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  Geburtsbericht Oktobärli
avatar    Teetasse
schrieb am 23.10.2014 16:49
Nachdem nun einige tage verstrichen sind, will ich mich mal an den Geburtsbericht machen, obwohl mir das ein bisschen schwer fällt, denn da ist schon auch was zum Verarbeiten bei.

Also meine Tochter kam letzten Freitag, am 17. Oktober zu Welt. Mit den Wehen begann es Donnerstag Morgen mit dem Aufwachen. Als sie regelmäßig zwei Stunden lang im 5 Minutentakt gekommen waren, riefen wir beim KH an. Sie seien ziemlich voll, könnten uns aber noch unterbringen. Wir sind also mit dem Taxi hergefahren. Zunächst mussten wir warten. Dann wurde ich untersucht um ca. 20 Uhr. Mumu war 4´cm. Da noch nichts frei war, wurden wir erst noch auf Station geschickt, wo wir immerhin ins Familienzimmer schonmal einchecken konnten. Allerdings wurden die Wehen dort oben inerhalb einer halben Stunde deutlich heftiger, also sind wir wieder runter. Ich kam in einen Raum, der nur halb Kreissaal, halb Ruheraum war. War aber ok. Die Wehen wurden schnell stärker. Ich legte mich einmal in die Badewanne, was allerdings keine Gebärwanne war, sondern so eine normale schmale Wanne und das war mir irgendwie alles zu eng. Bin da dann schnell wieder raus.
Bei der nächsten Untersuchung um ca 0 Uhr stand der Mumu bei 6 cm. Die Ärztin meinte da, die Kleine sei eventuell Sternenguckerin. Wir haben sofort gesagt, dass sie aber doch schon lange fest im Becken gewesen ist. Sie hatte sich wohl raus bewegt. Bei der nächsten Untersuchung lag der Rücken dann links, statt wie vorher rechts. Es war also klar, sie lag da irgendwie schief und bewegte sich.
Die Wehen wurden immer heftiger. ich bekam dann irgendwann ein Morphin, was eine schlechte Wahl war. Durch das Zeug spürte ich die Wehen genauso stark und schmerzhaft wie zuvor, ich fühlte mich aber plötzlich völlig entkräftet, zu schwach um zu schreien oder richtig zu atmen. Die ganze Power war weg und ich dachte, ich schaffe es nicht.
Ich muss dazu sagen, dass wir ziemlich wenig betreut wurden.Die Unterbesetzung merkte man deutlich. Um 3 Uhr war der Mumu immer noch auf 6 cm. Ich konnte nicht mehr und verlangte einen Kaiserschnitt. Wurde mir natürlich ausgeredet, das Baby habe genug Platz, es gäbe keinen Grund für KS. Man gab mir einen Wehenhemmer. Dadurch hatte ich ca. dreimal so selten Wehen, die allerdings immer noch genauso stark waren und weiterhin stärker wurden. Eine Stunde später war der Mumu auf 8 cm. Jetzt bräuchte es mehr Druck. Wehenhemmer wurde von 7 auf 4 heruntergestellt. Wie üblich verschwand die Hebamme danach sofort wieder. Die Wehen kamen sehr bald wieder viel öfter und noch stärker als vorher. Ich schrie wie am Spieß, hatte noch nie solche Schmerzen. Mein Schatz versuchte irgendjemanden herbei zu holen. Dann kam eine andere Hebamme. Sie stellte mir den Wehenhemmer wieder hoch und ging kurz sich erkundigen. Ich sagte, ich will sofort einen Kaiserschnitt.
Als sie wiederkam, entschuldigte sie sich dafür, dass ich bisher so alleine geblieben war. Es werde nun ein richtiger Kreissaal vorbereitet und der Anästhesist käme um mir eine PDA zu geben. Außerdem wäre bald Schichtwechsel und dann bekäme ich eine Hebamme dauerhaft zur Betreuung.
Es dauerte dann nochmal gefühlt ewig bis ich um ca. 7 Uhr in den anderen Kreissaal kam. Dort kam eine sehr liebe ältere Hebamme, die sich richtig gut um mich kümmerte, sowie eine Hebammenschülerin, die ab dann auch dabei saß. Der Anästhesist ließ sich Zeit. Als ich endlich die PDA hatte, ging es mir endlich besser. Der Mumu weitete sich danach endlich auf 10 cm innerhalb der nächsten 2 Stunden. Fruchtblase war aber noch nicht geplatzt. Die warteten dann, dass sie platzte, während ich gleichzeitig Wehenhemmer und die PDA bekam. Ich fühlte dann gar keine Wehen mehr.
Die Blase wurd dann angestochen, heras kam ganz grüner Schleim. Baby hatte sich immer noch nicht für eine Seite entschieden und lag mit dem Köpfchen schief vorm Becken, so dass es nicht rein rutschte. Die Betäubung war zu hoch, ich konnte gar nicht mit schieben oder drücken und hatte nur noch äußerst schwache Wehen, die ich auch gar nicht spürte. Sie fuhren die PDA also etwas runter und stellten den Wehenhemmer aus. Ich sollte mich im Vierfüßlerstand schaukeln, damit das Baby auf eine Seite rutschen kann. Ich tat das und geriet so ein bisschen in Trance, so dass ich kaum was mit bekam was um mich geschah. Die Wehen wurden stärker, aber erträglich. Ich versuchte zu pressen, aber es reichte irgendwie alles nicht.
Unterdessen hatten sich die Herztöne vom Baby verschlechtert. Wie geasgt, ich bekam davon nichts mit. Mein Schatz erzählte mir später, dass dann Hektik ausbrach. baby immer noch schief, Herztöne schlecht, Wehen zu schwach. Für einen Kaiserschnitt war es zu spät. Irgendwann drehte ich mich um, da standen drei Ärztinnen mit ernsten Minen. Sie müssten das Baby sofort holen mit der Saugglocke. PDA ganz aus, Wehentropf voll aufgedreht. Den hatten sie mir glaube ich vorher schon drangehangen. Ich wurde hochgeschnallt und dann ging alles ziemlich schnell. Ich sollte das Baby so schnell es ging rauspressen. Nicht mehr ausatmen unter den wehen, sondern nur pressen. Sie machten dann natürlich auch den Dammschnitt unter einer Wehe. Nach einigen Wehen kam das Köpfchen raus, die Maus quiekte, aber ich konnte irgendwann nicht mehr pressen, musste ausatmen und schreien. Da flutschte sie wieder rein. Die Ärztinnen brüllten mich an, bei der nächsten Wehe müsste ich unbedingt durchpressen und auch weiterpressen, wenn die Wehe vorbei sei. Ich hab gepresst wie eine Irre und dachte, ich sterbe, aber ich wusste, wenn ich es nicht tue, nimmt das Baby Schaden. Da kam sie dann raus.
Sie legten sie mir gleich auf den Bauch. Das Würmchen hatte eine Riesendelle am Kopf und war bedeckt mit der grünen Schmiere, aber das war mir echt egal. Ich war nur froh, dass sie schrie und atmete. das war um 15.35 Uhr.
Na ja, danach kam noch die Nachgeburt und der Damm wurde genäht, aber ich hatte nur Augen fürs Baby. Jemand schmiss versehentlich die Schale mit der Nachgeburt und Blut quer durch den Raum, so dass es endgültig aussah wie in einem Schlachthaus, als ich rausgerollt wurde.
Wir sind danach noch bis Montag im Familienzimmer geblieben, was echt ganz schön war. Mein Kreislauf war auch hinüber und das Baby sollte beobachtet werden. War aber alles ok, auch bei der U2. Mir gehts mittlerweile auch wieder prima. das stillen klappt gut und sehr langsam scheinen sich auch die Brustwarzen dran zu gewöhnen. Der Dammschnitt macht fast gar keine Probleme und die Gebärmutter hat sich sehr gut zurück gebildet. Kreislauf ist noch etwas wackliger, aber viel viel besser.


  Re: Geburtsbericht Oktobärli
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   steffandy76
Status:
schrieb am 23.10.2014 17:07
Ich möchte dir ganz herzlich gratulieren! Du hast einiges mitmachen müssen und hast dir die entbindung mit Sicherheit ganz anders vorgestellt! Genießt die kennenlernzeit und alles gute weiterhin!


  Re: Geburtsbericht Oktobärli
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   gelöschter User
schrieb am 23.10.2014 18:25
Hui das klingt nicht so schön. Hoffe das ihr mit eurer Maus tausendfach dafür entlohnt werdet.


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 24.10.14 07:26 von Baby 2Punkt0.


  Re: Geburtsbericht Oktobärli
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   gelöschter User
schrieb am 23.10.2014 19:08
Teetasse, da hast Du ganz schön was mitgemacht, tut mir sehr leid streichel
Vielleicht tut es ja ganz gut, dass Du es aufschreiben konntest. Ich wünsche Euch dafür eine doppelt-tolle Kuschelzeit!!!


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  Re: Geburtsbericht Oktobärli
avatar    ^^GrueneGurke^^
Status:
schrieb am 23.10.2014 19:31
Oi, ich wuensche euch viel Spass beim Kuscheln!


  Re: Geburtsbericht Oktobärli
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   batzin
Status:
schrieb am 23.10.2014 21:27
Teetasse ufffff.... ich hab eben beim lesen wirklich ganz schön mitgelitten. Tut mir leid, daß du auch so lange alleine gelassen wurdest. Das ist echt Sch.... sowas!!!
Nun erholt Euch gut und habt viel Spaß beim kuscheln!!!


  Re: Geburtsbericht Oktobärli
avatar    UschiBriest
schrieb am 24.10.2014 08:34
keine schöne Geburt, aber Schwamm drüber! dein Sonnenschein ist munter und gesund da und jetzt geniesst ihr einfach nur noch euch Ja

Alles Gute!


  Re: Geburtsbericht Oktobärli
avatar    Teetasse
schrieb am 24.10.2014 13:47
Danke euch allen!

Ja, das Aufschreiben war tatsächlich gut. Und ja, ich genieß jetzt vor allem einfach, dass sie da ist.
Wir haben eine tolle Kuschelzeit! Blume


  Re: Geburtsbericht Oktobärli
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   Aenny
Status:
schrieb am 24.10.2014 14:54
Teetasse, herzlichen Glückwunsch auch noch von mir!!! Ich find's gut, dass Du Dich auf's Hier und Jetzt konzentrierst und Eure Maus genießen kannst.




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