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  Re: Maili verzweifelt nach NFM
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   Bettina35
schrieb am 29.10.2014 21:20
Liebe Locke.

Daß so ein Befund verunsichert, verstehe ich gut! Wichtig ist, den US-Befund durch einen Degum II/III -Untersucher erst einmal verifizieren zu lassen. Nicht wenige Nasenbeine werden von erfahrenen Untersuchern dann doch noch gefunden ...
Ansonsten empfehle ich sehr das bereits genannte Eltern- Forum Pränataldiagnostik , gerade weil dort wirkliche Experten und zudem Menschen mit Erfahrung moderieren.
Vor diesem Hintergrund möchte ich auf die einzelnen Beikträge meiner Vorschreiberinnen diesbzgl auch gar nicht eingehen.

Eine Trisomie 13 oder 18 würde sich in dieser SSW schon auch im US darstellen - bei einem erfahrenen Untersucher.

Ansonsten rate ich, Kontakt zu Familien mit Kindern mit down-Syndrom aufzunehmen und die Lebenswirklichkeit und die Vielzahl der Ausprögungen des Syndroms mit offenen Augen, Ohren und Gedanken aufzunehmen, BEVOR Ihr Euch gegen das Kind entscheidet.
Hier im Forum hat zB Milia ein Kind mit Down-Syndrom, und man darf sie gerne anschreiben smile

Was ich schwierig finde, ist die Tendenz, die in vielen Antworten mehr oder weniger angedeutet ist, nämlich, daß ein Abbruch bei einer Trisomie quasi das Mittel der Wahl ist. Wenn ich dann lese, man wolle kein behindertes Kind, finde ich das kaum akzeptabel, einfach, weil es suggeriert, man habe die Wahl. So ist es aber ( zum Glück !) nicht . Die meisten Behinderungen entstehen bei oder nach der Geburt. Wer also kein behindertes Kind möchte, optiert damit im Falle einer Behinderung bei oder nach der Geburt gegen das Lebensrecht. Das ist ( zum Glück!) strafbar.
Jeder wünscht sich ein gesundes, vitales, intelligentes, schönes Kind. Aber leider haben wir keine Garantie darauf! Das muß man einfach objektiv zur Kenntnis nehmen. Selbst ein unauffällige CB /FWU ist eben kein Garant auf ein nicht behindertes Kind !

Es tut mir leid, aber ich finde Sätze wie, das Kind solle eine Bereicherung für das schon vorhandene Geschwisterkind sein, daher dürfe es nicht behindert sein, unverschämt! Sind behinderte Kinder keine Bereicherung für Ihre nichtbehinderten Geschwister?!

Ich habe über die Jahre doch einige Familie mit Down-Syndrom -Kindern kennengelernt. Manche sind heute Teeager, manche noch Babys. Es gibt stark und kaum beeinträchtigte Kinder darunter. Aber: alle Eltern sagen, sie hätten die Entscheidung, das Kind zu bekommen, nie bereut bzw sie würden das Kind unter keinen Umständen missen. Ich glaube nicht, daß die Eltern alle fehlgeleitet sind...


Alles Gute für die weitere Diagnostik und Recherchen in jede Richtung!


  Re: Maili verzweifelt nach NFM
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   sam33
schrieb am 29.10.2014 21:55
Zitat
Bettina35
Liebe Locke.

Daß so ein Befund verunsichert, verstehe ich gut! Wichtig ist, den US-Befund durch einen Degum II/III -Untersucher erst einmal verifizieren zu lassen. Nicht wenige Nasenbeine werden von erfahrenen Untersuchern dann doch noch gefunden ...
Ansonsten empfehle ich sehr das bereits genannte Eltern- Forum Pränataldiagnostik , gerade weil dort wirkliche Experten und zudem Menschen mit Erfahrung moderieren.
Vor diesem Hintergrund möchte ich auf die einzelnen Beikträge meiner Vorschreiberinnen diesbzgl auch gar nicht eingehen.

Eine Trisomie 13 oder 18 würde sich in dieser SSW schon auch im US darstellen - bei einem erfahrenen Untersucher.

Ansonsten rate ich, Kontakt zu Familien mit Kindern mit down-Syndrom aufzunehmen und die Lebenswirklichkeit und die Vielzahl der Ausprögungen des Syndroms mit offenen Augen, Ohren und Gedanken aufzunehmen, BEVOR Ihr Euch gegen das Kind entscheidet.
Hier im Forum hat zB Milia ein Kind mit Down-Syndrom, und man darf sie gerne anschreiben smile

Was ich schwierig finde, ist die Tendenz, die in vielen Antworten mehr oder weniger angedeutet ist, nämlich, daß ein Abbruch bei einer Trisomie quasi das Mittel der Wahl ist. Wenn ich dann lese, man wolle kein behindertes Kind, finde ich das kaum akzeptabel, einfach, weil es suggeriert, man habe die Wahl. So ist es aber ( zum Glück !) nicht . Die meisten Behinderungen entstehen bei oder nach der Geburt. Wer also kein behindertes Kind möchte, optiert damit im Falle einer Behinderung bei oder nach der Geburt gegen das Lebensrecht. Das ist ( zum Glück!) strafbar.
Jeder wünscht sich ein gesundes, vitales, intelligentes, schönes Kind. Aber leider haben wir keine Garantie darauf! Das muß man einfach objektiv zur Kenntnis nehmen. Selbst ein unauffällige CB /FWU ist eben kein Garant auf ein nicht behindertes Kind !

Es tut mir leid, aber ich finde Sätze wie, das Kind solle eine Bereicherung für das schon vorhandene Geschwisterkind sein, daher dürfe es nicht behindert sein, unverschämt! Sind behinderte Kinder keine Bereicherung für Ihre nichtbehinderten Geschwister?!

Ich habe über die Jahre doch einige Familie mit Down-Syndrom -Kindern kennengelernt. Manche sind heute Teeager, manche noch Babys. Es gibt stark und kaum beeinträchtigte Kinder darunter. Aber: alle Eltern sagen, sie hätten die Entscheidung, das Kind zu bekommen, nie bereut bzw sie würden das Kind unter keinen Umständen missen. Ich glaube nicht, daß die Eltern alle fehlgeleitet sind...


Alles Gute für die weitere Diagnostik und Recherchen in jede Richtung!


Das ist superDem ist nichts hinzuzufügen!


  Re: Maili verzweifelt nach NFM
avatar    Yaya
schrieb am 29.10.2014 22:03
Bettina, ich danke dir fuer die Worte, besonders weil sie aussagen, was ich denke und gegen den allgemeinen Konsenz gehen. Allerdings ist es schon so, dass es eine Wahl gibt, da ein frueher Abbruch straffrei ist. Ob das nun jemand moralisch als gut oder schlecht findet, steht jedem frei.


  Re: Maili verzweifelt nach NFM
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   gelöschter User
schrieb am 29.10.2014 22:06
Danke für diesen Beitrag, bettina. Das ist mal wieder ein gutes beispiel dafür, was die feindiagnostik anrichtet. Der mensch entscheidet, wer eine bereicherung für eine familie ist und wer nicht, und fühlt sich auch noch im recht.

Isolde


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  Re: Maili verzweifelt nach NFM
avatar    Anja112
Status:
schrieb am 30.10.2014 07:30
Danke Bettina für deinen Beitrag!

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Ich weiß, dass auch das vielleicht nicht ganz richtig ist, aber genau aus diesem grund haben wir keine nfm machen lassen. Ich gebe allerdings zu, ich liege ja auch nicht inder Risikogruppe, evtl. ist uns die Entscheidung deshalb so leicht gefallen.
Versteht mich nicht falsch, ich verurteile menschen nicht, die sie machen lasssne, bzw. sich dann evtl gegen das kind entscheiden, im gegenteil, ich habe großen Respekt vor euch!

Liebe Locke,

ich wünsche euch nur das Beste!!!!!!knuddel

liebe grüße


  Re: Maili verzweifelt nach NFM
avatar    Locke 23
Status:
schrieb am 30.10.2014 07:32
Hallo ihr Lieben,

vielen Dank für eure Beiträge die zum Nachdenken anregen.
Prinzipiell kann ich eure Ansichten absolut nachvollziehen. Jedoch habe ich lange genug mit behinderten Menschen zusammengearbeitet, auch schwerst behinderte Menschen. Sielagen im Bett weit über 20 Jahre, haben von ihrer Umwelt zu weit es beurteilbar ist (wenn sich soetwas überhaupt beurteilen lässt), kaum etwas mitbekommen und wilde Laute von sich gegeben. Und da kommt einfach meine Frage, möchte ich einem Menschen so ein Leben aufzwängen, das ist kein lebenswertes Leben, auch wenn es diesbezglich verschiedene Meinungen geben mag. Aber allein die evtl. Vortsellung evtl. ständig und immer wieder für eine lange Zeit im KH zuverbringen, mit einem Kind was mehrfach operiert werden muss, es Schmerzen erträgt und leidet, ich meinen 1. Sohn immer bzw. oft hinten anstellen muss und man nur noch am Ende seiner Nerven ist. Das kann und möchte ich mir nicht vorstellen. Natürlich ist das die schlimmste Form einer Behinderung und es gibt viele Menschen mit einer Behinderung, die nicht in diesem Ausmaß ausgeprägt sind, dass ist mir wohl bewusst. Aber keiner kann mir sagen, in welchem Ausmaß mein Kind betroffe wäre.

Aber meinem Kind bewusst solch ein Leid zuzufügen kann und möchte ich nicht. Und denkt nicht das mir solch eine Entscheidung leicht fällt, es fährt Achterbahn in mir, ich habe panische Angst vor solch einem Schritt, immerhin ist es bereits ein richtiges kleines Lebewesen. Aber ich habe Verantwortung zu tragen und hätte Angst es nicht zu schaffen, es sind soviele Gedanken die einem dabei durch den Kopf gehen. Du hast von vielen Eltern gesprochen, die dir sagten, dass sie den Schritt nicht bereut haben, ihr Kind mit Down zu bekommen, aber jetzt mal erhlich es wird immer Momente geben in denen sie sch fragen ob das der richtige Weg war. Das geht selbst Eltern ohne ein behindertes Kind so.

Und zur Zeit möchte ich mich noch nciht mit anderen Müttern oder der Entwicklung von Down Kindern auseinandersetzen, ich möchte erst Gewissheit haben.

Es ist nicht einfach, bestimmt nicht.

Liebe Grüße


  Re: Maili verzweifelt nach NFM
avatar    Yaya
schrieb am 30.10.2014 07:47
Da gab doch mal vor einigen vielen Monaten links zu Youtube Videos, in denen schon erwachsene Down-Syndrom Menschen Mut zum Down-Syndrom Kind gemacht haben. Ich hatte nicht das Gefuehl, dass diese Leben nicht lebenswert waren, und hatte nicht das Gefuehl, dass diese leiden. Mich haben diese Videos ermutigt, keine NFM zu machen, und ein Kind anzunehmen, wie es ist. Ich kann mir ein Leben mit einem behinderten Kind gar nicht vorstellen und noch weniger, was waere sollte mein Kind wirklich behindert sein, aber noch weniger kann ich mir das Recht geben ueber Leben zu entscheiden. Ich mag da naiv sein, aber etwas anderes kann ich fuer mich in dieser Situation nicht rechtfertigen.

Ich hatte derletzt eine aehnliche Diskussion mit meiner Mutter. Mein Vetter hat ja ein Kind mit offenem Ruecken. Sie musste jetzt drei sein (da ich in den USA lebe, kenne ich sie nicht). Und so merkt man ihr nichts an, aber sie kann natuerlich nicht laufen, und mein Vetter und seine Frau muessen viel fuer sie machen. Sie haben noch zwei andere Kinder. Und meine Mutter meinte dann, was das fuer ein Leben waere, wie belastend denn alles fuer das Kind auch spaeter waere. Und dass ja dazu ein Down-Syndrom noch leicht waere. Ich gebe ihr da in dem letzten Punkt nicht recht. Aber mich stoerte, dass sie so ueber das Leben urteile - das Leben waere belastend, nicht schoen, lebenswert, etc. fuer das Kind. Aber was sagt denn das Kind? Beurteilen die behinderten Leute ihr Leben genauso wie wir? Haben wir das Recht ueber ein anderes Leben zu urteilen, ob es lebenswert ist oder nicht, ob es schoen ist oder nicht? Mit diesem Konzept habe ich wirklich Probleme. Und natuerlich kann eine Behinderung schlimmer und beeintraechtigender sein als eine andere Behinderung. Aber kann ich es verantworten, einem Menschen das Recht zu nehmen, es herauszufinden, und vielleicht ein lebenswertes Leben zu verhindern? So schwierig das Ganze. Und bestimmt im Einzelfall zu beruteilen. Aber pauschal zu sagen, Behinderung nein, das kann ich nicht. Ich denke, ich bin in dieser Hinsicht naiv. Aber etwas anderes geht gerade nicht.

Nun warten wir erstmal ab. Viel Erfolg fuer Montag.

Hier die links zu den topics/ videos, wenn du dich bereit fuehlst smile : [www.wunschkinder.net]

Und das hier: [www.wunschkinder.net]

Und hier noch Statistiken von Milia: [www.wunschkinder.net]


6 mal bearbeitet. Zuletzt am 30.10.14 08:10 von Yaya.


  Re: Maili verzweifelt nach NFM
avatar    mali32
Status:
schrieb am 30.10.2014 08:49
Kein schwer behindertes Geschwisterchen für sein Kind zu wollen mag herzlos klingen.
Damit war jetzt nicht das Down Syndrom gemeint.
Natürlich ist niemand davor gefeit, sicher zu sein nach der Geburt ein gesundes Kind in den Händen halten zu können.
Ob das Kind sehen oder hören kann, autistisch ist usw., lässt sich in vielen Fällen nicht voraus sehen.
Auch während der Geburt kann noch einiges passieren, das ist klar.
Während meiner beruflichen Laufbahn habe ich unglaublich viele Kinder erlebt die sich qualvoll durch ihr Leben kämpfen mussten.
Eltern die nicht durchschlafen können weil sie nachts immer wieder zum Bettchen des Kindes gehen, evtl. Speichel absaugen müssen. Kinder die kaum Luft bekommen, Schmerzen erleiden usw.
Die Lebenserwartung bei vielen schwer behinderten Kindern ist oft gering. Sich immer zu fragen, wie lange die gemeinsame Zeit noch sein wird, das ist für die Psyche der Eltern nicht einfach. Bleibt ein Therapieerfolg aus, dann werden schnell Therapien von der Krankenkasse gestrichen. Oft steifen dann dir Gelenke der Kinder ein.
Viele Eltern werden depressiv. Partnerschaften zerbrechen.
Viele Mütter versuchen nebenbei von zu Haus noch etwas zum Lebensunterhalt bzw. für bestimmte Therapien zu verdienen. Vieles wird von der Kasse nicht übernommen.

Aber nach meinen Erfahrungen sind es die Geschwisterkinder die am meisten unter der Situation zu leiden haben.
Ich habe mit beiden Seiten gearbeitet.
Mit Geschwisterkindern von schwer behinderten Kindern musste ich zum Teil zu Klassenkonferenzen oder zum Kinder u. Jugendpsychiater oder Psychologen.
Sie sind das schwächste Glied in der Kette und erhalten oft nicht ausreichend Zuwendung und Anerkennung, weil sich die Kraft der Eltern auf das kranke Kind konzentrieren muss.
Vor zwei Jahren hatten wir einen ähnlichen Befund.
Glücklicherweise kam unsere Tochter gesund zu Welt.
Damals hätte ich mir keinen Abbruch vorstellen können.
Nun hätte das bereits geborene Kind oberste Priorität.


Liebe Locke,
jetzt haben sich unsere Beiträge überschnitten. Meine Tochter zahnt und hat die Nacht zum Tag gemacht. So kann ich meinen begonnenen Beitrag erst jetzt abschließen.
Ich finde es sehr verantwortungsvoll sich über alle Eventualitäten Gedanken zu machen.

Noch ist nichts verloren.
Meine Daumen sind feste gedrückt und ich hoffe sehr das ihr bald Klarheit habt.

Herzliche Grüße
Mali


  Re: Maili verzweifelt nach NFM
no avatar
   gelöschter User
schrieb am 30.10.2014 08:54
Locke, noch weißt du ja nicht, was überhaupt genau los ist. Warte doch erstmal ab, was die Tests bringen, bevor du dein Baby abschreibst. Natürlich ist es schrecklich, wenn das eigene Kind eine Behinderung hat, das kann ich absolut verstehen. Aber ich finde, das ist dann eben die Aufgabe, die man zu erfüllen hat. Wenn ein bereits geborenes Kind plötzlich schwer krank wird oder durch einen Unfall eine Behinderung erleidet, gibt man es ja auch nicht weg, weil man es sich anders gewünscht hat, sondern kümmert sich darum. Auch wenn es schwer fällt.

isolde


  Re: Maili verzweifelt nach NFM
no avatar
   jojoaska
Status:
schrieb am 30.10.2014 08:59
warten würde ich auch nicht. wir haben die cromezystenbiopie ( keine ahnung wie man das svhreibt) einen tag nach der nfm gemacht. ich hatte riesen angst aber es tat nicht weg. und am nächsten tag hatten wir das ergebnis und bezahlen mussten wir auch nix dafür.und dann kannst du dir sicher sein und über alles weitere nachdenken.....viel viel glück


  Re: Maili verzweifelt nach NFM
avatar    lauramomo
schrieb am 30.10.2014 09:03
Hallo,

ich finde den Beitrag von Mali gut. Es ist tatsächlich so, dass man nicht nur für sich entscheiden muss, sondern für die gesamte Familie. Es ist in meinen Augen ein Unterschied, ob es das erste Kind ist oder ein folgendes Kind.
Das mag herzlos klingen, es ist aber genau eben NICHT herzlos- ies ist eine wahnsinnig schwere Entscheidung, die mit Sicherheit sehr schwierig ist.

Natürlich kann es gut zu einer Behinderung unter der Geburt kommen. Es ist aber schon eine spezielle Situation, wenn man es schon so früh WEISS (also bei der TE weiss man es noch nicht!). Schliesslich ist das Kind noch nicht auf der Welt.

Yaya, ich freue mich ganz ehrlich für dich, dass du so klar denkst und eine eindeutige Meinung zu dem Thema hast- du könmtest ein behindertes Kind vorbehaltlos annehmen. Es ist auch eine sehr persönliche Einschätzung, wie sehr einen diese oder jene Behinderung "stören" würde als Eltern- dein Beispiel mit Tochter im Rollstuhl und sonst sehr fit würde mich nicht so sehr "stören".

Ich hatte hier übrigens nicht den Eindruck, dass locke in den ersten Beiträgen zur Abtreibung bei positivem Resultat geraten wurde! Ich hatte lediglich den Eindruck, dass man ihr vermittelt hat, dass sie sich wegen ihrer Gedanken und Überlegungen nicht schämen soll und das FALLS es zu einer Abtreibung kommt, es gut wäre so früh wie möglich zu machen...

LG
Laura


  Re: Maili verzweifelt nach NFM
avatar    Yaya
schrieb am 30.10.2014 09:04
Naja, Mali. Es geht glaub ich bei den meisten Postings darum, dass ein - was auch immer - behindertes Kind abgelehnt wird. Das ist glaube ich, was viele stoert, da es einfach mehr oder weniger starke Behinderungen gibt. Und ja, Locke weiss ja gar nicht was los ist. Erstmal abwarten, und dann weiterschauen. Wahrscheinlich ist alles in Ordnung.

Fuer mich ist der Foetus in mir, mein Kind. Genauso wie mein aelteres Kind. Und es hat Rechte. Naja, genug der Rede ...

Und das erste, an was Leute denken, wenn sie NFM schlechtes Ergebnis hoeren, ist nun mal das Down-Syndrom, oder?


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 30.10.14 09:09 von Yaya.


  Re: Maili verzweifelt nach NFM
no avatar
   Milia149
Status:
schrieb am 30.10.2014 09:58
Huhu,

mein Grosser, bester Sohn der Welt, hat das Down-Syndrom und ich kann Dir sagen wir kommen alles super gut damit klar. Die Maus sagt sogar immer Rabauke Du bist mein einziger bester Freund zwinker

Ich sehe ihn auch nicht als behindert an, er ist es offiziell, aber für mich ist er einfach wie er ist.

Selbst wenn Du abtreibst wirst Du keine Garantie auf ein gesundes Kind haben, "Gendefekte" sind nur ein Bruchteil von dem was alles sein kann und die meisten Behinderungen entstehen erst nach der Geburt. Das muss man einfach wissen wenn man Kids möchte, finde ich.

Was ich Dir rate, nimm Dir Zeit für die Entscheidung, laut Studien kommen viele Leute mit der gemachten Entscheidung Abtreibung im Nachhinehein nicht klar, andere Studien besagen aber dazu das Familien die sich für das Kind entscheiden haben weitesgehend glücklich sind.
Such Dir eine betroffene Familie, oder Beratungsstelle, hör nicht nur auf das was die Ärzte sagen
und entscheide dich erst dann.

Ansonsten kann ich nur sagen, noch heisst das nicht unbedingt was, warte es ab, ich habe hier schon so oft von Fehlmessungen, Fehldiagnosen etc pp gelesen...


Du kannst mich gerne anschreiben wenn Du Fragen hast.

Hier sind auch Links zu Berichten über unser Leben, wenn Du magst:
DS Tag 2012
[www.wunschkinder.net]

DS Tag 2013
[www.wunschkinder.net]

DS Tag 2014
[www.wunschkinder.net]

Und das hier das ist mein Schatz:




  Re: Maili verzweifelt nach NFM
no avatar
   Bettina35
schrieb am 30.10.2014 10:04
Liebe Locke,

Ich antworte doch noch mal.
Die Behinderungsbilder, die Du beschreibst, sind nun sicher nicht Folge des Downxyndroms, insofern ist das auch kein Maßstab.
Allerdings sind Deine Schilderungen - wenn ich es mal so sagen darf - von wenig Empathie gegenüber diesen Menschen geprägt, schade!

Du hast noch keine Gewissheit, daher ist es völlig richtig, erst einmal abzuwarten.

Und natürlich haben Eltern eine Verantwortung für ihre Kinder. Dazu gehört nach meiner Auffassung allerdings nicht die Entscheidung über Leben und Tod. Es kommt mit Kindern leider oft anders , als man denkt und die allermeisten Probleme sind eben nicht vorhersehbar. Wenn Dein Kind AHDS , Asperger etc entwickelt, braucht es auch viel Aufmerksamkeit, Zeit, Termine etc, auch solche Zeit, die dem Geschwisterkind verlorengeht - und dann? Weggeben? Töten? ( klingt abstrus, aber die Situation ist dieselbe wie bei Auftreten der Behinderung vor der Geburt...)
Was machst Du, wenn Dein Kind einen Autounfall mit Schädel-Hirn-Trauma etc hat und vlt auch bettlägerig, nicht in der Lage, sofort verständlich verbal zu kommunizieren etc. ? All das kann passieren. Es gibt einfach keine Sicherheit und auch Prönataldiagnostik erweckt oft den Anschein, sie biete Sicherheit., das ist aber nicht so.
Ich finde es übrigens völlig richtig, zB in der 14.-15. SSW einen ausführlichen Organ-Schall zu machen, um anatomische Auffälligkeiten zu sondieren. Ich habe das auch gemacht. Allerdings, um im Blick zu haben, was uU an Beobachtung /Therapie während der Schwangerschaft oder postpartal erforderlich ist.

Und daß es Eltern manchmal kurzzeitig bereuen , dieses Kind bekommen zu haben, ist normal. Das geht uns auch so. Dennoch ist die Frage etwas anderes, als sich gegen das Kind zu entscheiden.


  Re: Maili verzweifelt nach NFM
no avatar
   Milia149
Status:
schrieb am 30.10.2014 10:23
Zitat
mali32
Aber nach meinen Erfahrungen sind es die Geschwisterkinder die am meisten unter der Situation zu leiden haben.
Ich habe mit beiden Seiten gearbeitet.
Mit Geschwisterkindern von schwer behinderten Kindern musste ich zum Teil zu Klassenkonferenzen oder zum Kinder u. Jugendpsychiater oder Psychologen.
Sie sind das schwächste Glied in der Kette und erhalten oft nicht ausreichend Zuwendung und Anerkennung, weil sich die Kraft der Eltern auf das kranke Kind konzentrieren muss.
Vor zwei Jahren hatten wir einen ähnlichen Befund.
Glücklicherweise kam unsere Tochter gesund zu Welt.
Damals hätte ich mir keinen Abbruch vorstellen können.
Nun hätte das bereits geborene Kind oberste Priorität.

Ja, das stimmt zwar sicher, aber trotzdem denke ich kann/ sollte das nicht der Massstab sein. Bzw, es gibt da einfach mehrere Seiten der Medaille. Da kommt es aber sicher auch darauf an was das behinderte Kind nu wirklich hat und wie schwerwiegend die Behinderung ist.

Meine Schwester zB war als Kind sehr oft lange im KH und ich wurde bei den Tanten rumgereicht damit meine Mutter beiihr sein konnten. Fand ich das toll? Nein. Hab ich darunter gelitten? Ja sehr, hab dann sogar eine Weile zu meiner Mama Tante gesagt und zu der Tante bei der ich länger war Mama. Aber so ist es nun mal und keiner konnte was dran ändern und ich habe es überlebt und bin daran gewachsen.

Ich habe ein behindertes Kind, dann hatte ich eine FG und dann bei der nächsten Schwangerschaft hiess es das wieder was nicht stimmt, ich hätte es trotzdem genommen, haben keine FU etc machen lassen und haben die Maus so genommen wie sie ist. Sie war aber völlig gesund. Und dann hätten wir gerne noch einKind gehabt, hat leider nicht geklappt aber auch da hätten wir es so gehalten. Ich denke das zeigt ja auch das ich nicht überfordert bin mit der Behinderung und der Situation, ja es ist mehr Arbeit, man hat auch zT andere Sorgen, aber meine beiden Schätze sind das wichtigste auf der Welt für mich, ich hätte sicher nicht gesagt ich möchte noch ein Kind wenn ich das Gefühl hätte das sonst jemand zu kurz kommt oder gar vernachlässigt würde.

Hier noch aus der von Isolde erwähnte Studie:
Sie stammen aus einer amerikanischen Studie von 2011 von Brian Skotko (Harvard)
Es wurden Familien mit DS Jugendlichen ab 12 Jahren befragt.

99 % der DS Jugendlichen gaben an mit ihrem Leben zufrieden zu sein
97 % mögen sich selbst
96% mögen ihr Aussehen
99% lieben ihre Familie

Sowohl Eltern (99%) als auch Geschwister (97 %) gaben an, ihr Familienmitglied zu lieben. Die meisten Eltern (97 %) sind nicht nur stolz auf ihr Kind, sondern geben auch an, dass ihre eigene Einstellung zum Leben positiver geworden wäre (79 %).
Nur ein relativ kleiner Prozentsatz der Geschwister fühlt sich durch das behinderte Kind vernachlässigt (15 %) oder würden es sogar gegen ein anderes Geschwisterkind eintauschen (4 %).

(Anmerkung meinerseits zu den letzten beiden Zahlen, behaupte jetzt einfach mal je nachdem wann man die Kids fragt, würde sowas auch bei nicht behinderten Geschwistern rauskommen zwinker )

Die Studie war natürlich weitaus umfassender und ganz habe ich sie nicht gelesen, wer Interesse hat, Herr Google spuckt dazu auch die ganze Studie aus.




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