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  Jemand hier hochsensibel?
avatar  bubble°
Status:
schrieb am 21.01.2019 07:02
Guten Morgen,
ich beschäftige mich in letzter Zeit intensiv mit dem Thema. Bringt mir einige Aha-Erkenntnisse, denn ich bin auch hochsensibel.
Tummeln sich hier noch andere Hochsensible rum?
Wie empfindet ihr die Schwangerschaft? Und wer schon Mama ist, wie die Geburt und das Mama sein?


  Re: Jemand hier hochsensibel?
avatar  Gretchen83
Status:
schrieb am 21.01.2019 11:33
nicht ich, aber mein Mann. Ich kenne es bei ihm ja nicht anders, daher war die Schwangerschaft und Geburt ür mich jetzt nicht anders als erwartet in dieser hinsicht zwinker Was genau interessiert dich bzw. wie gehts dir damit?


  Re: Jemand hier hochsensibel?
avatar  bubble°
Status:
schrieb am 22.01.2019 08:26
Dein Mann ist hochsensibel? Wie ist das für dich?
Ich wollte gern wissen, ob es hier im Forum Gleichgesinnte gibt, vielleicht ein bisschen Austausch oder so.

Also mir wird mit nachhaltiger Beschäftigtigung mit dem Thema mehr bewusst, welche Auswirkungen und Ausmaße es im Leben hat.
So Dinge, die für mich natürlich sind, werden nun verständlich, warum sie für alle normal-sensiblen besonders (toll oder anstrengend oder nicht verständlich) sind.
Warum ich öfter anecke ohne das zu wollen.
Mich betrifft es nicht nur körperlich sondern auch emotional, verfüge neben der hohen körperlichen und emotionalen Empfindsamkeit auch über eine starke Empathie, empfange die Gefühle und manche Gedanken meiner Mitmenschen und verwirre sie damit öfter oder auch mich selbst (es verunsichert mich oft).
Ich wusste schon immer, dass ich anders bin als die meisten um mich herum, dachte nur sehr sehr lange, irgendwas an mir wär verkehrt, weil ich nicht so leistungsfähig und robust bin wie der Mainstream.
Das hatte mich lange sehr unter Druck und Schuldgefühle gesetzt.
Ich arbeite nun daran, bewusst damit umzugehen, dass ich ein Gleichgewicht finde zwischen meiner Sensibilität und dem Alltag um mich rum.
Auch mehr meiner Intiution zu vertrauen.

In der Schwangerschaft bin ich noch sensibler als sonst schon. Was auf der einen Seite schön ist, auf der anderen Seite sehr viel Kraft und Energie abverlangt, als auch mehr Geduld meiner Mitmenschen mir gegenüber. Den Alltag wie gewohnt meistern kann ich nicht mehr. Da gilt es nachsichtig mit mir selbst zu sein.

Die erste Geburt war bei mir schnell, leicht und unkompliziert und doch kann ich nicht sagen, dass sie schön war. Ich verstehe nun auch, warum.
Es war zu viel Fremdeinfluss, zu viel Fremdbestimmung (wenn auch gut gemeint und freundlich) was mich aus meiner Mitte geholt hatte (ich war nicht mehr bei mir sondern im Außen um mich rum) und mich so der Geburtsprozess und die Schmerzen der Presswehen total überrumpelt und überfordert hatten.
Die zweite Geburt ging ich (zufällig ergeben) mit Ansätzen von Hypnobirthing ran und es war ganz anders, trotz Geburt wieder im KK. Diese Geburt empfand ich als mehr selbstbestimmt, schmerzarm und wunderschön.
Jetzt bei der dritten Geburt will ich ebenfalls Hypnobirthing integrieren, am liebsten auch gar nicht im KK, mal sehen, was sich realisieren lässt.

Mutter sein (als Hochsensible) ist auch ganz anders als ich mir immer vorgestellt hatte. Ich dachte immer, ich gehe in meiner Mutterrolle voll auf und gehöre zu den selbstverständlich glücklich singenden, backenden, bastelnden, vorlesenden, spielenden Muttis, die sich in Kita und Schule engagieren und Kostüme selbst nähen und mit Freude einen Ausflug nach dem anderen machen.
Die Realität ist ganz anders. (Nicht, dass ich das alles gar nicht tu, doch nicht so gern, leidenschaftlich und oft wie ich mir vorgestellt hatte und es vielleicht andere tun.) Lange hatte ich deshalb an mir gezweifelt. Jetzt verstehe ich endlich, warum das so ist.
Nun habe ich dadurch die Chance, mein Mutter sein anders wahrzunehmen und zu leben.


2 mal bearbeitet. Zuletzt am 22.01.19 14:12 von bubble°.


  Re: Jemand hier hochsensibel?
no avatar
  Kluntjemedroom
schrieb am 23.01.2019 20:29
Ich denke, das geht nicht nur übersensiblen Menschen so. Man hat doch dank Werbung und Medienein ganz romantisches Bild vom Leben als Mutter. Die Realität, besonders, wenn man berufstätig ist, sieht dann ganz anders aus. Ich habe früher sehr gerne gebacken und ich war sicher, dass mich nichts glücklicher machen wird, als kleinen Pfoten mit den Ausstechern zu helfen und dabei milde zu lächeln.
Ich hasse es, mit Kindern zu backen. Es ist Stress pur. Der Perfektionist in mir hasst die zermatschten Kekse und die Küche kann man mit einer dreijährigen und einem fünfjährigen als Helfer danach abreißen. Ich würde das als Boden der Tatsachen bezeichnen und nicht als ein Zeichen von Sensibilität. Ich bin definitiv dünnhäutiger, empathischer als vor den Kindern, aber das ist doch normal.

Zitat
bubble°

Mutter sein (als Hochsensible) ist auch ganz anders als ich mir immer vorgestellt hatte. Ich dachte immer, ich gehe in meiner Mutterrolle voll auf und gehöre zu den selbstverständlich glücklich singenden, backenden, bastelnden, vorlesenden, spielenden Muttis, die sich in Kita und Schule engagieren und Kostüme selbst nähen und mit Freude einen Ausflug nach dem anderen machen.
Die Realität ist ganz anders. (Nicht, dass ich das alles gar nicht tu, doch nicht so gern, leidenschaftlich und oft wie ich mir vorgestellt hatte und es vielleicht andere tun.) Lange hatte ich deshalb an mir gezweifelt. Jetzt verstehe ich endlich, warum das so ist.
Nun habe ich dadurch die Chance, mein Mutter sein anders wahrzunehmen und zu leben.



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  Re: Jemand hier hochsensibel?
avatar  bubble°
Status:
schrieb am 24.01.2019 08:24
Kluntjemedroom, beruhigend zu wissen, dass es auch Normal-sensiblen mit der Desillusionierung des romantischen Mutterbildes nach der Geburt geht.
Dass jede Frau als Mutter emphatischer und dünnhäutiger wird, kann ich nachvollziehen, macht ja naturgemäß auch Sinn. zwinker


  Re: Jemand hier hochsensibel?
no avatar
  Kluntjemedroom
schrieb am 24.01.2019 11:52
Ich kann seit der Geburt KEINE Kinder leiden sehen. Selbst fiktive Charaktere in Filmen ertrag ich nicht. Berichte über Kinder in Kriegszonen zerreißen mich und ich muss dann wegschalten. Es war früher so vielleichter, leidende Menschen auszublenden. Ich dachte, das würde irgendwann weg gehen, tuts aber nicht.


  Re: Jemand hier hochsensibel?
no avatar
  xX-Spirit-Xx
Status:
schrieb am 24.01.2019 13:02
Zitat
bubble°
Dein Mann ist hochsensibel? Wie ist das für dich?
Ich wollte gern wissen, ob es hier im Forum Gleichgesinnte gibt, vielleicht ein bisschen Austausch oder so.

Also mir wird mit nachhaltiger Beschäftigtigung mit dem Thema mehr bewusst, welche Auswirkungen und Ausmaße es im Leben hat.
So Dinge, die für mich natürlich sind, werden nun verständlich, warum sie für alle normal-sensiblen besonders (toll oder anstrengend oder nicht verständlich) sind.
Warum ich öfter anecke ohne das zu wollen.
Mich betrifft es nicht nur körperlich sondern auch emotional, verfüge neben der hohen körperlichen und emotionalen Empfindsamkeit auch über eine starke Empathie, empfange die Gefühle und manche Gedanken meiner Mitmenschen und verwirre sie damit öfter oder auch mich selbst (es verunsichert mich oft).
Ich wusste schon immer, dass ich anders bin als die meisten um mich herum, dachte nur sehr sehr lange, irgendwas an mir wär verkehrt, weil ich nicht so leistungsfähig und robust bin wie der Mainstream.
Das hatte mich lange sehr unter Druck und Schuldgefühle gesetzt.
Ich arbeite nun daran, bewusst damit umzugehen, dass ich ein Gleichgewicht finde zwischen meiner Sensibilität und dem Alltag um mich rum.
Auch mehr meiner Intiution zu vertrauen.

In der Schwangerschaft bin ich noch sensibler als sonst schon. Was auf der einen Seite schön ist, auf der anderen Seite sehr viel Kraft und Energie abverlangt, als auch mehr Geduld meiner Mitmenschen mir gegenüber. Den Alltag wie gewohnt meistern kann ich nicht mehr. Da gilt es nachsichtig mit mir selbst zu sein.

Die erste Geburt war bei mir schnell, leicht und unkompliziert und doch kann ich nicht sagen, dass sie schön war. Ich verstehe nun auch, warum.
Es war zu viel Fremdeinfluss, zu viel Fremdbestimmung (wenn auch gut gemeint und freundlich) was mich aus meiner Mitte geholt hatte (ich war nicht mehr bei mir sondern im Außen um mich rum) und mich so der Geburtsprozess und die Schmerzen der Presswehen total überrumpelt und überfordert hatten.
Die zweite Geburt ging ich (zufällig ergeben) mit Ansätzen von Hypnobirthing ran und es war ganz anders, trotz Geburt wieder im KK. Diese Geburt empfand ich als mehr selbstbestimmt, schmerzarm und wunderschön.
Jetzt bei der dritten Geburt will ich ebenfalls Hypnobirthing integrieren, am liebsten auch gar nicht im KK, mal sehen, was sich realisieren lässt.

Mutter sein (als Hochsensible) ist auch ganz anders als ich mir immer vorgestellt hatte. Ich dachte immer, ich gehe in meiner Mutterrolle voll auf und gehöre zu den selbstverständlich glücklich singenden, backenden, bastelnden, vorlesenden, spielenden Muttis, die sich in Kita und Schule engagieren und Kostüme selbst nähen und mit Freude einen Ausflug nach dem anderen machen.
Die Realität ist ganz anders. (Nicht, dass ich das alles gar nicht tu, doch nicht so gern, leidenschaftlich und oft wie ich mir vorgestellt hatte und es vielleicht andere tun.) Lange hatte ich deshalb an mir gezweifelt. Jetzt verstehe ich endlich, warum das so ist.
Nun habe ich dadurch die Chance, mein Mutter sein anders wahrzunehmen und zu leben.

Hallo Bubble,

hier ich bin hochsensibel! Ich erkenne mich auch in vielem wieder was du beschreibst. Insbesondere das Mutter-sein ist so ganz anders als ich es mir vorgestellt hatte. Es strengt mich viel mehr an als andere. Ich brauche öfter Pausen. Alleinerziehend zu sein wäre für mich sicher nicht machbar, ich würde das nicht packen.
Playdates, Treffen mit andern Müttern, die eigentlich Freude bereiten sollten sind anstrengend für mich und ich bräuchte danach eigentlich eine Pause. Abends im Bett gehe ich dann diese Dates nochmal durch und hinterfrage was ich da so an "Schwingungen" aufgenommen habe. War das gut, war das schlecht?
Ich kann mich allerdings viel besser in die Gefühle meiner Kinder reinversetzen als andere. Ich weiß genau was sie jetzt brauchen und was ihnen guttut und was nicht. Die große hat dadurch quasi keine Trotzphase gehabt und auch die kleine wütet bisher viel weniger als andere Kinder.

Meine Kinder sind übrigens auch hochsensibel. Durch das nachforschen für die große bin ich damals drauf gekommen, dass ich es auch bin. Und weiterhin ist meine Mutter auch hochsensibel.. Wie ist es mit deinen Kindern? Hast du da mal was bemerkt?

Die Schwangerschaften hab ich schon intensiv wahrgenommen. Bewegungen hab ich sehr früh gemerkt, jeweils ab der 14. Woche. Ich hab genau gemerkt wie meine Organe verschoben wurden. Aber alles in allem war es ok und ich war noch belastbar. Die Geburten haben sich lange vorher angekündigt, die erste schon eine Woche früher, da waren wir im Urlaub und ich hatte schon meine Kliniktasche dabei und Maxi Cosi. Das war aber 4 Wochen vor Termin! Dann fragte mich meine Freundin ob ich zum Geburtstag zu ihr komme und ich habe verneint, weil ich jeden Tag mit der Geburt rechne, das war am 13.4. (3 Wochen vor Termin!) und am 14.4. wurde sie geboren!
Die Wehen waren komischerweise erträglich bis kurz vor den Presswehen, diese letzten Eröffnungswehen waren echt schlimm. Die Austreibungsphase war dann wieder ok, ich konnte reden währenddessen.

Leider ist das Thema Hochsensibilität ja keines wo jeder für Verständnis hat, drum gehe ich damit nicht so hausieren, aber ich beschäftige mich so oft mit dem Thema und entdecke immernoch neues.
Bei uns hat die Volkshochschule sogar einen Kurs dazu, ich überlege dort mal hinzugehen.

Ich wünsche dir jedenfalls für deine weitere Schwangerschaft alles Gute und wenn du dich mit mir austauschen möchtest, habe ich gern ein offenes Ohr smile Liebe Grüße


  Re: Jemand hier hochsensibel?
no avatar
  Solani
Status:
schrieb am 24.01.2019 15:19
Ich bin als Kind von einer Psychologin auch als hochsensibel diagnostiziert worden. Ich war extrem schüchtern bei Fremden und Autoritätspersonen, deshalb hatte ich einige Gespräche mit einer Psychologin. Z.B. Zeitung lesen bzw. Nachrichten schauen hat mich sehr mitgenommen, das wurde mir deshalb verboten. Es ist aber viel besser geworden bzw. ich kann besser damit umgehen. Also meine Selbstschutzstrategien scheinen mittlerweile gut zu funktionieren. Ich glaube nicht, dass es jemanden auffällt, der mich kennt. Ich mache auch kein Thema daraus, ich glaube, viele sind so, ohne das sie es wissen. Und ich bin sicher auch kein schwerer Fall (mehr) (zumindest fühle ich mich nicht so).
Kinder sind oft laut, hektisch und schnell, wenn man darauf empfindlich reagiert ist das natürlich extrem anstrengend. Wenn ich mich darauf vorab einstelle habe ich weniger Probleme.
Mein Kleiner ist noch sehr klein (15 Monate) und ich treffe mich schon regelmäßig mit Freunden/Bekannten, aber ich achte darauf, dass es mir und meinem Kleinen nicht zuviel wird. Mir fällt oft auf, dass mein Kleiner oft auch fast erleichtert wirkt, wenn wir wieder zuhause sind. Obwohl er wirklich nicht wie ein "Sensibelchen" auf mich wirkt (und auf sonst auch niemanden). Freunde von mir finden es oft witzig, dass jemand wie ich so ein lautes und lebendiges Kind hat. Aber da kann man sich auch täuschen. Wir brauchen alle unsere Ruhephasen, manche mehr und manche weniger. Mir war als Kind meine Schwester oft zuviel, sie konnte nicht alleine sein, wollte immer was mit mir machen und ich wollte das nicht immer.
Wenn mir mein Kleiner zu anstrengend wird, dann gehen wir spazieren. Alleine, also keine Spaziergehtreffs. Natur tut mir gut. Wenn ich dann 1h unterwegs bin gehts mir besser, er schaut und wenn wir es am Ende dann auf den Spielplatz schaffen, dann ist er auch voll zufrieden.
Ich habe auch vor der Geburt meines Sohnes als Tante viel mit mit kleinen Kindern gemacht. Auch Kekse backen. Für mich ist es Einstellungssache. Wenn ich vorher weiß, dass das eine Riesen-Sauerei wird, dann ist das ok für mich. Sauerei machen kann ich nämlich auch, wenn ich das will. smile Und nebenher selbst schöne Kekse machen, das geht auch. Die Kleinen müssen ja nicht überall dranngrapschen. Dafür bin ich zwar schonmal von meiner Schwägerin kritisiert worden (die Kinder müssen doch die schönsten Kekse machen!), aber sowas ist mir dann auch herzlich egal. Sie backt mit ihren Kindern keine Kekse, also was soll das. Und schmecken tun alle.

Übrigens, falls es jemanden interessiert, hier kann man einen HSP Test machen.




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