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  Was tun nach vorzeitiger Plazentalösung?
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   HapSina
schrieb am 02.07.2020 20:25
Hallo,

Ich bin seit Tagen nur noch im Internet auf der Suche nach Frauen, die Ähnliches wie ich erlebt haben.

Ich hatte vor drei Jahren leider kurz vor der Geburt (38.ssw) eine vorzeitige Plazentaablösung, wodurch mein Kind verstorben ist. Man konnte nichts mehr machen. Für einen Kaiserschnitt war es zu spät, obwohl ich bereits in der Klinik war...

Ich habe das Kind sodann natürlich bekommen.
Die Geburt an sich wurde mit Wehenmittel unterstützt. Ich bekam auch viele Schmerzmittel.
Ich kann mich an die Geburt nicht mehr so genau erinnern, ich weiß nur, dass ich starke Schulterschmerzen hatte, die ein Rätsel für die Ärzte waren. Auch habe ich mich mehrmals übergeben. Und ich war sehr weggetreten, hatte Fieber, und war im "Dämmerzustand", fast so, als ob ich mein Bewusstsein verliere. Hab auch sehr viel Blut verloren, durch die Plazentalösung. Brauchte Bluttransfusionen.

Im Großen und Ganzen war ich aber froh, dass ich mein Kind natürlich gebären konnte. Es wurde gegen Ende mit der Saugglocke geholt, weil leider die Schulter sich verfangen hatte. Der Arzt meinte, es lag daran, dass das Kind tot war und nicht bei der Geburt aktiv mit helfen konnte.

So, das war meine erste Geburt. Traumatisch, weil mein Kind tot war, aber dennoch bin ich stolz, dass ich es gemeistert hatte.


Nun bin ich wieder schwanger und der ET rückt langsam näher. Ich bekomme immer wieder Angstattacken.
Mein Arzt will, dass ich bei 36+0 direkt einen Kaiserschnitt bekomme. Aber ich habe große, große Angst vor einem Kaiserschnitt.
Am liebsten wäre mir wieder eine normale Geburt, aber da hab ich wieder Angst, dass sich die Plazenta löst.

Kann man nicht einfach bei 36+0 mit einer Einleitung g anfangen? Oder ist die Gefahr, dass sich die Plazenta löst groß?

Heißt es, einmal Plazentalösung, immer Plazentalösung?
Hatte hier jemand auch eine vorzeitige Plazentalösung mit Tod des Kindes und anschließend noch eine weitere Geburt mit gesunden Baby?

Diese Sorgen rauben mir den Schlaf und ich habe schon Alpträume davon. traurig

Lg, Sina


  Re: Was tun nach vorzeitiger Plazentalösung?
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   Solani2
Status:
schrieb am 02.07.2020 21:34
Hallo Sina,

es tut mir sehr leid, dass du das alles durchmachen musstest.
Soweit ich weiß, ist das Risiko einer weiteren Plazentaablösung bei Folgeschwangerschaften immer erhöht, aber noch im einstelligen Prozentbereich. Also sicher nicht einmal Plazentaablösung - immer Plazentaablösung. Konnte man für den Grund für die vorzeitige Plazentaablösung nennen?
Dein Arzt will kein Risiko eingehen und nur du kannst entscheiden, zu welchem Risiko du bereit bist.
Meine Schwester hatte geplante Kaiserschnitte und war sehr zufrieden, für sie war es jedes Mal ein schönes und sehr entspanntes Erlebnis. Es gibt auch hier im Forum viele Frauen, die gute Erfahrungen mit geplanten Kaiserschnitten gemacht haben. Ich will dir nichts einreden oder dich beeinflussen, sondern nur vielleicht etwas die Angst vor diesem Routineeingriff nehmen.
Einleiten würde ich mir gut überlegen. Hier war Mal ein Artikel verlinkt, in dem Stand, dass besonders Prostaglandine bei vorzeitiger Plazentaablösung kontraindiziert sind, bzw. sogar das Risiko dafür erhöhen. Wie das bei Oxytocin ist, weiß ich nicht und ob der Blasenkatheter da immer gut funktioniert, auch nicht. Da solltest du mit deinem Arzt sprechen.

Viel Kraft und noch eine entspannte Schwangerschaft und vor allem eine so schön wie mögliche Geburt!


  Re: Was tun nach vorzeitiger Plazentalösung?
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   Jorunn
schrieb am 03.07.2020 12:37
Ich hatte keine Plazentalösung, aber schon 2 Kaiserschnitte. Ich hatte auch wahnsinnige Angst vorm Kaiserschnitt, und ich kann Dich da sehr gut verstehen. Aber beide Kaiserschnitte waren medizinisch notwendig- ich hatte gar keine Wahl.

Ein Kaiserschnitt ist nicht schön. Aber das ist eine Geburt nun auch nicht unbedingt. Man muss da einfach mal durch, und man schafft das, Du auch. Das Wichtigste ist doch, dass es dem Kleinen gut geht.

Und wenn Du so eine Angst hast, dann macht es auch keinen Sinn, Dich da länger zu quälen- die letzten Wochen vor der Geburt wird das vermutlich immer schlimmer. Din Kind spürt die Angst, alle Deine Stresshormone bekommt es auch, und das kann auch wiederrum Auswirkungen auf die Geburt haben. Ich an Deiner Stelle würde den Kaiserschnitt akzeptieren, die Schwangerschaft zum nächstmöglichen sinnvollen/gesunden Zeitpunkt beenden, "Augen zu und durch". Es wird ja nicht besser.

Bitte lies nicht die ganzen "Erfahrungsberichte" und "Traumatisierungen" bei Kaiserschnitten im Internet nach. Ich hab das zweimal durch- und ich habe keine Schuldgefühle, kein Trauma, keine "bereute verpasste Geburt", und die Kinder sind ganz normal. Diese Horrorgeschichten sind vielleicht auch passiert, aber überhaupt nicht die Regel. Die Mütter, die unkomplizierte Kaiserschnitte hatten, schreiben seltener im Internet als die Leute, die "was zu erzählen haben". Ich kenne inzwischen viele Kaiserschnitt-Mütter, und auch viele "Normalgeburt-Mütter"-und da gibt es bei beiden Fraktionen Schauergeschichten und "Spaziergänge".


  Re: Was tun nach vorzeitiger Plazentalösung?
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   blackmoon
Status:
schrieb am 03.07.2020 13:27
Hallo,

Ich kann Dich sehr gut verstehen. Ich hatte auch eine Plazentaablösung, zum Glück war ich schon im KH zur Einleitung, wobei man im Nachhinein vermutet, dass dies die Sache beschleunigt hat. Egal wie, ich hatte einen Notkaiserschnitt und wir haben es beide überlebt. Mein Kleiner kam auf die Intensivstation und ich war auch wie Du schreibst in einem Dämmerzustand, hatte aber zum Glück noch ein Hb von knapp über 7, also keine Transfusionen gebraucht. Traumatisiert hat mich an der ganzen Geschichte, dass das alles sehr knapp war. Wäre das alles zuhause so geschehen, hätten wir es nicht rechtzeitig zur Notsectio geschafft. Daher würde ich (ich bin nicht schwanger und werde es auch nicht mehr, habe mir aber dennoch eine zeitlang darüber Gedanken gemacht) einen frühzeitigen, geplanten Kaiserschnitt wollen. Ein geplanter Kaiserschnitt ist natürlich nicht das selbe Geburtserlebnis wie spontan, aber sicherer, wenn man bestimmte Risiken in Erwägung ziehen muss. Du kannst den ersten Schrei Deines Kindes hören, Du kannst bei einer Spinalänasthesie sofort mit Deinem Baby kuscheln, Du weißt einfach „es ist alles gut“.
Es tut mir unendlich leid, was Du erleben musstest, die wenigsten können wirklich verstehen, wie es in Dir aussieht, auch ich nicht. Ich kann nur schreiben, wie ich für mich entscheiden würde.

Ich wünsche Dir von Herzen alles Liebe und hoffe Du findest einen schönen Weg für Euch und darfst bald glücklich mit Deinem gesunden Erdenkind kuscheln ❤️

Ganz liebe Grüße bm


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  Re: Was tun nach vorzeitiger Plazentalösung?
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   mariechen74
schrieb am 09.07.2020 16:33
Hallo,
es tut mir sehr leid, was du erlebt hast. Ich hatte auch eine Plazentalösung, das Baby konnte aber rechtzeitig per Notkaiserschnitt an 36+6 geholt werden. Beim zweiten hatte ich auch große Angst. Mir wurde gesagt, dass das Risiko einer Wiederholung etwas erhöht ist (ich glaube 5%), aber dass das nicht zwingend nochmal passieren muss. Wurde bei dir eine Ursache gefunden? Bei mir wurde nichts festgestellt. Es könnte sein, dass sich von Beginn an die Plazenta nicht richtig implantiert hatte, denn ich hatte auch viel Probleme mit Blutungen.
Die zweite Schwangerschaft war total unauffällig und problemlos. Ich habe aber aus verschiedenen Gründen für einen geplanten Kaiserschnitt entschieden, der in der 39. Woche gemacht wurde. Ich würde auch wieder so entscheiden und auf Nummer sicher gehen.

LG und alles Gute,
Mariechen


  Re: Was tun nach vorzeitiger Plazentalösung?
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   auch betroffen
schrieb am 10.07.2020 10:26
Hallo Sina,

mein Sohn starb vor 5 Jahren bei 36+6 an einer akuten vollständigen Plazentalösung. Es ist zu Hause passiert. Trotzdem hatte ich im KH noch einen Notkaiserschnitt. Leider konnte man für ihn nichts mehr tun.

Ein dreiviertel Jahr später war ich wieder schwanger. Mein Tochter ist mittlerweile 3,5 Jahre alt und quietschfiedel. Es ist zu keiner erneuten Lösung gekommen. Sie ist mit einer Ballonkathetereinleitung auf normalem Weg bei 39+5 geboren worden. Es war die letzten Wochen vor der Entbindung sehr schwer und ich habe teilweise die Stunden abgestrichen, aber es war so für mich der richtige Weg. Für viele andere mit denen ich Kontakt habe, war ein geplanter Kaiserschnitt der richtige Weg.

Zum Glück ist es bei niemandem zu einer erneuten Lösung gekommen, aber das Risiko ist leider schon erhöht. Alle Frauen, die ich kenne, die eine Plazentalösung mit Tod des Kindes erlebt haben und wieder schwanger geworden sind, haben mittlerweile ein gesundes, lebendiges Kind entbunden.

Ich wünsche dir das Allerbeste und starke Nerven für die letzten Wochen. Find deinen Weg!

Caro


  Re: Was tun nach vorzeitiger Plazentalösung?
avatar    La esperanza**
Status:
schrieb am 22.07.2020 22:09
Deine traurige Geschichte tut mir leid und ich kann die Angst vorm KS absolut verstehen.

Eine Bekannte bekam ihr erstes Kind auch tot und um ihr alle Sorgen zu nehmen wurde das 2 Kind 36+0 geholt.

Ich selbst hatte beim 2. Kind eine Plazentalösung und der Arzt bot mir an die Wehen zu unterstützen mit der Option dass sie sich dadurch schneller löst und die Sectio im Kreißsaal passiert oder es gut gehen kann oder direkt KS.
Nie! Never also wirklich nie wollte ich einen KS aber bin heilfroh mich dazu entschieden zu haben.
Natürlich tut es danach weh und man wünscht sich die Schmerzmittel höher dosieren zu können aber ich bin am selben Tag noch zu meinem Sohn gelaufen und das mit einem HB unter 7 und der frischen Narbe.
Es geht also.
Was mich mehr belastet hat war dass ich mein Kind nicht selbst zur Welt gebracht habe. Daran hatte ich lange zu knabbern.




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