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  baucis
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schrieb am 20.11.2014 16:08
Entschuldigt die Laenge des Berichtes, ich habe einfach alles fuer mich aufgeschrieben und werde hier nicht extra Passagen herausstreichen.

Freitag frueh kurz vor 5:00 wurde ich durch einen Tritt meines grossen Sohnes in den Bauch wach. Er hatte sich nachts zu uns ins Bett geschlichen und beim Umdrehen sein Bein recht schwungvoll auf meinen Bauch geklatscht.Ich bin sehr sauer Das tat schon ziemlich weh, so dass ich laut Aafschrie und weil ich eben wach war, mal aufs Klo ging. Kaum lag ich wieder in der Waagerechten, merke ich, wie mir massenhaft Fluessigkeit zwischen den Beinen rauslaeuft. Das war im ersten Augenblick total surreal und ich dachte noch bei mir, ob ich jetzt inkontinent geworden bin. Dann machte es aber Klick und ich rief ganz laut auf „Schatzi!!! Blasensprung!“. Mein Mann verstand aber nur „@#$%& – „Name Grosser“ – hat ins Bett gemacht!“. Ich wars nicht
So oder so stand er nun Waagerecht und kapierte auch gleich, dass doch ich der Uebeltaeter war. Ich stand dann vorm Bett (vorm grossen Schrank mit Millionen Handtuechern drin) und liess in meiner Ueberraschung erstmal laufen. Ich werd rot Nachdem Maenne aber das Licht angeschaltet hatte, klemmte ich mir doch ein Handtuch zwischen die Beine und ging wieder ins Bad aufs Klo. Da lief es dann munter weiter und ich versuchte mich erstmal zu sammeln. Mir kamen so komische Gedanken wie „Geil, jetzt muss ich nicht mehr das total verwuestete Kinderzimmer meines Grossen aufraeumen!“LOL, bevor ich mich darauf besann, dass meine Tochter heute kommt und ich mich schleunigst ins Bett legen sollte, weil ja wegen der Beckenendlage das Risiko eines Nabelschnurvorfalls gegeben war.Treffer
Maenne hatte inzwischen schon den Rettungsdienst gerufen und tigerte etwas wirr und ziellos durch die Gegend.
Glueck fuer uns war das Timing, der Kindergarten fuer den Grossen machte ja schon 6:00 auf und so rief ich liegend aus dem Schlafzimmer, dass Maenne schnell den Grossen anziehen solle, damit der gleich in den Kindergarten koenne. Meinen Blutzucker wollte ich noch kontrollieren, weil ich ja am Abend zuvor noch 46IE Basalinsulin Levemir gespritzt hatte und ich nicht unterzuckert in den Kreissaal einziehen wollte. Der war aber wunderbar bei 85mg/dl. Kaum hatte ich den gemessen standen auch schon 2 Notaerzte und 2 Rettungsassistenten in unserem Schlafzimmer. Ich versuchte Maenne noch dies und Jenes zuzurufen, was er noch in meinen Klinikkoffer packen muesse, was er dann mehr oder weniger auch tat. Ich wurde in den Notarztwagen verladen und fuhr allein ins Universitaetsklinikum vor, waehrend mein Mann den Grossen in den Kindergarten brachte. Keine 10min spaeter waren wir in der Uni angekommen und ich zog in den Kreissaalbereich ein, wo ich erstmal in einen Vorbereitungsraum kam, und ans CTG gehaengt wurde. Alles zum Schichtwechsel der Hebammen, was aber nichts ausmachte, denn eine sehr nette Hebamme betreute mich auch noch in ihren letzten 20 Arbeitsminuten ausgezeichnet. Sie legte mir einen Zugang in die rechte Ellenbeuge, nahm mir Blut ab und sagte dass ich jetzt erstmal 30 Minuten CTG geschrieben bekommen wuerde. Sie kontrollierte noch meinen Muttermund, der wohl schon fingerdurchlaessig war. Wegen der BEL sollte aber noch ein Ultraschall gemacht werden. Den letzten Schall hatte ich ja 2,5Wochen zuvor und nun war ich umso gespannter, ob ich denn noch ein Schaetzgewicht bekommen wuerde. Kurz drauf kam auch schon eine Gynaekologin mit dem Ultraschallgeraet, vergewisserte sich aber nur, dass es noch BEL war und mass nichts weiter aus. Sie erklaerte mir noch, dass ich als erste Sektioniert werden wuerde und spaeter noch der Anaesthesist und der Operateur vorbei kommen wuerden und es gegen 8:00 losgehen wuerde. Inzwischen war ich 1h am CTG, die neue Hebammenschicht stellte sicht vor, es war 6:30, Maenne war vom Kindergarten dazu gestossen und wir zogen in unser Kreissaalzimmer um. Ich bekam ein Krankenhaushemdchen an und wir warteten auf die Dinge, die da kamen. Die kleine Maus spuerte ich ab und an in mir herumhampeln und es floss weiterhin Fruchtwasser ab, wodurch ich schon etwas im Nassen lag. Der Anaesthesist kam, sah aufgrund meines Berufes (Anaesthesieschwester) davon ab mir gross was zu erklaeren – O-Ton – „na sie wissen ja schon alles“ – aber ich hatte dennoch einige Nachfragen an Ihn. Ich wollte nicht mehr als 1Liter Fluessigkeit intravenoes bekommen wegen der Oedemgefahr (hatte bei der Sectio des Grossen ganz furchtbare Wassereinlagerungen, dank 2Liter Fluessigkeit binnen kuerzester Zeit). Er sagte mir, dass er versucht daran zu denken. Ich fragte noch wegen der Oxytocindosierung (nur 3IE als KI), fragte wegen des Spinalanaesthetikums (Ropivacain) und unterschrieb, so dass er schnell wieder von Dannen ziehen konnte. Keine 10min spaeter kam dann der Gynaekologe, ein Professor und sicherte uns im Gespraech zu, dass wir unsere Maus noch im OP auf den Arm bekommen koennten. Darauf legte ich grossen Wert, weil ich ihren grossen Bruder an seinem Geburtstag ueberhaupt nicht gesehen habe. Kaum war der Operateur gegangen, kam auch schon die Hebamme – es war inzwischen 8:10 - und ich durfte in den Op laufen. Da stellte sich dann das gesammelte OP-Personal vor, ich durfte meine CTG Bauchbandhalterung als BH nach oben schieben, wurde verkabelt, bekam eine Infusion angeschlossen und durfte mich an die vordere Kante setzen, und meinen Katzenbuckel praesentieren. Mein Anaesthesiepfleger war sehr nett aber stauchte mich und meinen Bauch ganz schoen zusammen, damit ich einen moeglichst krummen Ruecken machen konnte. War schon ganz schoen schwer so gekruemmt da zu hocken. Fruchtwasser ging dabei auch immer wieder ab. Der Anaesthesist war wohl ein Assistenzarzt in Uebung, denn schon bei der lokalen Betaeubung dachte ich mir, der spritzt doch viel zu tief, sagte aber nichts. Auch wenn man vom Fach ist, haelt man besser die Klappe und laesst die Leute ihren Job machen. Mein Anaesthesiepfleger wurde von meinem Mann letztlich auch fuer den vorgesetzen Oberarzt gehalten, weil er den Assistenzarzt derart herumkommandierte, der aber jeden Hinweis dankend annahm. Da sah man mal wieder, dass die jungen Aerzte in Ihrer Unkenntnis von Ihren Vorgesetzten allzu oft sich selbst ueberlassen werden und die Pflege darf es dann richten. Ich hatte aber volles Vertrauen zu meinen Pfleger, weil ich von einer ehemaligen Kollegin, die in der Uni angefangen hatte, wusste, dass dieser Pfleger seit Jahrzehnten fast ausschliesslich den SectioOP betreut. Nichts, was er also nicht schon gesehen hat! Der Anaesthesist liess sich aber leider auch vom Pfleger nicht davon abhalten mir im Knochen herumzubohren, so dass er nochmal anfangen musste. Mir wurde dafuer aber gluecklicherweise eine gute Minute aufrechtes Sitzen zugestanden, bevor ich mich wieder zusammenkauern durfte. Der zweite Stich sass dann gluecklicherweise auch, so dass mein Po und meine Beine recht schnell warm wurden und ich mich gerade so noch in die richtige Position begeben konnte (Fuesse in Beinschalen und hinlegen). Auf Linksseitenlage (in den man gemeinhin den Tisch dreht, damit ein Vena-cava-Kompressionssyndrom vermieden wird) verzichtete man bei mir, weil es mir sehr gut ging. Mein Mann erzaehlte mir nur anschliessend, dass man mir eine gesamte Ampulle Akrinor (kreislaufstabiliserendes Medikament) gegeben hatte, davon bekam ich aber nichts mit. Blick auf den Monitor, um meine RR-Werte zu sehen, hatte ich nicht. Das Verdeck vor meiner Nase wurde aufgehaengt und ich war etwas damit beschaeftigt, mir den fuer meinen Geschmack dauernd durchs Atmen eingezogenen Vorhang, etwas weg zu schieben. Der Professor sagte mir noch, dass es wohl diesmal etwas laenger dauern wuerde als bei der ersten Sectio, weil sie alles ganz huebsch machen wollten aber ich hatte nicht das Gefuehl, dass es insgesamt mehr als 10 min Unterschied ausmachte. Ich lauschte gespannt den Geraeuschen, wartete auf ein Sauggeraeusch, was mir signalisiert haette, dass sie jetzt den Rest Fruchtwasser absaugen und dann gleich meine Tochter rausholen aber das Geraeusch blieb mir verborgen, viel eher sagte mein Mann „jetzt kommt Sie gleich!“. Worauf ich nur erwiderte, dass er nicht mich ansehen, sondern uebers Tuch gucken solle, was er dann auch tat! Sie nahmen das Tuch dann Sekunden spaeter runter und hielte mir meine Tochter vor die Nase.Liebe Soooo suess! Und viel groesser als ihr grosser Bruder damals! Ordentlich Kaeseschmiere hatte sie noch ueberall dran, sie wurde der Hebamme gegeben, die hat sie eingewickelt und mir dann gleich in den linken Arm gelegt. Maenne sass links von mir und stuetzte sie mit ab und ich fing sofort an unser kleines Wunder abzuknutschen. (Kaeseschmiere ist ja auch gut bei trockenen Lippen!) LOLSoo niedlich, sie machte sogar gleich die Augen auf und guckte und fing dann an an ihren Minikleien Fingerchen zu saugen. Ach wir schmolzen so dahin! Hab nur ganz nebenbei das Veroedegeraeusch mitbekommen und registriert, dass sie fleissig meinen Bauch zumachten. Kurz drauf konnte Maenne dann schon unsere Tochter nehmen und ich wurde von vier Leuten ins Bett ruebergehievt, die mir alle der Reihe nach gratulierten. Ich bedankte mich tausendfach und wir wurden in unser Kreissaalzimmer zurueckgebracht. Die Hebamme schaute zwischen meine Beine und nach meiner Gebaermutter (drueckte immer mal darauf rum um noch Reste herauszukriegen) und wog dann auch recht schnell mit Maenne unsere Tochter und vermass sie. 3010g schwer, 53cm lang und 33,5cm Kopfumfang hatte unser Schatz. Ich bekam sie auf die Brust und wollte sie auch gleich mal anlegen, was ich dann auch tat. Sie saugte auch sofort los und ich war so gluecklich. Die Hebamme schaute noch nach uns, sagte uns, dass wir ca 2 h im Kreissaal bleiben muessten und dann auf Station kaemen. Auf Station angekommen, wurde der BZ der Maus gemessen, der deutlich zu niedrig war und ihr wurde von Maenne und Hebamme der Kopf gewaschen und die verklebten Haare etwas von Kaeseschmiere befreit. Dann bekam ich sie wieder ins Zimmer mit der Ansage, dass regelmaessig nach dem BZ geschaut werden muesse. Ich legte weiter an, Maenne fuhr los um den Grossen aus dem Kiga abzuholen. Ich erbat bei den Schwestern, dass mein Dauernkatheter bald heraus kommen sollte, so dass ich aufstehen konnte, da ich wusste, je schneller ich mobil werde, desto schneller darf ich auch heim. Das Gefuehl in meinen Beinen war naemlich nach 3h schon komplett wiedergekommen und so stand dem nichts zuwider. Man begleitete mich auf Toilette, zog den DK und ich bekam das tolle Klo gezeigt (so eine Art WD, wo man sich mit Wasser bespritzen lassen kann und anschliessend den Popo gefoehnt bekommt ). Kreislaufmaessig war es noch etwas grenzwertig, ich musste schon recht lang auf dem klo ausharren, bis ich mich wieder faehig fuehlte die paar Schritte ins Bett zurueck anzutreten. Am fruehen Nachmittag waren beide dann wieder da und der Grosse sah seine Schwester zum ersten Mal und fand sie zuckersuess. Da er aber erst 5 Jahre alt ist, waren andere Dinge bald viel interessanter und er hatte auch noch nicht die noetige Vorsicht und wusste noch nicht wie man ein Baby sanft anfasst.Baseball Maenne und Grosser fuhren irgendwann wieder heim und ich war mit der Maus allein auf dem Zimmer. Die Schwester kam ab und an mal und mass ihren BZ bis sie irgendwann gar nicht mehr wiederzukommen schien. Wieder kam stattdessen eine Kinderaerztin mit meiner dick eingemummelten Maus und verkuendete, dass Sie jetzt mit rueber auf die Kinderstation muesse, da sie viel zu niedrige BZ Werte haette und viel zu kalt sei. Sie nannte mir als Grund meine wohl gigantischen Dosen Insulin - ich hatte ja am Ende mehr als 130IE taeglich gespritzt, damit zwar fast ausschliesslich Werte im Grenzbereich gehabt aber es schien nun so, dass die Maus eben doch fuer mich mit Insulin produziert hat und dieses Gebahren erst noch abstellen musste. Darueber war ich natuerlich ungluecklich aber beim Grossen war es ja letztlich auch so, so dass mich das nicht wirklich ueberrascht hat. Sie fragte mich noch, ob ich gleich mitkommen wolle, was ich natuerlich bejahte und schon kroch ich Ihr auf dem Gang hinterher. Ich war total traurig aber auch froh, dass ich bis dahin die Maus bei mir haben durfte. Beim Grossen, musste ich ja von Anfang an verzichten. Auf der Kinderstation angekommen, bekam sie erstmal einen Zugang gelegt, Glucose angeschlossen und wurde verkabelt. Ich schaute mir alles an, musste mich aber alsbald setzen, weil mir der Kreislauf wegsackte. Ich bat dann doch um einen Rollstuhl zurueck auf die Woechnerinnenstation, weil ich mich nicht in der Lage fuehlte den Gang wieder zurueckzulaufen. Anstandslos wurde mir das auch gewaehrt. Wieder drueben angekommen, unterrichtete ich Maenne erstmal von dem Dilemma, der dann Abends noch vorbei kommen wollte. Schmerzen hatte ich nachdem die Spinale weg war schon ordentliche, ich nahm alle 4h eine Ibuprofen 400mg aber konnte kaum ueber die Gaenge schleichen. Das war schon sehr sehr anstrengend. Immer wenn ich die Maus angelegt hatte, habe ich gemerkt, wie arg sich die Gebaermutter zusammenzog – ja die Nachwehen waren schon eklatant und vor allem kein Vergleich zum Grossen. Mehr Schmerzmittel wollte ich mir aber nicht geben lassen, mein oberstes Ziel war es schnell entlassen zu werden. Abends kam mein Mann und wir erschienen nochmal auf der Kinderstation, wo unsere Maus dick eingepackt im Waermebett an ner Glucoseloesung hing. Man sagte uns, dass sie mind 3 gute BZ Werte ohne Glucose braeuchte und ihre Temperatur gut halten koennen muesse, zuvor koennte ich sie nicht wiederbekommen. Besuchen durfte ich sie aber jederzeit und so machten wir aus, dass ich sie immer, wenn sie wach war anzulegen versuchte. Wir kamen ueberein, dass auch mit Pre zugefuettert werden sollte. Traurig zogen mein Mann und ich irgendwann von Dannen und ich wurde alle 2-3 h zum Anlegen mit Rollstuhl nach drueben gefahren. Da konnte ich jedesmal toll mit der Maus kuscheln, Ihr Lieder vorsingen und sie saugte auch jedesmal besser, nur verbesserte mein bisschen Kolostrum ihren Blutzucker mitnichten. Auf der Woechnerinnenstation wieder angekommen, bat ich um eine Milchpumpe um den Milchfluss anzuregen aber bekam nur eine Anleitung zum Ausstreichen in die Hand gedrueckt, was mich doch sehr aergerte. Man wollte mir keine Milchpumpe geben, weil man sagte, dass das eh nur so Minimengen seien, da haette ich beim Ausstreichen mehr Erfolg. Ich muehte mich also in dieser Nacht zusaetzlich zum Anlegen auf der Kinderstation noch ne dreiviertelstunde damit ab gigantische 0,3ml Kolostrum auszustreichen. Von nem haengen gebliebenen Tropfen machte ich mal spassenshalber einen BZ-Wert und war sehr erstaunt, dass mein Kolostrum 302mg/dl hatte! Wirklich sehr nahrreich. Am Anderen Tag besuchten ich fast durchgaengig die Maus, musste allerdings weiterhin alle 4h Ibuprofen nehmen. Am Sectioabend hatte ich uebrigens noch das dringende Beduerfnis meinen Darm zu entleeren und ich verbrachte bestimmt 15min damit die gefuehlten Wackersteine ohne Druecken (weil sehr schmerzhaft) aus mir heraus zu befoerdern. Wer also eine geplante Sectio hat, sollte auf jeden Fall abfuehrende Massnahmen zuvor ergreifen. Alles andere ist Quaelerei! Am Samstag besuchte ich die Maus den ganzen Tag, legte immer fleissig an und man machte uns schon Hoffnung, dass sie bald rueberkaeme, weil schon zwei gute BZ Werte zu verbuchen waren. Als ich dann am spaeten Nachmittag mit Maenne ganz erfreut drueben ankam, zerschlugen sich aber diese Hoffnungen, weil wieder ein schlechter Wert gemessen wurde. Man ueberliess uns zu entscheiden, ob wir auf die saettigendere HA Pre Combiotik von Hipp umsteigen wollten oder wieder Glucoseloesung anschliessen sollten (die war inzwischen abgestellt worden). Wir versuchten es mit der HA-Milch. Schwiegermutter und grosser Bruder waren noch zu Besuch da und ich verbrachte jede freie Minute bei der Maus. Nachts kam ich wieder alle 3h zum Anlegen und gab Ihr anschliessend Ihre HA-Milch. Grosse Mengen konnte man bei dem noch Murmelgrossen Magen ja nicht erwarten aber sie trank einmal 30ml, dann 40 und dann schon 45ml binnen 10min weg. Ich legte zuvor immer jede Seite 10 min an, hatte aber noch keinen Milcheinschuss, weswegen nur Tropfenweise Kolostrum gekommen sein kann. Am naechsten Morgen erfreute mich die Kinderkrankenschwester schon mit den Worten, dass sie ja keine weitere BZ Messungen mehr braeuchte, denn sie haette ja schon im Laufe der Nacht unter HA-Milch 3 gute Werte gehabt. Irgendwie war das an mir vorbei gegangen, umso freudiger war ich nun. Das Waermebettchen konnte auch kontinuierlich um je 1 Grad reduziert werden, so dass sie keine Extrawaerme mehr brauchte und man uns eine Verlegung auf die Woechnerinnenstation im Laufe des Tages (Sonntag 16.11.14) in Aussicht stellte. Ich informierte meinen Mann sofort von dieser veraenderten Lage und bei der eigenen Visite auf der Woechnerinnenstation sprach meine zustaendige Aerztin schon von Entlassung am Montag, wenn mit der Maus bis dahin weiter alles so stabil sei, dann sogar mit Ihr! Ihr glaubt ja nicht, wie sehr ich mich darueber freute! Ich freu mich sehr Noch vor dem Mittag wurde in meiner Anwesenheit auf der Kinderstation die U2 gemacht, die Maus bekam ihr Vitamin K und alle Elektroden wurden abgemacht und der Zugang entfernt. Noch bevor Maenne am Nachmittag kam, hatte ich die Maus schon bei mir. Das war toll! Endlich ausgiebig kuscheln. Das Krankenhaus hat uns noch eine suesse Strickmuetze geschenkt, die wir der Maus natuerlich fuer Ihre Koerperwaerme gerne aufsetzten. Der Sonntag ging dann recht schnell herum mit Anlegen, fuettern, wickeln, anlegen, fuettern, wickeln. Eine Aerztin kam noch vorbei um nach meinem BZ-Tagesprofil zu fragen, da waren auch immer alle Messwerte nach dem Essen in Traumbereichen, einzig die Nuechternzucker waren immer ueber 100 (aber unter 110mg/dl). Aber richtig runtergefahren war mein Stoffwechsel ja auch die ganze Zeit nicht, ich war ja die Nacht durchgaengig auf Achse und habe auch immer wieder was getrunken (wenngleich auch nur Stilltee oder Wasser) – die Aerztin fand die Werte aber auch gut und bekraeftigte die Aussage meines Diabetologen, dass ich einfach in 3 Monaten zum Kontroll-oGtt gehen solle. Am Abend wurde uns dann wie beschlossen verkuendet, dass unsere Maus ja anderntags mit mir entlassen werden wuerde. Welche Erleichterung! Ich konnte den Montag kaum abwarten! In der Nacht merkte ich schon, dass meine Brueste etwas an Volumen zunahmen. Schmerzen von der Sectionarbe hatte ich noch, verdraengte das aber, ob der Freude,dass die Maus endlich bei mir war. Ich baute Ihr ein Lager mit Stillkissen als Abgrenzung in meinem Bett und tat kaum ein Auge zu, weil ich sie die ganze Zeit bestaunen musste. Zum Stillen und HA-Milch geben, sowie zum Wickeln ging ich allerdings ins Kinderzimmer, weil ich inzwischen eine Bettnachbarin bekommen hatte, deren Kind noch auf Kinderintensiv lag. Montag frueh kam dann mein Mann, nachdem er den Grossen in den Kiga gebracht hatte und wir verliessen ohne grosse weitere Untersuchung (sie wurde nur gewogen - 2878g) der Maus das Krankenhaus gegen 11:40. Man hatte uns noch einen kostenlosen Hueftultraschall in Aussicht gestellt (wird aber bei der U3 eh noch gemacht), den wir aber in Anbetracht der Wartezeit darauf haben sausen lassen. Daheim angekommen war dann Arbeitsteilung beim HA-Milch machen und Anlegen angesagt, weil die Maus wieder Hunger hatte. Das klappte aber alles Reibungslos. Im Laufe des Tages bekam ich dann meinen richtigen Milcheinschuss und meine Brueste sahen aus wie zwei Honigmelonen. Nach der einen HA-Milch nach Ankunft zu Hause, entschloss ich mich dann der Maus keine weitere Flaschenmilch mehr zu geben. Ich merkte inzwischen auch den Milchspendereflex (fuehlt sich bei mir an, als ob beide Brueste mit einem Bindfaden verbunden sind und von der Seite, an der die Kleine saugte zieht es einmal rueber zur anderen Brust an diesem Bindfaden) und habe von da an bei jedem Anzeichen von Brustsuchen durch die Maus angelegt. Das waren dann erstmal zwei harte Tage, da sie mir fast ununterbrochen Stundenlang an der Brust hing. Meine Brustwarzen beschmierte ich entweder mit Lanolin oder mit Muttermilch und liess zur Entlastung immer schoen alles lufttrocknen aber letztlich war das Ansaugen durch die Maus mit zunehmender Belastung natuerlich nicht angenehm. Ein bisschen so, als haette man eine Waescheklammer dauerhaft am Nippel haengen, die beim weiteren Saugvorgang noch ab und an mal herum gedreht wird. Aber je laenger sie saugte, desto eher liess dieses Gefuehl auch nach. Nur das An und Abdocken war nicht sonderlich angenehm. Montag-Nacht auf Dienstag schlief ich durch dieses Dauernuckeln vielleicht gerade mal 4h insgesamt. Ich war heilfroh, dass Schwiegermutter noch da war und sich um alles kuemmerte und ich die Couch praktisch nicht verlassen musste. Dienstag-Nacht auf Mittwoch war es noch bescheidener mit dem Schlafen, da kam ich wenn ueberhaupt auf 3,5h. Ich merkte aber schon deutlich, dass meine Brueste nicht mehr so spannten und die Maus wirklich effektiver saugte, wenngleich sie mit Nuckeln natuerlich nach wie vor viel Naehebeduerfnis stillte. Ich bin ja gegen Schnuller als Beruhigung eingestellt, so hielt ich das beim Grossen und musste nie einen Schnuller abgewoehnen, weil er am Ende keinen wollte. Heute habe ich dann endlich mein Didymos-Tuch rausgeholt und die Maus in die Wickelkreuztrage gesetzt und sie hat mich immerhin diesen Mammutbericht schreiben lassen. Mein Wochenfluss ist nur noch sporadisch da, was ich mit den Strampelpetereinlagen echt gut hinbekomme. Schmerzen an der Narbe merke ich noch beim Stillen, da zieht sich die Gebaermutter immer weiter zusammen. Ich komme aber mit einer Dosis 400mg Ibuprofen ausgezeichnet ueber den Tag. Mein Bauch ist wieder relativ flach, muss mal Ende der Woche noch ein Bild machen. Und ich habe heute frueh ca 6kg weniger auf der Waage gehabt (von 9kg ingesamt). Heute fuehlen sich meine Brueste im Vergleich zu Montag geradezu leer an. Knoetchen (von Milch) habe ich fast keine mehr und ich merke deutlich, dass sie schneller trinkt und dabei schmatzende, glucksende Schluckgeraeusche macht. Meine Antithrombosestruempfe habe ich aber seit ich zu Hause bin wieder an, denn ich hatte im Krankenhaus schon trotz geringer Infusionsmengen Wasser in den Fuessen eingelagert, was ich zuvor noch nicht hatte.

So mehr faellt mir nun wirklich nicht ein!

Ausser dieses Fazit: Wir sind Gluecklich! Liebe

Eure baucis!


  Re: Geburtsbericht baucis und die Tage danach -Achtung, sehr lang!
avatar  silke09
Status:
schrieb am 20.11.2014 16:44
Sehr schön geschrieben! Man merkt, dass du/ihr glücklich seid!


  Re: Geburtsbericht baucis und die Tage danach -Achtung, sehr lang!
no avatar
  Milarr
Status:
schrieb am 20.11.2014 17:10
sehr schöner Geburtsbericht, Baucis ! Und nochmals herzlichen Glückwunsch.

Um das Lesen etwas zu erleichtern, würde ich eventuell ein paar mehr Absätze einfügen. Ich bin einige Male beim Springen in die nächste Zeile "falsch gelandet" zwinker


  Re: Geburtsbericht baucis und die Tage danach -Achtung, sehr lang!
avatar  integral78
Status:
schrieb am 20.11.2014 18:07
Danke für den tollen Bericht! Ganz viel Spaß mit Eurer Maus und schau immer mal bei uns im Piep vorbei, wir folgen dann hoffentlich alle in Kürze.

Glg


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  Re: Geburtsbericht baucis und die Tage danach -Achtung, sehr lang!
no avatar
  Novelle
Status:
schrieb am 20.11.2014 18:14
Ein super Geburtsbericht. Das du dich wirklich noch so gebau an alles erinnert hast, echt toll. Viel Glück mit eurer kleinen Maus und natürlich eurem SohnGeburtstag


  Re: Geburtsbericht baucis und die Tage danach -Achtung, sehr lang!
no avatar
  Kerba
Status:
schrieb am 21.11.2014 09:46
Liebe Baucis, ein toller Bericht!

Ich freue mich sehr, dass es Euch jetzt soweit gut geht Ich freu mich sehr


  Re: Geburtsbericht baucis und die Tage danach -Achtung, sehr lang!
avatar  bettina1982
Status:
schrieb am 21.11.2014 11:47
Herzlichen Glückwunsch!

Vielen Dank für deinen ausführlichen, kurzweiligen Bericht!

Ich wünsche euch alles Gute!
Liebe Grüße,
Bettina


  Re: Geburtsbericht baucis und die Tage danach -Achtung, sehr lang!
no avatar
  felix8977
Status:
schrieb am 23.11.2014 09:33
Herzliche Glückwünsche nochmals und sehr schöner. Geburtsbericht.

Hoffe euch gehts gut und ihr könnt ausreichend kuscheln


  Re: Geburtsbericht baucis und die Tage danach -Achtung, sehr lang!
no avatar
  Schnuffel79
Status:
schrieb am 24.11.2014 18:42
Herzlichen Glückwunsch zu der kleinen Maus.
Dein Bericht ist wirklich gut gelungen. Freu mich direkt auf meinen 5 KS Ohnmacht (kreislauf und co)
Schön das das Stillen jetzt so gut klappt und ihr auf das Fläschchen verzichten könnt.
Alles Gute für euch.




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