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  Aufklärung zur vaginalen Geburt: Eure Erfahrungen interessieren mich
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  sonneblume1982
Status:
schrieb am 28.08.2019 08:01
Hallo liebe Schwangere,

ich habe zwei Kinder bekommen, 2016 und 2018. Beide auf natürlichem Wege, wobei die erste Geburt eine schwere Zangengeburt war.
Durch einen massiven Geburtsschaden der ersten Geburt bin ich berufsunfähig und habe gesundheitliche Probleme, die sich leider auch nicht operativ beseitigen lassen, denn ich habe einen Levatorabriss, einen Sphinkterschaden und das Schlimmste: Eine massive Beschädigung des Pudendusnervs.

Mich würde interessieren, ob mittlerweile in den Geburtsvorbereitungskursen auch etwas zu den Risiken der vaginalen Geburt erzählt wird.
Zu meiner Zeit war das leider nicht so und hätte ich mehr über Beckenbodenschäden gewusst, hätte ich mich vielleicht aufgrund meines Alters und der Einschätzung, dass das Kind einen großen Kopf hat, für eine Sectio entschieden.
Allerdings ist auch völlig klar, dass in Deutschland momentan eine Anti-Sectio-Politik betrieben wird und man man überall zu hören bekommt, dass die vaginale Geburt das Beste für alle sei.
Bei einer 20 Jähringen mit 3kg- Kind ist das sicher auch und natürlich gibt es auch Mütter, die 4kg-Kinder ohne zu reißen auf die Welt bringen, aber oftmals ist das nicht der Fall.
Beckenbodenschäden können auch erst viele Jahre nach den Geburten Probleme bereiten.

Deshalb meine Frage an Euch: Wie werdet ihr jetzt im Jahre 2019 aufgeklärt? Gibt es bei Euch auch Gespräche zu Risiken der vaginalen Geburt oder denkt ihr so, wie ich gedacht habe, als ich schwanger war, dass nur die Sectio große Risiken hat?
Ich wusste vor den Geburten nämlich nicht einmal, was der Pudendusnerv ist.

Und es ist auch kein Einzelfall, dass so etwas passiert. Es gibt sehr sehr viele Frauen, die inkontinent sind oder Senkungen nach Geburten haben.


  Re: Aufklärung zur vaginalen Geburt: Eure Erfahrungen interessieren mich
avatar  Hakuna Matata
Status:
schrieb am 28.08.2019 09:16
Es tut mir leid, dass Deine Geburten so ein Schaden hinterlassen haben. Ich denke aber, dass es in Deinem Fall nicht allein die vaginale Geburt großer Kinder im hohen Alter war. Wie groß und schwer waren Deine Kinder bei der Geburt? Wie groß war KU? Wie alt warst Du bei den Geburten?

Ich denke nicht, dass die oben genannten Faktoren bei Dir allein ausschlaggebend waren, sondern viel mehr die Zangengeburt. Ich bin aber natürlich kein Profi und dazu persönlich ganz andere Erfahrungen gemacht. Ich hatte meine Kinder mit 39 und 41 bekommen. Beide mit einem KU von 38, was überdurchschnittliches groß ist. Ein Kind zusätzlich mit einem Gewicht von über 4 Kilo. Ich bin klein und schmal und wog/wiege vor und nach der Schwangerschaften um die 52 kg. Ich hatte lange und schwere Geburten von 11 bzw. 23 Stunden. Die erste mit Kristeller-Handgriff wegen stark abfallender Herztöne.

Ich habe zum Glück keinen Schaden am Beckenboden bekommen. Während der Schwangerschaft und einige Wochen nach der Geburt konnte ich nicht mal leicht husten ohne Wasser zu lassen. Ich hatte aber extrem viel Training täglich gemacht. Nicht nur gezieltes Beckenbodentraining sondern auch viel Yoga, dass sich auch sehr positiv auf Beckenboden auswirken sollte. Ich kann nicht sagen, ob es daran gelegen hat, dass alle Beschwerden bei mir einige Monate nach der Geburten verschwunden waren. Vielleicht ist es auch nur Veranlagung und wäre auch ohne Training weg.

Was ich damit sagen will, eine vaginale Geburt auch wenn alle Risikofaktoren zutreffen muss nicht bleibenden Schaden hinterlassen. Und wenn etwas da ist, dann kann man es unter Umständen "reparieren".

Eine generelle Aufklärung aller Frauen vor der Geburt sehe ich ambivalent. Einerseits sollten Risiken bekannt sein, andererseits wenn man solche Horrorgeschichten wie bei Dir bereits vor der Geburt hört, dann würden sich viele Frauen allein aus Angst für KS entscheiden. Und das wäre ja nun auch nicht richtig. Denn KS birgt auch Risiken und eventuelle Gesundheitsschäden bei den Kindern:
Zitat

Seit einigen Jahren werden auch mögliche Risiken eines Kaiserschnitts für die spätere Gesundheit des Kindes diskutiert. So bekommen Kinder, die durch Kaiserschnitt geboren wurden, in den folgenden Jahren häufiger Erkrankungen, die mit dem Immunsystem zusammenhängen. Dazu zählen zum Beispiel Asthma, akute Infektionen der Atemwege oder des Magen-Darm-Traktes und Gelenkentzündungen. Auch gibt es einzelne Beobachtungen, dass bei durch Kaiserschnitt geborenen Kindern später häufiger Übergewicht oder auch Autismus auftritt.
Quelle: [www.familienplanung.de]

Wenn Aufklärung, dann bitte beides. Auch alle Risiken bei KS.


  Re: Aufklärung zur vaginalen Geburt: Eure Erfahrungen interessieren mich
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  sonneblume1982
Status:
schrieb am 28.08.2019 12:06
Ich dachte auch immer, dass es sich dabei nur um Einzelfälle handelt, aber tatsächlich ist das so, dass man bei Senkungen und damit verbundener Inkontinenz viel machen kann, bei Nervenschäden nicht bzw gibt es ein paar Sachen, aber wenn sich der Nerv im ersten Jahr nicht erholt, bleibt der Schaden.

Zangengeburten sind besonders gefährlich, aber auch lange Austreibungsphasen und andere Faktoren.
Genauso wie die Seite der Familienplanung über Kaiserschnitte informiert, müsste sie auch über Geburten und vor allem instrumentelle Geburten informieren.
Das Senken der Sectiorate führt oftmals zur Erhöhung der Saugglocken und seltener Zangengeburten. Ich denke mittlerweile, dass es wichtig ist, dass man sich VOR der Geburt über ALLE Risiken informiert.
Wenn man dann immer noch der Meinung ist, dass man die vaginale natürliche Geburt vorzieht, ist das auf jeden Fall die eigene Entscheidung. Nur ohne die Risiken zu kennen, kann es sein, dass man eine Fehlentscheidung trifft, die letztlich große negative Veränderung mit sich bringt.


  Re: Aufklärung zur vaginalen Geburt: Eure Erfahrungen interessieren mich
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  Milest
Status:
schrieb am 28.08.2019 22:35
Jetzt frage ich mal ganz doof: Du schreibst, dass die Schäden von der ersten Geburt herrühren (Zangengeburt).
Sind die Beschwerden denn erst später aufgetreten? Also nach der zweiten Geburt?
Es wäre doch schonender für dich gewesen, bei der zweiten Geburt eine primäre Sektion zu machen als dich erneut vaginal entbinden zu lassen?

Und zur eigentlichen Frage: ja, in unserem Geburtsvorbereitungskurs im Jahr 2008 war auch das schon Thema - kommt ja nicht ganz so selten vor.
Aber wieso bist du berufsunfähig? Du hast doch einen sitzenden Beruf, wenn ich mich recht erinnere???

Dir alles Gute


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  Re: Aufklärung zur vaginalen Geburt: Eure Erfahrungen interessieren mich
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  LeoG
schrieb am 29.08.2019 12:07
Hallo...ich finde die "AUfklärung" in Sachen Kaiserschnitt schon etwas zu viel..es wird ja schon grösstenteils über die Nachteile gesprochen. Als ich 2014 entbunden hab war vorher im Vorbereitungskurs kaum die Rede von den Risiken einer natürlichen Geburt..nur wie viel besser es für das Kind ist usw. Da ich da ja aber schon wusste, dass es bei mir auf einen Schnitt hinauslaufen würde fühlte ich mich ziemlich schlecht. DAS sollte auf jeden Fall aber auch nicht sein oder? Es gibt genug Frauen, die keine Wahl haben. Selbst meine FÄ findet die Art und Weise nicht gut und genug Ärzte mit denen ich zu tun hatte wundern sich über die ständig genannten Krankheiten, die das Kind später mal nach nem Kaiserschnitt haben soll. Komischerweise sinds auch immer wieder andere Krankheiten zwinker
Und es können bei einer natürlichen Entbindung ebenfalls Schäden am Kind entstehen...nicht nur bei der Frau..das wurde auch immer gerne weggelassen.

Ich höre in meinem Umfeld mehr von Frauen, die normal entbunden haben , die selbst oder das Kind Schäden erlitten haben...aber von keiner, die nen Schnitt hatte.

Also denk ich...machts den Frauen, die keine Wahl haben doch nicht noch schwerer...

Grüße


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 29.08.19 12:37 von LeoG.


  Re: Aufklärung zur vaginalen Geburt: Eure Erfahrungen interessieren mich
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  blackmoon
Status:
schrieb am 29.08.2019 13:35
Hallo,

es tut mir sehr leid, dass Du solche schrecklichen Folgeschäden hast, das ist natürlich ein enormer Leidensdruck.

Meine Frage bezieht sich auf die Aufklärung. Wo sollte man da die Grenze ziehen ? Dass Du die meisten Nerven nicht kennst, liegt wohl daran, dass es sooo viele davon gibt. Wo fängt man an und wo hört man auf ??? Es gibt ja noch viele Möglichkeiten der Folgeschäden nach der Geburt und am Ende kann auch eine Entbindung, wenn alles aus dem Ruder läuft und es z.B. zur Uterusatonie kommt, zum Tode führen... extrem selten in unseren Gefilden, aber unter Umständen (z. B. Hausgeburt) möglich. Also müsste man über jedes Risiko bis zum Tod (und dazwischen liegt ja noch sehr viel) aufklären. Im Zuge dessen müsste man aber auch bei einer Sectio so weit aufklären. Dann natürlich noch, dass es auch zu Nervenschäden beim Kind kommen kann, dass es zur Sauerstoffunterversorgung kommen kann und was dies alles für Folgen haben kann...
ich fürchte, dann sind wir bald doch noch bei der künstlichen Gebärmutter für den Menschen. Erstens traut sich dann ja keiner mehr auf irgendeinem Weg ein Kind zu bekommen und wer sollte wann diese stundenlange Aufklärung machen ?!?
Ich verstehe, dass Du einen langen Leidensweg hinter und auch noch vor Dir hast, aber über absolut jedes Risiko aufzuklären inklusive Schäden eines jeden Nerves, der durch eine vaginale Geburt und auch eine Sectio beeinträchtigt werden, halte ich für unmöglich.

Darf ich fragen, bist Du ausschließlich Harninkontinent, oder auch Stuhl ???


  Re: Aufklärung zur vaginalen Geburt: Eure Erfahrungen interessieren mich
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  Impala-34
Status:
schrieb am 29.08.2019 15:04
Mal abgesehen davon, dass ich das Schwangerenforum nicht für den richtigen Ort halte, derartig "Angst" vor einer natürlichen, vaginalen Geburt zu machen......

Nun ja, ein Kaiserschnitt (von der KK gezahlt) kann und darf als entsprechender operativer Eingriff nur nach Belehrung durchgeführt werden.
Eine natürliche Geburt ist kein ärztlicher Eingriff. Über eventuelle ärztliche Eingriffe während der Geburt und die damit einhergehenden Risiken wird man im KKH belehrt und aufgeklärt (jedenfalls war das bei mir und allen die ich kenne so)
Es besteht m.E. nach auch keine freie Entscheidungsmöglichkeit der Schwangeren (ausgenommen sie würde den Kaiserschnitt selbst bezahlen) sich mal eben so ohne medizinische Indikation für einen Kaiserschnitt zu entscheiden (z.B. aufgrund des Alters), weil sie eine natürliche Geburt für "zu gefährlich hält".

Hast Du wirklich gedacht, dass nur eine Sectio Risiken birgt? Es sagt einem doch schon der gesunde Menschenverstand, dass auch eine vaginale Geburt eine hochkomplexe und damit stör- und risikoanfällige Situation ist.
Grundsätzlich gilt: Jede Geburt ist gefährlich. Man kann nicht über jedes erdenkliche Risiko aufklären. Wenn man kein Risiko eingehen will, darf man nicht schwanger werden.

Von einer "Anti-Kaiserschnitt Politik" würde ich wirklich nicht reden, da in Deutschland ca. jedes dritte Kind per Sectio geboren wird und damit Deutschland zu den Ländern mit der höchsten Kaiserschnittrate gehört.


Und wie lief die Klage? Gab es Schadensersatz vom Arzt und ist tatsächlich eine Berufsunfähigkeit durch Sachverständige festgestellt worden?


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 30.08.19 10:23 von Impala-34.


  Re: Aufklärung zur vaginalen Geburt: Eure Erfahrungen interessieren mich
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  gelöschter User
schrieb am 29.08.2019 19:58
Hi

Also in meine GVK wurden natürlich die Risiken besprochen, aber der Teufel nicht an die Wand gemalt.

Ich bin kein Freund von Panikmache. Das ganze Leben ist ein Risiko. Wenn du ein Auto kaufst, weist dich der Verkäufer auch nicht auf die Anzahl der Verkehrstoten hin. Bei einem KS sagt der Arzt auch "X Frauen sterben durch Komplikationen".

Natürlich wird gesagt, dass JEDE Geburt Risiken mit sich bringt. KS sowohl als vaginal. Aber hier sind einfach die Fallzahlen entscheidend.

Es tut mir sehr leid, dass du so Probleme nach der Geburt hast. Kamen die Probleme nach Geburt von Kind 1 oder 2?


  Re: Aufklärung zur vaginalen Geburt: Eure Erfahrungen interessieren mich
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  Solani2
schrieb am 29.08.2019 21:43
Also ich würde 2017 nur von einem Arzt gewarnt, nicht zuviel zuzunehmen, damit das Baby nicht zu groß wird. Der hat bei der Feindiagnostik auch das Geburtsgewicht perfekt geschätzt. Ich gehe nicht davon aus, dass sich seitdem irgendwas geändert hat. Besonders Ärztinnen bekommen ihre Kinder früh genug, so scheint es mir zumindest, Hebammen auch. Meine Geburt war auch nicht einfach, dass Baby war groß und ich schon 37, ich hatte aber nach Dammschnitt und Kristellergriff keine Probleme irgendeiner Art. Ich habe mich aber auch gut betreut gefühlt, die Herztöne meines Sohnes waren immer super und die Hebamme und die Ärztin waren auch nicht gestresst oder genervt. Klar, der Wehentropf ohne PDA war jetzt nicht schön, aber die beiden Frauen könnten mir gut erklären, weshalb sie das für richtig und notwendig halten. Ich hatte nicht den Eindruck, als wollten sie die Geburt unnötig beschleunigen.
Ich finde übrigens, dass das hier schon ins Schwangerenforum gehört. Dieses romantisch verklärte Weichspülen von Geburtsabläufen, wie es so oft in den Vorbereitungskursen passiert, finde ich nicht ok. Wir können mit der Wahrheit gut klarkommen. Ich finde es eigentlich eine Frechheit, dass man uns "schonen" will. Aber das ist wahrscheinlich historisch so entstanden. Ich wollte lieber wissen, was auf mich zukommt, damit konnte ich auch mit dem, was mir vorgeschlagen würde viel besser umgehen. Ich höre oft, dass Frauen schon schockiert sind, wenn sie im Kreissaal zuerst einen Zugang gelegt bekommen. Da fängt es schon an, das sollte man vorher wissen, damit man nicht gleich deshalb schon enttäuscht ist und man kann sich überlegen, wo er am angenehmsten für einen ist. Dann sollte man sich auch überlegen, ob man den Einlauf will oder nicht. Und wie man zu Schmerzmitteln steht und überhaupt, was man gar nicht will und was grad noch ok ist. Wenn man vorab informiert ist, dann kann man auch Vertrauen, wenn es dann eventuell mit den Interventionen losgeht.
Mir persönlich wäre eine Sectio viel lieber als Zange oder Sauglocke. Klar, wenns schnell gehen muss, dann hilft es wohl nicht, prinzipiell glaube ich aber, dass ein gutes Geburtsteam so eine Notsituation vermeiden können sollte, zumindest in überwältigenden Großteil der Fälle. Ich habe auch vorab erklärt, dass mir prinzipiell eine Sectio lieber wäre als Zange oder Glocke und mir wurde versichert, dass diese Gerätschaften ungern verwendet werden, damit war ich zufrieden und habe das auch nicht schriftlich gemacht, obwohl das vielleicht eine gute Idee gewesen wäre. Aber wie gesagt, ich habe mich auf der Geburtsstation gut aufgehoben gefühlt.


  Re: Aufklärung zur vaginalen Geburt: Eure Erfahrungen interessieren mich
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  gelöschter User
schrieb am 29.08.2019 21:55
Solani , hier liegt es aber auch an den Frauen in wie weit sie sich informieren.

Bei unserer Kreißsaalbesichtigung bspw wurde das mit dem Zugang gesagt. Wer sich aber vorher nicht informieren will (!!!), darf sich im Nachgang nicht beschweren.
Und mit Informieren meine ich nicht google, sondern befreundete Mütter, Hebammen, der FA, das KH in dem man entbinden möchte.

Und auch ich hatte direkt vor der Geburt im KH einen US, die Ärztin hat das Geburtsgewicht bis auf 10 Gramm genau geschätzt.


  Re: Aufklärung zur vaginalen Geburt: Eure Erfahrungen interessieren mich
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  Solani2
schrieb am 29.08.2019 22:24
Lavendelzweig,

in Zeiten des Internets kann man sich auch gut informieren. Sonst wüsste ich nicht, dass das Becken einer Frau schon an Mitte 20 schmäler wird, mit 40 ist der Vorgang dann so ziemlich abgeschlossen. Schont anscheinend die Hüften im Alter. Die Horrorgeschichten kenne ich aus dem Bekanntenkreis und spannenderweise rücken die mit den richtig heftigen Sachen auch erst raus, wenn man selbst entbunden hat. Als ob man in den "Kreis der Wissenden" aufgenommen worden wäre.
Aber viele Geburtsvorbereitungskurse sind wirklich ein schlechter Witz. Mich ärgert im Nachhinein, dass ich dafür bezahlt habe. Zugang, Einlauf, PDA, Sectio etc. würde alles nicht besprochen, auf Nachfrage von mir und einigen anderen würde nur mit "das wird erklärt, wenn es soweit ist" reagiert. Als ob irgendjemand in der Lage wäre, während einer Geburt spontan eine nüchterne Entscheidung zu treffen. Das zielt nur darauf ab, dass man allem einfach zustimmt und das ist nicht ok.
Das Gewicht meines Kindes würde übrigens am Tag vor der Geburt auch exakt geschätzt, im 2.Anlauf. Erst weit über 4kg, dann mit dem Kommentar "Nein, der Bauch ist nicht so groß." nochmal rummgemessen, bis es gepasst hat. Das in der 21. Woche hat mich da mehr beeindruckt, im nachhinein. Erst war ich wegen der Essensmahnung etwas angepasst, manchmal merkt man nicht sofort, wenn es jemand wirklich einfach gut mit einem meint und sich nicht einfach nur symphatisch machen will.


  Re: Aufklärung zur vaginalen Geburt: Eure Erfahrungen interessieren mich
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  RoteBeete
schrieb am 30.08.2019 08:49
Zum Becken: ich meine öfters gelesen zu haben, dass er mit 28 am weitesten ist. Mit Ende dreißig wird er wieder enger...
Habe nur ein Mal gehört, dass ab 35 der beckenboden zu hart wird und es deswegen zu Verletzungen kommt. Daher ist KS in manchen Fällen die bessere Wahl. War ein Interview mit einem FA. zudem ist es mir öfter untergekommen, dass die Frauen die Kinder im zu kürzen Abstand bekommen und das viele Probleme mit sich bringt. Früher als die Frauen dauerschwanger waren hat es diese Probleme auch gegeben, nach dem zweiten Weltkrieg wurden sie wohl seltener. Der Abstand zwischen den Schwangerschaften sollte wohl am besten 2-3 Jahre betragen, damit sich der Beckenboden erholen kann. In meinem
Umfeld sind fast alle nach einem Jahr wieder schwanger.


  Re: Aufklärung zur vaginalen Geburt: Eure Erfahrungen interessieren mich
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  blackmoon
Status:
schrieb am 30.08.2019 09:10
Stimmt RoteBeete, jetzt wo ich das lese fällt mir auf, dass ich in meiner Ausbildung und eine Zeit danach sehr viele Frauen mit Gebärmuttersenkung hatte. Beim Katheterlegen fällt das natürlich extrem auf. Es hat sich aber mit der Zeit gelegt, was genau zu Deiner Beschreibung passt. Sehr viele Frauen haben früher ihre Kinder in extrem kurzen Abständen geboren, ich fürchte Rückbildung war damals noch kein Begriff und der Beckenboden hatte nicht viel Zeit sich zu erholen...


  Re: Aufklärung zur vaginalen Geburt: Eure Erfahrungen interessieren mich
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  gelöschter User
schrieb am 30.08.2019 11:41
Solani, ich merke immer mehr, dass GVK und GVK nicht immer den gleichen Inhalt haben. Bei mir wurde alles genau erklärt, uns dazu geraten sich vorher im KH vorzustellen und bereits alle Unterlagen auszufüllen (für bspw eine Anästhesie) sowie einen Geburtsplan zu schreiben.

Und auch wenn das Becken ab 30 wieder enger wird, denke ich, dass es auch viel auf das Beckenbodentraining vor und nach der Geburt ankommt. Bei meiner Mutter gab es das z.b. noch gar nicht.


  Re: Aufklärung zur vaginalen Geburt: Eure Erfahrungen interessieren mich
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  Solani2
schrieb am 30.08.2019 14:39
Lavendelzweig,
es gibt sicher auch super Geburtsvorbereitungskurse! Meiner war von dem KH in dem ich entbunden habe, wo ich ja im Endeffekt sehr zufrieden war. Dort hat man sich aber auch gewundert, als ich wirklich alles durchgelesen habe bevor ich unterschrieben habe. Macht offensichtlich kaum jemand, bzw. es wird sogar unterschwellig davon abgeraten.
Und ja, ältere Frauen können noch gut und sicher vaginal entbinden, hat bei mir ja auch geklappt, es ist leider nur nicht mehr so einfach (besonders, wenn es das 1. Kind ist), das sollte einem einfach vorab klar sein und deshalb sollte man sich körperlich um so besser auf die Geburt vorbereiten (damit meine ich aufs Gewicht und körperliche Fitness zu achten, vielleicht noch Tee, gezieltes Training und Akupunktur). Das Problem ist, dass einfach viel irreparabel kaputt gehen kann, wenn Zange oder Saugglocke benutzt werden müssen, da hilft einem das beste Beckenbodentraining auch oft nichts mehr.




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