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  Schwanger nach Icsi
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   Happy2020
schrieb am 04.01.2020 11:48
Hallo ihr Lieben,

Ich habe 7 Jahre Kinderwunschzeit hinter mir.
5 IUI, 2 Icsis, davon 1 biochemische Schwangerschaft.

Ich bin nun in der 10. Woche schwanger und würde gerne schreiben ÜBERGLÜCKLICH aber irgendwie fühle ich mich noch immer sehr unschwanger.

Hatte von der 6. Bis 8. Woche leichte Übelkeit, jetzt nur noch selten, Brüste waren eh schon durch die Hormonbehahandlung größer und auch Unterleibsziehen hatte ich die ganze Zeit.
Hatte nach Transfer eine schlimme Überstimulation und musste knapp 4 Wochen daheim bleiben.

Ich hab Angst vor einer erneuten Fehlgeburt und bin 0 entspannt.

Ich bin nicht deprimiert oder depressiv, aber ich hab mir das irgendwie anders vorgestellt.

Bei der 1. Icsi beim positiv war ich voll happy und bin mit einem Dauergrinsen durch die Gegend. Ein paar Tage später war dann leider alles vorbei. Ich war ziemlich geschockt.
Bei der 2. War ich gefasst... das ist doch nicht normal oder? Da möchte man 7 Jahre schwanger werden und denkt dann kommt der große Knall und jetzt bin ich es und hab noch nicht mal nach Babysachen richtig geschaut.

Hatte das jemand von euch vll. Auch oder kann mir von seinen Erfahrungen berichten.


  Re: Schwanger nach Icsi
avatar    Capsella
Status:
schrieb am 04.01.2020 15:21
Hi Happy,

erstmal herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft! Die kritische Phase ist ja schon fast geschafft.

Ja mir ging / geht es teilweise ähnlich. Ich bin zum zweiten mal schwanger, habe bereits eine fast 2-jährige Tochter an der Hand. Wir hatten unglaubliches Glück, dass es (nach 8 IUIs) direkt mit einer ICSI zu zwei Schwangerschaften führte (einmal frisch und zwei Jahre später mit Kryo). Ich dachte, ich müsste auf Wolke 7 schweben, dass ich keine weitere Stimulation durchmachen muss, nicht nochmal zittern muss etc. Du kennst das ja.

Wolke 7 kam irgendwie nicht. In der 10. Schwangerschaftswoche war mir einfach nur schlecht und mich hat alles genervt. Das hielt bis zur 14. Woche an und ich hab alles und jeden angemeckert, weil mir die Übelkeit so auf den Driss ging.

Jetzt bin ich in der 22. Woche schwanger und spüre das Baby ab und an. Dann freue ich mich etwas. Aber es ist auch kein Überschwang und in der Zeit dazwischen registriere ich kaum, dass ich schwanger bin.

Also du bist damit nicht allein. Durch die Medien, Werbung etc. wird man sehr beeinflusst und bekommt das Gefühl, man MUSS sich JETZT freuen. Gefälligst! Und wenn dieses Glücksgefühl nicht kommt, fühlt man sich schuldig oder denkt man sei nicht normal.

In der 10. Woche fühlen sich die wenigsten Frauen schwanger. Glaube mir, es werden Glücksmomente kommen. Zum Beispiel wenn das Baby im Ultraschall winkt (auch beim Ultraschall bin ich allerdings auch meist recht nüchtern, weil ich immer Angst habe, die Ärztin sieht was auffälliges). Wenn das Baby dich tritt und natürlich wenn es auf der Welt ist werden Glücksmomente kommen.

Dasselbe gilt übrigens für die Zeit nach der Geburt. Die Medien suggerieren, dass man kein schöneres Gefühl auf der Welt haben kann sein Neugeborenes im Arm zu halten. Dieses Gefühl bleibt aber bei vielen Frauen aus und sie zweifeln an ihren mütterlichen Kompetenzen, was bei einigen gepaart mit dem Hormonwechsel und der neuen Verantwortung sogar zu einer Wochenbettdepression führen kann. Ich habe in der Dusche vom Krankenhaus einen Tag nach Geburt 10 min lang geheult wie ein Schlosshund. Das hat echt gut getan.

Mein Tipp: akzeptiere deine Gefühle so wie sie sind. Es ist total normal, wenn du zwischendurch Zweifel hast, wenn du dich unsicher fühlst. Wenn du weinst, weil du überfordert bist. Es ist auch normal wenn du bis zur Geburt kein Glücksgefühl empfinden kannst und nach der Geburt Wochen oder sogar Monate brauchst, dich in deine neue Rolle einzufinden und wirklich zu VERSTEHEN, dass du Mutter bist.


  Re: Schwanger nach Icsi
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   Wunschkind2020-2021
Status:
schrieb am 04.01.2020 15:25
Hallo Happy,
diesen Schock erleben alle Wunschkindmamas früher oder später, spätestens, wenn das Baby da ist.
Das Problem ist, glaube ich, dass wir uns viel zu lange Gedanken machen können und müssen und uns viel zu viel ausmalen und vorstellen können, wie etwas sein wird/ soll. Mit jedem Monat steigt die Erwartung, mit jeder ICSI dann ins Unermessliche. Wie soll man dann danach "einfach" glücklich schwanger sein?

Ich finde, du kannst dir ruhig erlauben so zu empfinden, wie du empfindest und nicht denken, es muss anders sein. Nur dann kann es sich anders entwickeln. Das geht nicht von heute auf morgen. Gib dir Zeit!


  Re: Schwanger nach Icsi
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   xKirschblüte
Status:
schrieb am 05.01.2020 13:08
Liebe Happy,

genau so ging/geht es mir auch.

Bin in der 10.SSW und die ganz große Freude bleibt bisher aus.
Ich war zwar nach den Meilensteinen erfreut, aber das legte sich dann auch immer, weil ich Angst vor einer FG hatte. Ich dachte immer, dass man die Schwangerschaft fühlt- aber nichts. Ich fühle mich nicht anders als sonst. Wenn ich mal fies sagen darf, war ich etwas geknautscht: mir war bis letzte Woche übel, ich habe gegen die Übelkeit zu viel gegessen und zugenommen, Katze durfte wegen fehlender Immunität nicht mehr gekuschelt werden, keinen rohen Lachs mehr essen, meine ohnehin riesigen Brüste sind explodiert, ich wurde zum Betthüter wegen der Müdigkeit.

Dieses Gefühl hat sich erst gebessert, als ich das Gummibärchen im US sah.
Ich hoffe, dass es ab nun besser wird.

Magst du dich anmelden und in den August-Piep kommen?

Die Teilnahme dort hilft jedenfalls mir smile

Liebe Grüße
Kirschblüte


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  Re: Schwanger nach Icsi
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   Wunschkind2020-2021
Status:
schrieb am 05.01.2020 23:26
Zitat
xKirschblüte
Liebe Happy,

genau so ging/geht es mir auch.

Bin in der 10.SSW und die ganz große Freude bleibt bisher aus.
Ich war zwar nach den Meilensteinen erfreut, aber das legte sich dann auch immer, weil ich Angst vor einer FG hatte. Ich dachte immer, dass man die Schwangerschaft fühlt- aber nichts. Ich fühle mich nicht anders als sonst. Wenn ich mal fies sagen darf, war ich etwas geknautscht: mir war bis letzte Woche übel, ich habe gegen die Übelkeit zu viel gegessen und zugenommen, Katze durfte wegen fehlender Immunität nicht mehr gekuschelt werden, keinen rohen Lachs mehr essen, meine ohnehin riesigen Brüste sind explodiert, ich wurde zum Betthüter wegen der Müdigkeit.

Dieses Gefühl hat sich erst gebessert, als ich das Gummibärchen im US sah.
Ich hoffe, dass es ab nun besser wird.

Magst du dich anmelden und in den August-Piep kommen?

Die Teilnahme dort hilft jedenfalls mir smile

Liebe Grüße
Kirschblüte

knuddel Es tut mir sehr leid zu lesen! In Bezug auf die Angst geht es mir auch so.


  Re: Schwanger nach Icsi
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   Carbey
schrieb am 06.01.2020 07:59
Ihr Lieben, ich kann. Ich bezüglich der Angst nur anschließen. Morgen habe ich wieder Kontrolle, da geht es dann für einen Tag besser.

Alles Liebe
Carbey


  Re: Schwanger nach Icsi
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   Happy2020
schrieb am 08.01.2020 22:18
Vielen lieben Dank für eure Antworten.
Da fühle ich mich doch ein wenig erleichtert.

Ich denke auch das es daran liegt das man so viele Jahre Zeit hatte sich vorzustellen wie es wäre wenn ...
Ich versuche positiv zu denken und hoffe das alles gut geht. ❤


  Re: Schwanger nach Icsi
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   lisa74
Status:
schrieb am 09.01.2020 09:06
Hallo,

ich kenne das aus meiner ersten Schwangerschaft auch noch. Wir haben über 8 Jahre auf diese Schwangerschaft gewartet - und anstelle der Freude hat mich erstmal nur Angst und Panik im Griff gehabt. Nach so einer langen Zeit hat man hat schon so viel gelesen, was da alles noch schief gehen kann, das hat mich enorm gestresst und angespannt. Schon das Ergebnis des ersten SST (im Büro am Rechner sitzend) hat mich komplett überfordert. Immerhin war ich noch in der Lage, meinem Mann einen Schnuller zu kaufen - er hatte an dem Tag Geburtstag.

Gut waren immer die Tage mit Arzttermin, aber schon am nächsten Tag war die Sorge, ob alles gut geht, wieder unterschwellig da. Und am anstrengendsten fand ich, dass auch mein komplettes Umfeld erwartet hat, dass ich vor Freude platze. Da traut man sich dann ja schon gar nicht offen zu sagen, wie es einem wirklich geht. Die Hebamme (für den GVK und Nachsorge) war dann auch die erste, die sofort hinter die Fassade geblickt hat. Und mir auch deutlich sagte, dass das normal in meiner Situation ist. Und dass ich - sobald die Sorge zu groß wird - einfach beim Arzt auf einem US bestehen soll, wenn ich das brauche.

Ich hatte auch keine große Lust auf Baby-Shopping, das bedauere ich in Nachhinein etwas. Einfach, dass mir dieses unbeschwerte "guter Hoffnung sein" nicht gegönnt war. Wirklich besser wurde es erst ab der 30. Woche. Da hatte ich dann endgültig Vertrauen gefasst, dass alles gut gehen wird. Die letzten Wochen fand ich tatsächlich die schönsten, auch wenn der Bauch dann langsam beschwerlich wurde. Ich hätte durchaus noch ein bisschen länger schwanger sein wollen und war ganz froh, dass sich die Maus gut Zeit gelassen hat.

Nach der Entbindung war ich übrigens schon sehr glücklich, aber habe mich auch unendlich verletzlich gefühlt. Am 3. Tag hatte ich einen richtigen Heultag. Sobald ich die Maus nur angesehen habe, ging es los mit den Tränen. Auch später - immer wenn ich von der Geburt erzählt habe (die wirklich ok war), musste ich weinen.
Ich hab mich die ersten Wochen wirklich zu Hause mit der Maus vergraben. Spazieren fand ich super, alle anderen "Ausflüge" waren nur Stress für mich. Das war sicher keine Wochenbett-Depression, aber schon ein sehr ausgeprägter Babyblues...
Nach 4-6 Wochen hat sich das dann gegeben und dann lief es gut.



Beim zweiten Kind lief das dann übrigens alles etwas anders... grins




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