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  Sind NFM und Co Normalität?
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  Lielle
Status:
schrieb am 26.11.2014 17:41
Hallo zusammen,

eins vorneweg: Ich bin auch ein total durchgeplanter Mensch, der immer gerne alles wissen und vorbereitet sein will. Außerdem akzeptiere ich es vollends, wenn jemand sich partout nicht vorstellen kann, ein behindertes Kind zu bekommen und großzuziehen. Ich denke, bevor man sich das eigene Leben und auch das des Kindes (wegen Überforderung der Eltern etc) versaut, ist es legitim ein solches Kind abzutreiben, falls auch eine Adoption nicht in Frage kommt.

Jetzt kommt das ABER. Ich wundere mich wirklich - im Sinne von ich verstehe es nicht - dass hier so ziemlich alle eine NFM machen lassen als wäre nichts dabei. Und hinterher - eigentlich täglich hier im Forum - kommt das Drama "Hilfe, Nackenfalte außerhalb der Norm, was mache ich jetzt bloß?". Das gleiche mit White Spots am Herzen. Ständig wird was gefunden, nach weiteren nervenaufreibenden, teilweise kindsgefährdenen, und teuren Untersuchungen gefühlt ständig falscher Alarm. Von dem falsch negativen Ergebnissen, wo trotz unauffälliger Untersuchungsergebnisse das Kind hinterher trotzdem behindert ist, mal ganz abgesehen.

Warum tut man sich das an? Zumal doch bestimmt viele, die diese Untersuchungen machen lassen, sowieso jedes Kind nehmen würden?
Und wenn man es unbedingt wissen will, warum dann nicht gleich ein sichererer Harmony Bluttest? Wirkt es auf mich nur so, oder liegt es am besonderen Klientel dieses Forums, dass die große Mehrheit solche Untersuchungen machen lässt?

Trotz des Verständnisses, dass ich wie oben beschrieben aufbringen kann, macht mich dieser Trend sehr traurig und nachdenklich. Muss jedes Leben erstmal auf seine Perfektion geprüft werden, bevor es überhaupt zu leben anfangen darf? Gibt es bald gar keine Menschen mit angeborener Krankheit oder Behinderung mehr, weil diese nicht gut genug sind und vorher aussortiert werden?

Zum einen begrüße ich es ja, dass einige Trisomien mittlerweile nicht aversiv per Bluttest diagnostiziert werden können. Ich möchte gar nicht wissen, wie oft völlig gesunde Kinder durch Fruchtwasseruntersuchungen ums Leben gekommen sind, nur weil die Mutter von Ärzten verrückt gemacht wurde oder es eben unbedingt ganz genau wissen musste. Aber wer weiß, ob per Bluttest irgendwann nicht auch noch alle anderen Gendefekte (und viele davon sind ja nun wirklich nicht so dramatisch wie andere) diagnostiziert werden können. Und dann kommt wieder der Perfektionismus ins Spiel, der Anspruch, dass alles sauber und nach Plan und Norm laufen muss.

Fragt mich nicht, was ich mit diesem Post genau bezwecken wollte.. aber seit Monaten frage ich mich nach den typischen "NFM-Drama"-Beiträgen hier ob das wirklich alles sein muss.. und warum? Jetzt musste ich mein schlechtes Bauchgefühl einfach mal teilen.

Ich freue mich auf euer Meinungen. Vielleicht kann ich es dann ja besser verstehen.

Nachdenkliche Grüße
Lielle


  Re: Sind NFM und Co Normalität?
avatar  Krabbenmama
schrieb am 26.11.2014 18:00
Oh schwieriges Thema. Ich selbst hab immer gesagt, dass man nur Untersuchungen machen sollte, mit deren Ergebnis man dann etwas (für sich) sinnvolles anfangen kann. Ich hatte z.B. gar keine NFM geplant. Meine FÄ hat ein sehr gutes US-Gerät und hat völlig unaufgefordert schon vom alleinigen Hinsehen gemeint, dass Nasenbein und Nackenfalte sehr gut aussehen und dann die Nackenfalte auch gemessen, um das zu belegen. Ich war erst perplex, denn abgesprochen war das nicht. Da der Befund aber gut war, war es jetzt nicht schlimm. Hätte sie uns bei augenscheinlich nicht so gut aussehender NF eine offizielle Messung empfohlen, hätte ich dies abgelehnt und direkt einen Praena- oder Harmonytest gemacht. Einfach um zu wissen, was auf mich zukommt, ob ein Kind evtl. sofort nach Geburt am Herzen operiert werden müsste, oder ob man sich darauf gefasst machen muss, dass es vielleicht gar nicht lebensfähig ist. Es geht dabei nicht immer "nur" um die Frage, ob man eine Schwangerschaft vorzeitig beendet, oder nicht.


  Re: Sind NFM und Co Normalität?
avatar  lauramomo
schrieb am 26.11.2014 18:00
Hallo,

Ich denke, dass in den meisten FA Praxen die NFM und der Tripple-Test einfach Gang und Gebe sind und viele Paare sich sogar rechtfertigen müssen, warum sie die Messung NICHT wollen. Da ist es leichter, "ja" zu sagen- zumal man dazu noch eine tolle lange US Untersuchung dazu bekommt, bei der man seinen Schatz lange anschauen kann.

Leider ist Harmony und Co zur Zeit noch deutlich teurer als die NFM. Wir wollten es definitiv wissen und haben auf NFM verzichtet und den Praena-Test gemacht (2x irgendwie mulmiges Gefühl nach nicht-perfekter NFM hat uns gereicht).
Ich sehe es wie du: wenn man es wissen will, dann lieber gleich (ich hab ihn bei 9+2 machen lassen!) den genetischen Bluttest und nicht den Mist mit NFM vorher (du sagst es ja: leider gibt es auch bei perfekter NFM Trisomien).
Und wenn es für einen selbst keine Konsequenz hat, sollte man weder noch machen (aber zB Feinultraschall in der 20. SSW). UND die Praxen sollten einen besser unterstützen, wenn man diese Untersuchungen NICHT will.

Ich sehe es nicht so krass wie du: ich denke nicht, dass sich jemand, der auch ein behindertes Kind nehmen würde von einem positiven Ergebnis zu einer Abtreibung hinreissen lässt. Nur diejenigen, die auf jeden Fall abtreiben würden, werden dies dann nach dem Test auch tun. Und ganz ehrlich: wenn das so ist, dann doch am Besten so früh wie möglich in der SS.
Ich will damit sagen, meiner meinung nach werden durch den Harmonytest nicht weniger Kinder mit Trisomie 21 geboren werden als ohnehin schon...

LG
Laura


  Re: Sind NFM und Co Normalität?
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  Benutzername
Status:
schrieb am 26.11.2014 18:01
Liebe Lielle,

du sprichst mir in den meisten Punkten aus der Seele und ich teile deine Meinung.

Mir war bereits vor der Schwangerschaft klar, dass ich diese ganzen Untersuchungen NICHT möchte und dass dieses Kind (in unserem Fall dann letztendlich Zwillinge) von Herzen gewünscht und bei uns willkommen sind. Diese Seelchen haben uns ausgesucht und wir haben sie angenommen. Egal was kommt.

In unserer Situation kommt sicher "positiv" hinzu, dass ich einen sehr lieben Menschen in den 30ern mit Trisomie 21 kenne, der ganz toll ins Leben integriert und einfach ein toller Mensch ist. Da habe ich mir immer gesagt.... "Natürlich wünscht sich jeder ein gesundes Kind! Aber wenn es nicht sein soll... Dann wäre Trisomie 21 nicht das schlimmste was einem passieren kann." Und man kann eben nicht alles testen und ausschließen im Leben.

Ich finde es erschreckend wie hoch heutzutage die Quoten von Down Abtreibungen sind (und anderen "Auffälligkeiten") - auch ganz klar ohne jemand dafür zu verurteilen! Schlimm allerdings, dass sich Eltern, die sich FÜR ein krankes Kind entscheiden sich oft dafür rechtfertigen müssen ("konnte man das nicht vorher erkennen?").

Eine tolle Literatur zu dem Thema die mich sehr bewegt hat ist übrigens 'Lotta Wundertüte'!

Und noch zu deiner Frage... Ich denke schon, dass die User in diesem Forum offener und empfänglicher für viele Untersuchungen und Tests sind, die ihnen angeboten werden. Unter anderem sicher, weil der Weg zum Kind sehr schwer und mit vielen ärztlichen Untersuchungen und Eingriffen verbunden war und man das ein Stück weit 'gewohnt' ist...


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  Re: Sind NFM und Co Normalität?
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  twister97
Status:
schrieb am 26.11.2014 18:16
Gerade auf Grund der vielen falschen Ergebnissen haben wir uns gegen die NFM entschieden. Statistiken mag ich überhaupt nicht und hat bei uns nie reingepasst.

Wir haben aber in der 22. oder 23. SSW die FD mavhen lassen um evtl eine besondere Geburtsklinik auswählen zu können. Wegen Herzfehler zum Beispiel.

Behindert und Behindert sind ganz verschiedene Dinge. Aber gerade von der NFM bin ich nicht überzeugt. FD würde ich immer wieder machen lassen. Mein Gyn hat beides ohne lange Rede akzeptiert.

Gruß twister


  Re: Sind NFM und Co Normalität?
avatar  Glückskind :-)
Status:
schrieb am 26.11.2014 18:19
Bei uns war es ähnlich wie bei Krabbenmama. wir waren nicht ganz entschieden, ob wir NFM wollen und dann hat der Arzt einfach hingeguckt, gemessen und meint alles sei gut. Dann wollte ich es auch ganz wissen und habe nach dem Nasenbein gefragt. Das war dann auch darstellbar.
Wir haben dann auch keinerlei weitere Bluttests gemacht.


  Re: Sind NFM und Co Normalität?
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  isolde35
Status:
schrieb am 26.11.2014 18:25
Hallo,

ich bin mir nicht sicher, ob dein Eindruck zutrifft, dass die große Mehrheit hier im Forum solche Untersuchungen machen lässt. Ich lese auch immer wieder von Usern, die sich dagegen entscheiden. Mein Mann und ich haben auch darauf verzichtet, nachdem wir uns im Vorfeld ausführlich damit befasst und mögliche Konsequenzen durchgesprochen haben. Und ich persönlich glaube, da ist der Knackpunkt. Die NFM wird routinemäßig von den Frauenärzten angeboten, und ich glaube, dass viele Frauen dass erstmal annehmen und sich dann erst nachher fragen, was sie mit dem Ergebnis anfangen sollen und dann in Panik geraten.

Vor einigen Tagen war hier von einer Teilnehmerin mit auffälliger NFM zu lesen, sie könne ein solches Kind nicht bekommen, weil es keine Bereicherung für das bereits vorhandene Geschwisterkind wäre. Bei solchen Aussagen stellen sich mir die Nackenhaare auf. Gleichzeitig glaube ich aber (oder hoffe zumindest), dass man so etwas sagt, weil man einfach nicht lange genug nachgedacht und sich speziell mit dem Down Syndrom, um das es ja bei der NFM vornehmlich geht, nicht ausreichend befasst hat. Sonst würde man vielleicht erkennen, dass ein solches Kind kein solcher Schicksalsschlag ist, wie man im ersten Moment vielleicht vermutet.

Übrigens, ich habe kürzlich dazu eine Reportage gesehen, in der es hieß, dass 90% der Kinder, bei denen im Rahmen der Pränataldiagnostik (NFM oder Bluttest) das Down Syndrom festgestellt wird, abgetrieben werden. 90%!!! Ich finde das absolut unfassbar. Und es widerspricht auch der Vorstellung, dass die meisten Eltern, die sich für solche Untersuchungen entscheiden, ein solches Kind dann doch bekommen würden und einfach nur wissen wollen, woran sie sind, um sich vorbereiten zu können.

Down-Menschen werden nach und nach ausgerottet. Und warum? Weil es medizinisch/technisch möglich ist.

isolde


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 26.11.14 18:27 von isolde35.


  Re: Sind NFM und Co Normalität?
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  jojoaska
Status:
schrieb am 26.11.2014 18:51
hallo ihr lieben. es ist sicher ein schwieriges thema. mein arzt rät allen ab 35 die nfm machen zu lassen. und dieses angebot haben wir gerne angenommen. da ich täglich mit kindern arbeite die ein handicap haben von körperliche behinderung bis geistiger behinderung bis schwer mehrfache behinderung weiß ich wie so ein leben aussieht. und ich bewundere jeden der das für sich akzeptiert entscheidet und glücklich mit seinem kind lebt. aber ich für meinen teil könnte es sehr sehr schwer. und mir war klar, das ich, wenn ich es vorher wissen würde ein kind mit einer starken behinderung nicht zu bekommen.
so haben wir vorab einen bluttest gemacht. dieser war sehr auffällig. dann kamm die NFM 5,2 kein nasenbein und ein großes loch im herzen. dann habe ich noch eine chromeozystem ( keine ahnung wie man das schreib) biopsie gemacht und das ergebnis war klar.
und so haben wir uns entscheiden das kind nicht zu bekommen, wobei mit dem loch im herzen auch nicht klar gewesen wäre ob das kind nicht nach der geburt gestorben wäre. bis heute bin ich sehr traurig über das ganze aber meine entscheidung empfinde ich immer noch als richtig.
nun hatte ich das glück noch einmal ss geworden zu sein. und am montag habe ich erneut die NFM. der bluttest war diesemal leider nicht möglich da ich ja zwillis bekomme.
ich hoffe sehr das es diesmal besser ausfällt, noch einmal möchte ich das nicht erleben.......
daher finde ich die nfm für diejenigen ok die sich im klaren sind das es auch bedeuten kann, das etwas mal NICHT in ordnung ist, was zum glück ja nicht so oft passiert.....
viele liebe grüße
jojo


  Re: Sind NFM und Co Normalität?
avatar  Yaya
schrieb am 26.11.2014 19:21
Vergiss nicht, die HarmonyTests, etc. gibt es noch nicht so lange. Als ich vor vier Jahren schwanger war, gab es nur die NFM + Bluttest oder halt eine invasive Methode. Und wie schon gesagt, ich denke auch, dass das einfach Standard ist und angeboten wird. Bei mir in den Unterlagen steht sogar explizit drin, dass ich eine genetische Untersuchung ablehne.

Und ich denke, viele wissen vor einer NFM nicht, wie sie sich danach fuehlen. Ich habe bei meinem ersten Kind noch eine NFM machen lassen. Wahrscheinlichkeit war gut. Aber, es war nur eine Wahrscheinlichkeit, und ein kleiner Restzweifel blieb bestehen.

Zum Rest kann ich nicht viel sagen. Ich denke, es liegt in der menschlichen Natur, immer das Beste und Schoenste zu wollen und zu suchen. Und das uebertraegt sich auf die Kinder.


  Re: Sind NFM und Co Normalität?
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  Sonja1234
schrieb am 26.11.2014 19:40
Ob hier im Forum überdurchschnittlich viele NFM und Tests durchführen lassen vermag ich nicht zu sagen.
Was ich extrem erschreckend finde, ist die Tatsache, dass einem der Triple-Test etc. regelrecht aufgeschwatzt wird. Ich musste mich vor meinem Frauenarzt regelrecht rechtfertigen, weil wir den Test nicht wollen. "Wissen Sie, fast alle Partnerschaften zerbrechen an einem mongoloiden Kind. Tuen sie das mal nicht so leichtfertig ab." Baseball Das sind für mich Verkaufsargumente und Manipulation, die in der Medizin nichts zu suchen haben. Und ähnliches (wenn auch nicht ganz so seltsam) habe ich auch von anderen vernommen. Vielleicht lassen sich deswegen viele dazu verleiten.

Das mal ganz abgesehen davon, ob diese Tests moralisch und ethisch vertretbar sind oder nicht.

Liebe Grüße
Sonja


  Re: Sind NFM und Co Normalität?
avatar  Mia90
Status:
schrieb am 26.11.2014 19:50
Zitat
Lielle
Hallo zusammen,

eins vorneweg: Ich bin auch ein total durchgeplanter Mensch, der immer gerne alles wissen und vorbereitet sein will. Außerdem akzeptiere ich es vollends, wenn jemand sich partout nicht vorstellen kann, ein behindertes Kind zu bekommen und großzuziehen. Ich denke, bevor man sich das eigene Leben und auch das des Kindes (wegen Überforderung der Eltern etc) versaut, ist es legitim ein solches Kind abzutreiben, falls auch eine Adoption nicht in Frage kommt.

Jetzt kommt das ABER. Ich wundere mich wirklich - im Sinne von ich verstehe es nicht - dass hier so ziemlich alle eine NFM machen lassen als wäre nichts dabei. Und hinterher - eigentlich täglich hier im Forum - kommt das Drama "Hilfe, Nackenfalte außerhalb der Norm, was mache ich jetzt bloß?". Das gleiche mit White Spots am Herzen. Ständig wird was gefunden, nach weiteren nervenaufreibenden, teilweise kindsgefährdenen, und teuren Untersuchungen gefühlt ständig falscher Alarm. Von dem falsch negativen Ergebnissen, wo trotz unauffälliger Untersuchungsergebnisse das Kind hinterher trotzdem behindert ist, mal ganz abgesehen.

Warum tut man sich das an? Zumal doch bestimmt viele, die diese Untersuchungen machen lassen, sowieso jedes Kind nehmen würden?
Und wenn man es unbedingt wissen will, warum dann nicht gleich ein sichererer Harmony Bluttest? Wirkt es auf mich nur so, oder liegt es am besonderen Klientel dieses Forums, dass die große Mehrheit solche Untersuchungen machen lässt?

Trotz des Verständnisses, dass ich wie oben beschrieben aufbringen kann, macht mich dieser Trend sehr traurig und nachdenklich. Muss jedes Leben erstmal auf seine Perfektion geprüft werden, bevor es überhaupt zu leben anfangen darf? Gibt es bald gar keine Menschen mit angeborener Krankheit oder Behinderung mehr, weil diese nicht gut genug sind und vorher aussortiert werden?

Zum einen begrüße ich es ja, dass einige Trisomien mittlerweile nicht aversiv per Bluttest diagnostiziert werden können. Ich möchte gar nicht wissen, wie oft völlig gesunde Kinder durch Fruchtwasseruntersuchungen ums Leben gekommen sind, nur weil die Mutter von Ärzten verrückt gemacht wurde oder es eben unbedingt ganz genau wissen musste. Aber wer weiß, ob per Bluttest irgendwann nicht auch noch alle anderen Gendefekte (und viele davon sind ja nun wirklich nicht so dramatisch wie andere) diagnostiziert werden können. Und dann kommt wieder der Perfektionismus ins Spiel, der Anspruch, dass alles sauber und nach Plan und Norm laufen muss.

Fragt mich nicht, was ich mit diesem Post genau bezwecken wollte.. aber seit Monaten frage ich mich nach den typischen "NFM-Drama"-Beiträgen hier ob das wirklich alles sein muss.. und warum? Jetzt musste ich mein schlechtes Bauchgefühl einfach mal teilen.

Ich freue mich auf euer Meinungen. Vielleicht kann ich es dann ja besser verstehen.

Nachdenkliche Grüße
Lielle


Huhu...
Also ich habe auch keine NFM durchführen lassen. Genau aus deinen genannten Gründen, Panikmache, tagelange Sorge und dann doch nichts... Klar, dann ist man erleichtert... Aber die unglaubliche Sorge vorher... Puh.. Nein, das wollte ich nicht. Unser Kind ist ein Wunschkind... Wenn es bspw. eine T21 hätte, wäre das für mich kein Grund es abzutreiben. Wichtig war jedoch für mich die Feindiagnostik, um evtl. Organschäden, die nach der Geburt sofort behandelt werden müssen, auszuschließen, oder falls doch ein positiver Befund wäre, meine Geburtsortwahl daran zu orientieren.
Kann es jedoch auch verstehen, wenn sich manche ein "behindertes" Kind nicht zumuten würden und deshalb die Tests machen lassen. Man sollte sich jedoch evtl. vorher schon Gedanken dazu machen, was wäre wenn und sich dessen versuchen bewusst zu werden. Ich denke auch bei jedem Post darüber nach, was du geschrieben hast...
Achso, für mich ein weiteres Argument... Kinder können auch nach dem "Entstehungsprozess" im Körper der Mutter Schäden erhalten. Damit meine ich, selbst wenn das Kind keinen Gendefekt hat, kann es trotzdem (was ich keinem wünschen würde!!) während oder nach der Geburt, auch im späteren Alter, zu Unfällen und Behinderungen kommen. Dies gehört m.M.n. zu der Verantwortung Eltern zu werden, im gewissen Maße, dazu.
Ebenso kann ein Kind mit T21 bspw. bis auf ein gewisses "anderes" Aussehen, vollkommen gesund und fröhlich aufwachsen... Mir ist jedoch durchaus bewusst, dass es auch andere Defekte gibt, die nicht lebensfähig sind oder wirklich schwerst behindert...

Langwieriges Thema mit vielen pro und kontra Argumenten... Entscheiden muss es jeder selbst.. Aber vielleicht sollten die Ärzte besser beraten und betreuen oder in solchen "unsicheren" Fällen, spezielle Berater und Betreuer zur Seite stellen, damit diese absolute Panik und Verzweiflung besser verarbeitet werden kann...

Liebe Grüße


  Re: Sind NFM und Co Normalität?
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  KWBiene
schrieb am 26.11.2014 20:19
Liebe Lillie
Gefühlt ist es es tatsächlich so, als ob hier fast jeder im Forum diesen Test macht....
ich habe die NFM beim 1. Kind nicht gemacht und werde sie auch beim 2. Kind nicht machen, da ja nur Wahrscheinlichkeiten herauskommen....und ein Prozentwert ist keine klare Aussage!
Ich denke die meisten machen die NFM, weil es ein günstiger, nicht invasiver Test ist, und weil sie sich in Sicherheit wiegen wollen, was aber absolut falsch ist....das haben schon einige Beispiele hier im Forum gezeigt...

Ich habe beim 1. Kind den Feinultraschall in der 21. ssw machen lassen und überlege, ob ich diesmal aufgrund meines Alters doch einen bluttest machen lasse, weil ich es mir aktuell nicht vorstellen kann, ein Kind mit schlimmer Behinderung zu haben......aber nachdem ich weis, dass viele Behinderungen erst unter der Geburt passieren, werde ich noch 1-2 Wochen darüber nachdenken.

Ich finde es toll, dass Du den Thread eröffnet hast, denn es zeigt mir doch, dass ich mit meiner Meinung über die NFM nicht alleine bin...

Lg Biene


  Re: Sind NFM und Co Normalität?
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  dani1212
schrieb am 26.11.2014 20:33
liebe lielle,
ich hatte mich aufgrund meines alters und der vorangegangenen fg´s für das ersttrimesterscreening entschieden(dass übrigens bei einem degum2/3 pränataldiagnostiker mehr enthält, als nur die nfm!). es war zu keinem zeitpunkt etwas unklar und ich würde immer wieder so entscheiden. bei meinen ersten schwangerschaften mit unter 30j bzw in deinem alter mit mitte 20 wär ich sicherlich auch nich auf die idee gekommen. dazu stehen die chancen noch zu gut, dass mit dem kind alles ok ist.
ich kann allerdings nicht so wirklich verstehen, wie man sich einerseits für den neuen bluttest aussprechen kann-bzw ihn begrüßt, weil er nicht invasiv ist. denn wenn dies natürlich einerseits auch ein großer fortschritt ist, liegt eben auch ganz klar da die gefahr für babys mit trisomie 21(gab ja einige tv dokus in der letzten zeit dazu)-und andererseits das ersttrimesterscreening so negativ bewertet.
alle schweren chrom.abweichungen sind nämlich ziemlich sicher bei einem spezialisten im erstrimesterscreening per us auszuschliessen. da sind die bluttests noch nicht genau genug.
und darum ging es mir in erster linie. denn ich bin auch wie viele andere hier der meinung, dass es weit schlimmere diagnosen gibt, als eine t21.
und auch, dass es keine garantie im leben für gesundheit gibt. denn 98 von 100 behinderungen sind erworbene behinderungen, dh haben nix mit chrom.-/gendefekten zu tun.
ich konnte mir-nach 3 fg`s-nicht vorstellen eine noch innigere beziehung zu einem kind aufzubauen, dass aber keine lebenserwartung(durch schwere chrom.abweichungen) hätte und hätte das zu einem frühen zeitpunkt wissen wollen. ob ich mich dann für einen abbruch entschieden hätte, oder es auf natürlichem weg-meist durch eine späte fg-bekommen hätte, weiss ich nicht.
aber ich hätte es eben gern gewusst und selber entscheiden wollen.
ob ersttrimesterscreening, bluttests, fws oder eben keine diagnostische maßnahme, es kommt ganz viel auf die äusseren umständen an und die erfahrungen die man bis dahin gemacht hat.
eine sehr persönliche entscheidung-ich hab für alles verständnis..da gibt es für mich keinen allgemeingültigen richtigen weg!
lieben gruss und einen schönen abend!
dani


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 26.11.14 20:56 von dani1212.


  Re: Sind NFM und Co Normalität?
avatar  Yaya
schrieb am 26.11.2014 22:09
@dani: Aber es ging der TE ja auch um die Faelle, bei denne die Wahrscheinlichkeiten nach einem Erstsemesterscreening fuer eine Abnormalie hoch sind. Wenn es bei dir immer sehr eindeutig war, dann ist es ja gut. Und in den meisten Faellen wird es ja auch so sein. Aber was ist, wenn es eine hohe Wahrscheinlichkeit fuer eine Abnormalie gibt? Dann ist man nicht viel schlauer. Da ein Erstsemesterscreening keine Diagnostik ist. Nein, es ist nur eine Wahrscheinlichkeit. Vielleicht ist das Kind ja aber auch in Ordnung. Ein Bluttest hingegen ist eine Diagnostik und hat eine geringere Fehlrate als ein Erstsemesterscreening. Deshalb verstehe ich nicht, weshalb man jetzt noch ein Erstsemesterscreening fuer Trisomien bevorzugt. Den Vorteil eines Erstsemesterscreening sehe ich hingegen darin, dass wahrscheinlich mehr und andere Auffaelligkeiten gefunden werden koennen, als nur die Bluttest. Fuer Trisomien wuerde ich jetzt nur noch die Bluttests (also Harmony-Test, etc.) machen.


  Re: Sind NFM und Co Normalität?
no avatar
  moncheri
schrieb am 26.11.2014 22:35
ich habe auch nie eine NFM machen lassen, ganz bewusst nicht, da ich jedes kind annehmen würde und das ganz fatalistisch sehe.
in der heutigen zeit der viel ausgereifteren bluttests verstehe ich die nfm auch nicht mehr wirklich. diese statistik hat schon so viele fehlentscheidungen produziert, und eine fruchtwasseruntersuchung ist ja nicht ganz ungefährlich. also wenn ich mich gegen ein wie auch immer beeinträchtigtes kind entscheiden WÜRDE, dann würde ich den harmony vorziehen. eindeutig.




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