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  Schwanger und nur Beschwerden
   Gizmo76
schrieb am 11.01.2019 18:39
Hallo ihr Lieben,
bis jetzt war ich nur eine stille Mitleserin in diesem Forum. Aber im Moment geht es mir so schlecht, dass ich eure Unterstützung brauche. Kurz zu meiner Geschichte: seit 5 Jahren versuchen wir schwanger zu werden. Bedingt durch ein schlechtes Spermiogramm sind wir auf ICSI angewiesen. Nach 9 erfolglosen Versuchen in Deutschland waren wir im Sommer zur Eizellspende in Prag. Und es hat sofort beim ersten Versuch dort geklappt !
Ich bin jetzt in der 27. SSW und habe leider nur Beschwerden. Die ersten 20 Wochen plagte mich die Übelkeit. Danach folgten die ersten schlaflosen Nächte durch Ischias-Beschwerden. Nachdem ich das durch Krankengymnastik in Griff bekommen habe, erfolgte eine ISG-Blockade. Also weiterhin Schmerzen im Gesäß und im Kreuzbeinbereich. Ich bin jetzt in der 7. Woche, in der ich nachts wenig (manchmal gar nicht) schlafe. Langsam verlassen mich meine Kräfte und ich glaube, dass ich das nicht schaffe. Vielleicht bin ich einfach zu alt (42) für eine Schwangerschaft . Ständige Schmerzen und das Gefühl, dass mir keiner helfen (kann) machen mich fertig.

Eine verzweifelte Schwangere


  Re: Schwanger und nur Beschwerden
   Bambii
Status:
schrieb am 11.01.2019 18:47
Hallo,

Ich hatte auch die ersten 20 Wochen mit Übelkeit und Erbrechen zutun. Seitdem habe ich auch eine symphysenlockerung.
Das ist auch sehr schmerzhaft, und mein Arzt meinte auch erst Augen zu und durch. Beim nächsten Besuch hab ich gnädigerweise einen Gürtel zur Stabilisierung bekommen.
Ich verstehe dich sehr gut, habe noch zig andere Wehwehchen... und noch gut 9 Wochen vor mir. Es ist teilweise zum verzweifeln, ich habe nun auch noch Rückenschmerzen,also das jede Position einfach unbequem ist.

Ob es was mit dem Alter zu tun hat ? Ich bin 26 und manchmal auch mit den Nerven am Ende winken
Ich rede mir ein, ich weiß wofür ich es mache. Auch wenn meist leichter gesagt als getan.


  Re: Schwanger und nur Beschwerden
   kleinesWunder
schrieb am 11.01.2019 19:28
Liebe Gizmo,
oh je, ich kann das Gefühl, keine Kraft mehr zu haben, gut verstehen. Ich bin zwar "erst" in der 15. SSW, aber seit Beginn der Schwangerschaft ging es mir vielleicht an drei, vier Tagen einigermaßen gut. Ich lag 6 Wochen mit hyperemesis (extremer Übelkeit) flach im Bett,im meist abgedunkeltem Raum und habe im Bett gegessen und mir ging es sehr elend. Was mir persönlich geholfen hat war, dass ich mir immer gesagt habe, dass es bald bestimmt besser wird und die US-Bilder von meinem Kleinen, ich wollte für es kämpfen und stark sein. Obwohl ich auch oft dachte, ich halte das nicht mehr aus. Gegen Ende kamen dann noch zwei grippale Infekte usw. dazu.
Hast du denn eine Hebamme, die dich vielleicht unterstützen kann? Hast du einen Mann bzw. Familie, die deine Probleme ernst nehmen und dir helfen und dich unterstützen? So etwas ist ja auch schon viel wert. Vielleicht kannst du mal überlegen, was dir jetzt am besten helfen könnte, was du brauchst und das versuchen, irgendwie zu bekommen. D.h., wenn du nachst nicht schlafen kannst, ob vielleicht Ruhepausen am Tag möglich sind oder ein Mittagsschlaf. Musst du denn noch arbeiten oder kannst du eine AU oder ein BV bekommen? Gibt es Menschen in deiner Nähe, mit denen du gut reden kannst, die dich vielleicht stärken können? Ich weiß, wahrscheinlich wünschst du dir einfach Schlaf und schmerzfreie Zeit, aber du hast so viel geschafft, bist schon in der 27. Woche und ganz bestimmt schaffst du den Rest auch noch!
Mir hat es geholfen, dass mein Mann mich gut unterstützt hat, ich keinen großen Druck hatte, da ich sofort aus der Arbeit herausgenommen wurde wg. Risikoschwangerschaft und ich immer mal wieder mit guten Freundinnen telefoniert habe. Ich drücke dir fest die Daumen, dass du gut durchhälst, es dir bald besser geht und du jeglich mögliche Hilfe irgendwie bekommst. Und nein, du bist nicht zu alt (ich bin auch bei der Geburt schon 40), jeder Körper reagiert einfach anders. Ich bin ein fitter, sportlicher und sehr aktiver Mensch gewesen, mit Beginn der Schwangerschaft war ich schlagartig ein anderer Mensch, dauermüde und leidend. Allerdings war ich immer für andere da und habe mich zurückgenommen, das ist nun anders, ich habe als es mir so schlecht ging, erstmal an mich gedacht, um das irgendwie durchzuhalten. Alles, alles Gute für dich und ganz viel Kraftwinkewinke


  Re: Schwanger und nur Beschwerden
no avatar    bubble°
Status:
schrieb am 12.01.2019 08:59
Hi, ja, das ist nicht schön nach jahrlangem Kiwu mit einer unschönen Schwangerschaft konfrontiert zu werden, oder?
Bevor man schwanger ist hat man die romantische Vorstellung, wenn dann das Baby im Bauch ist läuft man versonnen auf rosa Wattewolken umher, ist die "strahlende Schwangere" und wuppt den normalen Alltag mit Leichtigkeit weiter, denn immerhin bleibt alles wie immer, es ist ja nur ein Baby im Bauch, nicht wahr?
Ja klar, das gibt es auch tatsächlich. Wenn meist auch nur im 2. Trimester.
Doch es ist diese Grunderwartung an eine Schwangere, so zu sein, was Druck aufbaut. Wer noch nicht schwanger war, dem kommen die "angedrohte" Übelkeit und Rückenschmerzen wie ein Klacks vor, weil man doch davon abgesehen so überglücklich ist, dass es Nebensache wird.
Bis man es erlebt... Und wer es erlebt hat und einige Jahre ins Land gezogen sind, der erinnert sich meist nur schwammig an diese Zeit.
Denn, die nüchterne Wirklichkeit ist meist jedoch eine andere.

Die ersten Monate plagen sich sehr viele herum mit Übelkeit, Müdigkeit, Kopfschmerzen. Die Haut wird unrein, die Haare strähnig, man fühlt sich wie ein hässlicher Teenie. Man kriegt schlechte Laune, weil man nichts mehr riechen kann ohne dass einem wieder übel wird und weil man den ganzen Tag lang schlafen könnte und noch nicht mal zu gewohnten Aufputschmitteln greifen kann.
Durch die Hormone wird man ein anderer Mensch - hochempfindlich, super weinerlich, explosiv.

Die Umstellung auf "schwanger" kommt dazu - was alles wegfällt an Gewohnheiten, evtl Hobbies aufgeben, kein Alkohol, keine Zigaretten, kein dies, kein das, hier aufpassen, da aufpassen... Selbst wenn man vieles vorher nicht machte/konsumierte, was in der Schwangerschaft "verboten" ist, man dürfte ja eben noch nicht mal, wenn man wollte. Man ist in der Schwangerschaft schon verantwortlich für das Leben des Babys. Womöglich verändern sich in der Zeit auch die Freundschaften und durch alle Umstellungen (Leben ist nicht mehr wie vorher, man ist viel zu Hause) fühlt man sich allein und isoliert. Womöglich ergeben sich Beziehungsprobleme durch die neue Situation (Zukunftsängste, Paarfindung als werdene Eltern, Verarbeitung der hormonellen und körperlichen Veränderungen).
Das Leben wirkt fremdbestimmt und es ist eben doch nicht einfach nur ein Baby im Bauch, alles verändert sich.
Man erkennt sich selbst nicht wieder durch alles, was die Veränderungen im Körper und all die Emotionen mit einem machen.
Mit all dem muss man erst mal klar kommen.

Dazu dann das "glorreiche" 2. Trimester (oftmals ziehen sich wie bei dir die Beschwerden der ersten Monate da weiter hinein) sorgt zwar oft dafür, dass Haut und Haare wieder schöner werden und der Magen sich beruhigt, doch dann kommen eben die Rückenschmerzen dazu. Oder anhaltende Kopfschmerzen. Oder statt Übelkeit, arge Verdauungsprobleme. Oder Hämorriden. Oder die schlaflosen Nächte, wegen Kopfkarussel der Zukunftsgedanken (schafft man es finanziell, schafft man es, dem Kind gerecht zu werden, schafft man es ein Paar zu bleiben, kriegt man es mit dem Spagat Familie-Arbeit hin...?), kribbelnden Beinen, schmerzenden Brüsten, Rückenproblemen... Oder oder oder. Man hat so viele unterschiedliche Schmerzen, man fühlt sich total zerbrechlich.

Spätestens im 3. Trimester dann kommen die Wassereinlagerungen und die Unbeweglichkeit dazu. Nun macht es einfach wirklich keinen Spaß mehr, schwanger zu sein. Man fühlt sich wie ein Tattergreis - ultra langsam, ultra unbeweglich, ultra vergesslich, ultra griesgrämig, abhängig von Hilfe anderer...

Verflixt, so hat man sich eine Schwangerschaft einfach nicht vorgestellt!

Und klagen darf man bitte nicht, immerhin hat man sich das Kind ja gewünscht!
Und zudem bekommen Frauen seit jeher Kinder, ist doch ganz natürlich! (Also bitte nicht so anstellen!)
Und "alle" anderen Schwangeren scheinen doch so super fit und zufrieden! (Dass man einem von außen nichts ansieht, es evtl. nur Fassade ist und kaum einer darüber spricht, daran denkt man nicht.)
Und man ist eben schwanger, nicht krank. (Dass man sich krank fühlt scheint irrelevant, denn die Beschwerden sind ja schwangerschaftsbedingt also "zählen" sie nicht...)
Und man soll doch bitte auch an all die schönen Dinge denken und dankbar sein, die Freude auf das Kind, das Besorgen und Einrichten der Babysachen, die neuen Kontakte durch die SS-Kurse...

Dass so viel Veränderung (innerlich wie äußerlich, körperlich wie psychisch, negativ wie positiv) auf einmal in so kurzer Zeit einfach wahnsinnig anstrengend und sogar überfordernd sein kann und einen immer wieder an seine Grenzen bringt, daran denkt kaum einer, der nicht auch gerade da drin steckt.

Also... nun, ich gehöre auch nicht zu den wenig auserwählten super glücklichen und fitten Schwangeren.
Die 1. Schwangerschaft war ich zwar super glücklich (nach jahrelangem Kiwu endlich) und hatte nur leichte körperliche Beschwerden, aber ich erinnere mich noch gut daran, dass die für mich schon ausreichend schlimm waren. Ich war einfach desillusioniert von der Realität.
In der 2. Schwangerschaft lag ich anfangs dann 5 Wochen komplett im Bett mit Dauerübelkeit und Dauermigräne - und das mit Kleinkind dabei (ohne Haushaltshilfe lief in den Wochen nix). An den Rest der Schwangerschaft kann ich mich leider gar nicht großartig erinnern, weil sie wegen des Geschwisterkindes nebenbei lief, aber ich weiß noch, ich war fix und fertig. U.a. weil ich nachts ja wegen der Großen immer aufstehen musste und tagsüber kaum Pausen hatte.
Jetzt die 3. Schwangerschaft kann ich auch nicht genießen, Übelkeit, Müdigkeit, Kopfschmerzen haben mich die ersten Monate immer wieder ins Bett gehauen, Anfang auch Blutungen gehabt. Übelkeit ist zwar weg seit einigen Wochen, aber die Kopfschmerzen und die Müdigkeit sind geblieben. Zudem hab ich von Beginn schon mit Ödemen zu tun, die mich besonders nachts plagen und neuerdings kommen die Rückenschmerzen dazu.
Ich habe nun auch schon viele schlaflose Nächte. Meine Laune ist jetzt schon griesgrämig.

Was alles irgendwie erträglich macht:
zu wissen, dass es bald vorbei ist und reduzieren und sich Hilfe holen.

Ansprüche runterdrehen - weniger leisten als vorher, mehr Pausen machen, bewusst langsamer machem, Haushalt mal links liegen lassen etc.
Wenns gar nicht geht, sich krank schreiben oder sich ein Beschäftigungsverbot ausstellen lassen.
Partner, Familie und Freunde um Hilfe bitten (mal mit einkaufen gehen, mal mit putzen helfen, Zukunftspläne - einfach die Dinge nicht allein machen müssen).
Es gibt Einrichtungen wie Caritas, ProFamila oder die Diakonie, die Schwangere bis in die ersten Lebensjahre der Kinder begleiten, sie helfen u.a. bei den ganzen Anträgen (Elterngeld etc.).
Deine Hebamme ist eine wertvolle Ansprechpartnerin, auch sie ist für deine Sorgen zuständig.
Wenn sie dir direkt nicht weiterhelfen kann, kann sie dich vermitteln, wo du dir Gutes tun kannst (vieles als Kassenleistung) - Akupunktur, Osteopathie, Homöopathie, Bachblüten, Reiki, Massage, Yoga, Wassergymnastik, autogenes Training etc.

Und ja, ein noch sehr wertvoller Tipp wurde schon gegeben: an sich selbst denken!

Nicht immer für andere da sein, sondern sich an erste Stelle stellen und auch Nein sagen.
Schlechtes Gewissen muss man nicht haben, darf man aber, solange man nicht einknickt und doch wieder tut und macht über seine Kraft hinaus.

Lass die Dinge sein, die dir zu viel sind.
Und wenn es gefühlt alles ist und du nur im Bett oder auf dem Sofa liegst - dann ist das so!
Nimm Druck raus.
Du darfst nicht können und nicht wollen.
Und darfst die Schwangerschaft blöd finden wegen der Beschwerden und dich trotzdem auf dein Baby freuen.

Du bist schwanger - du bist jetzt ein ganz anderes Ich als sonst.
Und das darf so sein.
Und du darfst dieses Ich auch blöd finden und dich trotzdem lieb haben und für dich sorgen.

Wenn du Mama bist, wirst du wieder ein anderes Ich werden. Einiges aus deinem alten Ich kommt wieder, anderes wird neu.
Mutter werden und sein bedeutet viel Veränderung.

Es anzunehmen wie es ist, erleichtert vieles.
Vielleicht schafft man es auch, einiges ab und an mit Humor zu nehmen.
Ja, ich weiß, Schmerzen sind sch*!
Aber sie sind nun mal da, auch wenn man sie mit ein paar Hilfmitteln lindern und erträglicher machen kann.

Und dazu kann ich dir sagen - das Gefühl, keine Kraft mehr zu haben, kenne ich auch nur zu gut.
Es ist vermutlich wenig trostvoll, wenn ich dir sage, dass dieses Gefühl nach der Geburt auch immer wieder kommt.
Und doch - man schafft es.
Irgendwie.
Es stimmt der Spruch "Man wächst mit seinen Aufgaben."
Wichtig ist nur, dabei auf sich selbst achten.
Gerade wenn man das Gefühl hat, an seine Grenzen zu stoßen, schafft man es meist doch, diese zu erweitern.
Nur auf einem anderen Weg als bisher.
Und diesen anderen Weg gilt es zu finden.

Ich wünsche dir (und auch allen anderen verzweifelten und leidenden), dass du deinen anderen Weg bald findest und merkst, dass du es doch schaffst.
Dass du Hoffnung und Zuversicht spürst auch in deinen schweren Zeiten.

PS: Schau, Immerhin hast du deinen langen Kiwu-Weg ja auch gemeistert, du schafft nun auch die Schwangerschaft und die Zeit nach der Geburt, ganz gewiss. Auch wenn es sich zwischenzeitlich nicht so anfühlt.


3 mal bearbeitet. Zuletzt am 12.01.19 12:31 von bubble°.


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  Re: Schwanger und nur Beschwerden
   iorana
Status:
schrieb am 12.01.2019 11:06
Das hast du aber schön geschrieben Bubble.


  Re: Schwanger und nur Beschwerden
   KiLiLu
Status:
schrieb am 12.01.2019 11:54
Word, Bubble. So ein toller Beitrag knutsch


  Re: Schwanger und nur Beschwerden
no avatar    Gretchen83
Status:
schrieb am 12.01.2019 21:43
Wow, bubble, chapeau. Du bist eine echte wortkünstlerin... Ich werd deinen Text in mein schwangerschaftsjournal schreiben... Das ist mir echt zu Herzen gegangen.

An die TE: wenig was Bubble noch nicht gesagt hat, was mir noch einfällt. Ich kann dir nur versichern, dass du mit all deinen Gefühlen, Schmerzen, Ängsten nicht alleine bist und du hier immer offene Ohren findest! Mein dringender konkreter Mediziner-Rat an dich wäre 1. Osteopathie (!!!!!) 2. Akupunktur, 3. einen Termin bei einem Arzt für physikalische Medizin, wenn es in deiner Nähe einen gibt (Achtung, das ist weder ein Sportarzt noch ein Orthopäde!).

Ich wünsche dir ganz viel Kraft und dass du vor der Geburt noch mal richtig Luft holen kannst. So klischeehaft es klingt - dein Kind entschädigt dich so dermaßen für alles was du vorher durchmachen musstest. Dabei will ich die erste Zeit nach der Geburt nicht beschönigen... Auch das verlangt dir kräftemäßig nochmal alles ab (umso wichtiger, dass du vorher deine Beschwerden etwas in den Griff kriegst damit du noch nicht völlig auf dem Zahnfleisch gehst...), und du wirst Nächte verbringen, von denen du nie gedacht hast, dass du sie je erleben wirst, so müde und fix und alle wirst du sein, aber dein Kind wird dich einmal anlächeln und du wirst alles vergessen und Rotz und Wasser heulen vor Liebe. Es ist es wert. Du bist schon so weit gekommen,was hinter dir liegt, ist so ein länger harter weg gewesen... Halte durch. Und wenn du nicht mehr kannst, meld dich hier bei uns, bist du in deinem Geburtsmonatsthread aktiv? Das kann ich dir nur von Herzen empfehlen, wir haben da zB eine ganz wunderbare Gemeinschaft daraus gemacht die auch nach der Geburt unserer Mäuse unwahrscheinlich viel Unterstützung bietet! Wenn du medizinische fragen hast, aber auch einfach so kannst du somir zB. Auch gern jederzeit eine PN schreiben smile

Alles alles Liebe
Gretchen


  Re: Schwanger und nur Beschwerden
no avatar    Ellie 83
Status:
schrieb am 12.01.2019 22:40
Bubble, wie Recht du hast! Ich hatte etwas Pippi in den Augen. Heute, wo die Kinder fast 2 und fast 4 sind, frage ich mich noch oft, wie ich das alles schaffen soll... Irgendwie ist es bis jetzt noch nicht leichter geworden. Aber die Kraft ist da, wenn man keine Wahl hat und es stimmt, dass man auch sich achten und Freiräume schaffen und neue Wege suchen muss. Schön ist es trotzdem und bereut haben wir es nie! Vorgestellt hatte ich mir das aber so auch nicht - obwohl ich schon durch meine Nichten / Neffen ganz realistische Einblicke hatte...

Gizmo,
mir ging es tatsächlich in der ersten Zeit besser als dir, weil ich von der Übelkeit verschont wurde, aber in der zweiten Hälte hatte ich ebenfalls viele Schmerzen, die gerne mal als Wehwehchen abgetan werden... Starke Übelkeit, wochenlang liegen müssen, nicht mehr schmerzfrei gehen können oder Schlafentzug sind einfach furchtbar! Ich habe mich nach der Arbeit einfach immer erstmal stumpf aufs Sofa gesetzt und mich ausgeruht (beim ersten Kind) - auch schon im ersten Drittel. Und glaube mir, es liegt nicht an deinem Alter. Schlafmangel ist nicht umsonst eine Foltermethode. Wenn du schlafen könntest, wäre wahrscheinlich alles andere viel besser zu ertragen. Leider zieht sich das mit dem Schlafmangel noch eine Weile hin... Aber auch da heißt es: Sich Schlafzeiten schaffen und ausruhen, wo immer es geht. Ich drück dir die Daumen, dass deine Schmerzen wieder besser werden (war bei mir am Ende tatsächlich nochmal so) und du wieder besser schlafen kannst. Probier einfach Einiges aus und bleib Zuhause, wenn es so nicht mehr geht!
Ganz liebe Grüße
Ellie


  Re: Schwanger und nur Beschwerden
no avatar    bubble°
Status:
schrieb am 13.01.2019 08:21
Danke euch Liebe , hatte nicht damit gerechnet, dass meine Worte so berühren.

Stimmt, diesen Punkt hatte ich gedacht, doch nicht mehr aufgeschrieben - sich mitteilen ist Gold wert.
Gleichgesinnte finden, sich austauschen und sich helfen und stützen lassen, auch "nur" verbal, das ist sehr wichtig.
Es tut einfach gut zu wissen, dass man nicht allein ist und verstanden wird.

Ich möchte hier im Besonderen auch noch Gretchen zustimmen.
Ich habe mich beim Schreiben auf die Schwangerschaft konzentriert, sie hat aus aktuellem Anlass auch die Zeit danach bedacht. (An dieser Stelle einen Glückwunsch an deine Mutterschaft! Blume)
Die Liebe zum Kind ist tatsächlich der Grund warum Frauen sehr oft mehr als ein Kind bekommen (sofern möglich).

Es ist die größte Herausforderung und gleichzeitig das größte Geschenk im Leben Mutter (oder Vater) zu sein. (Zumindest empfinde ich das so.)

Ich will nichts beschönigen.
Lebensängste, pure Verzweiflung, Schuldgefühle, am Rande der absoluten Erschöpfung stehen, Selbstaufgabe verhindern, auch Bedauern - sich fragen, wie man diese Schmerzen (Geburt, Stillen am Anfang etc.) überstehen soll, wie man die kommende Nacht oder Tag (wieder ohne Schlaf oder krank fürs Kind da sein) überleben soll, wie man all seine Wut und Verzweiflung (Trotzphasen des Kindes) zügeln soll, wie man mit seiner Scham (ist man eine schlechte Mutter, versagt man?) umgehen soll, wie man seine Schuldgefühle (Fehler im Umgang mit den Kindern, dem Kind/ern gerecht werden, mal an sich selbst denken oder, ja, auch Bedauern ein/weiteres Kind bekommen zu haben) wieder loswird... - mit all dem und noch vielem mehr wird man immer wieder konfrontiert.

Und doch lohnt es sich alle Mal!
Das eigene Kind entlohnt einen für all die Strapazen.
Wir merken immer wieder, dass wir stärker sind als wir glaubten und dass es doch immer einen Weg gibt, egal wie aussichtslos es zu sein scheint.
Ein Kind kostet wahnsinnig viel Kraft und Energie und schenkt einem gleichzeitig unglaublich viel Wachstum und innere Stärke.
Denn wir werden mit dem eigenen Kind intensiv mit uns selbst konfrontiert und heilen unser Herz.
Zudem ist es ein sehr ergreifendes Gefühl, dass das Kind einen bedinungslos liebt - egal wie fehlbar wir sind, ein Kind urteilt darüber nicht (das kommt erst viel später und nur, weil es dies gelernt hat).
Diese Liebe zwischen Mutter und Kind, zwischen Eltern und Kind, ist eine ganz ganz besondere.
Sie ist die treibende Kraft, dass wir es doch schaffen und immer wieder erneut über uns selbst hinauswachsen.
Und darauf dürfen wir (Schwangere) uns freuen und (schon Mütter) zu Recht stolz sein.

(PS: Hier möchte ich allen Müttern (und auch Vätern), die ihre Kinder bei anderen Menschen aufwachsen sehen, kein schlechtes Gewissen machen. Jeder hat seine (Beweg-)Gründe.)


2 mal bearbeitet. Zuletzt am 13.01.19 08:44 von bubble°.


  Re: Schwanger und nur Beschwerden
   Kluntjemedroom
schrieb am 14.01.2019 13:54
Falls die Schmerzen so schlimm bleiben würde ich mir einen Termin bei einem Facharzt (Anästhesie/ Schmerztherapie) besorgen. Auch schwanger kann man einiges nehmen, um aus dem Schmerzkreislauf raus zu kommen. Ich hatte nach der Geburt eine ISG Blockade. Der Horror! Schlafen wenn das Baby schläft ging vor Schmerzen lange gar nicht! Bei mir hat Ostheopathie und Chiropraktik geholfen. Mein Mitgefühl.




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