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  Geburtsbericht - Notkaiserschnitt *lang*
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  saskia1977
schrieb am 27.11.2009 23:24
So Mädels,

ich bin endlich soweit. Ich kann drüber schreiben und das tue ich jetzt. Einfach damit ihr wisst das man sowas auch verarbeiten kann...
Für mich war völlig klar ich WILL spontan entbinden. Große Gedanken an einen KS verlor ich eigentlich nicht und schob die Gedanken auch schnell zur Seite.
Also los gehts:

Die Schwangerschaft verlief problemlos. Keine großen Beschwerden, die anfängliche ÜK verzog sich recht schnell und außer den normalen Beschwerden denen man zum Ende der Schwangerschaft ausgesetzt ist war alles OK. Da sagt ich noch zu meinem Mann, die Schwangerschaft verlief so toll.....bestimmt kommt da noch was
Der Kleine sackte bereits in der 30 Woche ins Becken und drückte auf den MuMu, der war dann bei 36 auch schon 2 cm offen, aber nichts für ungut andere laufen mit weit mehr rum. Eine Woche vor ET hatte ich immer wieder Wehen und versuchte festzustellen on es DIE Wehen waren. Irgendwann war ich so entnervt das ich sagte ich hab ja ständig Wehen, also warte ich bis ich sie nicht mehr aushalte. Bei 39+6 war es dann soweit die Wehen waren in guten Zeitabständen nachmittags angefangen, aber ich glaubte nicht dran und ging in die Wanne. Weg waren sie....wußte ich es doch. Um 23:30 Uhr ging ich zu Bett und mein Mann kam bald nach, i liegen wurde mir schlagartig klar: Du bekommst bald dein Kind. Ich schlug meinem Mann vor solange zu Schlafen wie es ging. Wir waren ja bereits den ganzen Tag auf und ich wollte nicht zu früh los. Aber ich hielt es nicht aus. Meine Hebi meinte fahr ins KKH wenn du dich das erstem Mal bei einer Wehe am Türrahmen festhalten mußt. Na ja ich sagt meinem Mann ich geh in die Küche und wurschtel noch etwas. Ließ ihm natürlich keine Ruhe und so standen wir mit lachender Vorfreude in der Küche. Es dauerte nicht lange schlagartig waren nahmen die Wehen an Stärke zu und vor allem kamen sie alle 3 Minuten. Um 1 Uhr fuhren wir los....ich sag euch jeden Hubbel hab ich gespürt (das ich einen Blasensprung auf der Toilette hatte ahnte ich ja nicht)
Im KKH angekommen: MuMu 5 cm *wow*.....mit breitem Grinsen hüpfte ich in den Kreissaal, bei dem Tempo konnte es nicht mehr lange dauern. Um 11 Uhr morgens lag ich immer noch in den Wehen, allerdings in den PRESSWEHEN, den der Körper hatte einen Schalter umgelegt. Schon frü merkte ich das was nicht stimmt, das der Druck des Köpfchens irgendwie in die falsche Richtung ging.
Morgens um 5 Uhr war mein MuMu bei 7 cm und schaffte es in den nächsten 3 Stunden um EINEN weiteren. Ich konnte nicht mehr, ehrlich...ich bin hart im nehmen und mein Ehrgeiz dieses Kind spontan zu entbinden bestärkt mich immer wieder auch die nächste Wehe zu überstehen. Irgendwann hatte ich aber keine Kraft mehr die Wehen zu veratmen und die Schmerzen überollten mich.
Diagnose: Sternengucker mit regelwidriger Schädellage....er drückte mit seiner Stirn auf den MuMu
Unter der Geburt hat der kleine Kerl sich in die falsche Richtung gedreht und im Becken verkeilt. Zig Mal wurde reingefühlt gefaßt, beurteilt....ich sag euch diese Hilflosigkeit war das Schlimmste. Es wurde Blut von seinem Kopf genommen und eine PDA gelegt um mir und ihm Ruhe zu geben. Wir hofften das er sich nochmal löste und wieder dreht.....aussichtslostraurig
Da ich auch kaum Fruchtwasser hatte schmerzte jede Wehe noch mehr....man glaubt gar nicht was das dämpft. Um 10:30 eröffnete man uns das es kaum noch Alternativen gab.....es würde eine Zangen- oder Glockengeburt sein. Selbst wenn wir ihn in den Geburtskanal bekämen müsste er sich nochmal drehen, das Risiko das wir beide draufgehen zu groß.
Ich willigte unter Tränen ein. Der ganze harte Kampf umsonst......wir weinten und wurden alleine gelassen. Dann mußte ich die ganzen Blätter noch unterschreiben( wie blöd, war ich doch eh nicht mehr Herr meiner geistigen Sinne)....dann ging alles sehr schnell, die Tür ging auf ich wurde fertig gemacht. Im OP bat ich um eine neue PDA, bzw. SPinale...denn die PDA hatte mich kaum betäubt. Man vergaß mir dann Wehenhemmer zu geben und so musste ich weiter jede Presswehe aushalten, auch als ich mich krumm machen musste wegen der Spinale. Ich emfand es auf dem OP Tisch sehr beängend und war völlig stoned. Der Arzt konnte nicht glauben das die PDA nicht saß und war erst zu überzeugen als ich ihm meine Füße ins Gesicht streckte. Es war fürchterlich.....das einzige was mich erleichtern ließ, war...als die Schmerzen durch die Spinale nachließen. Endlich...kurze Zeit später war der Druck im Bauch weg. Unser Kleiner war da um 11:49 Uhr und seine Mami konnte sich nicht wirklich freuen. Es dauerte 2 Tage bis ich so richtig Muttergefühle entwickelte, obwohl ich stillte.
Es ist noch soviel anderes Negatives passiert, was hier den Rahmen sprengen würde. Ich fühlte mich lange Zeit nicht vollständig...als hätte ich versagt. Versuchte zu überdenken was ich hätte anders machen können in dieser Situation. Ja es hat mich lange mitgenommen. Das mag für andere vielleicht unverständlich sein, aber bei uns wird es wohl das einzige Kind bleiben und ich wollte so gerne die Belohnung für dieses Abrackern einheimsen. Wer weiß warum es so gekommen ist.
Ich wurde am 6 Tag entlassen, obwohl es anfangs nicht so aussah zeitnah das KKH verlassen zu können, siegt auch hier der Ehrgeiz...ich wollte natürlich schnellstens mit dem

weltsüßesten Baby

nach Hause....
Ich denke die Ärzte haben alles richtig gemacht, man sieht natürlich selber in so einer lage nicht objektiv genug und die Wahrnehmung ist einerseits betrübt andererseits viel zu empfindlich.
Aber ich würde es wieder in Kauf nehmen...und wer weiß. Vielleicht basteln wir ja doch irgendwann noch an einem MädelLOL



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 27.11.09 23:24 von saskia1977.



  Re: Geburtsbericht - Notkaiserschnitt *lang*
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  tropical
schrieb am 28.11.2009 01:20
Wow was für eine Story..

Schön das ihr es geschafft habt auch in den Umständen..

weiterhin alles gute.. Herzlichen Glückwunsch


  Re: Geburtsbericht - Notkaiserschnitt *lang*
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  inken74
Status:
schrieb am 28.11.2009 08:41
Hallo Saskia,

meine erste Geburt war sehr ähnlich zu Deiner.... Einleitung, 24h Wehen, 1.PDA, verrutscht, neue positioniert, Maus steckte im Becken fest, Geburtsstillstand, unter heftigsten Wehen spinale gelegt, KS , Motte da.......nach ca.40h Geburtskampf....

Kann Dich verstehen, dass Du recht lang gebraucht hast, um das Trauma nieder zu schreiben! Die Zeit richtet es dann schon!!

Liebe Grüsse und eine dicke Umarmung von

Inken


  Re: Geburtsbericht - Notkaiserschnitt *lang*
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  +emmi+
schrieb am 28.11.2009 08:42
schade, daß die geburt nicht so lief, wie du dir das gewünscht haststreichel...trotzdem herzlichen glückwunsch und alles gute für euer leben zu viert (erstmal bis dann noch das mädel kommtgrins)

lg jowi

ps: nichts für ungut, man unterscheidet noch zwischen notkaiserschnitt und ungeplantem kaiserschniit...nicht jeder ungeplante kaiserschnitt ist ein notkaiserschnitt. so viele notkaiserschnitte, wie in diesem forum gibts nämlich in ganz deutschland nicht....zwinker


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  Re: Geburtsbericht - Notkaiserschnitt *lang*
avatar  superalexa
schrieb am 28.11.2009 12:04
Oh, du arme hast ja was mitgemacht. Aber Zeit heilt alle Wunden wie man sieht!


  Re: Geburtsbericht - Notkaiserschnitt *lang*
avatar  Chali
schrieb am 28.11.2009 13:10
Hallo,

wirklich nicht schön, was du da mitgemacht hast. Aber glaub mir, es geht schlimmer. Und man verarbeitet es mit jedem Tag etwas mehr. Und das Kind gesund rumtollen zu sehen, wie es wächst und gedeiht, entschädigt für alles.

Und wie jowi schon schrieb, ein Notkaiserschnitt war das GsD nicht.


  Re: Geburtsbericht - Notkaiserschnitt *lang*
avatar  *Charly
Status:
schrieb am 28.11.2009 13:18
Hallo

Es freut mich, dass es Euch gut geht und es ist ja nun auch schon eine Weile her. Aber dann hatte ich wohl auch einen Notkaiserschnitt...

Gruß,
Charly


  Re: Geburtsbericht - Notkaiserschnitt *lang*
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  saskia1977
schrieb am 28.11.2009 22:57
Ich danke Euch....
ja schlimmer geht immer...oder so

Mir ziemlich egal wie man Notkaiserschnitt definiert. Macht für mich in so einer Situation kaum einen Unterschied...




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