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  Wie war die Geburt nach langer Kiwu-Zeit?
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  RoteBeete
schrieb am 14.08.2019 23:09
Liebe Alle,

Ich weiss nicht ob dieses Forum der richtige Ort für mein Anliegen ist, oder ob ich lieber im Eltern-Forum fragen sollte, aber ich versuchs mal.

Mich würden gerne Geburtserlebnisse von Frauen interessieren, die eine wirklich lange Kinderwunschzeit mit vielen erfolglosen Transfers hatten. Wie vielleicht manche von Euch wissen, bin ich nach 7 Jahren unerfüllten Kinderwunsch schwanger, davon 4 Jahre in der Klinik. Eingeschlagen hat Transfer Nr. 9 als wir schon nicht mehr zu hoffen wagten. Nun bin ich in der 29 ssw, der Bauch ist gross (die Beschwerden auch smile) und ich mache mir langsam Gedanken über die Geburt. Und bin aufgeschmissen!

Alle, die um mich herum spontan schwanger sind, warten voller Vorfreude auf die Geburt (und klar, sie haben schon alle die komplette Babyausstattung. Ich aber habe noch rein gar nichts). Sie haben vielleicht Angst vor Schmerzen, aber es steht für sie ausser Frage, dass das ein freudiger Tag wird. Ich dagegen denke mir: Eine Geburt kann alle möglichen Wendungen nehmen und nicht immer endet sie gut. Wenn ich an die bevorstehende Geburt denke, fühlt es sich für mich wie ein Balance-Akt zwischen Leben und Tod an.

Ich kenne meinen Körper gut und solange es nicht um meine Reproduktiven-Fähigkeiten geht, höre und verlasse ich mich auf ihn. Aber da zweifle ich: "kann" ich das überhaupt? Dann denke ich mir wieder, ich "konnte bloss" nicht schwanger werden, jetzt wo ich es bin, gilt wieder "die Natur". Ich bin unsicher inwieweit ich mich auf mich selbst verlassen kann und inwieweit ich Entscheidungen den Ärzten überlasse. Hätte ich nicht die harte Kiwu-Zeit hinter mir, wäre ich wahrscheinlich eine, die am liebsten alleine im Wald gebären würde ROFL Jetzt wird es eine Klinik mit der bestmöglichen Versorgung in der Region (und krankenhauseigenen Hebammen).

Wie war es für Euch? Habt ihr Tipps? Worauf würdet ihr euch im Nachhinein wünschen?

Liebe Grüsse
RoteBeete


  Re: Wie war die Geburt nach langer Kiwu-Zeit?
avatar  wird schon
Status:
schrieb am 15.08.2019 02:45
Liebe RB,

also ich habe einen Kaiserschnitt bekommen, einzig wegen meiner Angst um das Kind. Ich hatte wenig Sorgen vor eigenen Schmerzen und habe lange mit mir gekämpft, denn medizinisch ist für das Kind eine vaginale Geburt einfach besser (im Hinblick auf die Bakterien etc.). Aber es war in meiner gesamten Schwangerschaft so, dass ich bei jedem Termin überrascht war, dass das Kind noch lebt. Ich hatte auch eine Vorderwandplazenta und spürte es erst spät und wenig. Gerade in den letzten Wochen hatte ich immer so die Gedanken: jetzt könnte es schon draußen leben und ich könnte sehen ob es lebt und nun ist es immer noch in meinen Bauch und stirbt vielleicht.... ich habe dann ganz viel versucht, um eine natürliche Geburt zu erreichen. Habe an einem Vorbereitungskurs teilgenommen, mit drei verschiedenen Hebammen und zwei Ärztinnen gesprochen... immer mit dem Ziel so viel wie möglich zu lernen, auf welche Risiken ich im Kreissaal achten muss. Hatte schon etwas schriftliches für die Klinik angefertigt, dass die ganz schnell einen Dammschnitt machen sollen, eine großzügige Kaiserschnittindikation während des Vorganges im Blick haben....

aber habe dann gemerkt, dass das meine Panik nicht besänftigen kann. Allein der Gedanke, dass während der Geburt mal die Herztöne des Kindes abfallen (was ja relativ normal scheint), versetzte mich in Panik und ich konnte nicht mehr gewährleisten, wie ich dann im Kreissaal reagieren würde. Eine Frau, die vor Panik nicht mitarbeiten kann, ist auch nicht gut.... wie gesagt, meine eigenen Schmerzen waren bei der Angst nie das Thema.

Das konnte ich im Krankenhaus auch so vermitteln und dem Kaiserschnitt wurde zugestimmt. Danach wurde ich auf einmal sehr ruhig und zuversichtlicher.... auch wenn ich noch aufn Weg in den Kreissaal dachte, das wäre jetzt nen sechser im Lotto, wenn es klappt...

Und ich denke, dass hat sehr viel mit der langen Kinderwunschbehandlung zu tun, denn jenseits des Kinderwunschthemas neige ich nicht zu solchen Paniken. Für so viele Frauen ist Schwangerwerden das normalste der Welt.... die Erfahrung, dass es eben auch anders laufen kann, hat sich in mir festgebrannt... also dass die meisten Frauen auf der Welt normal gebären und es den Kindern gut geht, war für mich keine Beruhigung....

Als das Kind dann allerdings auf der Welt war, habe ich nach ein paar Wochen es öfters angeschaut und gedacht: das hätten wir beide eigentlich auch geschafft. Seitdem es auf der Welt ist, habe ich sehr viel mehr Zutrauen.

Trotzdem bereue ich den Kaiserschnitt nicht. Ich bin eifersüchtig nicht das spannende Geburserlebnis mit dem Warten auf die wehen etc. nicht gehabt zu haben.... aber ich trauere nicht der verpassten Chance hinterher....

Ich würde dir zur natürlichen geburt raten, wenn du "nur" Sorgen hast... es wird dir m.E. auch helfen nach der Geburt nicht allzu ängstlich zu sein (Sorgen gehen nämlich dann mit so Sachen wie plötzlicher Kindstod usw. weiter).... also ich meine, dass allein die Geburt eines gesunden Kindes mich wahnsinnig gestärkt und auch mit der Kinderwunschzeit versöhnt hat. Ich glaube aber auch, dass eine natürliche Geburt diese neue Zuversicht und den Frieden mit den eignen Körper noch mehr verstärkt hätte...

Viel Erfolg und alles Gute! smile


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 16.08.19 13:17 von wird schon.


  Re: Wie war die Geburt nach langer Kiwu-Zeit?
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  DOM82
Status:
schrieb am 15.08.2019 07:37
Rote Beete, ich war erleichtert als es los ging. Nach den Ops Medis und ständiger Angst, dass es doch noch schief geht, würde sie bald auf der Welt sein und nicht in meinem Bauch. Mir war auch tatsächlich egal ob KS oder natürlich. Ich wollte natürlich versuchen aber wenn es nicht so klappen würde, dann wäre KS auch okay gewesen. Wobei ich vor den Schmerzen danach KS mehr Angst hatte. Die natürlich Geburt hat dann zu Glück geklappt.
Ich musste auch in die Klinik mit allem drum und dran, da sie noch eine Woche Intensiv vor sich hatte. Das würde ich auch dieses Mal so machen, wenn es so weit ist.
Durch die lange Kiwuzeit bist du einfach anders geprägt worden und bis vorsichtiger was die Vorfdeude angeht.


  Re: Wie war die Geburt nach langer Kiwu-Zeit?
avatar  Majoni
Status:
schrieb am 15.08.2019 12:44
Liebe rote Beete,

Erstmal ist es sehr schön zu hören, das du schon so weit bist. Habe ja immer im stillen bei gewissen Leuten mitgelesen.

Auch wenn ich nicht viele Transfere hatte, möchte ich dir dennoch antworten, da ich einen Ks und eine normale Geburt hatte.

Bei meiner Tochter stand klar das es ein Kaiserschnitt wird, da sie immer in Beckenendlage lag und sich nicht drehte.

Mir ging es nicht um das Geburtserlebnis ,sondern um eine gute Geburt für mich und meinem Kind.
Es ging alles gut, der Kaiserschnitt fand ich durch aus als angenehm. Die Schmerzen im nachhinein lagen im Rahmen.

Bei meinem Sohn, habe ich es offen gelassen, ob Ks oder vaginal. Allerdings stand ganz klar für mich, sollte ich während der Geburt etwas komischlaufen oder irgendwelche Zweifel aufkommen, gibt es sofort einen Kaiserschnitt. Es ging alles vaginal gut.

Ich finde du bzw letztendlich jede Frau, sollte sich nicht zu sehr auf eine bestimmte Art der Gebut versteifen und jede Möglichkeit offen lassen.

Ich habe vor der vaginalen Geburt alles mit den Hebammen durch gesprochen und schon alle möglichen Untersuchungen und Schriftstücke ausgefüllt. Ich finde es auch wichtig evtl. jemanden dabei zu haben ,der die Interessen durch setzt, wenn du nicht mehr klar entscheiden kannst. Natürlich immer im Rahmen des medizinischen.

Meine Hebamme bei der vaginalen Geburt, haben mich ganz toll angeleitet. Nicht alleine gelassen, nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig geholfen. Soviel wie nötig, so wenig wie möglich.

Auch der Kaiserschnitt war schön, wenn man es so bezeichnen kann. Mir wurde genau gesagt was gemacht wird, eine Hebamme hat sich nur um mich gekümmert und mir alles erklärt.

Versuch einfach locker in die Geburt zu gehen, vertrau deinem Körper, aber auch einfach Gehirn anlassen und nach denken. Einfach der gesunde Mama Verstand........
Dein Körper wird es schon machen und ist ganz sicher in der Lage dazu, auch wenn das schwanger werden schwer war.

Halte dir jede Option offen, dann wird es laufen. Ich bin in die vaginale Geburt sehr locker gegangen, hatte im übrigen keine PDA keine Schmerzmittel und hatte einfach eine ganz tolle, ruhige Geburt...sie war einfach toll.

Habe in den Sternenhimmel schauen können, da spät abends, 4Stock und ganz alleine ,da mein Mann Mini zu Hause gehütet hat.

Für mich eine perfekte Traumgeburt....das wird immer mein ganz alleiniges Erlebnis bleiben, ach schön wars.......

Sollte dein Mann mit kommen, evtl an klein Geld für den Kaffeeautomaten denken, soviel essen und trinken für deinen Mann.
Bzw. Ersatz Anziehsachen, mein Mann hätte sich Tod geschwitzt, wenn er dabei wegbewegen wäre.

Wünsch dir alles Gute. Majoni


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 15.08.19 12:49 von Majoni.


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  Re: Wie war die Geburt nach langer Kiwu-Zeit?
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  Libby12345
schrieb am 15.08.2019 15:01
Liebe Rote Bete,

schön von Dir zu lesen! Ich hatte ja auch eine lange Kinderwunschzeit (7Jahre), bin dann nach einer Hormonbehandlung doch noch zweimal spontan schwanger geworden und habe jetzt zwei Jungs (2 Jahre bzw. 6 Wochen alt). Es waren beides Kaiserschnitte, obwohl ich mir beide Male eine natürliche Geburt gewünscht hatte.

Bei meinem ersten Kind sind während der Geburt die Herztöne stark abgefallen, so dass eilig der Kaiserschnitt gemacht werden musste. Weil für eine andere Betäubung keine Zeit war, bekam ich eine Vollnarkose und habe so leider die erste Stunde mit meinem Sohn verschlafen. Mein Sohn hatte gute Werte, es gab also nicht wie von mir befürchtet einen Sauerstoffmangel, aber ich habe mir immer wieder Sorgen um ihn gemacht, ob er nicht doch Schäden genommen hätte. Jetzt, nach zwei Jahren, bin ich aber überzeugt, dass er sich normal entwickelt. Unabhängig davon hatte ich an dem plötzlichen und unerwarteten Kaiserschnitt etwas zu knabbern, musste den Schreck längere Zeit verarbeiten.

Beim zweiten Kind wollte ich es gern wieder auf natürlichem Weg versuchen, bekam aber ein paar Tage vor dem errechneten Termin Narbenschmwrzen, die ich mir dann irgendwann eingestehen musste, und das Kind lag so ungünstig (Kopf in einer Art Tasche neben dem Muttermund), dass mir im Krankenhaus eindringlich zu einem Kaiserschnitt geraten wurde. Ich habe dann auch zugestimmt, denn eine gefährliche Situation wollte ich auch nicht herbeiführen. Diesmal hatten wir ja mehr Zeit und deshalb bekam ich eine Spinalanästhesie und konnte die Geburt miterleben. Der erste Schrei war etwas ganz Beaonderes für mich und ich bin froh, dabei gewesen zu sein.

Im Nachhinein bedaure ich beide Kaiserschnitte in dem Sinne, dass ich es schade finde, keine natürliche Geburt erlebt zu haben, bin aber auch sehr dankbar für diese Möglichkeit, durch die die beiden Kinder gesund zur Welt gekommen sind. Manchmal verunsichern mich Erzählungen von Frauen mit natürlichen Geburten - ich weiß nicht, wovon sie reden und werde es wohl nie erfahren, und ich frage mich dann, ob nicht doch die Bindung zu den Kindern gelitten hat, obwohl ich diese als gut bezeichnen würde. Das nagt also ein bisschen an mir, allerdings bin ich auch eher leicht zu verunsichern, was solche Dinge angeht. Die meiste Zeit bin ich aber total beschäftigt mit den beiden und denke überhaupt nicht darüber nach.

Liebe Grüße und alles Gute für Dich!


  Re: Wie war die Geburt nach langer Kiwu-Zeit?
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  Lavendelzweig
Status:
schrieb am 15.08.2019 15:27
Liebe RoteBeete,

Die Kiwuzeit für Kind war ja relativ kurz, 2,5 Jahre und 2 ICSIs.

Die Geburt ging ganz überraschend los, fast 14 Tage vor ET. Und dann war es tatsächlich so, dass mein Körper das Kommando übernommen hat und es eine wunderschöne Geburt war. Ich sage immer zu mir, dass war der Ausgleich für die kiwuzeit.

Mir hat im Vorfeld ein Geburtsvorbereitungskurs und eine einfühlsame Hebamme geholfen. Wir haben alle Eventualitäten besprochen, ich habe in einer Klinik mit Level 1 entbunden. Ich wollte für den Notfall gerüstet sein.

Im Januar erwarten wir unser 2. Kind. Dieses Mal hat es 2 Jahre und 6 ICSIs gebraucht. Natürlich bin ich nervös. Ich versuche aber auch "guter Hoffnung" zu sein.

Alles gute für Dich!


  Re: Wie war die Geburt nach langer Kiwu-Zeit?
avatar  Majoni
Status:
schrieb am 15.08.2019 17:57
Zitat
Libby12345
Liebe Rote Bete,


Im Nachhinein bedaure ich beide Kaiserschnitte in dem Sinne, dass ich es schade finde, keine natürliche Geburt erlebt zu haben, bin aber auch sehr dankbar für diese Möglichkeit, durch die die beiden Kinder gesund zur Welt gekommen sind. Manchmal verunsichern mich Erzählungen von Frauen mit natürlichen Geburten - ich weiß nicht, wovon sie reden und werde es wohl nie erfahren, und ich frage mich dann, ob nicht doch die Bindung zu den Kindern gelitten hat, obwohl ich diese als gut bezeichnen würde. Das nagt also ein bisschen an mir, allerdings bin ich auch eher leicht zu verunsichern, was solche Dinge angeht. Die meiste Zeit bin ich aber total beschäftigt mit den beiden und denke überhaupt nicht darüber nach.

Liebe Grüße und alles Gute für Dich!

Liebe Lilly,
nein das glaube ich nicht. Ich kann vergleichen und nein es hat die Bindung zu keinem meiner Kinder gestört, egal welche Geburtsmethode.

Dein Kind hat ja schon 9 Monate vorher in deinem Bauch eine sehr starke Bindung zu dir auf genommen. Kennt deine Stimme, deinen Herzschlag usw.

Von daher um eine Erfahrung evtl. gebracht ja, mehr aber auch nicht. Wobei vaginale Geburten ja teilweise auch sehr schmerzhaft/ schwierig sein können.

Majoni


  Re: Wie war die Geburt nach langer Kiwu-Zeit?
no avatar
  Libby12345
schrieb am 15.08.2019 19:29
Danke Majoni, gut zu hören smile


  Re: Wie war die Geburt nach langer Kiwu-Zeit?
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  RoteBeete
schrieb am 15.08.2019 20:42
Ihr Lieben,

Vielen Dank fürs Teilen Eurer Erlebnisse smile . Ich lasse mir das mal alles durch den Kopf gehen.

Was mir aufgefallen ist, aber das hat nichts mit künstlicher Befruchtung und langer Kiwu-Zeit zu tun: Sobald die Schwangerschaft sichtbar ist, packen alle Frauen, die Kinder geboren haben, ihre Horrorgeschichten von der Geburt aus. Ich möchte selbstbestimmt in den Prozess gehen, und natürlich bin ich heikel. Ihr wisst ja, dass man sich bei der Kinderwunschbehandlung um ziemlich viele Sachen selbst kümmern muss und sich informieren muss, weil die meisten Ärzte nicht einfach so etwas von sich aus erzählen (oder stark vereinfacht) bzw. man muss lernen die richtigen Fragen zu stellen.

Ich dachte irgendwie an Infos im Netz zu kommen und habe "geburt nach ivf" gegoogelt. Bin dann auf eine Studie gestossen, die die Eltern Kind Beziehung (bis zum 4 Lebensjahr) nach IVF beleuchtet und habe mich total aufgeregt, obwohl da bestimmt einige Sachen stimmen. Wie z.B. das Eltern nach IVF übermässig ängstlich sind, dass sie kontrollierter über ihre Emotionen sprechen und auch das Wachstum des Kindes im Bauch eher medizinisch wahrnehmen. Ich hab mich richtig persönlich angegriffen gefühlt, weil ich das Gefühl hatte, dass meine Erfahrung im "normalen" Leben keinen Platz hat und man danach irgendwie nicht richtig tickt als Eltern, die spontan empfangen haben.

Ich hätte gerne eine Hebamme, die auf Geburtsbegleitung nach IVF spezialisiert ist und die meine Gefühle und Empfindungen nicht pathologisiert. Oder irgendwie eine Begleitung, die nicht auf den Super-Mami-Kultur abzielt, der mir soo zum Hals raushängt.


  Re: Wie war die Geburt nach langer Kiwu-Zeit?
no avatar
  DOM82
Status:
schrieb am 15.08.2019 21:09
Rote Beete, du kannst bei dir in der Stadt nach einer Hebammenzentrale oder ähnliches googeln. Sie vermitteln welche und dann auch explizit danach fragen, vielleicht kennen Sie eine, die das macht.

Hast du schon eine Studie gefunden, die Eltern Kind Beziehung nach spontan entstandener Schwangerschaft untersucht. Da wird es bestimmt auch ganz viele Eltern geben, die überfürsorglich sind.
Ich kenne manche Mütter mit ivf, die sich nicht trauen zu zugeben, dass Kinder auch anstrengend sind und sie an manchen Tagen einfach fix und alle sind, nur weil sie in weasen Augen auch immer täglich dankbar sein müssen, dass sie nun ein Kind haben.

Ich bin gespannt, wie du dich entscheidest. Ich bin immer für einen spontanen Versuch und wenn es nicht klappt, dann ein KS. Die Hauptsache ist doch, dass das Kind endlichnauf der Welt ist und du es in Armen halten kannst.


  Re: Wie war die Geburt nach langer Kiwu-Zeit?
no avatar
  Itchybee
schrieb am 15.08.2019 21:21
Hallo RoteBeete,

Wir haben fürs erste Kind 4 Jahre Kinderwunschzeit, 5 negative Iuis und 1 ivf hinter uns. Ich empfand die Zeit als sehr schlimm und ich war sehr verzweifelt auch durch meine Vorgeschichte und die große Angst so niemals schwanger zu werden. Beim 1. Kind habe ich mich ganz bewusst für eine spontane Geburt entschieden, mir aber immer die Option für einen Kaiserschnitt offen gelassen wenn nötig. Es gab leider Komplikationen, mein Sohn hatte Stress und so kam eins zum anderen...
Aber ich konnte trotzdem spontan entbinden.
Aktuell hat es 1 Jahr gedauert, 3 ivf, eine fg und 1 Kryo die sich dann endlich festgebissen hat. Eine Schwangerschaft mit schlimmen Ängsten da ich wochenlang Blutungen hatte ausgelöst durch ein Hämatom. Es war wirklich schrecklich für mich und es ging gut!!!
Nach der 1. Geburt stand nun ein Kaiserschnitt im Raum, aber mein Bauchgefühl sagte mir von Anfang an dass ich eine spontane Geburt will. Ich war trotzdem sehr unsicher was richtig und was falsch ist. Letztlich wurde ich ruhiger nachdem ich mich kurz vor dem ET dann für die spontane Geburt entschieden habe. Ich kann dir also sagen, höre auf dein Bauchgefühl denn mit Angst in die Geburt zu gehen ist nicht gut!
Tatsache ist,dass wir Frauen dafür gemacht sind, auch wenn wir nicht ohne weiteres schwanger geworden sind. Denke daran dass du am Ende dein süßes Baby in den Armen hälst - das entschädigt für alles!!!
Alles Gute für dich und eine sich für dich richtig anfühlende Entscheidungsfindung

LG


  Re: Wie war die Geburt nach langer Kiwu-Zeit?
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  Kala1005
schrieb am 15.08.2019 21:58
Liebe Rote Beete,

Unser Sohn kam nach insgesamt 10 Jahren Kinderwunschzeit (mit Unterbrechungen) und nach der 7. ICSI zur Welt. Ich war zum Zeitpunkt der Geburt 40 Jahre alt.
Es war anfangs so surreal, dass ausgerechnet der letzte Versuch geklappt haben soll und ich habe bei jedem Ultraschall ungläubig auf das klopfende Herzl geschaut.
Als dann der Bauch wuchs und ich das Muckelchen spüren konnte, wurde es etwas realer. So richtig ist es bei mir erst ziemlich am Ende hin angekommen. Beim Füßchen fühlen am Bauch und ganz besonders beim Vorbereiten des Kinderzimmers und beim Einräumen der winzigen Klamotten. Da wurde mir klar, dass da wirklich ein kleines Menschlein in mir wächst und ich das bald im Arm halten werde.
Meine Schwangerschaft war völlig komplikationslos. Ich musste eine kleine Weile Zuckerwerte dokumentieren, aber da war dann doch alles gut. Ich war bis zum Mutterschutz arbeiten (bin Physiotherapeutin), gegen Ende aber mit reduzierten Stunden.
Die Geburt selbst war eine eingeleitete Entbindung. Die Herztöne waren im CTG "eingeengt" und niemand wollte auf den letzten Metern ein Risiko eingehen. Ich habe in einer wunderschönen, selbstbestimmten Geburt unseren Sohn innerhalb von 4h vaginal entbunden. Meine Hebamme hat mich "einfach machen lassen".
Vertraue deinem Körper, auch wenn es schwer fällt. Er kann das. Leider hat man während der vielen Behandlungen den Glauben daran fast verloren. Auch das Gefühl für seinen Körper. Was kann er? Wie reagiert er? Das muss man wieder lernen. Ich war zum Schwangerenyoga. Tolle Sache. Dort habe ich mich wieder spüren gelernt und meinem Körper neu vertraut. Das ich mir wieder sicher sein konnte, wie er reagiert und nicht getäuscht werde von meinem Körpergefühl, wie bei manchen Behandlungen (weisst du, was ich meine? Ich kann es nicht besser beschreiben..)
Meine Hebamme hat nach der Methode Menne-Heller gearbeitet. Sehr ganzheitlich und der Frau und dem Kind zugewandt. Natürliche Prozesse unterstützend und dem Atem und der Atemführung viel Bedeutung beimessend. Jedenfalls war das mein Empfinden und anscheinend für mich das Richtige.
Allerdings ist eine Geburt eine Ausnahmesituation, die einen an seine Grenzen führt und darüber hinaus. Daher kann das, was für die Eine perfekt war, für die Andere gerade nicht das Richtige sein. Und das, was man sich vorher so gut vorstellen konnte, ist dann am Ende evtl. doch nicht das Wahre.

Ich freue mich, dass du dir nach eurem langen Weg endlich darüber Gedanken machen darfst, aber mache dir nicht zu viele. Man verpasst dabei etwas Einmaliges, nämlich, dass im eigenen Bauch ein kleiner Mensch heranwächst und ich bin im Nachhinein manchmal etwas traurig, dass ich das nicht von Anfang an genießen konnte.
Wenigstens konnte ich es am Ende..

Alles Liebe
Kala


  Re: Wie war die Geburt nach langer Kiwu-Zeit?
no avatar
  berlink
Status:
schrieb am 15.08.2019 23:11
Hallo,

Glückwunsch zur Schwangerschaft und weiter toi toi toi!

Ein Geburt sollte m.E. ganz pragmatisch genau eines zum Ziel haben: Kind und Mutter gesund.

Das ganze Drumherum um eine Geburt halte ich für so aufgebläht, für so überbewertet, für viel zu sehr im Mittelpunkt, so dass das Wichtigste (Gesundheit) zur Nebensächlichkeit zu werden droht. Und es kann eben, wie auch hier schon so oft zu lesen war, manche Frauen so verunsichern, dass sie sich Vorwürfe machen, als hätten sie ihrem Kind etwas vorenthalten, als wäre der Weg der Entbindung ausschlaggebend für die Bindung zum Kind, für die Entwicklung des Kindes, für sein ganzes Leben. Dabei ist das Wichtigste, dass das Gehirn des Kindes vernünftig versorgt wird und es unbeschadet den Weg nach draußen findet. Daher halte ich einen geplanten KS auch für unterm Strich besser als vaginal operative Entbindungen oder eben einen sekundärem KS.

Ich habe mich den ganzen möglichen Aktivitäten im Vorfeld (außer den engmaschigen ärztlichen Kontrolluntersuchungen natürlich) gar nicht erst hingegeben, ich habe weder Geburtsvorbereitungskurs besucht und nur eine Hebamme für die Nachsorge gehabt. Für mich war ganz klar, dass ich auf den letzten Metern die gut verlaufende Zwillingsschwangerschaft (zudem bei dem Kiwuweg) nicht durch irgendetwas gefährden möchte. Nun sprachen auch Faktoren eh für einen geplanten KS (der auch bei der Feindiagnostik empfohlen wurde), aber ich hätte mich auch auf nichts Anderes eingelassen. So suchten wir uns ein schönes Datum heraus (22.2. für Twins ganz passend), bei 38 plus null und bis dato keine Wehen..., der KS in einer Klinik der Maximalversorgung (ohne Neonatologie würde ich eh nicht entbinden) verlief kurz und gut, die Kinder waren fit, nach 6 Std. stand ich das erste Mal auf und versorgte die Kinder ab da selbst, hatte ein Zimmer allein mit ihnen. Es war alles gut verlaufen, ohne Komplikationen, abgesehen davon, dass es natürlich ein ganz schöner Streß war mit 2en und es kam gar nicht erst zum viel empfohlenen Wochenbett …. .

Meiner Schwester habe ich bei Zwillingen auch den KS angeraten, nur ging es bei ihr von selbst 5 Tage vor dem geplanten KS Termin losging. Die Kinder waren bei 36 plus 6 fit, sie auch, war auch nach knapp ner Woche zu Hause und am Folgetag erstmal auf ner Geburtstagsfeier... .

Ich würde genauso wieder entscheiden, wohl auch bei einer Einlingsschwangerschaft. Ich brauche kein natürliches Geburtserlebnis, mir ist es nicht wichtig, zu wissen, ob mein Körper natürlich entbinden kann oder eben nicht, mein Selbstwert hängt nicht davon ab, ob ich oder ein OP-Team die Kinder auf die Welt gebracht haben. Ich habe gsd bisher fitte, sich gut entwickelnde Kinder, das ist das, was zählt.

Ich wünsche eine gute Entscheidungsfindung und eine sichere Geburt!


2 mal bearbeitet. Zuletzt am 16.08.19 10:01 von berlink.


  Re: Wie war die Geburt nach langer Kiwu-Zeit?
no avatar
  Lavendelzweig
Status:
schrieb am 16.08.2019 08:36
Hi,

Ich noch mal smile

Zum Thema Horrorgeschichten...erstens empfindet JEDE Frau Schmerzen anders. Ich empfand die Eröffnungsphase natürlich auch schmerzhaft, aber nicht so dass ich dachte "das ist mein Ende". Ich habe versucht mich auf die Atmung und Visualisierung aus dem GVK zu konzentrieren und alles andere aus zu blenden.

Eine Bekannte hatte auch eine "Horrorgeburt". Ewig Wehen, ein Kind das nicht tiefer rutschte und schließlich per Saugglocke geholt werden musste. Aber ich muss dazu sagen -auch wenn es fies klingt- sie wollte sich auch nicht auf die Geburt einlassen. Sie hat Angst vor KHs und da also schon einen gewissen Widerstand. Sie wollte nur liegen, nicht laufen. Im KH selbst war ihr alles zuwider.

Ich denke also die persönliche Einstellung zur Geburt spielt eine Rolle. Was aber nicht heißen soll, dass alle Frauen an einer schlimmen Geburt selbst Schuld sind. Bitte also nicht falsch verstehen.

Und zum Thema "Übervorsichtige Eltern", auch das ist Charaktersache. Ich bin eher der Typ "lass mal machen, wird schon nix passieren". Mein Schwager und seine Frau sichern ihren 4jährigen zu zweit beim Schaukeln...er könnte ja runter fallen..


  Re: Wie war die Geburt nach langer Kiwu-Zeit?
avatar  bubble°
Status:
schrieb am 16.08.2019 11:07
@Rote Beete: Beim ersten Kind nach über 3 Jahren Kiwu war ich zuversichtlich die Geburt betreffend, meine eigene damals hormonbedingte Unfruchtbarkeit stand für mich in keinem Zusammenhang mit der Geburt. Ich glaubte fest daran, dass mein Baby und mein Körper schon wissen, was sie tun. Die Geburt war auch spontan, vaginal, schnell und komplikationsfrei, 5 Std.
Bei Kind 2 war ich ebenfalls zuversichtlich und mit Hybnobirthing, Wassergeburt und 4 Std war es meine absolute Traumgeburt.
Daher bin ich auch zuversichtlich an Kind 3 ran, das dann auch ohne jegliche Zuhilfe (Hormone/KiWu-Klinik) kam - allerdings war ich dann kurz vor der Geburt des 3. Kindes im Selbstzweifel und haderte mit meinem Selbstvertrauen.
Das lag daran, weil ich 3 Wochen vor Geburt schon immer wieder starke und teilweise regelmäßige Wehen hatte und mehrmals mit Fehlalarm im Kreissaal war. Das hatte mich stark verunsichert in meinem Gefühl zu meinem Körper und meiner Intuition. Weil ich mir selbst dann nicht mehr richtig vertraute entschied ich mich, dem Schicksal zu vertrauen.
Und die Geburt selbst war dann auch spontan und mit 7 Std relativ kurz, doch ich brauchte diesmal eine PDA (obwohl ich zuvor für mich immer PDA ablehnte), weil ich zusätzlich extreme Rückenschmerzen hatte und die Kombination aus Wehen und Rückenschmerzen nicht ertragen konnte. Ins Wasser konnte ich diesmal leider nicht, weil die Wanne nicht verfügbar war. Vielleicht hätte ich dort die Schmerzen besser ausgehalten und keine PDA benötigt, wer weiß das schon. Die PDA schenkte mir letztlich eine friedliche, vaginale Geburt. Ich hab jetzt knapp 3 Monate später immer noch mit den Nachwirkungen der langen Vorwehen, Rückenschmerzen und auch PDA zu kämpfen, doch es ist gut wie es war - Mutter und Kind sind gut durch die Geburt gekommen.

Rückwirkend betrachtet für mich:
Selbstbestimmte Geburt anpeilen, sich dafür informieren und vorbereiten (was will ich, was will ich nicht), Hypnosbirthing üben, Wassergeburt wünschen, dafür sorgen dass man vertrauensvolle Personen bei der Geburt dabei hat (wie den Partner und dass die Hebamme sympathisch), PDA umgehen soweit möglich und dann doch offen sein für das, was kommt mit dem Mantra "Alles wird gut, egal wie es kommt." und es annehmen.

@wird schon: Wer sagt, Kaiserschnitt ist medizinisch (gerade bakteriell) am besten fürs Baby? Ich hab ne Frage Gerade für Kaiserschnittbabys gibt es den neuen Trend vaginal seeding, damit sie bakteriell bestens versorgt sind.
Hier noch mal über Vorteile vaginale Geburt: [www.science.lu]

Möchte hier keine Diskussion auslösen, ob vaginal oder KS "besser" ist.
Ich denke, es muss im Einzelfall individuell entschieden werden, ob vaginal der richtige Weg oder der KS doch geeigneter ist.
Und daher gibt da kein besser und schlechter, nur Vor- und Nachteile und diese sind auch nicht fix zu pauschalisieren durch die individuellen Umstände.




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