard/Wolfrum: "Kinderwunsch - natürliche Wege zum Baby")

Holzschutzmittel, die PCP und Lindan enthalten wurden seit den sechziger Jahren in großen Mengen in Wohnbereichen eingesetzt. Innerhalb belasteter Wohn- oder Arbeitsräume werden möglicherweise ausgasende Gifte eingeatmet, oder über die Haut aufgenommen. Frauen, die mit solchen Schadstoffquellen leben, klagen über Müdigkeit, Kopfschmerzen, Kreislaufstörungen und Depressionen. Die Beschwerden sind abhängig von der Dauer und der Schwere der Belastung.
Als besonders wichtig sind im Bereich der Schwermetalle Blei, Quecksilber und Cadmium zu nennen. Blei befindet sich in Abgasen, Trinkwasser aus Bleirohren, in Keramikgeschirr, das bei zu niedrigen Temperaturen gebrannt und glasiert wurde, sowie in Bleiglas. Es kann die Schranke des Mutterkuchens ungehindert passieren und bei dem ungeborenen Kind zu Wachstumsstörungen führen. Quecksilber ist bekanntermaßen in "aller Munde", nämlich in Amalgamfüllungen, desweiteren vor allem in Thunfisch und auch in Unkrautvernichtungsmitteln. Amalgam belastet die Hirnanhangdrüse, die wichtige Hormone für die zyklischen Vorgänge in den Eierstöcken produziert. Bei Frauen mit mehr als zehn Amalgamfüllungen treten gehäufter Gelbkörperschwächen auf. Da der Gelbkörper das für die beginnende Schwangerschaft überlebenswichtige Hormon Progesteron produziert, ist eine gelungene Einnistung gerade von seiner Funktionstüchtigkeit abhängig. (Eizelle und Eibläschen werden gemeinsam als Follikel bezeichnet. Nach dem Eisprung verbleibt das Eibläschen im Eierstock und wird zum Gelbkörper.)

Müllverbrennungsanlagen produzieren Cadmium, das aber auch in Muscheln, Austern, Tintenfischen und Innereien wie Leber vorkommt.
An dieser Stelle nun ein kurzer Überblick:


Stoffe Mögliche Quellen
Holzschutzmittel
(bis 1989 Pentachlorphenol und Lindan, heute verschiedene neue Verbindungen) sämtliche Möbel aus Vollholz, Holzbalken, Ledermöbel, Lederkleidung, Holzdecken
Innenraumbiozide
(Schädlingsbekämpfungsmittel, Pyrethroide, Organophosphate, Carbamate) Sprays gegen Katzen- und Hundeflöhe, Mücken, Ameisen, Silberfische, Kellerasseln, Elektroverdampfer gegen Mücken, Naturfaserteppiche
Fungizide
(Pilzvernichter, z.B. Hexachlorbenzol, Tributylzinnverbindungen) Nahrung, Trinkwasser, Textilien, Teppiche, Holzschutzmittel
Herbizide
(Unkrautvernichter, z.B. Dichlor- und Trichlorphenoxyessigsäure) Herkömmlich angebaute Nahrungsmittel, Trinkwasser
Insektizide
(Schädlingsbekämpfungsmittel, z.B. Lindan, DDT) Herkömmlich angebaute Nahrungsmittel, Trinkwasser, Innenraumluft, wenn Insektensprays und Sprays gegen Pflanzenschädlinge benutzt werden.
Organische Lösungsmittel Farben, Lacke, Klebstoffe
Organische Flammschutzmittel Computer, TV, Matratzen, Polstermöbel, Fleckenwasser
Formaldehyd Zigaretten, Press-Spanplatten
Dioxine und Furane Nahrung, eingebracht vor allem durch Müllverbrennung, Verbrennung von PCP-behandeltem Holz, als Nebenprodukt bei der Herbizidherstellung
Stickoxyde, Ozon, Benzol Aussenluft,vor allem durch Autoverkehr
Isozyanate
(Polyurethanhaltige Schäume) Dichtungsmasse bei Fenster- und Türrahmen, Möbellacke
Schwermetalle
(vor allem Blei, Cadmium, Quecksilber) Nahrung, Trinkwasser, amalgamhaltige Zahnfüllungen, Meeresfrüchte, Fisch
Weitere Industriechemikalien mit Hormonwirkung
(z.B. PCB, synthetische Moschusverbindungen, Bisphenol A) Dichtungsmaterial, Brandschutzanstriche, Transformatorenöl, Waschmittel, Kosmetika, Lack von Lebensmitteldosen
Quelle: Gerhard/Wolfrum: "Kinderwunsch - natürliche Wege zum Baby"


Wie können solche Quellen aufgespürt werden?

Einige sind offensichtlich und können schlicht vermieden werden, andere dagegen müssen erst detektivisch aufgespürt werden. Sehr hilfreich sind dabei BaubiologInnen, die darauf spezialisiert sind, Schadstoffquellen im Wohn- und Arbeitsbereich ausfindig zu machen.

Spielen Genußgifte auch eine Rolle?

Raucherinnen weisen eine höhere Infertilitätsrate auf als Nichtraucherinnen und zwar im Verhältnis von 3 : 2. Der Nikotingehalt in der Gebärmutterschleimhaut ist zehn bis zwanzig mal höher als im Blut. Rhodanid, ein Tabakschadstoff kann bis in die Keimzellen vordringen. Im Muttermundsekret sind bis zu 35fach höhere Konzentrationen an schädlichen Substanzen aus dem Rauch gefunden worden, die das Eindringen von Spermien erschweren können. Bei rauchenden Männern wird die Durchblutung am Hoden verändert, was sich negativ auf die Spermienqualität auswirken kann.

Kommt ein erhöhter Koffeingenuss (Kaffe, Cola, Tee) hinzu, wird die Fruchtbarkeit weiter beeinträchtigt. Nachweislich werden Frauen mit starkem Koffeinkonsum seltener schwanger (Koffein drosselt die Hormonproduktion in den Eierstöcken). Bei Männern sinkt die Spermienbeweglichkeit. Alkohol erhöht die Östrogensynthese und stört damit den sensibeln Hormonkreislauf des monatlichen Zyklus. Jahrelang, übermäßiger Alkoholkonsum verkürzt die fruchtbare Phase im Leben der Frau und nimmt schädlichen Einfluss auf die Spermienbildung des Mannes.

Neben dem Vermeiden, zumindest bekannter Giftquellen in der eigenen Umgebung, gibt es spezielle Möglichkeiten herauszufinden, ob der Körper mit Schadstoffen belastet ist. Beispielsweise können über Blut- und Haaranalysen Nachweise erbracht werden. Mit dem sogenannten Kaugummitest kann die Quecksilberbelastung durch Amalgam überprüft werden. Diese Speicheluntersuchung wird von ÄrztInnen oder HeilpraktikerInnen durchgeführt. Parallel zu einer Sanierung der Zähne sollte immer eine Ausleitung der Schwermetalle erfolgen. Praxen für ganzheitliche Zahnheilkunde bieten beides an. Informationen gibt es unter folgender Adresse: Internationale Gesellschaft für Ganzheitliche Zahnmedizin e.V., Seckenheimer Hauptstr. 11, 68239 Mannheim www.gzm.org

Außerdem ist es bei Schadstoffbelastungen sehr wichtig, ausreichend Flüssigkeit aufzunehmen (mindestens zwei Liter pro Tag in Form von Mineralwasser und Kräutertee), um den körpereigenen Stoffwechsel allgemein zu aktivieren. Dies kann durch Saunagänge und Bewegung an frischer Luft unterstützt werden. Über den Schweiß kann einiges an Schadstoffen abgegeben werden. Die Ernährung sollte möglichst wenig tierisches Fett enthalten, da Umweltgifte sich besonders im Fettgewebe ablagern. Aus diesem Grund sollten auch Fastenkuren nur unter Anleitung stattfinden, da Schadstoffe durch den Fettabbau schneller in den Blutkreislauf geraten.

Ein Entgiftungstee
für die Frau:
Frauenmantel 30g, Schafgarbe 20g, Storchschnabel 20g, Taubnessel 20g, Goldrute 20g, Gundelrebenkraut 20g
für den Mann:
Angelikawurzel, Berberitzenwurzel, Bibernellwurzel, Eberwurz, Goldrute, Gundelrebenkraut, Meisterwurz, Wegwartenwurzel; jeweils 20g

Einen Eßlöffel mit 200ml Wasser heiß überbrühen, zehn bis fünfzehn Minuten ziehen lassen; täglich drei Tassen trinken.
(Aus: Margret Madejski:"Alchemilla - Eine ganzheitliche Kräuterheilkunde für Frauen")

Die Harmonie der hormonellen Botschaften

Neben den Umweltschadstoffen, die eine Empfängnis verhindern können, gibt es natürlich noch andere potentielle Ursachen, die in jeder Kinderwunschberatung abgeklärt werden.

Das Wechselspiel der weiblichen Hormone, die sich untereinander "verständigen", kann schon durch psychischen Stress aus dem Gleichgewicht geraten. In diesem Fall wird beispielsweise das milchbildende Hormon (Prolaktin) aus der Hirnanhangdrüse verstärkt freigegeben. Dieses Zuviel an Prolaktin kann die rhythmische Ausschüttung anderer, für die Fertilität relevanter, Hormone stören, das heißt die normale Eireifung kann dadurch behindert werden. In bis zu 50% aller Fälle wird bei Frauen mit gestörtem hormonellem Regelkreis als Auslöser eine Überproduktion von Prolaktin gefunden. Dessen Spiegel (messbar mittels einer Blutprobe) kann sogar ständig erhöht sein, nämlich dann wenn sich in dem Bereich der Hirnanhangdrüse, der das Prolaktin produziert, eine gutartige Schwellung befindet. Es kommt zur sogenannten Hyperprolaktinämie. Es gibt auch Medikamente, die als Nebenwirkung den Prolaktinspiegel erhöhen, beispielsweise Beruhigungsmittel. Aus dem Bereich der Kräuterheilkunde ist Agnus castus (Mönchspfeffer) als prolaktinhemmend bekannt. Er ist in Form von Fertigpräparaten in Apotheken erhältlich.

Auch eine Schilddrüsenerkrankung kann die Fruchtbarkeit negativ beeinflussen. Wenn eine Unterfunktion (die in ihren Frühformen eventuell übersehen werden kann) vorliegt, ist das übergeordnete Zentrum im Gehirn bemüht, trotzdem eine ausreichende Hormonproduktion der Schilddrüse anzuregen. Um dies zu erreichen, gibt es das "Steuerhormon" TRH (Thyreoideastimulierendes Releasing Hormon) frei, welches seinerseits wiederum die Prolaktinfreisetzung stimuliert. So kann sich eine Schilddrüsenstörung auf den Monatszyklus auswirken.
Eine weitere mögliche Ursache für ungewollte Kinderlosigkeit ist die erhöhte Produktion männlicher Hormone (Androgene) im weiblichen Körper. Frauen mit einer Hyperandrogenämie können unregelmäßige Blutungen haben, das Eibläschen um die Eizelle herum wächst zwar, aber es entlässt die Eizelle nicht. Es kann sich jetzt als Zyste im Eierstock festsetzen. Recht häufig führt Übergewicht zur Erhöhung der männlichen Hormone, was sich beispielsweise an verstärkter Talgproduktion, Akne und starker Körperbehaarung bemerkbar macht. Eine gute Ernährungsberatung und ein individuell angepasstes Bewegungsprogramm können in dieser Situation sehr viel Positives bewirken.

Wie bereits bei den Schadstoffbelastungen erwähnt, ist auch eine Gelbkörperschwäche oftmals verantwortlich für den unerfüllten Kinderwunsch. Der Grund für diese Schwäche kann auch hormoneller Natur sein. Der Gelbkörper produziert Progesteron (siehe oben), das als Hormon eine erfolgreiche Einnistung und eine komplikationslose Weiterentwicklung der Frucht gewährleistet. Liegt hier nun eine Funktionsschwäche vor, so dass die Hormonmenge nicht ausreicht, dann hat das zur Folge, dass die Gebärmutterschleimhaut nicht genügend aufgebaut wird. Hinweise auf eine Gelbkörperschwäche gibt die Basaltemperaturkurve: Nach dem Eisprung steigt die Temperatur nur langsam und treppenförmig an.

"Ein Tip, wenn Sie nur einen schwachen Temperaturanstieg nach dem Eisprung messen: Gehen Sie täglich 20 Minuten im Sonnenlicht spazieren. Schon nach ein paar Wochen wird der Anstieg der Basaltemperatur deutlicher"
(Uta König: "Das große Buch der Fruchtbarkeit")

Sehr hilfreich ist bei einer Gelbkörperschwäche das natürliche Progesteron, erhältlich in Tablettenform als "Utrogest" und in Salbenform als "Progestogel". In Deutschland sind diese Präparate verschreibungspflichtig. Bezugsadressen finden sich in: "Natürliches Progesteron" von Rushton/Bond: "Wenn Sie nach dem Eisprung nicht genug Progesteron produzieren, kann das Ei nicht lange genug überleben, um befruchtet zu werden, und auch wenn es befruchtet wurde, kann es sein, dass der Embryo nicht überlebt. Denn wenn der Progesteronspiegel fällt, wird die Gebärmutterschleimhaut abgestossen, so dass der Embryo sich nicht einnisten kann und mit dem Menstruationsblut ausgeschwemmt wird. (...) Das natürliche Progesteron sollte in der zweiten Zyklushälfte nach dem Eisprung verwendet werden; wenn Sie vermuten, dass Sie schwanger geworden sind, sollten Sie das Progesteron bis zum dritten Schwangerschaftsmonat nicht absetzen. Dann stellt die Plazenta genug Progesteron her, um das Baby am Leben zu erhalten."

Meistens ist es nicht so einfach, im hormonellen Regelkreis der Frau die Ursache für ihre Unfruchtbarkeit zu finden. Es reicht nicht aus, nur einmal innerhalb eines Zyklus Blut zu entnehmen, da die Hormonkonzentrationen zu verschiedenen Zeitpunkten bekanntlich stark variieren. Der Basishormonstatus sollte zeitlich in der ersten Zyklushälfte angesiedelt sein, eine weitere Blutentnahme zur Eisprungzeit erfolgen und die letzte in der zweiten Zyklushälfte. Insbesondere die dritte Kontrolle kann den stattgefundenen oder den ausgebliebenen Eisprung belegen. Abgesehen davon haben Frauen die Möglichkeit, die Konzentration des Eisprunghormons LH (luteinisierendes Hormon) selber zu messen. Sie kaufen in der Apotheke einen Test, beispielsweise Clearplan, und halten einfach während der fruchtbaren Tage die Spitze des Teststabes in den Urinstrahl. An einer Verfärbung des Teststabes zeigt sich der Anstieg des Hormons. Der Eisprung erfolgt dann ungefähr vierundzwanzig Stunden später.

Soll die Hirnanhangdrüse aktiviert werden, um regelmäßige Zyklen mit Eisprung zu erhalten, kann eine Kur mit Moorbädern nützlich sein. Diese Kur erhöht die Körpertemperatur um ein Grad Celsius. Moorbäder sind in Apotheken erhältlich. Sinnvoll ist eine Anwendung zwischen zwei und dreimal in der Woche.

Moorbad:
Lassen Sie warmes Wasser (36-38 Grad) in die Wanne einlaufen und rühren Sie den Extrakt unter. Wenn der Moorbrei gut verrührt und aufgequollen ist, legen Sie sich für etwa zehn Minuten hinein; nicht viel länger, da sich sonst Kreislaufprobleme ergeben könnten. Nach dem Bad mit lauwarmem Wasser abduschen, trocknen und eine Stunde nachruhen.

Um das natürliche, allmonatlich musizierende, Hormonorchester in seinem geordneten Ablauf zu unterstützen, können auch Kräuter eingesetzt werden.
Für die erste Zyklushälfte: Himbeerblätter (östrogenähnliche Anteile), Rosmarin (regt die Keimdrüsentätigkeit an, fördert den Eisprung), Beifuß (fördert den Eisprung und die Entschlackung), Holunderblüten (unterstützen das follikelstimulierende Hormon aus der Hirnanhangdrüse) und Salbei (östrogenartig); jeweils 40g. Für die zweite Zyklushälfte: Frauenmantel (gelbkörperregulierend), Schafgarbe (gestagenartig), Brennessel (Schlackenabtransport); jeweils 40g. Die Zubereitung dieses Tees erfolgt wie für den oben erwähnten Entgiftungstee.

Zusätzlich können Frauen auch die sogenannte Lunazeption durchführen. Sie schlafen dabei vom ersten Menstruationstag ausgehend bis zum dreizehnten Tag in vollkommener Dunkelheit. Danach brennt in den Nächten des vierzehnten bis sechzehnten Tages eine schwache Lichtquelle (15 Watt Birne) und zwar durchgehend. Die folgenden Nächte bis zur nächsten Blutung werden dann wieder völlig dunkel gehalten. "Der amerikanische Physiker Edmond Dewan simulierte in den 60er Jahren den Einfluß des Mondlichtes auf den weiblichen Zyklus. In einer Studie ließen die Teilnehmerinnen in der 14., 15. und 16. Nacht ihres Zyklus Licht in ihrem Schlafzimmer brennen. Nach einigen Monaten pendelten sich ihre Menstruationsrhythmen auf 29 Tage ein." (Uta König: "Das große Buch der Fruchtbarkeit")

Lokal kann auch ein Massageöl zur Aktivierung der Eierstöcke eingesetzt werden.

Massageöl:
Drei Tropfen Muskatellersalbei, zwei Tropfen Salbei, acht Tropfen Zypresse und acht Tropfen Lavendel in 15 ml Mandelöl geben. Diese Mischung wird in einer dunklen Glasflasche abgefüllt. Die Anwendung findet täglich morgens und abends statt, indem etwas von dem Öl mit kreisenden Bewegungen im Bereich der Eierstöcke so lange einmassiert wird, bis es vollständig eingezogen ist.

Frühere Entzündungen

Durchgängigkeit und Beweglichkeit der Eileiter sind für das Zustandekommen einer Schwangerschaft unerlässlich. Ein aufgenommenes und befruchtetes Ei wird mittels der Flimmerhärchen im Eileiter transportiert. Verklebungen und Verwachsungen behindern ihre Bewegung, an Engstellen kann der Embryo hängenbleiben. Je nach Umfang und Lokalisation der Vernarbungen im Eileiter gelangen die Spermien gar nicht bis zur Eizelle. Eine derartige Funktionsstörung ist nicht selten Folge einer früheren Entzündung im Unterleib, die oft, aber nicht grundsätzlich, mit Fieber, Schmerzen und starkem Ausfluss einherging. Wenn das nicht der Fall war, können sich Frauen, denen die Diagnose verklebter Eileiter gestellt wird, vielleicht nicht an eine Entzündung erinnern.

Besonders häufig folgt der Verschluß auf eine Eileiterentzündung durch Chlamydien, Mykoplasmen und Gonokokken. Der Übertragungsweg der Chlamydien erfolgt sexuell, häufig schon im Alter von fünfzehn bis einunzwanzig Jahren. In diesem Alter ist das Muttermundgewebe der Frau besonders sensibel für Chlamydien. In 80% der Fälle ist der Verlauf beschwerdefrei. Der spezifische Nachweis aus dem Muttermundabstrich oder dem Urin ist erst seit kurzem möglich und gehört nicht zu den Routineuntersuchungen sofern es keine auffällige Symptomatik gibt. Chlamydien können jahrelang in den Zellen des Genitaltraktes bleiben und an den Eileitern dauerhafte Zerstörungen anrichten. Spätfolgen können Eileiterschwangerschaften und Sterilität sein. Auch nach Unterleibsoperationen können sich Erreger ausbreiten, selbst eine Entzündung in der Umgebung (Blinddarm) kann auf die Eileiter übergreifen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch, ob die Frau eine Spirale getragen hat, und ob dies mit entzündlichen Komplikationen einherging. Bei 20% aller Frauen, die eine Eileiterentzündung hatten, kann Unfruchtbarkeit die Folge sein.

Entzündungen im Scheidenbereich verändern die Schleimkonsistenz, so dass Spermien, die einen bestimmten pH-Wert in der Vaginalflora benötigen, nicht hindurchgelangen. Im Gebärmutterhalsschleim können sich zudem Antikörper gegen Spermien befinden. Diese heften sich an die Membran der Samenzellen und zerstören sie bereits beim Eintritt in die Scheide. Eine gängige Methode, um die Schleimpassage zu umgehen, ist das direkte Einbringen des Spermas in die Gebärmutter durch eine Insemination.

Myome und Endometriose

Myome sind gutartige Geschwulste der Gebärmutter und werden von mehr als der Hälfte aller Frauen zwischen dreißig und vierzig "getragen". Meist werden sie gar nicht bemerkt, da sie keine Beschwerden verursachen. Etwa die Hälfte aller Frauen mit Myomen tragen ihre Kinder problemlos aus. Das Myom wächst mit, aber es beeinträchtigt die Schwangerschaft nicht. Wachsen die Muskelgeschwulste jedoch in der Nähe der Eileitermündungen und verschließen den Eingang in die Gebärmutterhöhle, kann dies die Fruchtbarkeit behindern. Manchmal kann ein Myom auch zu mangelnder Durchblutung in der inneren Schleimhautschicht der Gebärmutter führen. Dann mißlingt möglicherweise schon der Einnistungsversuch oder es kommt unter Umständen zum Absterben der Frucht. Myome müssen nur entfernt werden, wenn sie Beschwerden verursachen oder die Eileitermündung verschliessen.

Versprengte Gebärmutterschleimhaut wird als Endometriose bezeichnet. Sie bildet kleine Nester an den Eierstöcken, den Eileitern oder anderen Beckenorganen. Das Gewebe solcher Herde erhält auf hormonellem Wege am Ende eines Zyklus die Information abzubluten. Das Blut gelangt nicht aus dem Körper heraus, sondern gerinnt und dickt ein. Letztendlich kann dieser Prozess Verwachsungen nach sich ziehen, die eine Schwangerschaft verhindern können, besonders wenn die Eileiter betroffen sind. Wenn die Eierstöcke befallen sind, können blutgefüllte Endometriosezysten das funktionstüchtige Gewebe verdrängen. Eindeutig diagnostiziert werden kann eine Endometriose nur mittels einer Bauchspiegelung. Wobei dieser Eingriff in der Regel gleichzeitig therapeutischen Nutzen hat, da sichtbare Herde direkt entfernt werden.

"Alternative Behandlungsmethoden zeigen gute Erfolge bei schwerer Endometriose im Anschluß an die Operation, bei leichter und mittelschwerer Endometriose steigern sie die Schwangerschaftsrate, die durch medikamentöse Behandlung eher reduziert wird."
(Gerhard/Wolfrum: "Kinderwunsch - natürliche Wege zum Baby")

Die Stärkung des Abwehrsystems, eine entzündungshemmende Kost und die Unterstützung durch Fußreflexzonenmassage können sehr hilfreich sein.


Und der Mann?

Wie oben erwähnt, ist der Mann ebenso schadhaften Umwelteinflüssen ausgesetzt. Auch bei ihm kann die Ursache im hormonellen Haushalt begründet liegen. Schilddrüsenstörungen, Übergewicht, Stress und Alkohol können die Spermienbildung beeinträchtigen. Mittels eines Spermiogramms wird mikroskopisch untersucht, wieviele Spermien bewegungsfähig sind und welche Form sie haben. Voraussetzung für diese Untersuchung ist eine möglichst fünftägige sexuelle Karenz.

Viele Männer tragen ein stets einsatzbereites Handy am Gürtel, setzen also ihr Hodengewebe einer dauerhaft hochfrequenten Strahlung aus, die von niederfrequenten Pulsationen durchbrochen wird. "Halten sich die Männer häufig in elektromagnetischen Feldern auf, so werden die Spermien müde." (Gerhard/Wolfrum: "Kinderwunsch - natürliche Wege zum Baby")

Es ist sinnvoll, bei Paaren mit Kinderwunsch eine gezielte Umweltanamnese durchzuführen.

Auch beim männlichen Geschlecht kann es organische Gründe für eine Unfruchtbarkeit geben. Zu den häufigsten Ursachen zählen Varikozelen und Hodenhochstand. Als Varikozele wird eine Krampfader bezeichnet, die sich im Hoden in der inneren Samenleitervene befindet. Durch einen Blutstau in diesem Gefäß wird der Hoden erwärmt. Im Spermiogramm erscheinen dann oft spitz geformte Samenzellen, die normalerweise oval aussehen. Varikozelen können durch eine Operation verödet oder unterbunden werden.

Beim Hodenhochstand bleibt der Hoden im Leistenkanal stecken, statt in den Hodensack herunter zu treten. Diese Fehlbildung ist angeboren und sollte vor dem dritten Lebensjahr behandelt werden. Wenn der Hoden erst nach dem zehnten Lebensjahr verlagert wird, wird es kaum noch zu einer intakten Spermienbildung kommen, das samenbildende Gewebe ist dann nachhaltig geschädigt.

Wenn ein Paar sich für eine Therapie entschlossen hat, die nicht durch externe Hormonzufuhr bestimmt wird, gehört dazu idealerweise für die Frau auch das Führen von Zyklusschemata. Nicht um eine zwanghafte Fixierung auf den möglichen Eisprung zu erzeugen, sondern um ihren Körper und dessen Reaktionen im Zyklusverlauf kennenzulernen. Möglich ist in diesem Zusammenhang auch das Erlernen der vaginalen Selbstuntersuchung, um den eigenen Muttermund und die variierenden Schleimsituationen zu erkunden. Über das Temperaturmessen kann selbständig herausgefunden werden, ob ein Eisprung stattgefunden hat. Gute Aufklärung, gemeinsame Ursachenforschung und zwanglos selbstbewusster Umgang mit dem eigenen Körper stärken die Unabhängigkeit der Paare mit Kinderwunsch.

Literatur:
Thöne/Rabe: Wir wollen ein Kind. dtv, München. 1999.
Uta König: Das große Buch der Fruchtbarkeit. Verlag Gesundheit, Berlin-München. 2000
Thomas Sautter: Wirksame Hilfen bei unerfülltem Kinderwunsch. Trias, Stuttgart. 1994.
Gerhard/Wolfrum: Kinderwunsch - natürliche Wege zum Baby. GU, München. 1998.
Margret Madejski: Alchemilla - Eine ganzheitliche Kräuterheilkunde für Frauen. Goldmann, 2000.

Die Autorin:
Verena Rosar ist Heilpraktikerin und Medizinjournalistin.

Mehr erfahren Sie auf ihrer Seite:
Frauennaturheilpraxis
[www.frauennaturheilpraxis.de]


Januar 2003



LG Bauchhasi


  Re: Antworten zu vielen Fragen rund um unseren Kinderwunsch (achtung lang) Auszug aus dem >Geburtskanal
avatar    Quitscheente
schrieb am 22.09.2008 17:09
dat is wirklich ne prima Idee Bauchi




  Re: Antworten zu vielen Fragen rund um unseren Kinderwunsch (achtung lang) Auszug aus dem >Geburtskanal
no avatar
   Luna71
schrieb am 23.09.2008 09:30
Tolle Anregungen gerade in Bezug auf die irrsinnige Anzahl von Umweltgiften, denen wir heutzutage ausgesetzt sind. Einige müssen wir zwangsweise akzeptieren, auf andere können wir durch eigenes Verhalten (z.B. biologische Produkte, wenig/kein Fleisch etc.) selber Einfluss nehmen.
Dennoch finde ich es wichtig darauf hinzuweisen, dass wenn man sich für einen Zyklustee entscheidet, dies in Absprache mit dem Gyn/ Homoöpathen tun. Gerade weil das hormonelle Gleichgewicht so empfindlich ist.

Lieben Dank, Bauchi!!

Luna




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