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  Ein kleiner Dezemberkrimi – mit sehr glücklichem Ende (Geburtsbericht - achtung, WIRKLICH lang)
no avatar    Gretchen83
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schrieb am 31.12.2018 17:08
Meine Lieben,

Alles pendelt sich bei uns allmählich ein, unsere kleine Raupe Nimmersatt schläft doch tatsächlich gerade schon seit einer ganzen Stunde, also kann ich euch endlich mal unsere Geburtsgeschichte aufschreiben. So schrecklich schrecklich lange mussten wir auf dich warten, Minimaus, und dann hast du am Ende noch mal so einen spektakulären Auftritt hingelegt... Aber von vorne. Seid gewarnt, es wird emotional, graphic und laaaaang, aber es gibt ein echtes Happy End. Viel Spaß beim Lesen!Schnuller

Unser ET am Dienstag den 18.12. begann eigentlich vielversprechend mit einem Besuch bei der Hebamme, es zeigte sich da schon ein ganz weicher, geburtsreifer MuMu, fingerdurchlässig offen. Um diese Zeit rum hatte ich bereits mehrere Nächte mit regelmäßigen Wehen hinter mir, die aber immer wieder versiegten. Und so sollte es noch einige Tage weitergehen... Der Befund am ET hatte mich immens angespornt und ich war sicher, dass wir die Kleine noch vor dem Wochenende in die Arme nehmen würden. Aber die Woche verstrich, und es passierte nicht viel, ich wehte leise aber beständig ohne große Zunahme vor mich hin. Wir versuchten alles aus der Trickkiste, aber die Hebamme war zurückhaltend mit intensiveren Maßnahmen, eine Eipollösung sei aufgrund der bereits bestehenden andauernden Wehen unnötig, einen Cocktail wollte sie frühestens an ET+7 geben. Wir freuten uns weiterhin auf ein Weihnachtsfest zu dritt.
Am Sonntag den 23. machten wir nochmal nen richtig langen Nachmittagsspaziergang mit anschließendem Teechen in einem Lieblingscafé, wo wir auch unsere Hochzeit gefeiert hatten. Die Stimmung bei Mann und mir war total gut und zuversichtlich, und siehe da, noch im Café bekam ich mal wieder regelmäßig Wehen. Auf der Heimfahrt im Auto fuhr ich schon an der Autobahnausfahrt vorbei weil ich eine stärkere verschnaufen musste. Zuhause dann ganz langsame aber stetige Steigerung, nochmal Wanne, ab ca. 22 Uhr so, dass ich dachte: „Puh jetzt aber mal ins Bett, sonst bist du morgen nicht fit, wenn sie kommen will...“ Wie recht ich damit haben würde... Ich konnte nicht schlafen. Die Wehen kamen schnell erst im 10, dann 8, dann 5, dann 2-Minutenabstand. Draußen stürmte es wie blöde, ich total gespannt an der Wehentracker-App, der Mann bekam ab und zu ein Update, schlief aber selig. Gegen 3 Uhr morgens musste ich bereits Abstände von unter 2 min. im Vierfüßler veratmen so dass ich dachte, „Jetzt wird’s langsam Zeit, die Hebi anzurufen. Shit, es ist mitten in der Nacht und so ein Sauwetter... Toll, der Taxifahrer wird laut Scheiße schreien... na ich warte mal noch ne halbe Stunde, bin ja Erstgebärende.“ Und auf einmal wurden die Wehen schwächer, um halb vier waren sie weg. Ich war völlig verwirrt, lag den Rest der Nacht wach, ab und zu noch mal eine einzelne Kontraktion.
Am 24. Morgens informierte ich gegen zehn die Hebi über die Nacht, sie meinte so ein Auf und Ab gäbe es bei Erstmamas schon mal gern in der Latenzphase der Eröffnung, und das müsse man abwarten, und eine Prognose könne man logischerweise auch nicht abgeben. Na toll... Sie würde aber abends mal vorbeischauen. Im Lauf des Tages wurden die Wehen immer wieder stärker und schwächer, ich war inzwischen mit der Geduld schon ziemlich am Anschlag, war ich doch auch schon ET+6 und wollte endlich meine Maus begrüßen. Meine Mama kam an, was mich total motivierte und wir quatschten stundenlang bei Tee und Lebkuchen über meine Geburt, die meiner Schwestern, andere Geburten in der Familie... ich ging noch mal in die Wanne, was aber diesmal rein gar nichts veränderte. Um 6 kam die Hebamme mit der Schülerin, ich veratmete gerade mal wieder ein paar etwas stärkere (dachte ich da, dass das stärkere seien, haha lol) Wehen, und es gab ein CTG. Das... nicht gut aussah. „Moment, WHAT?“ Also, nicht wirklich schlimm, aber schon auffällig, die Herztöne dippten bei mehreren Wehen (und die waren ja bisher recht harmlos). Um auszuschließen dass etwas ernstes dahintersteckte, sollten wir umgehend ins KH fahren um CTG- und eine US-Kontrolle durchführen zu lassen, sehr wahrscheinlich stehe dann der geplanten Geburtshaustraumgeburt, auf die wir so fleißig hingearbeitet hatten, ja auch nichts im Weg. Ich war trotzdem unter Schock, ab sofort lief der Autopilot. Micha packte den Rest unserer Geburtshaustasche zusammen, meine Mutter alles andere wie Essen, den Hund ins Auto... Es war ganz seltsam. Ich war ruhig aber ich wusste instinktiv dass wir im KH bleiben würden. Ganz komisch. Ich war nur froh, dass wir uns damals so entschieden hatten, uns dort pro forma anzumelden, und so bereits alle unsere Daten und Unterlagen vorlagen (WIE froh, das würde ich später noch genauer spüren). Im Kreissaal wurden wir von einer ganz lieben Hebamme in meinem Alter empfangen, extrem sympathisch erzählte sie gleich, dass sie bis vor einem Jahr bisher ausschließlich Haus- und Geburtshausgeburten begleitet hatte. Mir fiel ein kleiner Stein vom Herzen, denn gerade liefen alle Horrorszenarien vor meinem Inneren Auge ab bzgl. der von mir ja sooo abgelehnten KH-Geburt. Das erste CTG war total unauffällig, ebenso meine Blutwerte, mein Pipi und der Ultraschall, den der sehr nette syrische Facharzt bei mir machte. Also alles easy. Ich sollte in ein paar Stunden wieder in den Kreissaal kommen zum nächsten CTG oder früher, wenn ich mich nicht wohl fühlte, gerne nach dem Schichtwechsel so gegen 23 Uhr. Der Liebste hatte inzwischen ein Zimmer besorgt, herrlicherweise ein Familienzimmer, also keine andere Mama, sondern nur er und ich, wie im Hotel... Meine Schwester kam dazu, sie und meine Mama hielten mir bei ein paar dolleren Wehen die Hände und alle außer mir waren sicher dass wir am nächsten Morgen wohl noch ohne Baby aber guter Dinge ins Geburtshaus wechseln würden. Spoiler Alert: Mein Bauchgefühl ist meistens seeehr gut... Ich sprach noch mal mit meiner Hebi am Telefon und sie riet mir zu z.B. einem Buscopan, damit ich etwas besser schlafen könne um Kraft für die eigentliche Geburt zu sammeln. Mit diesem Wunsch ging ich um kurz vor elf mit Männe zurück in den Kreissaal, der am Heiligabend leergefegt und ruhig war. Weihnachtsfestliche Gefühle waren bei uns beiden irgendwie null da. Nervig war zu dem Zeitpunkt, dass ich in den Wehenpausen trotzdem Schmerzen hatte wie sau, weil die Kleine auf irgendeinen Nerv drückte, alles im linken Lendenbereich zog und drückte. Es gab eine neue lustige niederbayrische Hebamme, die bei meiner Bitte ums Buscopan grinste und sagte, ich solle doch lieber was gscheits nehmen, und schlug Nalpain vor. Das Zeug kannte ich nicht, war aber als Superoberübernaturfreak natürlich nicht begeistert von dem Vorschlag ein Opiat zu nehmen, weil das ja auch das Kleine nicht kalt lässt. Meine Zweifel räumte sie aber mit dem guten Argument aus, dass momentan noch keine echten Geburtswehen vorlägen, ich aber nicht gut eine zweite Nacht durchmachen könne, zumal echte Geburtswehen nur entstehen könnten, wenn der Körper fit und ausgeruht sei. Die Halbwertszeit von Nalpain sei nicht lang genug, als dass nach der Geburt beim Baby mit Problemen zu rechnen sei. Dann dachte ich an die Worte von meiner lieben Störchin Lila, die ja auch eine abgebrochene GBH-Geburt im KH beendete und am Schluss etwas Lachgas nahm: „Wenn ich nun schon mal im KH war, wollte ich auch alles mitnehmen an Möglichkeiten...“ Scheiß drauf, die wissen was sie tun. Zack rein mit dem Zeug i.v., die restliche Nacht verbrachten wir am CTG im Kreissaal, und der Liebste bekam das Bett aus unserem Zimmer geliefert. Er schlief sofort ein. Ich hatte den Trip meines Lebens (ganz im Ernst, EIN GEILER STOFF!!!!!!, und ich bin kein Waisenknäblein...), die Wehen wurden zu angenehmen Kontraktionen, die Wehenpausen schmerzfrei, und ich döste vor mich hin, mit viel Kopfkino. Ab und zu checkte die bayrische Hebi den Mumu, er stand morgens um 7 bei knapp 3cm. Das CTG blieb die ganze Nacht unauffällig, und wir wurden dann liebevoll aus dem Kreissaal geschickt mit dem Auftrag , gegen Mittag noch mal ein CTG zu schreiben und wenn dies ebenfalls ohne Dezelerationen bliebe, wäre das Geburtshaus wieder erste Wahl. Zuversichtlich teilte ich meiner Geburtshaushebamme die freudige Nachricht gegen 8 Uhr am Telefon mit. Geschockt legte ich 5 min später wieder auf – sie könnte jetzt, nachdem ich mir das Nalpain habe geben lassen, die Geburt nicht mehr ausserklinisch betreuen, zu groß sei das Risiko einer Anpassungsproblematik beim Kind bei dem Zeitfenster das wir hatten. Es sei aber trotzdem total gut und richtig geweesen, dass ich es genommen habe, die andere Hebi hätte mir das genau richtig erklärt, bis auf die Wirkungszeit des Medikaments halt. Mein Verstand begriff es, sie hatte recht, aber mein Herz war völlig durch. Jetzt mussten wir hierbleiben obwohl alles gut war. Was für ein Murks. Vor lauter Emotionen legten die Wehen in diesem Zeitraum rasant zu, und, was mich erschreckte und megamäßig anpisste, ich hatte bei jeder Wehe einen massiven Stuhldrang. Ich sprang bei jeder Wehe auf, rannte aufs Klo, krümmte mich, aber der Darm blieb stumm. Die Schmerzstärke steigerte sich innerhalb von einer halben Stunde von etwa 5 auf der NR-Skala (https://de.wikipedia.org/wiki/Numerische_Rating-Skala) auf mindestens 8-9, wieder blieben die Schmerzen in der Wehenpause im Kreuz v.a. Links. Wir beschlossen, in den Kreissaal zu wechseln und bescheid zu geben, dass wir hier zur Geburt bleiben würden. Der Weg rüber war schon echt hart, die paar Meter. Drüben bekamen wir von Hebi Nr. 3, rothaarig, jung, gepierced und ziemlich tough, sofort einen Kreissaal (Name: Gänseblümchen) und sie kümmerte sich super. Seil zum dranhängen in die Hand gedrückt, Pezziball, Infusion weil mein Kreislauf spackte, und erstmal ne halbe Stunde im Stehen CTG schreiben. Sah super aus. Micha war der Wahnsinn und motivierte mich total. Inzwischen hatte ich die Schmerzskala am oberen Ende verlassen. Ich hatte mir nicht vorstellen können, dass die Wehen mich derart killen würden, ich war doch eine harte Sau, mit all meinen Tattoos und generell kein Weichei, aber vor allem dieser ständige ekelhafte Stuhldrang in Kombi mit Schmerzen die sich anfühlten als ob mein ganzes Becken zerspringen würde... Ich bekam langsam aber sicher Panik, als die Hebi ungefähr um 11 Uhr meinen MuMu checkte und sagte, er sei so bei drei bis 4 cm, also kaum ein Fortschritt trotz härtester Wehen in über drei Stunden. Sie schlug die Wanne vor, ich war total dankbar und war innerhalb von wenigen Minuten umhüllt von motivierendem Rosmarinduft in meinem Lieblingselement. Meine Mama tauschte Platz mit dem Mann. Ich heulte Rotz und Wasser in den Wehenpausen aus Dankbarkeit dass sie meine Hand hielt, in den Wehen schrie ich gefühlt das ganze Stadtviertel zusammen. Ich hielt keine zehn Wehen im Wasser aus, alles war noch viel schlimmer denn obwohl die Pausen erträglicher und länger wurden, waren die Wehen selbst noch fieser geworden weil ich mich auch schwer aus der Rückenlage wegdrehen konnte in der Wanne. Die Hebamme sah nach mir, und stellte einen Verdacht in den Raum: solche extremen Wehen, im Rücken und nach unten in den Darm, gab es wohl oft bei Hinterer Hinterhauptslage, die wir als Sterngucker-Fehllage kennen. Das sei leider mit meist sehr langen, zögerlichen Geburtsverläufen verbunden. Klasse, NOCH LÄNGER DIESE ASOZIALEN SCHEISSWEHEN! Schrie mein Gehirn, und in diesem Moment wusste ich dass ich eine PDA brauchte und zwar SOFORT. Ich sagte das der Hebi, sie war total dafür und meinte, das könne zum jetzigen Zeitpunkt echt gut sein und dafür sorgen dass mein eh schon suboptimal fitter Körper etwas aufholen könne nach den zwei schlaflosen Nächten. Wie durch ein Wunder ließen die Wehen in Dauer und Stärke etwas nach als ich aus der Wanne stieg, der Anästhesist war nach keinen drei Minuten da (ich weiß nicht was sie ihm gesagt hat...)und um 12 Uhr mittags saß meine PDA. Ich atmete durch. Ich war ein anderer Mensch. Alles war gut. Ich heulte vor Glück. Der Nachmittag verlief in einem seltsamen aber schönen Mix aus Lagerungsmanövern um die Maus in die richtige Position zu bewegen, verschiedenen Homöopatischen Medis, mehr PDA-Dosis, Gesprächen der Vorfreude mit dem Liebsten, der immer wieder verschwand um Essen zu holen, die Familie upzudaten usw., dem Auffuttern fast aller Stillkekse die meine liebe Lila gebacken hatte, sehr viel Kamillentee, seltsame Elektromusik hören die noch in dem Player des Kreissaals lag, intensive Unterhaltungen mit der Lieblingshebamme, die ab 14 Uhr wieder da war (die vom Vorabend, wir hatten so viele Gemeinsamkeiten, und sie hat einen verdammten DOKTORTITEL in Gesundheitswissenschaften...)... Insgesamt fand ich es immens surreal, dass mein Körper all die Wehenarbeit leistete, während ich buchstäblich auf der faulen Haut lag. Es ließ mich aber nicht kalt, dass ich mir dauernd vorstellte, wie meine kleine Prinzessin in mir drin ihren Teil dieser Arbeit sehr wohl voll und bewusst leisten musste, denn SIE hatte ja keine PDA...
Der Mumu ging erst brav weiter auf, stagnierte dann aber bei 6cm. Vier Stunden lang tat sich NICHTS, ihr Köpfchen wollte nich tiefertreten, scheiss HHL! Ich sah mich immer klarer im OP-Saal. Drehen wollte sie sich auch nicht recht, sie wanderte immer mal je nach Lagemanöver etwas herum, aber wie ein kleiner Magnet rutschte sie immer wieder in die Sternguckerposition zurück. Letzte Option: niedrigdosierter Wehentropf, um die nach unten wirkende Kraft anzuschieben. Wenn die Herztöne aber dabei scheiße würden, war das die letzte Chance auf eine vaginale Geburt dann auch gewesen. Meine Gefühle fuhren Achterbahn, ich wollte einfach nur noch dass sie gesund und munter geboren würde, der KS kam mir inzwischen wesentlich attraktiver vor als auf eine Geburt untenraus zu warten, die vielleicht nie kommen würde. Die inzwischen dazugekommene Oberärztin kam mir bekannt vor – sie war mehrfach bei Shopping Queen dabeigewesen... dazu eine richtig coole Socke, und sie hatte ein himmlisches Parfum. Sie motivierte mich, noch eine Stunde durchzuhalten, dann würden wir entscheiden, gemeinsam. Es könnte durchaus klappen, es bräuchte ein kleines Wunder, aber es gab eine Chance. Der Wehentropf gab Gas, ich spürte die Wehen wieder mehr, Bolus reichte nicht, es wurde richtig anstrengend. Ich wollte nicht mehr, ich fand alles zum kotzen und verlor fast den Glauben an mich und meinen Körper parallel zur der wachsenden Sorge um die Maus, die mehrfach ordentlich mit den Herztönen abkackte - aber immer nur in der Wehe selbst, was lt. Hebi und Oberärztin sehr gut daran liegen könnte dass der Tropf tat was er sollte: sie nach unten schieben und dabei ordentlich zusammendrücken... Also eigentlich ein gutes Zeichen... Als die Schmerzen irgendwann fast wieder volles Wehenausmaß erreicht hatten, bat ich um ein Hochspritzen der PDA, und der Anästhesist wurde gerufen. Als er zur Tür reinkam erkannte ich ihn sofort: Ein ehemaliger Studienkollege, den ich damals sehr gemocht hatte, weil er nicht nur Mediziner sondern auch Musiker war, und als wir uns zuletzt gesehen hatten, hatte er gerade das Medizin- zugunsten eines Musikstudiums aufgegeben. Offenbar nicht auf Dauer... In meinem bereits völlig überreizten Zustand fing ich bei seinem Anblick, den Erinnerungen und der Gesamtsituation an zu heulen wie ein Schloßhund. Ich schluchzte nur „Ich kenn dich!!! Du bist der M. H.!!!" Er starrte mich an, ja, das sei sein Name, aber hä, woher kannten wir uns denn? Ich klärte ihn auf, ihm fiel wieder ein wer ich war, wir umarmten uns, ich rotzte und heulte, das alles war so unfassbar. Die Oberärzin aus dem Off, lachend; „Also als ICH reinkam, hat sie NICHT geheult!“ Dann tat er endlich seine Arbeit und verpustete meine Wehen mit seinem Zaubermittel und versprach, später nochmal nach mir zu sehen.
Ich wusste dass das der Wendepunkt war. 40 min später checkte die OA den MuMu. Er war vollständig, die Kleine schon halb durchs Becken. „Jetzt kannst du mitschieben!“ Dass ich eigentlich dazu in den Vierfüssler gewollte hatte, war vergessen und scheissegal. „Lauter schwarze Haare! Leg deine Hand auf ihren Kopf und führ sie selber raus!“ Es war so krass. Ich spürte jeden Milimeter ihres Weges nach draußen ohne den kleinsten Schmerz. „Der Damm ist butterweich“, strahlte die Hebi noch, und dann war sie da.
Die Zeit stand still.
Mein Baby. Unser Baby. Unser Weihnachtswunder.
Micha heulte, ich konnte sie nur anstaunen.
Die Hebamme gab mir einen Kuss auf die Wange (jep, ernsthaft!) und hatte selber Pipi in den Augen. „Bevor der M. für die PDA kam, haben wir draussen gestanden und alle gesagt – das wird heute noch eine Sectio. Ich kanns nicht glauben.“
Ich hatte keine Verletzungen, und die Maus war um 19.57 Uhr... in erster Vorderhauptslage geboren. Sie hatte sich also zu allem Ende noch ganz richtig gedreht.

Alles hat sich zum Ende richtig gedreht. Diese Geburt war die Geburt, die ich brauchte, um mich von so vielen negativen Gedanken zu heilen, von Ängsten zu befreien, vor Dammverletzungen, Übergriffigkeit im Kreissaal, hochtechnisierter Geburt, und um zu vertrauen. Ich wusste vorher dass meine Stärke darin liegt, großes Selbstbewusstsein und Optimismus zu haben. Aber anderen blind zu vertrauen, nicht alle immer zu bemuttern sondern mal selbst Kind zu sein, eine schwere Prüfung. Kontrolle abzugeben, fast unmöglich.

Ich bedanke mich bei den Sternen in dieser glücklichen Weihnachtsnacht, diesem unfassbaren Geburtsteam aus Powerfrauen, meiner Dezembermamigruppe fürs endlose Motivieren, meiner Störchin Lila für so viel liebevolles an-mich-Glauben, bei meinem Mann und meiner Familie für ALLES und bei meinem Kind dafür, dass es so sehr zu mir wollte. Nach zehn Jahren Kinderwunsch ist unsere Familie perfekt. Alles was jetzt kommt, ist Bonus.

Danke, wenn ihr bis hier her geduldig mitgelesen habt, und möge euch die Artemis beschützen zwinker Einen guten Rutsch in ein glückliches neues Jahr allen Mamis und ihren Muckeln!


5 mal bearbeitet. Zuletzt am 01.01.19 01:34 von Gretchen83.


  Re: Ein kleiner Dezemberkrimi – mit sehr glücklichem Ende (Geburtsbericht - achtung, WIRKLICH lang)
   manumausi
Status:
schrieb am 31.12.2018 18:08
Liebes Gretchen,

ein wirklich toller Bericht! Ich wünsche euch viel Freude mit eurer kleinen Maus und einen guten Rutsch ins neue Jahr. LG manumausi


  Re: Ein kleiner Dezemberkrimi – mit sehr glücklichem Ende (Geburtsbericht - achtung, WIRKLICH lang)
   littlemeamy
Status:
schrieb am 31.12.2018 22:06
Gretchen, du bist der Knaller!

So ein cooler Bericht. Ich lach mich schlapp und freue mich riesig, dass es am Ende doch noch so schnell ging und du deiner gewünschten Geburtshausgeburt nicht unbedingt nachtrauern musst.
Eure Maus ist bei euch und wird euch noch viele Jahre lang verzaubern.

Frohes Neues Jahr und liebe Grüße von amy, die dieses Jahr Silvester ausfallen lässt und sich lieber zu ihrem kleinen kranken Schatz ins Bett legt (Magen-Darm-Grippe 😷😥)


  Re: Ein kleiner Dezemberkrimi – mit sehr glücklichem Ende (Geburtsbericht - achtung, WIRKLICH lang)
   suessiMCniedlich
Status:
schrieb am 01.01.2019 09:50
Wow!
Vom Aprili'18 meinen Herzlichsten Glückwunsch. Die letzten 2 Sätze hätten von mir sein können. Ich beglückwünsche dich zu deiner Erfahrung smile
Alles Gute


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  Re: Ein kleiner Dezemberkrimi – mit sehr glücklichem Ende (Geburtsbericht - achtung, WIRKLICH lang)
   Lavendelzweig
Status:
schrieb am 01.01.2019 10:40
Liebe Gretchen,

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt eurer Tochter - was für ein wundervoller Bericht.

Ich musste gleich mal ein paar Tränen verdrücken, so schön hast du das gseschrieben. Und ich erinnere mich noch so gut an diesen Moment vollkommener Glückseligkeit als unsere Maus auf die Welt kam. Liebe pur

Alle Gute für euch!




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