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  Verarbeitung traumatische Erlebnisse während oder nach der Geburt.
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   Milarr
Status:
schrieb am 09.07.2020 18:45
Hallo ihr Lieben, gibt es hier Mamas, die schwere Komplikationen während oder nach der Geburt verarbeiten müssen?
Habt ihr Tipps wie man mit traumatischen Erlebnissen umgeht? Seid ihr in psychologischer Betreuung?


  Re: Verarbeitung traumatische Erlebnisse während oder nach der Geburt.
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   blackmoon
Status:
schrieb am 09.07.2020 19:12
Hallo,

ich bin jetzt etwas unsicher, in wie weit die Geburt traumatisch verlaufen ist und womit ich hier meinen Beitrag starte. Ich hoffe, dass erstmal Glückwünsche zum Baby angebracht sind ?!
Davon hängt natürlich auch alles andere ab. Geht es um ein Trauma, das ausschließlich die Mama betrifft ? Kämpft man noch mit Problemen des Neugeborenen? Ich möchte nicht zu neugierig sein, aber es ist in meinen Augen wichtig, ob es beiden körperlich gut geht oder ob evtl. dauerhafte Probleme bestehen.


  Re: Verarbeitung traumatische Erlebnisse während oder nach der Geburt.
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   Milarr
Status:
schrieb am 09.07.2020 19:38
Lieben Dank für deine Nachricht Blackmoon. Es war eine wunderbare Geburt im Geburtshaus. Meinem Sohn geht es auch super.

Leider gab es bei mir kurz nach der Geburt schwere Komplikationen, die ich nur durch ein Wunder und ein tolles OP Team überlebt habe. Zwischenzeitlich war kein Puls mehr bei mir zu finden und ich habe vier Bluttransfusionen bekommen müssen.

Vor dem Aufwachen war wohl auch nicht ganz klar, ob ich jemals - wie der Arzt es nannte- noch einmal einsatzfähig sein würde. Aber meine grauen Zellen funktionieren hervorragend und die neurologische Untersuchung hat keine Beeinträchtigung ergeben.
Psychisch gesehen muss ich aber noch einiges verarbeiten.Erinnere mich leider an zu viel.Vor allen Dingen an die Schmerzen und diese Todesangst.
Ich versuche es zu vermeiden aber man fragt sich immer wieder was wäre wenn. Und eben diese Angst davor je wieder solche Schmerzen erleben zu müssen. Bin total empfindlich und habe gestern sogar beim Blutabnehmen geheult, weil die Schwester leider zweimal stechen musste.


  Re: Verarbeitung traumatische Erlebnisse während oder nach der Geburt.
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   blackmoon
Status:
schrieb am 10.07.2020 07:03
Dann jetzt erstmal herzlichste Glückwünsche zum gesunden Sohn !

Es tut mir sehr leid, dass Du so etwas durchmachen musstest. In einem solchen Fall ist psychologische Unterstützung sicher sehr wichtig. Verarbeiten wirst Du das Vorgefallene mit der Zeit auf jeden Fall, aber ich denke es ist wichtig, mit jemand geschultem darüber zu sprechen, um zukünftigen Panikattacken vorzubeugen. Es geht dabei ja nicht nur um die Geburt grundsätzlich, da Du ja soweit ich das rauslese mit der Familienplanung abgeschlossen hast. Es geht auch darum, dass es leider bei jedem früher oder später zu evtl. auch nur kleineren OPs kommt und man dann diese Panik einfach wieder durchlebt, obwohl sie eigentlich nichts mit dem dann geplanten Eingriff zu tun hat.
Ich erlebe als Anästhesiepflege sehr oft diese Panik und versuche sehr angestrengt dagegen an zu arbeiten, aber wenn sich etwas so festsetzt, ist das fast unmöglich. Dir muss auch im Innern klar werden, dass das Geschehene nichts mit Zukünftigem zu tun hat und auch wenn Du das selbst jetzt so sagen kannst, Dein Gehirn wird Dich im falschen Moment immer nur an Schreckliches erinnern, was Dir Angst macht. Zu erkennen daran, was schon eine einfache Blutentnahme ausmacht.
Ich hatte leider eine sehr traumatisierende Notsectio, habe alles ausgeblendet. Im Nachhinein habe ich mit den Kollegen viel gesprochen, die dabei waren und somit auch mir selbst geholfen. Aber mein Wissen um Operationen und invasive Untersuchungen ist ein anderes. Hätte ich dieses nicht, so bin ich zu 100% sicher, ich hätte ohne psychologische Unterstützung nicht geschafft, es zu verarbeiten.
Ich wünsche Dir gute und schnelle Besserung ALLER Beschwerden und natürlich eine schöne Kennenlern- und Kuschelzeit !!!

Ganz liebe Grüße bm


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  Re: Verarbeitung traumatische Erlebnisse während oder nach der Geburt.
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   +emmi+
schrieb am 10.07.2020 14:01
auch erst einmal herzlichen Glückwunsch zum neuen Erdenbürger!

ich würde ja denken, eine Empfindlichkeit ist so kurz nach der Geburt auch normal, die Hormone etc...insofern würde cih der Empfindlichkeit gerade etwas Zeit und Raum zugestehen.

Zu den traumatischen Erlebnissen: Darüber reden ist in der Akutphase hilfreich. Mit Deiner Hebamme? Gyn? Dem OP-Team? Dem Partner? Seelsorger? Krankenhauspsychologen?
Gerade ein wiederholter Realitätscheck hat mir sehr geholfen, das ganze einzuordnen: Ja, es war knapp. Und ja, ich habe überlebt.

Ich bin vor inzwischen 9 Jahren erkrankt und war ein paar mal kurz vor dem Sterben, zT an der Krankheit direkt, zT an Komplikationen der Behandlung und gelegentlich auch, weil ich nicht wußte, welchen Sinn so ein Leben eigentlich hat....
Ich hatte längere Zeit therapeutische Begleitung, auch sehr versierte traumatherapeutische Begleitung. Ich habe diverse Skills gelernt, um den Alltag zu "überleben".
Die eigentliche Arbeit war aber aus meiner Sicht das Anerkennen, daß das Leben endlich ist und der Tod dazu gehört -auch wenn das vielleicht nicht der Wunsch ist, mit dem man in Therapie geht...
Jeder Tag Leben ist ein Geschenk und nicht selbstverständlich - auch wenn man/ich das im Alltag auch gerne wieder vergisst/vergesse.

Ich wünsche Dir, daß es Dir mit Gesprächen und nach Normalisierung der Hormone wieder deutlich besser geht . (Und die Statistik ist auf Deiner Seite! Die meisten Menschen überleben einmalige traumatische Situationen ohne psychische Folgeschäden! )

LG jowi-emmi


  Re: Verarbeitung traumatische Erlebnisse während oder nach der Geburt.
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   LiebeLiese
schrieb am 11.07.2020 17:18
Hallo Milarr,
erstmal herzlichen Glückwunsch zum Baby!
Ich möchte an dieser Stelle auf meine Antwort vom 7.12.2019 verweisen, die ich dir damals auf deine Frage "Entbindung imGeburthaus" beantwortet habe.
Genau deshalb, weil es so kritisch werden kann, ist es nicht gut, fernab eines OPs zu entbinden. Ich will nicht Recht haben. Aber sei froh, gesund aus dieser Sache rausgekommen zu sein (nehme an Atonie oder Plazentaretentionsblutung?) und sieh das positive dran! Ihr habt überlebt.
Ich habe all das auch erlebt, allerdings in einer Klinik und mir hat zum Glück keiner Angstggemacht wegen fraglichen Hirnschäden hinterher. Wahrscheinlich, weil man in einer Klinik eben doch schneller ist. Ich geheddamit um, weil ich mich erfreue an meinem Kind und meines noch "intakten" Hirns... 😵😜😁. Vielleicht siehst du das mit einem gewissen Abstand und nicht mehr so hormonüberladen auch so. Du bist Naturwissenschaftlerin (denke ich) und wir können uns vieles rational erklären.
Alles Gute und denk dran, du bist gesund! Worüber also lamentieren?


  Re: Verarbeitung traumatische Erlebnisse während oder nach der Geburt.
avatar    Zwieback**
schrieb am 11.07.2020 21:54
Hallo Milarr,

Herzlichen Glückwunsch zum Baby.

Meine dritte Geburt war an und für sich auch eine Traumgeburt. Dann gab es aber ebenfalls Komplikationen. Die Plazenta war wohl verwachsen und hat sich nicht vollständig gelöst. Trotz sofortiger Not OP noch im Kreissaal hatte ich einen kritischen Blutverlust von 1,5 Liter. Ich war im Nachhinein so froh im Krankenhaus entbunden zu haben, weil das hätte auch anders ausgehen können...
Solche Erkenntnisse werden dir aber jetzt im Nachhinein leider nicht viel bringen.
Im Moment kommt bei dir das Hormonchaos dazu, ich sag nur Milcheinschuss und Heultage. Wenn du noch in der Klinik bist kannst du dich an die Seelsorge/Psychologe wenden. Ich wünsch dir eine gute Erholung.


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 11.07.20 21:57 von Zwieback**.


  Re: Verarbeitung traumatische Erlebnisse während oder nach der Geburt.
avatar    La esperanza**
Status:
schrieb am 22.07.2020 22:01
Ich hatte eine traumatische Geburt bei kind Nr 2 und meine Hebi war meine Rettung.
Letztlich hatte ich aber gut 1 Jahr daran zu knabbern. Der Neid über Freundinnen die eine tolle Geburt hatten, der Wunsch nach Nr 3 aber eher um ein versöhnliches Geburtserlebnis zu haben usw.
Die Zeit hat es glaub letztlich gerichtet.


  Re: Verarbeitung traumatische Erlebnisse während oder nach der Geburt.
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   AnnaSonnenschein
schrieb am 06.08.2020 13:48
Traumatisch fand ich an der Geburt, dass mir die Hebamme ständig gesagt hat das ich ihr auf die Nerven gehe und sie auch meinen Mann animiert hat, mich dahingehend zu drangsalieren.
Babys kann man auch still gebären war auch so ein Satz.
Vorwürfe das ich trotz Asthma und Allergien ein Baby bekomme, wie unverantwortlich ich doch wäre.
Den Knopf der PDA hat sie mehrfach gedrückt um ihrer Aussage nach für Ruhe zu sorgen.
Als die Presswehen zu stark wurden, hab ich gegen ihre Ansage gepresst.
Sie schrie rum, ich soll aufhören.
Daraufhin sagte ich, dass mein Bavy ja schon halb draußen ist, wie lange sie so jetzt da hängen soll.
Die Hebamme guckte nach und meinte stimmt, wie geht das denn?
Da merkte auch mein Mann, wie sch... die Hebamme war und ich bekam von ihm nach 36 Stunden wehen doch noch etwas unterstützung.
Die Nacht vorher hatte ich noch mit einer Sepsis zu kämpfen.
Nach der Geburt, blieb mein Baby blau/lila und musste mit dem Babynotarzt in eine andere Klinik.
Das ganze hat mir so zugegesetzt, dass ich ernsthaft überlegt habe, ob sie ohne mich bei anderen Eltern besser aufgehoben ist.

Uns geht es beiden körperlich wieder gut, ich rate jeder Frau sich an einen Psychologen zu wenden.
Leider können aussende schwer hineinversetzen oder möchten aus Angst was falsches zu sagen, nicht darüber sprechen.

Herzlichen Glückwunsch zum Baby.


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 06.08.20 18:28 von AnnaSonnenschein.




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