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  Endlich: Geburtsbericht des letzten Mailis
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   Alimentari
Status:
schrieb am 18.06.2013 15:33
Hallo!

Ich hatte es bereits im Eltern Forum gepostet - aber ich denke für all die werdenden Eltern die hier im Schwanger Foum unterwegs sind ist es nicht weniger interessant ... Hier mein Geburtsbericht:



Gegen Ende der Schwangerschaft war der Arzt mit den Untersuchungen weiterhin immer sehr zufrieden – bis auf die Tatsache, dass sich der Muttermund einfach nicht weiter öffnen wollte (er war bis zuletzt „fingerkuppendurchlässig“). Da der errechnete Geburtstermin (30.05.2013) erreicht war, musste ich dann täglich zur ärztlichen Kontrolle (CTG und Muttermundkontrolle nach Bedarf). An den Wochenenden mussten wir für diese Untersuchung auf Anraten des Arztes ins Krankenhaus. Dort sagte man uns dann, dass das Krankenhaus ab dem 7. Tag nach errechnetem Geburtstermin die Geburt einleiten werden. Der Gyn hat davon nicht viel gehalten – schließlich ging es Mutter und Kind ja gut. Da sich bis Dienstags aber immer noch nichts getan hat, riet er uns dann doch am Donnerstag, 06.06.2013 ins Krankenhaus zu gehen um die Geburt einzuleiten. Gesagt getan – mit einem etwas mulmigen Gefühl sind wir morgens ins Krankenhaus. Uns wurden 2 Möglichkeiten vorgeschlagen: Einleitung mit einem Gel oder Einleitung mit einer Tablette (Cytotec). Wir entschieden uns für die Tablette da dies laut Ärztin angenehmer sein sollte. Alle 4 Stunden musste ich nun von der Station runter in den Kreißsaal – zuerst 20 Minuten CTG, dann die Tablette einnehmen und dann nochmal ca. eine Stunde CTG. Nachts hatte ich „Pause“ und morgens um 6.30 Uhr musste ich wieder im Kreißsaal sein. Freitags, am 07.06.2013 wurde die Dosis erhöht. Nachmittags nach der Tablette waren meine Eltern zu Besuch und wir waren im Café als ich in regelmäßigen Abständen leichte Unterleibsschmerzen/-krämpfe bekam. Also gingen wir in den Kreißsaal. Doch dort wurde uns gesagt dass das „noch gar nichts sei“ und wir bis zur nächsten Tablette und Untersuchung warten sollten. Bei der nächsten Untersuchung eine Weile später waren die „Schmerzen“ weiterhin vorhanden, alle paar Minuten und schön regelmäßig. So ging das den ganzen Abend weiter. Nach der letzten Tablette und CTG ist der werdende Papa dann nach Hause gefahren da wir noch kein Familienzimmer hatten. Ich musste später am Abend, so gegen 22 Uhr nochmal zum CTG in den Kreißsaal. Die Schmerzen wurden heftiger und ich sagte es der Hebamme. Leider war diese nur wenig interessiert und die Untersuchung ergab, dass sich der Muttermund immer noch nicht weiter geöffnet hatte – die Wehen waren also nicht muttermundwirksam. Eine nettere Hebamme, Jolanta, gab mir Globulis die gegen die Schmerzen helfen sollten – leider vergebens. Die erste Hebamme sollte mir dann Akupunktur geben. Ich hatte noch eine SMS an Papa geschrieben dass er das Handy heute Nacht mal nicht all zu weit weglegen sollte. Vor der Akupunktur wollte ich noch einmal auf die Toilette und als ich von der Liege aufstand platzte meine Fruchtblase und alles war nass. Zurück von der Toilette berichtete ich der Hebamme davon. Sie meinte aber das müsse noch nicht viel heissen, ich soll zurück auf Station („ob Sie hier oder oben auf Station rumliegen ist egal“) und dort sollten mir Antibiotika-Infusionen verabreicht werden. Eine kurze SMS an den werdenden Papa (der sich dann insgeheim zuhause schon duschte, rasierte und sich darauf vorbereitete vielleicht doch bald los zu müssen …). Also bin ich zurück auf Station wo ich Hebamme Jolanta wieder traf. Die freute sich sehr da es ihrer Meinung nach jetzt langsam losginge. Mir wurden 2 Flaschen Penicillin verabreicht. Die Schwester sagte mir dass das Fruchtwasser schon grün gewesen ist (da das Baby bereits übertragen war) und war nicht damit einverstanden dass die Hebamme mich zurück auf Station schickte und klärte mit dem Kreißsaal ab dass ich wieder nach unten sollte. Also bin ich zurück in den Kreißsaal wo mich ab sofort Hebamme Jolanta betreute. Sie unterstützte mich bei jeder Wehe mit der richtigen Atemtechnik, rieb mir Bauch und Rücken um die Schmerzen erträglicher zu machen. Dann kam eine weitere Hebamme zu uns und sagte, dass meine Zimmernachbarin gerade vom Kreißsaal zurück kam und da sie Zwillinge hatte brauchen sie unser Zimmer als Familienzimmer und ich müsse hoch meine Sachen ausräumen. Ich musste tatsächlich zurück auf Station wo mir eine Schwester half meine Sachen in ein anderes Zimmer zu bringen (endlich hatten auch wir jetzt ein Familienzimmer!). Dann ging es zurück zum Kreißsaal. Ich fragte die Hebamme ob ich denn meinen Mann anrufen solle ob er kommen kann da mich das vielleicht etwas beruhigen würde (vor Aufregung musste ich mich ständig übergeben). Also rief ich ihn nachts um 2 Uhr an und um 2.30 Uhr war er auch schon da. Die Hebamme lies mir ein Bad ein damit ich etwas entspannen kann – doch wegen dem ständigen Übergeben haben wir das dann doch gelassen. Versuche, auf dem Flur etwas umher zu gehen waren gescheitert, ich fühlte mich einfach zu schwach (die Nacht zuvor hatte ich nur 2 Stunden schlafen können …). Noch einmal kurz auf die Toilette – alles in Beisein und mit Unterstützung des werdenden Papas und dann die goldenen Worte der Hebamme „dann gehen wir mal in IHREN Kreißsaal“ (zuvor waren wir immer nur in einem Untersuchungszimmer). Und zack lag ich auch schon auf dem Kreißbett. Ich fragte nach einer PDA-Spritze doch dafür war es noch zu früh. Also bekam ich eine Schmerzspritze durch die ich mich irgendwie wie im Delirium fühlte. Ich hatte das Gefühl kein Körpergefühl mehr zu haben. Die Wehen wurden immer stärker und nun ging es los. Vierfüßlerstand, Rückenlage, seitliche Lage, Gebärhocker, kniend … alles haben wir versucht und ich hatte nicht das Gefühl dass es irgendwie voranging. Die Zeit verging wie im Fluge – und hat sich doch ewig hingezogen. Um 6 Uhr morgens teilte mir Hebamme Jolanta dann mit dass sie nun Feierabend hat und ihre Kollegin Jennifer weitermachen würde. Ein Blick über die Schulter sagte mir dass diese Hebamme noch recht jung zu sein scheint, was mich zunächst stutzig machte. Und doch war es mir dann irgendwie doch egal. Ein kurzes Vorstellen und schon ging´s mit der nächsten Wehe weiter. Wir hatten riesiges Glück – auch diese Hebamme war richtig super gewesen! Der werdende Papa bekam von ihr Kaffee gebracht und ich wurde von ihr super unterstützt, bekam viel Zuspruch und wurde „angefeuert“. Als ich erneut nach einer PDA fragte sagte mir die Hebamme dass es dafür nun schon zu spät sei (toll!). Ich hatte das Gefühl keine Kraft mehr zu haben und das alles zu lange dauert, dass ich „zu blöd wäre“ um das Kind raus zu bekommen … Ich hatte Angst vor einem Dammriss, Angst es nicht zu schaffen und das das Köpfchen verformt sein würde weil ich so lange brauche. Irgendwann öffnete die Hebamme die Türe zu Flur und frage draußen nach welcher Arzt denn dazukommen würde – da wusste ich dass ich es entweder bald geschafft haben würde oder aber etwas sein muss. Eine junge Ärztin kam hinzu. Da die Wehen nachgelassen hatten musste ich an den Wehentropf angestöpselt werden. Zwischendurch fragte ich ob ein Kaiserschnitt möglich sei doch die Hebamme sagte wir müssten dazu das Baby wieder ganz zurückschieben und ich würde es sicher bereuen. Irgendwann beim Pressen sagte mir die Hebamme dass sie den Kopf schon sehen kann und fragte mich ob ich das Köpfchen fühlen wollte. Aber mir war alles zu viel. Ich hatte Angst das Köpfchen zu fühlen und es dann doch nicht zu schaffen. Die Ärztin kniete sich dann hinter mich auf das Kreißbett und half bei den nächsten Wehen das Kind von außen mit raus zu schieben. Ich war froh als sie damit anfing da ich dies vom Geburtsvorbereitungskurz kannte und wusste dass mir jetzt jemand „mechanisch“ helfen würde das Kind rauszubekommen. Sie fühlte erst nach dem Po des Kindes und bei der nächsten Wehe (immer drei mal tief atmen und dabei fest pressen) drückte sie mit. Und auf einmal merkte ich, wie der (mittlerweile) Papa der schräg hinter meinem Kopf stand weinte. Ich wusste nicht ob er weinte weil er es bereute doch dabei zu sein, oder weil er mich mit den Schmerzen sehen musste oder was los sei. Bis mir die Hebamme das kleine Baby auf die Brust legte. Die Kleine wurde nach einer anstregenden Nacht um 9.13 Uhr geboren. Ich wusste erst gar nicht so recht wie mir geschieht und hab es irgendwie nicht gleich „verstanden“. Dann wurden wir gefragt ob der Papa die Nabelschnur durchschneiden wollte und ich sagte „ja, bitte!“. Der Papa durchtrennte die Nabelschnur, ich musste noch einmal pressen für die Plazenta/Nachgeburt und das Werk war vollbracht. Dann gestanden mir die Hebamme und die Ärztin dass sie während der Geburt einen Schnitt machen mussten den die Ärztin nun nähen musste. Ich hatte von dem Schnitt überhaupt nichts mitbekommen da die beiden hierzu eine Wehe abwarteten und ich somit nichts merken konnte. Der Schnitt war ungefähr so lang wie eine Fingerkuppe. Ich wurde kurz örtlich betäubt und der Schnitt wurde in ca. 20 Minuten genäht. So lange war unsere kleine Lilly auf dem Arm von Papa und ich konnte die beiden betrachten.

Wenige Tage vor der Geburt als ich zum CTG im Kreißsaal gewesen bin, gebar eine Frau im benachbarten Kreißsaal gerade ein Baby und ich hörte ihre Schreie. Ich hoffte dass ich mich nicht auch so „gehen lassen würde“ da es mir unangenehm sein würde. Ich fragte eine Hebamme ob es denn normal sei dass jede Frau so schreite und sie antwortete mir dass das Temperamentsache ist – die mit viel Temperament schreien aber die die nicht schreien haben genau so Schmerzen. Im Nachhinein wurde mir bewusst, dass ich doch ziemlich geschrien hatte und es mir in dem Augenblick zum einen nicht so bewusst war und zum anderen auch ziemlich egal war. Manchmal habe ich auch in die Matratze des Kreißbettes gebissen um die Schmerzen auszuhalten.
Im Anschluss an die Geburt wurde ich auf mein normales Bett gelegt und wir wurden in ein separates Zimmer im Kreißsaal gebracht wo wir uns eine Stunde lang beschnuppern konnten. Lilly lag auf meiner Brust, wurde auch gleich an die Brust angelegt, wurde gemessen (49 cm) und gewogen (3.330 g), von der Hebamme fotografiert und bekam ein Namensbändchen ans Handgelenk. Anschließend wurden wir zurück auf unser Zimmer gebracht wo wir uns dann alle Drei erst einmal ausruhten.


  Re: Endlich: Geburtsbericht des letzten Mailis
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   angelika2903
Status:
schrieb am 18.06.2013 15:42
Da Gratuliere ich nochmal zur gesunden tochter. Und zu einer einigermasen schönen geburt. Hoffe ihr habt noch eine schöne kuschelzeit.

Allea gute euch drei


  Re: Endlich: Geburtsbericht des letzten Mailis
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   dietrichm
Status:
schrieb am 18.06.2013 15:49
ich gratuliere euch - es klingt einfach traumhaft (trotz der schmerzen) smile


  Re: Endlich: Geburtsbericht des letzten Mailis
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   Erbsle36
Status:
schrieb am 18.06.2013 16:22
Herzlichen Glückwunsch



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  Re: Endlich: Geburtsbericht des letzten Mailis
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   PV10092009
Status:
schrieb am 18.06.2013 17:07
ich hab echt pipi in de augen gekriegt... herzlichen glückwunsch smile


  Re: Endlich: Geburtsbericht des letzten Mailis
avatar    Jeyjo
Status:
schrieb am 18.06.2013 18:06
Danke für den Bericht! Spannend zu lesen smile alles gute für euch!


  Re: Endlich: Geburtsbericht des letzten Mailis
avatar    kleiner_feger
Status:
schrieb am 18.06.2013 19:47
Vielen Dank, für deinen Bericht. Herzlichen Glückwunsch nochmal.
Wunderschöne Kuschelzeit.


  Re: Endlich: Geburtsbericht des letzten Mailis
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   lilly83
Status:
schrieb am 18.06.2013 23:09
Wow toller bericht und ganz herzlichen glückwunsch zu Eurer kleinen Maus




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