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  Einmal Cerclage, immer Cerclage?
avatar    Janosch77
schrieb am 14.12.2020 12:37
Hallo!

Ich hatte bei meinem erstgeborenen Kind eine Notcerclage und Muttermundsverschluss in der 17. SSW, da Gebärmutterhals verkürzt war.
Die damalige Ärztin, die mich operiert hatte gab mir mit auf dem Weg, dass sie bei einer erneuten Schwangerschaft diese Maßnahme präventiv machen lassen würde.
Meine niedergelassene Ärztin war zwar anderer Meinung, aber sie respektierte meinen Wunsch und so ließ ich bei meinem zweitgeborenen Kind präventiv eine Cerclage und Muttermundsverschluss machen.
Es ging beide Male gut.

Nun bin stehe ich abermals vor der Entscheidung. Ich möchte eigentlich keine Cerclage und Muttermundsverschluss mehr machen lassen, diese ganzen Umstände mit Corona und dann zwei kleine Kinder daheim etc.
Nun ist es nur so, dass meine Frauenärztin unsicher ist und sich den Schuh nicht anziehen möchte und ein Urteil fällen. Sie sagt, dass sie damit keine Erfahrung hat, wenn man schon 2x diese OP hatte ob man es dann auch ein 3. Mal machen sollte/müsste.
Ich habe nun eine Überweisung für eine Risikoschwangerenambulanz, damit dort auch nochmal draufgeschaut wird.

Hat jemand Erfahrungen mit diesem Thema??? Wie beim Betreff geschrieben: EINMAL CERCLAGE, IMMER CERCLAGE???


  Re: Einmal Cerclage, immer Cerclage?
avatar    Juna30
Status:
schrieb am 14.12.2020 19:42
Liebe Janosch,
zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zur vollendeten 12. SSW Elefant

Vor knapp einem Jahr stand ich vor fast der gleichen Frage und würde gern erzählen, wie unser Entscheidungsweg verlief. Vielleicht hilft das ja weiter.

Unsere ersten Zwillinge wurden aufgrund des Amnioninfektionssyndroms zu früh geboren. Eine Zervixinsuffizienz wurde nicht vermutet. Ich hatte daher in den beiden Folgeschwangerschaften den FTMV nach Saling mit selbstauflösenden Fäden. Ich trug die beiden Kinder bis 41+0 bzw. 39+1 damit aus und habe spontan entbunden. Eine zusätzliche Zervixinsuffizienz ist damit eigentlich vom Tisch.

Zu Beginn dieser Schwangerschaft (und der letzten, die in früher FG endete), fragten wir uns auch, ob wir die OP Risiken nochmal eingehen für eine vermutlich einmalige Ursache.

Meine Gyn, spezialisiert auf Risikoschwangerschaften, verstand unsere Bedenken und gab aus medizinischer Sicht grünes Licht, da ja die Wiederholungswahrscheinlichkeit fraglich ist.

Dann erfuhren wir, dass es wieder Zwillinge sind und mein Gefühl war sofort, dass ich das nervlich nicht ohne FTMV schaffe/ möchte.
Auch Zwillinge wären laut meiner Ärzte (Gyn und Dr. Garnier) durchaus ohne FTMV möglich gewesen. Aber mein Wunsch nach dem 3. FTMV wurde auch sofort akzeptiert und unterstützt. Sicher ist eben sicher und die OP-Risiken ja doch sehr überschaubar.

Für mich waren also die Wiederholungswahrscheinlichkeit und die Babyanzahl ausschlaggebend. Ich habe es nicht eine Sekunde bereut.

Der einzige Faktor, der bei mir Anfang Februar 2020 noch nicht vorhanden war, war Corona. Da würde ich mich direkt in der Klinik über den Patientenschutz informieren und dann mein Gefühl dazu befragen.

Meine Kinder waren gerade 6 und gut 2,5 Jahre alt und das 1. bzw 3. Mal von Mama getrennt. Meine drei Männer haben das aber hervorragend gemeistert.

Am Ende zählt vermutlich das Bauchgefühl, wie du welche Aspekte gewichtest. Denn eins ist klar, deine Gyn hat leider Recht, die Verantwortung kann dir keiner abnehmen.

LG
Juna


  Re: Einmal Cerclage, immer Cerclage?
avatar    Janosch77
schrieb am 18.12.2020 08:57
Liebe Juna,

vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht.

Ich war nun beim ETS und in der Risikoambulanz in einer Uniklinik.

Die Ärztin welche ETS machte erzählte mir von einer Patientin die exakt die gleiche Vita hatte. 2x Cerclage und ein 3. Mal wollte sie nicht. Sie ließ es sein und es ging alles bis zum Ende der Schwangerschaft gut.
Das hatte mich bestärkt meinen Weg weiter zu verfolgen es mit der OP sein zu lassen. Nun war ich in der Risokoambulanz und diese raten wiederum zu der OP (Cerclage+TMMV). Es sei 2x gutgegangen und das erste Mal sei es ja eine Notcerclage gewesen, insofern wissen sie eben nicht mit es sich verhält.
Es sei natürlich meine Entscheidung.
Ich habe heute Nacht fast nicht geschlafen, Gedanken kreisten...

Mein größtes Problem sind eben meine Kinder, die beiden sind total auf mich fixiert, aber ich denke auch, wenn es dann halt sein muss wird es auch gehen. 2-3 Nächte soll ich in der Klinik bleiben.

In 2 Wochen soll die OP sein, bei 15+

Darf ich dich noch fragen wie du dich nach der OP verhalten hast? Bist du gleich wieder aufgestanden ohne Einschränkungen oder hast dich noch eine Weile geschont?
Konntest du deine Kinder selbst zum Kindi bringen, etc...
Ich weiß, bei dir waren es Zwillinge, das ist vielleicht nochmal anders.


  Re: Einmal Cerclage, immer Cerclage?
avatar    Juna30
Status:
schrieb am 19.12.2020 01:16
Zitat
Janosch77
Liebe Juna,

vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht.

Ich war nun beim ETS und in der Risikoambulanz in einer Uniklinik.

Die Ärztin welche ETS machte erzählte mir von einer Patientin die exakt die gleiche Vita hatte. 2x Cerclage und ein 3. Mal wollte sie nicht. Sie ließ es sein und es ging alles bis zum Ende der Schwangerschaft gut.
Das hatte mich bestärkt meinen Weg weiter zu verfolgen es mit der OP sein zu lassen. Nun war ich in der Risokoambulanz und diese raten wiederum zu der OP (Cerclage+TMMV). Es sei 2x gutgegangen und das erste Mal sei es ja eine Notcerclage gewesen, insofern wissen sie eben nicht mit es sich verhält.
Es sei natürlich meine Entscheidung.
Ich habe heute Nacht fast nicht geschlafen, Gedanken kreisten...

Mein größtes Problem sind eben meine Kinder, die beiden sind total auf mich fixiert, aber ich denke auch, wenn es dann halt sein muss wird es auch gehen. 2-3 Nächte soll ich in der Klinik bleiben.

In 2 Wochen soll die OP sein, bei 15+

Darf ich dich noch fragen wie du dich nach der OP verhalten hast? Bist du gleich wieder aufgestanden ohne Einschränkungen oder hast dich noch eine Weile geschont?
Konntest du deine Kinder selbst zum Kindi bringen, etc...
Ich weiß, bei dir waren es Zwillinge, das ist vielleicht nochmal anders.

Die letzte Schwangerschaft ist da wirklich nicht repräsentativ, da Zwillinge und Corona. Es war nämlich kurz nach der OP gar kein Kindergarten mehr.
In der mittleren FTMV-Schwangerschaft aber habe ich nach der empfohlenen Schonungszeit von 3 Wochen tatsächlich alles ganz normal gemacht - und SEHR genossen!

Meine Kinder sind auch immer Mamakinder gewesen. Allerdings halte ich es nicht für rücksichtslos, wenn der Papa auch mal uneingeschränkt dran ist. Für uns war es eine gute Entscheidung, denn seither hat sich die Beziehung zum Papa deutlich vertieft und dadurch alles mehr auf 4 Schultern verteilt.

Manchmal, bei uns war es so, steht die Mama dem Papa da auch im Weg. Warum sollte der Papa trösten müssen? Die Mama ist ja da.
Allerdings ist der Papa ja genauso Eltern wie die Mama und ich finde es sehr bereichernd, wenn die Kinder das auch so wahrnehmen können.
Sieh die Zeit deiner Kinder mit Papa zu Hause als Chance für ihre Beziehung.

LG
Juna




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