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  Riesenangst vor Spinalanästhesie
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   Jelle85
schrieb am 01.07.2020 16:29
Bei mir wirds leider ein geplanter KS, wegen Insertio velamentosa, die recht langstreckig über die Eihäute verläuft....hätte mir wirklich eine Spontangeburt gewünscht, aber meine FÄ hat mir dringendst zum KS geraten. Und ich sehe auch, es ist wohl das sicherste...
Es ist für mich halt schon etwas traurig, nie zu erfahren, wie sich Wehen anfühlen (...ok, mag für manchen jetzt komisch klingen, vorallem wer schon sehr schmerzhafte Wehen hatte....ich weiß)
und es auch der Natur und dem Baby zu überlassen, wann es kommen will.
Aber es ist jetzt, wie es ist. Termin ist am 13.6. für den KS.

Ich habe unglaublich Angst vor der Spinalanästhesie....die Tatsache, dass da jemand in meinen Rücken sticht, mein Kreislauf unter Umständen einbricht und ich hinterher ggf. starke Kopfschmerzen habe, ist die eine Angst. Dann die Befürchtung, dass die Spinale vielleicht nicht richtig wirkt. Und überhaupt die Tatsache, dass ich da liege und quasi bei Bewusstsein mitkriege, dass mein Bauch aufgeschnitten wird....aaaaaaaahhhhh.....auch wenn ich nix sehe.
Manchmal denke ich schon an Vollnarkose. Das hat aber andere, ebenso unschöne Nebenwirkungen: wer weiß, wie dass dem Baby tut, ob ich zeitig genug anlegen kann zum Stillen, ich würde den ersten Schrei nicht hören und mein Mann könnte nicht mit rein zur Geburt. Das will ich auch alles nicht.

Kann mir jemand ein wenig die Angst nehmen, bzw. mir ein paar beruhigende Worte sagen?
Würde mich auch über Erfahrungen von Vollnarkose-KS-Mamas freuen, falls ichs doch nicht anders packe....

Danke Euch schon im voraus und bin gespannt auf Eure Berichte!


  Re: Riesenangst vor Spinalanästhesie
avatar    Juna30
Status:
schrieb am 01.07.2020 16:51
Zitat
Jelle85
Bei mir wirds leider ein geplanter KS, wegen Insertio velamentosa, die recht langstreckig über die Eihäute verläuft....hätte mir wirklich eine Spontangeburt gewünscht, aber meine FÄ hat mir dringendst zum KS geraten. Und ich sehe auch, es ist wohl das sicherste...
Es ist für mich halt schon etwas traurig, nie zu erfahren, wie sich Wehen anfühlen (...ok, mag für manchen jetzt komisch klingen, vorallem wer schon sehr schmerzhafte Wehen hatte....ich weiß)
und es auch der Natur und dem Baby zu überlassen, wann es kommen will.
Aber es ist jetzt, wie es ist. Termin ist am 13.6. für den KS.

Ich habe unglaublich Angst vor der Spinalanästhesie....die Tatsache, dass da jemand in meinen Rücken sticht, mein Kreislauf unter Umständen einbricht und ich hinterher ggf. starke Kopfschmerzen habe, ist die eine Angst. Dann die Befürchtung, dass die Spinale vielleicht nicht richtig wirkt. Und überhaupt die Tatsache, dass ich da liege und quasi bei Bewusstsein mitkriege, dass mein Bauch aufgeschnitten wird....aaaaaaaahhhhh.....auch wenn ich nix sehe.
Manchmal denke ich schon an Vollnarkose. Das hat aber andere, ebenso unschöne Nebenwirkungen: wer weiß, wie dass dem Baby tut, ob ich zeitig genug anlegen kann zum Stillen, ich würde den ersten Schrei nicht hören und mein Mann könnte nicht mit rein zur Geburt. Das will ich auch alles nicht.

Kann mir jemand ein wenig die Angst nehmen, bzw. mir ein paar beruhigende Worte sagen?
Würde mich auch über Erfahrungen von Vollnarkose-KS-Mamas freuen, falls ichs doch nicht anders packe....

Danke Euch schon im voraus und bin gespannt auf Eure Berichte!

Liebe Jelle,
ich hatte keinen KS, kann aber Spinalanästhesie- und Vollnarkosenerfahrung in der Schwangerschaft beitragen, hatte ich beides schon für meine FTMVs.

Die Spinalanästhesie habe ich überhaupt nicht gespürt. Nicht mal einen winzigen Pieks. Blutabnehmen ist wesentlich schlimmer. Das taube Gefühl ist merkwürdig, weil ja nicht das komplette Empfinden ausgeschaltet wird, aber auch das ist nicht schlimm. Ich habe auch die OP gespürt, aber spüren konnte ich nicht, was da genau gemacht wird. Die 20 Minuten waren für mich nicht so schön, wenn ich mir aber vorstelle, mein Baby wäre in der Zeit geboren worden, wäre das immer meine erste Wahl bei Bewusstsein zu bleiben. Ich hatte anschließend keinerlei Nebenwirkungen.

Die Vollnarkosen habe ich auch sehr gut vertragen. Nach einer war mir ziemlich übel, aber übergeben musste ich mich nicht. Als Geburtsvariante wäre das für mich nichts, wenn es geplant wäre.


Ich hoffe, das war hilfreich.
LG
Juna


  Re: Riesenangst vor Spinalanästhesie
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   pueppi0210
Status:
schrieb am 01.07.2020 20:01
Hallo Jelle,
ich kann deine Angst verstehen. So ging es bei mir auch. Der erste Kaiserschnitt war unter Vollnarkose und ich hatte danach ziemliche Probleme. Man geht mit einem dicken Bauch in den App und irgendwann kommt jemand mit einem angezogenen Baby. Das habe ich psychisch schwer verkraftet.
Beim zweiten, dritten, vierten, fünften Kaiserschnitt hatte ich dann immer eine Spinale und ja es drückt etwas aber nicht schlimm. Man bekommt alles mit, den ersten Schrei und der erste Augenblick. Unbezahlbar!!!!!!
Ich habe am 30.7 meine. Sechsten Kaiserschnitt unter Spinale und ja ich habe auch wieder Bammel aber wir Mamas schaffen das und bekommen das größte Geschenk
Alles gute euch


  Re: Riesenangst vor Spinalanästhesie
avatar    Nora90
Status:
schrieb am 01.07.2020 21:43
Ich kann dir nur raten, wenn irgendwie möglich, keinen Kaiserschnitt in Vollnarkose. Ich hatte einen, da das mit der Spinalanästhesie nicht funktioniert hat (auch das gibt es nämlich mal, dass der "richtige Punkt" nicht gefunden wird, aber sicher selten). Ich habe den Moment, auf den ich so lange gewartet habe, verpasst und werde nie die ersten Schreie meines ersten Kindes hören, erleben, wie es ist wenn "er da ist". Als ich langsam und schwerfällig aus der Narkose erwachte und man mir das angezogene Baby überreichte, war mir nicht ganz klar, dass ich mein Kind geboren hatte oder dass es meins ist. Irgendwie wusste ich es, aber ich war noch zu narkotisiert, redete höflich-dämlich mit ihm, wie mit einem fremden Baby. Ich hatte den intimsten Moment meines Lebens eigentlich verpasst. Ich akzeptiere das voll und ganz - der KS musste sein und auch die Vollnarkose, aber freiwillig hätte ich niemals eines von beidem gewählt.

Zudem ist es auch für das Neugeborene sehr unschön, nicht direkt bei Mama angelegt werden zu können. Man sollte auch des Kindeswohls wegen nicht aufgrund von Ängsten, die zwar als solche nicht irrational sind, aber aufgrund des medizinischen Wissens- und Erfahrungsschatzes dennoch unbegründet, leichtfertig eine Vollnarkose machen ...


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  Re: Riesenangst vor Spinalanästhesie
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   hope113
schrieb am 02.07.2020 09:04
Zitat
Nora90
Ich kann dir nur raten, wenn irgendwie möglich, keinen Kaiserschnitt in Vollnarkose. Ich hatte einen, da das mit der Spinalanästhesie nicht funktioniert hat (auch das gibt es nämlich mal, dass der "richtige Punkt" nicht gefunden wird, aber sicher selten). Ich habe den Moment, auf den ich so lange gewartet habe, verpasst und werde nie die ersten Schreie meines ersten Kindes hören, erleben, wie es ist wenn "er da ist".

Ich kann nur Nora zustimmen... bei mir war es eine sek. Sectio in Vollnarkose. Das muss man echt nicht haben! Es ist so schade, wenn man die erste Stunde verpasst und auch danach war ich nicht wieder richtig "bei mir" Ich hab daran sehr lange zu knabbern gehabt.


  Re: Riesenangst vor Spinalanästhesie
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   HulksMother
schrieb am 02.07.2020 23:02
Vielleicht versuchst Du, Dir als Mantra zu sagen, „gleich halt ich Dich, gleich seh ich dich.“, um nicht an die OP, den Schnitt, zu denken. Halt Dich an der Vorfreude fest. Die Spinale merkt man nicht. Echt nicht. Und für den Kreislauf und den Kopf haben die alles da.


  Re: Riesenangst vor Spinalanästhesie
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   Jelle85
schrieb am 02.07.2020 23:51
Gute Idee!!! Danke!!!


  Re: Riesenangst vor Spinalanästhesie
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   Knuffi23
Status:
schrieb am 03.07.2020 11:05
Ich hatte zwei Kaiserschnitte unter Vollnarkose.
Der erste war ein Not Kaiserschnitt unter Wehen, der zweite geplant wegen voran gegangenen Kaiserschnitt.
Ich habe am ersten zu knabbern gehabt, wegen dem rundherum, tagelange Einleitung, Klinik überfüllt, keine Zeit gehabt für mich.
Das war beim zweiten anders.
Mein Mann hat im Zimmer gewartet und das Bonding mit unserem kleinen gemacht.
Ich kam dazu, nach dem aufwachen im aufwachraum, ich hab gerufen, ob mein Sohn wohl Haare hat 🤔😅 Vollnarkose eben, man ist matschig im Kopf.
Ich bekam ihn auch nackt auf die Brust, die Hebamme hatte Zeit und sie und mein Mann haben geholfen und den kleinen gehalten.
Alles in allem war es trotzdem eine schöne Geburt und ich habe es alles positiv in Erinnerung. Mein Mann auch, er war überwältigt, als die Hebamme mit dem kleinen zu ihm kam, er hat dann oben ohne mit ihm gekuschelt.
Die beiden haben auch eine ganz enge Beziehung, immer noch.
Für mich Entlastung, dass der kleine sehr sehr auf Papa fixiert ist, da der große durch Autismus eben auch viel viel von mir braucht. Kontakt zum leiblichen Vater besteht bei meinem großen nicht
Ach ja die Vollnarkose brauchte ich wegen einer Blutungsneigung. Kurz vor der zweiten Geburt waren meine Werte super, sodass ich hätte eine pda bekommen können, aber da ging mir auch die Düse, ich war schließlich auf die Vollnarkose eingestellt 😅 also entschied ich dabei zu bleiben.
Wünsche alles Gute


  Re: Riesenangst vor Spinalanästhesie
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   LeoG
schrieb am 03.07.2020 11:05
Also ich würde nicht sagen, dass man die Spinale nicht merkt. Bei mir haben se rumprökeln müssen bis es saß. Das war mega unangenehm und da ich das ja bei meinem ersten Kind schon hatte, hatte ich davor auch am meisten Schiss. Wenn das erstmal geschafft ist, dann wirds schöner...die Vorfreude..der Mann ist ja da auch dabei..der wird allerdings erst dazu geholt, wenn die Spinale schon sitzt und du bereit im OP liegst ud dann der erste SChrei. Das war Gänsehaut.... So war es bei mir.
Auch darauf bestehen, dass du zusammen mit Mann und Kind gemeinsam danach in den Aufwachraum kommst,,sonst bist du erstmal dort allein und das fand ich beim ersten mal ziemlich doof. Die müssen ja erst noch überprüfen, ob du wieder Gefühl unten herum bekommst.

Freu dich aufs Baby..das hat mir geholfen ^^


  Re: Riesenangst vor Spinalanästhesie
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   Pfifferling81
Status:
schrieb am 03.07.2020 11:47
Liebe Jelle!

Erstmal möchte ich Dir sagen dass Du mit Deiner Angst nicht allein bist! Sehr viele Frauen haben vor einer geplanten Sectio (= Kaiserschnittentbindung) diese Angst.
Ich bin Anästhesistin und habe bevor ich in den Ambulanzflugdienst gewechselt habe 12 Jahre in einer Klinik mit geburtshilflicher Abteilung gearbeitet, vielleicht kann ich Dir mit meiner Sicht der Dinge auch noch ein bisschen die Angst nehmen!
Du bekommst vor der Sectio noch ein Aufklärungsgespräch mit einem Anästhesisten und auch dort kannst Du nochmal in Ruhe Fragen stellen und auch Deine Ängste schildern, das ist wichtig, damit das Team auch darauf eingehen kann! Die Aufklärung über eine Spinalanästhesie umfasst natürlich alle aufklärungspflichtigen Risiken bis hin zur Querschnittslähmung, aber nur weil es gesetzlich so vorgeschrieben ist. Ich habe in 12 Jahren Klinik keine einzige Lähmung - auch keine teilweise, geschweige denn eine komplette Querschnittslähmung - als Komplikation eine Spinal- oder Periduralanästhesie gehabt oder auch nur mitbekommen und wir haben wirklich sehr viele gemacht! Ich vergleiche das gerne mit dem Beipackzettel der Medikamente, da steht auch drin dass z.B. jede Tablette Ibuprofen im schlimmsten Fall zu einem Nierenversagen und Dialysepflichtigkeit führen kann - trotzdem nehmen viele sehr regelmäßig Ibu und in der Regel passiert auch nichts schlimmes und es tritt keine der im Beipackzettel beschriebenen Nebenwirkungen oder Komplikationen ein zwinker Also - ein Anästhesist ist verpflichtet Dich über diese Dinge aufzuklären, wird Dir aber mit Sicherheit sagen, dass das alles sehr sehr selten ist!
Zur Punktion selbst - ich verstehe dass es Angst machen kann dass da einer hinter einem steht den man nicht sehen kann und eine Nadel in der Hand hat mit der er in Deinen Rücken stechen wird - absolut nachvollziehbar! Dein Anästhesist wird in der Regel jeden Schritt den er macht ansagen - von der Desinfektion („Es wird kalt und nass!“) über das Setzen der örtlichen Hautbetäubung („Es gibt jetzt einen kleinen Pieks für die örtliche Betäubung!“ - und der ist wirklich klein, beim unterspritzen der Haut kann es ein wenig brennen, eine örtliche Betäubung beim Zahnarzt oder das brennen wenn man sich selbst Ovitrelle spritzt ist wesentlich schlimmer finde ich!) und danach das Einbringen der Führungskanüle und der Spinalnadel („Es drückt nun ein bisschen, sollte aber nicht mehr weh tun!“ - viele Frauen merken dann nicht mal mehr das drücken!) Wenn der Anästhesist das eigentliche Betäubungsmittel spritzt wirst Du sehr schnell merken wie es in Deinem Po warm und kribbelig wird. Es ist noch genug Zeit Dich zurückzulegen und die Beine in die Beinschalen zu positionieren - dabei wird Dir natürlich geholfen! Nach ein paar Minuten hast Du völlig das Gefühl darüber verloren wie Deine Beine gerade im Raum positioniert sind. Es ist normal dass ein diffuses Empfinden für Druck und Zug vorhanden bleibt (man spürt dass „irgendwas” gemacht wird) das Schmerzempfinden ist aber komplett ausgeschaltet. Ab diesem Zeitpunkt wird der Blutdruck in ganz kurzen Abständen gemessen damit falls er rasch sinkt (durch die so genannte Sympathikolyse) rechtzeitig mit einem Medikament das für Dich und Dein Baby völlig unbedenklich ist wieder angehoben werden kann, da passen wir immer gut auf!
Wenn alles vorbereitet ist - der Bauch desinfizierend abgewaschen ist, die sterilen Abdecktücher angebracht sind (Du also auch nicht mehr so „auf dem Präsentierteller“ liegst) kann vor Beginn der Sectio in der Regel auch Dein Partner mit in den OP kommen, damit er bei Dir ist um Dich zu unterstützen und ihr beide das Geburtserlebnis teilen könnt. Liebe
Bei einer Vollnarkose hingegen geht das nicht. Und auch Du würdest das Geburtserlebnis verpassen, den ersten Schrei Deines Babys und das ganze drumherum - glaub mir, das möchtest Du nicht! Wir haben nur selten und auch immer ungern Sectiones in Vollnarkose durchgeführt - entweder weil es keine Alternative gab, bei einem Notkaiserschnitt muss es halt schnell gehen, da ist keine Zeit für eine Spinale. Oder weil die werdende Mama es unbedingt wollte - das war extrem selten, wir haben beim Aufklärungsgespräch ja immer die Vor- und Nachteile besprochen und die allermeisten Frauen haben dann die Spinale gewählt und auch die ängstlichen waren nachher eigentlich immer sehr glücklich und zufrieden! smile Dass eine Spinale nicht klappt ist extrem selten, habe ich in 12 Jahren Geburtshilfe tatsächlich nicht erlebt - Nora Du Arme, dass Du das erleben musstest! Aber natürlich kann es in Einzelfällen vorkommen!
Ich muss dazu sagen (und das ist jetzt etwas Insiderwissenzwinker ) ich kenne keinen Anästhesisten der gerne eine Sectio in Vollnarkose betreut - Du kannst einfach nicht so eine schöne Narkose machen wie Du es gewohnt bist. Du darfst die Opiate (die sehr starken Schmerzmittel die eigentlich immer zur Narkose gehören) im Prinzip erst mit Abnabelung des Kindes geben damit sie nicht auf das Kind übergehen und bei ihm eine Atemdepression oder sogar einen Atemstillstand bewirken können und auch wenn die Patientin es natürlich nicht merkt, da sie ja schläft, hat ihr Körper trotzdem Stress. Es kommt viel häufiger zu Unwohlsein und Übelkeit postoperativ und vermehrt zu Heiserkeit und Halsschmerzen, weil bei Schwangeren der Atemweg häufiger schwieriger ist. Diese Liste ist noch durchaus fortsetzbar, aber ich wollte nur einen kurzen Einblick geben, warum eine Spinale falls sie möglich ist immer der Vollnarkose vorzuziehen ist bei einer Sectio! Für Mama und Kind!

So, das war jetzt lang... zwinker falls Du noch Fragen hast schreib mir gerne! Und vielleicht ist mein Post ja auch für die ein oder andere interessant, die vor einer ähnlichen Entscheidung steht und sich diese Gedanken macht. Falls nicht - sorry für den langen Post! zwinker

Liebe Grüße,
Pfifferling


  Re: Riesenangst vor Spinalanästhesie
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   Jorunn
schrieb am 03.07.2020 13:35
Also, ich habe den direkten Vergleich... zwinker

Ich hatte meinen ersten KS mit PDA, den zweiten mit Vollnarkose.

Ich muss dazu sagen, das sich eine extreme Angst vor Spritzen habe, und allem, was schneidet, piekst oder blutet. Sprich, ich bin eigentlich der ideale Kaiserschnitt-Kandidat zwinker Beim ersten Kaiserschnitt (PDA) war ich schon vorher aus Angst in Tränen ausgebrochen, liess mich dann aber wieder beruhigen. Die PDA lief gut, ich habe keine Schmerzen gehabt. Man merkt so ein Ruckeln und Zerren, und mein Mann war die ganze Zeit bei mir und hat meinen Kopf gestreichelt- das war für mich als Dramaqueen wirklich wichtig. Ich bin dann zwischendurch abgeklappt, aber mit Medis hat man mich sofort wieder hochgeholt. Das war echt geiles Zeuch... zwinker Es war also eigentlich gar nicht schlimm.

Den ersten Schrei hab ich von beiden Kindern gehört (das war nicht zu überhören! zwinker ..) - das war schon toll.


Beim zweiten Kaiserschnitt war auch eine PDA angedacht. Ich war sogar anfangs ruhiger als beim ersten Mal, weil ich ja wusste, was kommt, und dass es eigentlich nicht schlimm ist.

Allerdings konnte die Spritze nicht richtig gesetzt werden- ich hatte einen Zwillingsbauch (beide um die 3000g), und konnte mich nicht richtig nach vorne beugen. Beim Spritzen wurde daher ein Beinnerv getroffen- es ist nix passiert. Jemand mit einem stabileren Nervenkostüm hätte das achselzuckend weggesteckt, das war wie ein Stromschlag/ein Zucken im Bein. Als das dann das zweite Mal passierte, habe ich Panik bekommen und bin abgeklappt. Mir wurde dann das Kreislaufmittel gegeben, aber trotz zweier Gaben bin ich nicht wieder hochgekommen. Danach wurde die Vollnarkose gemacht. Ich habe immerhin noch mitbekommen, dass das für alle Anwesenden nicht lustig war. Der Ton war von "hey, alles easy, gleich sind die Babys da"...entspannte Routine und "Zeit" zu "Kasernenhof"/"Emergencyroom-Arztserie" gewechselt, es war plötzlich alles zack-zack- in meinem Fall mussten ja ZWEI Babys raus! Mein Mann berichtete hinterher das Gleiche- er wollte ja rein, aber die sind an ihm vorbeigeflitzt wie die Wiesel und haben ihm nix erklärt außer dass es nicht geht und Notfall ist. Der hat natürlich dann auch die Krise bekommen, aber es ging dann recht schnell. Er durfte dann bei den Hebammen/Kinderarzt die Kinder frisch in Empfang nehmen, und sobald die Kinder draussen waren war die allgemeine Stimmung auch wieder gut. zwinker

Mir war beim Aufwachen kotzübel, ich hatte Hämatome im Rachen und meine Zunge war verletzt, aber das sind Kleinigkeiten.


So, Vorteile/Nachteile: Ich habe beim zweiten Mal natürlich nicht den ersten Schrei gehört, aber habe damit tatsächlich kein Problem. Mein Mann war ja da, und hat den für mich mit gehört. zwinker Die Kleinen schreien genug, da kommt es auf einen Schrei mehr oder weniger nun auch nicht an, und einen "ersten Schrei für mich" gab es ja auch. Die Bindung zu den zweiten Kindern ist trotz der Vollnarkose genauso gut oder sogar besser (weil ich nicht so überfordert war). Beim zweiten Mal wurde die Narbe deutlich besser zusammengenäht als beim ersten Mal, bei diesem Teil hatten die Ärzte dann vielleicht mehr Ruhe (?). Für mich war die Vollnarkose nervlich deutlich angenehmer, aber wie gesagt, ich hab das "fehlende erste Augenblicke"-Gefühl überhaupt nicht und ich bin mit diesem Blut-Spritzen-Thema echt extrem.

Wenn ich's nochmal machen müsste: Ich weiss nicht, wie meine Entscheidung wäre. Für mein Seelenheil wäre die Vollnarkose eindeutig besser, aber zum Wohle der Kinder würde ich vermutlich auch versuchen, nochmal PDA zu machen und fragen, ob es nicht irgendein passendes Beruhigungsmittel für mich gibt (und sei es nur ein Placebo oder die Möglichkeit, dass mein Mann mit bei der Betäubung dabei ist oder irgendein Psychiater!). Auf jeden Fall würde ich im Vorfeld meine Ängste mit den Ärzten besprechen, und auch klar sagen, dass ich das "nicht im Griff habe".


  Re: Riesenangst vor Spinalanästhesie
no avatar
   Jelle85
schrieb am 05.07.2020 12:38
Hallo Pfifferling!

Vielen vielen Dank für diesen ausführlichen, supertollen Bericht!
Ja, es nimmt mir schon einige Ängste.....
Besten Dank und ich melde mich, falls noch Fragen auftauchen!

Lg Jelle :-*




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