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  Geburtsbericht eines Maikäfers
avatar    La esperanza**
Status:
schrieb am 23.04.2018 22:18
Da ich die Berichte selbst immer gerne lese, möchte ich mein Geburtserlebnis auch gerne mit euch teilen.

Am Montag (34+0) hatte ich abends Wehen. Das habe ich ja öfter aber dieses Mal waren sie einfach deutlicher zu spüren, schon fast schmerzhaft und auch gleich relativ regelmäßig.
Ich brachte Töchterchen ins Bett und dachte dass sich das über Nacht mit Bryophyllum bestimmt beruhigt weil ich hatte mich ja schließlich den ganzen Tag sehr angestrengt und sie viel getragen da sie krank war.
Um 21/22 Uhr waren die Abstände aber bei 2-4 Minuten.
Wir überlegten hin und her.
Am liebsten wäre ich schnell in das kleine KH gefahren indem ich damals entbunden hatte, CTG und Mumu Befund und beruhigt wieder nach Hause fahren. Mein Mann hat angerufen aber sie nehmen erst ab 36+0 Patienten an, wir sollen in ein KH mit Kinderklinik.
Da ich die ganze Schwangerschaft schon parallel in der Uniklinik war, entschieden wir uns da hin zu fahren denn sicher ist sicher aber ich hatte die ganze Zeit bedenken so einen Aufwand zu betreiben damit es letztlich doch Fehlalarm ist.
Ich habe Oma angerufen um auf Töchterchen aufzupassen.
Sie kam dann ca um 1 nachts am Dienstag (34+1) und derzeit hatte ich auch eine Blutung bekommen also alles richtig gemacht.

Im Kreißsaal in der Uniklinik wurde CTG geschrieben. Wehen vorhanden, Mumu bei 1 cm. Ursache der Blutung unklar daher stationäre Aufnahme zum beobachten.
Gegen 5 Uhr wurde die Blutung stärker, ich bin zur Schwester da ich wegen den Wehen eh keine Sekunde geschlafen hatte und wurde in den Kreißsaal geschickt. Gleiches Bild wie vor ein paar Stunden: Wehen, Blutung, Mumu 1 cm, daher wurde ich wieder auf Station geschickt um 10 min später wieder in den Kreißsaal zu sollen um dort überwacht zu werden.
Es kamen gegen 9 Uhr 2 Ärzte die sich beide per US nochmal alles anschauten und sie waren sich auch unsicher über die Ursache der Blutung aber meinten dass die Plazenta an den einen Teil oben auffällig aussieht und sie entweder gerne die Geburt einleiten würden da meine Wehen nicht effektiv genug sind aber ich soll mir bewusst sein dass die Plazenta sich unter den Wehen schneller lösen kann und es in einer Notsectio endet was generell kein Problem sei aber mit Vollnarkose etc. oder man macht einfach gleich einen Kaiserschnitt. Ich solle mir das zeitnah überlegen und Bescheid geben.
Irgendwie war ich ziemlich überrumpelt und noch dazu allein um eine Entscheidung zu treffen. Mein Mann war ja wieder nach Hause gefahren um meine Mutter abzulösen. Ich telefonierte mit einer Freundin und zitierte meinen Mann her da es alles relativ eilig war und man nicht abwarten wollte bis es zum Notfall wird.
Ich entschied mich sehr schweren Herzens für die zweite Variante um mein Baby und mich nicht zu gefährden.
Jeden anderen hätte ich zum KS geraten aber ich hatte und habe immer noch sehr damit zu kämpfen.
Mein Mann organisierte wieder Oma für Töchterchen da sie krank nicht im Kindergarten war und war gegen 11 Uhr bei mir.
Das Personal hatte extra gewartet bis er da war und somit ging es recht direkt los. Sie hatten mir gesagt dass sie versuchen zu warten aber sobald irgendwas kritisch wird, es ohne ihn los geht.
Den Papierkrieg hatte ich schon beim warten auf ihn erledigt.
Ich kam in den Vorraum vom OP und er musste kurz warten. Dann ist er nochmal los mein Handy holen wegen dem Diabetes. Das wollte das Personal so da meine App die Werte anzeigt.
Ich hatte also mein Handy bei der Sectio dabei aber dass man damit auch Fotos machen könnte, das hab ich leider vergessen smile
Dann ging es direkt in den OP weiter und ich bekam die Spinale was ich sehr sehr unangenehm fand, es wurde alles abgedeckt und vorbereitet und dann ging es los. Ich hatte ziemlich Angst dass ich was davon merke oder es dem Baby nicht gut geht. Ich habe nichts gespürt, auch nicht dieses Ziehen und Wackeln wovon alle berichten.
Der Kleine hat aber gleich geweint, deutlich hörbar und lange, nachdem der erste Schrei um 11.56 noch etwas blubbernd mit Fruchtwasser war.
Apgar 9/10/10
Gezeigt wurde er mir nur kurz nachdem er bei den Kinderärzten war. Ich konnte ihn kurz mit 2 Fingern im Gesicht berühren und dann war er auch schon wieder weg. Ein ganz schrecklicher Moment.
Ich habe meinen Mann hinterher geschickt dass er ihn begleitet.
Um 12.30 war ich schon wieder im Kreißsaal und mein Mann hatte die ersten Bilder von ihm gemacht.
Oma und Töchterchen kamen dann auch noch.
Mir ging es gar nicht gut, ich habe den ganzen Tag geweint, ich konnte lange nicht aufstehen und bei dem ersten Versuch um 16 Uhr hat es mein Kreislauf nicht geschafft (kein Wunder mit einem HB von 6,x) dabei wollte ich doch einfach nur so gerne zu meinem Sohn.
Warum mich keiner mit dem Rollstuhl hin gebracht hat, weiß ich nicht.
Das Blut lief nicht richtig ab und die Ärztin drückte auf meinem Bauch herum was wahnsinnig schmerzhaft war und es lösten sich einige Brocken.
Ich hab es erst abends um ca 21 Uhr geschafft zu meinem Baby zu gehen.

Wir waren insgesamt 9 Tage auf der Neo. Er hatte lediglich etwas Probleme sein Soll zu trinken und wurde teilweise sondiert.
Nun sind wir seit 5 Tagen daheim und stillen voll nachdem ich total verzweifelt mit wenig Milch aus dem KH bin.
Da gilt besonderer Dank an Nozilla und meine Hebi ohne die ich aufgegeben hätte.

Ich kämpfe immer noch mit einer schmerzenden Narbe sobald ich Jeans träge und mit dem gesamten Geburtserlebnis.
Er hätte sterben können.
Er hat uns einfach total überrumpelt. Daheim war kaum was vorbereitet und ich fühlte mich doch erst jetzt so richtig schwanger. Nun ist da mein Baby das ich weder selbst gebären konnte noch die ersten Tage versorgen durfte.
Ich wollte eigentlich ambulant in einem anderen KH entbinden.

Seit wir daheim sind wird es aber von Tag zu Tag besser. Er ist so ein niedliches Kind und wir sind unglaublich dankbar dass unsere Familie nun komplett ist.

Der histologische Befund der Plazenta ergab dass er sich selbst gerettet hat. Wenn ich die Worte bei Google eingebe dann kommen als Treffer immer nur Totgeburt und Spätabort.
5 Tage zuvor war ich noch zum US in der Uniklinik und die Ärztin wollte gerne die Lungenreife geben dass falls man eingreifen muss, man gute Voraussetzungen hat. In Rücksprache mit dem Chefarzt, der auch nochmal geschallt hat, würde kein Grund zur Handlung und eine ausreichende Versorgung festgestellt.
Wir hatten einfach unglaubliches Glück dass ich Wehen bekommen habe.


2 mal bearbeitet. Zuletzt am 19.10.18 21:43 von La esperanza**.


  Re: Geburtsbericht eines Maikäfers
no avatar
   gelöschter User
schrieb am 24.04.2018 11:38
  Re: Geburtsbericht eines Maikäfers
no avatar
   stubbornstar-offline
schrieb am 24.04.2018 12:58
Moooooment, .... smile Du hast das getan, was nötig war, damit der Kleine gesund auf die Welt kommt. Dein Bauchgeühl und Dein Verstand haben Dich rechtzeitig los zur Klinik geschickt. Das ist genau so viel auf die Welt bringen, wie den Körper mit Hilfe von Hebammen das Kind durch den Geburtskanal schieben zu lassen.

Und schön, dass alles gutgegangen ist. Viel Freude mit dem Kleinen!

Zitat
La esperanza**
Nun ist da mein Baby das ich weder selbst gebären konnte noch die ersten Tage versorgen durfte.



  Re: Geburtsbericht eines Maikäfers
no avatar
   Lillifee3023
Status:
schrieb am 24.04.2018 14:43
Alles, alles Liebe zur schnellen Geburt des kleinen Mannes. Lass es ruhig zu, das du jetzt traurig darüber bist, denn das hilft dir, alles zu verarbeiten. Ich lese da so viel Traurigkeit und ich verstehe dich zu gut. Du hättest es nicht anders entscheiden können und ich wünsche dir, das du auch an diesen Punkt kommst. Die Blutungen waren doch da. Da waren nicht nur die Wehen, es war nicht nur zu früh, du hast auch immer stärker geblutet. Da war etwas nicht in Ordnung. Und eine Plazenta Ablösung ist kein Spaß. Da ist es doch besser, direkt die Sectio zu machen und ich bin da wirklich vorsichtig, weil ich ja sehr genau weiß, was es für die Mutter bedeutet. Aber unter diesen Umständen hast du gut für dich und deinen kleinen Mann gekämpft.

Du hast geboren. Auch eine Sectio ist eine Geburt. Du hast auch gekämpft. Vorher, nachher und sicher auch im OP. Das im OP liegen, die Spinale, die Atmosphäre - es ist doch auch ein Kampf. Das ist nicht schön dort und es verlangt uns so viel ab. Da haben wir Großes geleistet. Du und ich und so viele andere.

Schön, das ihr jetzt zuhause seid und so gut betreut werden. Piu Latte tat mir immer gut. Auch einfach für den Kopf, als das Stillen am Anfang ein wenig holprig war. Vielleicht auch was für dich.

Und die Jeans: das dauert bis die sitzt. Das ist normal. Ist doch eine große Wunde, vergiss das nicht und sei gnädig mit dir.


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  Re: Geburtsbericht eines Maikäfers
no avatar
   carita77
Status:
schrieb am 24.04.2018 14:47
Liebe La esperanza,

Glückwunsch zum eiligen Maikäferchen! Du kannst seeehr stolz auf dich sein, du hast wirklich alles richtig gemacht, auf deinen Instinkt gehört, deinen Wunsch nach einer natürlichen Geburt zum Wohle deines Kindes zurückgestellt... zu der Mama kann man dem Kleinen nur gratulieren smile

Trotzdem kann ich mir gut vorstellen, dass man an so einem Geburtserlebnis eine Weile zu knabbern hat, auch wenn der Verstand einsieht, dass es keine sicherere und vernünftigere Alternative gab.

Kuschelt ganz viel, ich halte die Daumen dass du dich bald so stolz fühlen kannst, wie deine Familie sicher auf dich ist!

Ganz viele liebe Grüße

Carita


  Re: Geburtsbericht eines Maikäfers
no avatar
   sonneblume1982
Status:
schrieb am 25.04.2018 14:35
Herzlichen Glückwunsch zur Geburt.
Ich kann verstehen, dass Du traurig bist. Mir ging es ähnlich in den Schwangerschaften, weil ich das Frohlocken hatte zu versagen, weil ich immer blutete.
Aber das Wichtigste ist doch, dass ihr nun wohlauf seid.
Dass Du stillst, ist doch super!


  Re: Geburtsbericht eines Maikäfers
no avatar
   Kuon86
schrieb am 27.04.2018 01:49
Herzlichen Glückwunsch zum Baby Liebe Ich wünsche euch, dass er die schlimmsten Tage seines Lebens nun hinter sich hat und mindestens 90 glückliche Jahre folgen.

Dass du traurig bist, kann ich verstehen, mein Sohn musste auch bei 34+1 geholt werden und wie bei euch lief nichts so, wie man es sich im Vorfeld erwünscht und erträumt. Es war eine furchtbare Zeit und tat sehr weh, wird es vermutlich auch immer irgendwie, aber es wird besser und verblasst.


  Re: Geburtsbericht eines Maikäfers
avatar    Effzeh
Status:
schrieb am 02.05.2018 15:20
Herzlichen Glückwunsch!




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