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  Re: Aufklärung zur vaginalen Geburt: Eure Erfahrungen interessieren mi
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  blackmoon
Status:
schrieb am 10.09.2019 20:49
Ich habe mich zwar schon mal hier geäußert und habe nun auch langsam verstanden, dass es nicht wirklich um eine Diskussion geht, sondern um Vergeltung. Ich verstehe das absolut, da keine von uns mit solchen Nachwirkungen leben möchte, aber ich finde es dennoch etwas befremdlich, dass „unsere Erfahrung interessiert“, dann aber auf keine einzige Frage eine Antwort kommt...

Ich möchte mal zwei Dinge schreiben:

Geburtsverletzungen jeglichen Ausmaßes kann man niemals ausschließen. Auch Säugetiere erleiden diese und auch sie werden manchmal dadurch inkontinent... natürlich ist das sch****, aber eben leider nicht vorhersehbar.
Der Beckenboden ist ein sehr komplexes Gebilde und selbst durch Training ist nichts auszuschließen.

Ich hatte leider eine Not-Sectio aufgrund einer Plazentalösung. Ich hatte nicht eine einzige Wehe. Dafür hatte ich in der Schwangerschaft (meine erste und einzige) sehr oft Schmerzen an der Symphyse. Eine Lockerung wurde ausgeschlossen. Nach meinem Kaiserschnitt habe ich nun das Problem, dass ich sehr oft mit voller Blase auf die Toilette rennen muss. Ich habe das Gefühl, ich könnte den Urin nicht halten. Mir sind auch schon bei übervoller Blase z.B. nach der Nacht, einige Tröpfchen entwischt... Ich habe definitiv keine Geburtsschäden und habe einen stabilen und kräftigen Beckenboden und meine Übungen immer brav gemacht. Dennoch habe ich etwas Bedenken, dass dies irgendwann in einer Inkontinenz endet...
Leider ist es in der Natur so, dass eine Schwangerschaft viel Arbeit und Anstrengung für den Körper bedeutet, auch wenn sie noch so komplikationslos scheint.
Ich möchte damit niemandem etwas absprechen oder gar verharmlosen, aber verallgemeinern sollte man auch nicht !!! Auch nach einer Sectio können leider üble Nachwirkungen auftreten...

Ganz liebe Grüße bm


  Re: Aufklärung zur vaginalen Geburt: Eure Erfahrungen interessieren mi
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  berlink
Status:
schrieb am 10.09.2019 21:32
Zitat
blackmoon
Ich habe mich zwar schon mal hier geäußert und habe nun auch langsam verstanden, dass es nicht wirklich um eine Diskussion geht, sondern um Vergeltung. Ich verstehe das absolut, da keine von uns mit solchen Nachwirkungen leben möchte, aber ich finde es dennoch etwas befremdlich, dass „unsere Erfahrung interessiert“, dann aber auf keine einzige Frage eine Antwort kommt...

Richtig, genau darum geht es. Wie auch in mehreren anderen, langen Threads zuvor, in größeren Abständen, auch. Es geht um Wiedergutmachung, um einen/den Schuldigen finden, um eine BU, um eine Entschädigung. Weil man in der Klinik sich so miserabel behandelt fühlte, geht man auch gleich das 2. Mal dorthin.

Ein Thread (einer der Threads zu dem Thema Haushaltshilfe) vor ca. 3 Jahren, in dem es u.a. um die Bewilligung einer Haushaltshilfe, die der EM dann darstellte, auf Krankenkassenkosten ging, weil es einem ja zusteht … , wenn man wegen Blutungen liegen muss und keineswegs in ein Krankenhaus kann/will, aber man doch bitte tagsüber rundumversorgt werden muss, die Wohnung schließlich in einem 2-Personenhaushalt vom EM nicht neben der Arbeit geputzt werden kann, weil man ja tgl. die Wohnung putzen muss, man auch tgl. frisch bekocht werden muss...etc... , endete sinngemäß damit, dass der ganze Thread einer Studie diene und wir alle Teilnehmer dieser seien.


Die Erfahrungen der Einzelnen hier dienen wahrsch. bestenfalls dem evtl. Rechtsstreit.


2 mal bearbeitet. Zuletzt am 10.09.19 21:49 von berlink.


  Re: Aufklärung zur vaginalen Geburt: Eure Erfahrungen interessieren mi
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  Fernweh2019
schrieb am 11.09.2019 08:37
Morge,

Danke Berlink und Blackmoon für die Aufklärung. Blackmoon hat es gut geschrieben .

Wie ich zuvor schon geschrieben habe hätte es mir nichts geholfen nach Schuldigen zu suchen bzw. Eine Geburt kann egal wie Folgen haben. Und in den meisten Fällen geht es ja gut aus. Ich verwende meine Kraft lieber in meine Therapie.

Gruss


  Re: Aufklärung zur vaginalen Geburt: Eure Erfahrungen interessieren mi
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  sonneblume1982
Status:
schrieb am 21.09.2019 13:43
Ja, danke. Genau das ist das Problem. Es gibt Frauen OHNE Senkungen und OHNE Spinkterrisse, die inkontinent sind.
Ich war am Mittwoch bei unserem Chefarzt - Prokotologie - und er sagte, er verstünde nicht, warum die Frauen immer noch nicht vernünftig aufgeklärt werden würden.
30% aller Frauen trügen bei vaginalen Geburten Schäden am Darm davon. Bei manchen sind es nur leichte Schäden und sie wundern sich im späteren Lebensverlauf über Verstopfung/Blähungen etc. und können dann keinen Zusammenhang mehr zur Geburt sehen, bei manchen Frauen sind sofort Beeinträchtigungen da.

Um herauszufinden, ob ein Schaden im Beckenboden oder ein Nervenschaden am Pudendus- oder Sakralplexusnerv vorhanden ist, wird nun eine MR Defäkografie gemacht, ein dynamisches MRT. Falls hier jemand betroffen ist, ich habe mehrere Frauen zu Prof. Bader nach Bielefeld geschickt. Alle fanden ihn bisher sehr gut. Also gerne auch mehr dazu als pn.

Studien zum Thema kann ich gerne benennen. Ich nehme jetzt nur Beispiele, es gibt natürlich noch weitere.

1. Nur bei 1/4 aller Frauen bleibt der Damm intakt: Rodrigues S, et al: Intact Perineum: What are the Predictive Factors in Spontaneous Vaginal Birth? Materia Sociomedica 2019;31(1):25-30. 1. März 2019 / Portugal, Malta, Deutschland (Spontane Vag. Geburten/Single Center 1/2017bis 12/2017; 1748

2. Harninkontinenz: Vaginale Geburt verdoppelt das Stressinkontinenz-Risiko im Vergleich zu einem Kaiserschnitt nach dem missglückten Versuch einer vaginalen Geburt; im Vergleich zu einem elektiven/geplanten Kaiserschnitt ist das Risiko sogar dreifach höher. Dazu siehe die Folien von Martina Lenzen-Schulte auf ihrem Blog.

3. Hier mal ein aktueller Artikel zum Thema: [www.welt.de]

4. [www.faz.net]

5. Mal etwas Rechtliches, das ich interessant fand: [recht-geburtsschaden.de]



Belink: Ich denke, dass so etwas gerade auch in guten großen Häusern passiert. Bei uns in der FB-Gruppe sind sehr viele zangengeschädigte Frauen, die bei Prof. Louwen in Frankfurt entbunden haben. Kennst Du den Fall Emil Gutmann? Da ging es zwar nicht um eine Zangengeburt, aber um eine zu langes Zuwarten, sodass das Kind kurz nach der Geburt verstarb. Gegen Herrn L. soll es wohl viele Klagen geben, aber natürlich ist es ja meist so, dass eine Krähe der anderen Krähe kein Auge aushackt. Dennoch: Viele Geburtsschäden wären vermeidbar durch eine Sectio.

Und dann könnte man genauso fragen, warum manche Frauen eine Hausgeburt wollen? Sie argumentieren ja alle immer, dass Hausgeburten genauso so sicher seien wie Krankenhausgeburten.....
Gerade wurde ja überall dieses Video verbreitet und von vielen Frauen bejubelt:
[www.facebook.com]

Das Baby musste wiederbelebt werden, weiß nicht, ob das dann APGAR 0 oder 1 ist, aber die Kommentare unten machen mich persönlich wütend.
Ich habe in einer Klinik entbunden, wo vorab für 24 Stunden garantiert wird, dass ein Anästhesist zur Verfügung steht. Also hatte ich mich sicher gefühlt....


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  Re: Aufklärung zur vaginalen Geburt: Eure Erfahrungen interessieren mi
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  blackmoon
Status:
schrieb am 21.09.2019 14:53
Also nun mal ganz ehrlich, ein Anästhesist gibt Dir Sicherheit, dass bei der Geburt nichts schief läuft ?!? So ein angesehenes Volk sind wir sonst gar nicht 😉

Mich ärgert langsam, dass Du noch nicht ein einziges Mal auf eine Frage geantwortet hast, die vielleicht etwas kritisch ist...
WIE SOLLTE EIN SOLCHES AUFKLÄRUNGSGESPRÄCH AUSSEHEN UND WER MACHT ES ?!?
Ein Aufklärungsgespräch, in dem absolut jedes Risiko bezüglich spontaner Geburt mit all ihren Möglichkeiten und Sectio (dann muss ja auch direkt darüber komplett aufgeklärt werden) mit all ihren Risiken genauestens besprochen werden. Ein solches Gespräch könnte Stunden dauern und danach würde ICH kein Kind mehr bekommen wollen. Weiß man davon schon zu viel, hilft wirklich nur verdrängen oder kein Kind zeugen...
Dass wirklich viele Kinder mit Anpassungsstörungen zur Welt kommen, sollte dann natürlich auch erwähnt werden, denn das ist ein „natürliches“ Risiko einer Sectio... und noch eins der harmlosen. Wieviele Mütter gehen wohl das Risiko Sectio ein, wenn ihnen im Vorfeld gesagt, dass ihr Baby dann evtl. 2/3 Tage auf der Säuglingsintensiv liegen könnte ?!?

Im Grund ist die Quintessenz hier: zeugt keine Kinder, besser wäre klonen ?!?


  Re: Aufklärung zur vaginalen Geburt: Eure Erfahrungen interessieren mi
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  sonneblume1982
Status:
schrieb am 21.09.2019 16:01
Aufklärungsgespräch: Beim Gyn oder bei der Hebamme. Sollte Teil der Schwangerenvorsorge sein.
Vor einer Sectio wird aufgeklärt, vor einer Knie-OP auch.
Auch vor einer vaginalen Geburt sollte man zumindest wissen, welche Risiken bestehen, im Idealfall geht der Gyn oder die Hebamme auch individuell darauf ein oder gibt zumindest ein Infoblatt mit, wie es vor Eingriffen auch passiert.
Wer will, kann lesen, wer nicht will, lässt es sein.

Ich denke, dass es wichtig ist, auf Beckenbodenschäden hinzuweisen. Ein paar Tröpfchen in der Hose mögen zwar so manche Frauen nicht stören, aber ich habe nun sehr viele kennen gelernt, die NICHT drüber sprechen, mit Tena herumlaufen und tief im Inneren sehr unglücklich sind.
Das muss nicht sein, denn wenn eine schlanke Frau mit schmalem Becken ein Kind mit großem KU erwartet, wäre es fair, sie darauf hinzuweisen, dass die Geburt schwierig werden könnte.
Ob sie dann eine Sectio möchte oder nicht, darf sie alleine entscheiden, aber sie sollte die Risiken kennen.

Zangen und Saugglocken sind nicht besser als eine Sectio. Darum geht es und bislang habe ich keine Frau kennen gelernt, die vor der Geburt wirklich über Risiken informiert wurde. Wenn nachher alles gut geht, kann man immer sagen, ach ja, alles nicht so schlimm. Aber Geburtsschäden können auch starke Beeinträchtigungen bringen, die im Grund genommen in manchen Fällen vermeidbar wären. Sowohl für Mutter wie auch für die Kinder, die im Rahmen einer zu langen Austreibungsphase Sauerstoffmangel erleiden und gglf. später Lernschwierigkeiten haben, die man dann nicht direkt auf die Geburt zurückführt.

Eine natürliche Geburt kann wunderschön sein, aber eben leider auch nicht.


  Re: Aufklärung zur vaginalen Geburt: Eure Erfahrungen interessieren mi
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  blackmoon
Status:
schrieb am 21.09.2019 20:27
Hmmm also sowohl ich bei meiner Hebamme im Vorbereitungskurs, als auch meine Freundin bei Ihrer Hebamme wurde ordentlich aufgeklärt. Sicher auch deshalb, weil wir auch danach die Rückbildung bei den Hebammen besuchen sollten.
Dafür sollte ja ein Vorbereitungskurs auch gut sein. Meine Freundin hat diesen übrigens trotz geplanter Sectio besucht, denn man weiß ja nie...
Leider kenne ich sehr viele Frauen, die einen solchen Kurs nicht besuchen möchten und da fängts im Grunde ja schon an...
Das ist ein sehr schwieriges Thema und ich habe doch einige Frauen erlebt, die spezielle Sonden bei Inkontinenz durch eine traumatische Geburt, implantiert bekommen haben, die offensichtlich nicht besonders überrascht, wenn auch sehr unglücklich mit der Situation waren.
Ich selbst kann das nicht beurteilen, da mir durch meinen Beruf die Risiken natürlich komplett bewusst sind...


  Re: Aufklärung zur vaginalen Geburt: Eure Erfahrungen interessieren mi
avatar  manschgerl
Status:
schrieb am 24.09.2019 10:31
Ich hatte zwei natürliche Geburten, ohne Schäden. Normal große Kinder. Dann unser drittes Kind, wurde geschätzt auf 4.700 g kurz vor der Geburt. Ich wurde gut aufgeklärt, allerdings nur über die Risiken für das Kind (Schulter bleibt stecken usw.), Risiken von Verletzungen bei mir wurden nicht besprochen. Mir wurde der Kaiserschnitt angeraten, obwohl ich sehr gern wieder normal entbunden hätte. Aber habe mich dann für den Kaiserschnitt entschieden.


2 mal bearbeitet. Zuletzt am 24.09.19 10:41 von manschgerl.




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