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  Re: Mich würden mal die Gründe für das absichtliche NICHT-Stillen interessieren?
avatar    Lina+3
Status:
schrieb am 15.03.2009 17:57
Ich will auch mal was sagen dazu. Ich finde es übel, welche Ausdrücke hier füreinander benutzt werden. Stillende Mütter sind keine Milchkühe, wobei ich nicht sehe, wo die Beleidigung dabei ist. Kühe, Schafe, Katzen, Hunde, Ziegen, Menschen - sie alle haben etwas gemeinsam. Sie gehören zur Gattung der Säugetiere. Und wie der Name es schon sagt, dazu gehört eben, dass sie ihre Jungen, ihren Nachwuchs, ihre Kinder säugen. Dabei haben Kühe die passende Milch für kleine Kühe, Schafe die passende Milch für kleine Schafe und Menschen eben die passende Milch für kleine Menschen. Und passend heißt hier: Optimal in der Zusammenstellung der Nährstoffe und angepaßt auf die Wachstumphasen und die Entwicklung der jeweiligen Spezies.

Wie gut künstliche Säuglingsnahrung auch heute sein mag: Sie ist der Muttermilch nur nachempfunden. So wie künstliches Erdbeeraroma dem echten auch nur nachempfunden ist. Sie ist heute viel besser als früher. Wenn früher eine Mutter ihr Kind nicht stillen konnte, war das quasi das Todesurteil für das Kind, denn mit Kuh- oder Ziegenmilch kann man keinen Säugling so ernähren, dass er keine Schäden oder Mangelerscheinungen hat. Daher haben sich die Frauen auch Ammen gesucht und nicht die Kinder an die Kuh gehalten.

Aber: Was auch immer die Gründe sind, warum jemand sein Kind nicht stillen mag - es ist okay. Leben und leben lassen. Jeder muss es so machen, wie er bzw. sie sich wohl fühlt. Ob das mit meiner Einstellung konform geht, ist dahingestellt. Aber es ist auch nicht mein Kind. Ich ernähre mein Kind so, wie ich es für richtig hatle. Jemand anderes macht es anders, weil er es so für richtig hält. Besser - schlechter. Wer will das entscheiden?

Klar, es gibt viele Gründe, die für stillen sprechen. Aber andere haben wieder Argumente, die für sie gegen das Stillen oder eben für die Flaschennahrung sprechen.

Ich habe meine Kinder gestillt. Gerne. Mit Freude. Ich hatte ein schlechtes Verhältnis zu meinem Körper in seiner Funktion als Mutter, weil ich eben nicht auf natürlichem Weg empfangen konnte, weil meine Kinder als Frühgeburten per Kaiserschnitt geholt wurden. Ich fühlte mich da als Versager, weil ich meinen Kindern nicht geben konnte, was sie brauchten. Aber ich konnte sie nähren, so wie ich es als optimal empfand. Hier erfüllte mein Körper seine Funktion und es gab mir sehr, sehr viel Nähe, Zuversicht, Sicherheit, meine Kinder aus mir nähren zu können. Dafür sind meine Brüste da, das ist ihre Funktion. Ich habe meine Kinder lange voll gestillt, obwohl sie Frühgeburten waren, Kaiserschnittkinder, ich den Großen erst 4 Tage nach der Geburt das 1. Mal im Brutkasten sah und ich bei den Zwillingen ein dreijähriges Kind rumtanzen hatte. Ich wollte mir schon ein T-Shirt machen lassen, wo "Muh" draufstand und eine dicke Kuh mit wedelndem Euter. Na und?

Aber ich finde es auch akzeptabel, wenn jemand das anders macht. Das entscheidet jeder selbst. Wenn ich allein denke, wie viel Geld ich mir gespart habe durch das Stillen, wie viel nächtliches Ausstehen, sterilisieren, Flasche reinigen, auskochen, schütteln, geben. Mein Mann hat übrigens nachts gewickelt und ist mit plärrenden Kindern durch die Gegend gelaufen, hat sie getröstet, ist bei ihnen geblieben.

Und was den Busen an geht: Der leidet am meisten durch die SS, nicht durch das Stillen. ich hatte vorher A, in der Stillzeit fast D und nachher wieder A. Nach dem 1. Kind waren sie nach 2 Jahren wieder so annähernd so wie vorher. Nach den Zwillingen kleiner und etwas schlaffer. Aber Schläuche? Nein. Und wer sagt, dass eine Schwangerschaft am Körper spurlos vorbei geht? Man hat sich für ein Kind entschieden und das ist ein Opfer, das gebracht werden muss. Und im übrigen: Es gibt so gute Plastische Chirurgen heutzutage smile

ich finde die Frage legitim, die am Anfang gestellt wurde, aber jede Wertung dazu überflüssig.

LG


  Re: Mich würden mal die Gründe für das absichtliche NICHT-Stillen interessieren?
no avatar
   tempikurv
schrieb am 15.03.2009 18:07
hallo,

jeder muss und soll für sich selbst entscheiden, ob stillen ja oder nein.
ich weiß von meiner mum, dass das stillen bei ihr damals nicht so geklappt hat.
meine schwester hatte es vor eineinhalb jahren bei ihrer maus auch nur paar tage probiert und dann auf flaschennahrung umgestellt. ich denke, sie wollte nicht wirklich stillen. aber ist ihre entscheidung!
ich höre von vielen seiten, aber du wirst doch stillen oder? das ist sowas schönes...die bindung wird enger.
ich möchte nicht, dass man mir so zuredet oder es halb aufdrängelt.

ich werde das stillen probieren und dann sehen, wie es klappt. sollte es gut klappen, freu ich mich und sollte ich merken, dass es nicht klappt, dann werde ich auf flaschennahrung umstellen.

es wurde hier anfangs nach den gründen gefragt, warum stillen für den einen oder anderen nicht in frage kommt. manche personen haben sich hierzu offen geäußert und ehrlich gesagt, finde ich es respektlos, wenn man sie dafür noch belangt.


  Re: Mich würden mal die Gründe für das absichtliche NICHT-Stillen interessieren?
avatar    Lina+3
Status:
schrieb am 15.03.2009 18:13
Ich will jetzt nicht dich explizit angreifen, aber ich glaube, das Problem bei vielen ist dieses "Ich werde es probieren und wenn es nicht klappt, eben sein lassen." Stillen ist leider eine Sache, die man kann, weil es einem angeboren ist. Das ist, als würde ein Kind sagen: Ich werde mal 2-3 Tage probieren, zu laufen und wenn es nicht klappt, lasse ich mich weiter fahren.

Kinder können nicht laufen, aber sie probieren es immer wieder, stehen immer wieder auf, weil sie es unbedingt wollen. Und so lernen sie es. Beim Stillen ist es ähnlich. Es gibt so viele Faktoren, die einen dazu bringen, aufzugeben. Und die Flasche ist ja so praktisch. Ich kann das verstehen. Jeder hat eine andere Toleranzgrenze für Frust. Und je größer der Frust, umso geringer ist der Stillerfolg. Dazu kommt die Umgebung, die oft auch nicht hilft, den Frust zu überwinden. Entweder es wird Druck gemacht "Du mußt aber, weil es einfach das Beste ist" oder es wird gleich entmutigt "Du kannst das eben nicht - ich habe das auch nicht gekonnt, lass es lieber".

Ich habe für alle Verständnis und will das nur als Denkanstöße geben. Besser eine entspannte Flaschenmutter als eine heulende, verkrampfte Stillmutter.

LG


  Re: Mich würden mal die Gründe für das absichtliche NICHT-Stillen interessieren?
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   birdi
schrieb am 15.03.2009 18:51
ich bin der meinung, das stillen arbeit ist! STILLARBEIT!!!
so einfach das immer aussieht, ist es nicht! zumindest anfangs!
ich denke jede mutter die ihr erstes kind bekommt, hat sich schon mal gedacht: ICH HÖRE AUF UND NEHM LIEBER FLÄSCHEN!
wunde brustwarzen, schmerzen beim milcheinschuss,rückenschmerzen, unwissenheit etc,pp... das sind dinge die einen bewegen können auf zu hören!

ABER: ich kann nur sagen, das es sich lohnt NICHT auf zu geben!!!



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  Re: Mich würden mal die Gründe für das absichtliche NICHT-Stillen interessieren?
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   chris.v
schrieb am 15.03.2009 20:46
Sicher ist - wenn Du es so krass siehst - das ein Eingriff in die Natur. Ich will es ja auch nicht abwerten und es ist ja auch gut dass es Säuglingsmilch gibt - eben genau für die Mütter die nicht stillen KÖNNEN, genau so wie eine künstliche Befruchtung ja auch nur die Paare machen, die nicht natürlich schwanger werden können - und dort stellt sich ja auch nicht die Frage nach dem Motto "Ich will nicht versuchen natürlich schwanger zu werden, sondern versuchs gleich mit einer künstl. Befruchtung"
Das nur als Nachtrag, wenn Du die zwei Sachen miteinander vergleichen willst. Ich für meinen Teil werde meinen Kindern auf jeden Fall die Muttermilch nicht vorenthalten, wenn es die Natur so eingerichtet hat.


  Re: Mich würden mal die Gründe für das absichtliche NICHT-Stillen interessieren?
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   Susanne6767
schrieb am 15.03.2009 22:52
@chrisiv: Ich habe bis zur Geburt unserer ersten Tochter Öffentlichkeitsarbeit und Marketing gemacht, also viel mit Sprache gearbeitet. Und, danke, Deine Anmerkung fasse ich als Kompliment auf, denn es bedeutet, dass ich meinen Job richtig gemacht habe, denn ich habe mich auf meine Zielgruppe (in diesem Fall Zielperson zwinker ) offensichtlich richtig eingestellt, denn da Felicitas-Fee ja Schwierigkeiten hatte, zu verstehen, was ich sagen wollte, bzw. sie mich auch bewußt mißverstehen wollte, habe ich versucht, mich besonders deutlich und präzise auszudrücken. Das klingt halt anders als Alltagssprache.

Ach, und seit ich aufgehört habe zu arbeiten, bin ich Mutter und Hausfrau, werde aber ab April ein Fernstudium in dem Rahmen aufnehmen, den Zwerg Zwo zuläßt. Neugier befriedigt? zwinker

Viele Grüße
Susanne


2 mal bearbeitet. Zuletzt am 15.03.09 23:11 von Susanne6767.


  Re: Mich würden mal die Gründe für das absichtliche NICHT-Stillen interessieren?
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   gelöschter User
schrieb am 16.03.2009 11:28
Also auf die, klarerweise auftretenden, Feind-Postings gehe ich jetzt nicht ein.

Aber: so Postings wie das von Dumbi erschrecken mich. Sie zeigen nämlich, dass in GVKs etc. auch heute noch absolut falsche Informationen gegeben werden. Von wegen, du darfst nix mehr essen, musst die Brustwarzen jedesmal vor dem Füttern desinfizieren (bitte nicht, das trocknet nur aus!!) etc. Das ist doch völliger Quatsch. Da wundert es nicht, dass so viele Frauen so schnell aufgeben.

Meiner Freundin haben sie auch erst letzte Woche am 1. Tag nach der Geburt eingeredet, sie muss zufüttern weil die Kleine nicht genug Futter kriegt. Da geht mir echt der Feitel im Sack auf. Ich denke, wenn vernünftig informiert würde und nicht gleich die Flasche dem Kind reingesteckt würde sondern man mehr Geduld und vor allem Aufklärung an den Tag legen würde, wäre vieles einfacher.


  Re: Mich würden mal die Gründe für das absichtliche NICHT-Stillen interessieren?
avatar    Carry991
schrieb am 16.03.2009 11:32
Ich unterschreibe das Posting von Samyeli
Ich war damals in einem sehr tollen KH, die das Stillen mehr als nur unterstuetzen. Sie waren wirklich klasse.
Wer sich fuer das Stillen interessiert.
Es gibt da auch ein ganz tolles Buch. Das war in der ersten schwanger und auch nach der Geburt meine Fibel gewesen.

DAS STILLBUCH

Ich fands sehr informativ und hlfreich.


  Re: Mich würden mal die Gründe für das absichtliche NICHT-Stillen interessieren?
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   gelöschter User
schrieb am 16.03.2009 11:34
mich überrascht es jetzt nicht, dass eine späte mutter so eine über-mutter sein will.... aber bitte. und man sollte bei seiner wortwahl eben auch mal nachdenken, welche vergleiche man nutzt. dann muss man sich nicht wundern, wenn andere das unmöglich finden.
dass die person in der öffentlichkeitsarbeit gearbeitet hat, will ich kaum glauben, jedenfalls nicht erfolgreich, weil man dort grade diplomatie und einfühlungsvermögen braucht, was ihr komplett fehlt. die selbstverliebtheit passt aber.

ansonsten bringt die diskussion doch nichts, da keiner mehr auf die frage der TE eingeht, die lautete nicht "drescht auf nicht-stillende mütter ein", sondern WARUM man nicht stillen will. die meisten haben sich drauf bezogen, die die sich nur beweihräuchern wollen, können doch einen eigenen thread aufmachen "wir sind so perfekt".


  Re: Mich würden mal die Gründe für das absichtliche NICHT-Stillen interessieren?
no avatar
   Frechheit
schrieb am 16.03.2009 13:06
Zitat

Ich will jetzt nicht dich explizit angreifen, aber ich glaube, das Problem bei vielen ist dieses "Ich werde es probieren und wenn es nicht klappt, eben sein lassen." Stillen ist leider eine Sache, die man kann, weil es einem angeboren ist. Das ist, als würde ein Kind sagen: Ich werde mal 2-3 Tage probieren, zu laufen und wenn es nicht klappt, lasse ich mich weiter fahren.

Kinder können nicht laufen, aber sie probieren es immer wieder, stehen immer wieder auf, weil sie es unbedingt wollen. Und so lernen sie es. Beim Stillen ist es ähnlich. Es gibt so viele Faktoren, die einen dazu bringen, aufzugeben. Und die Flasche ist ja so praktisch. Ich kann das verstehen. Jeder hat eine andere Toleranzgrenze für Frust. Und je größer der Frust, umso geringer ist der Stillerfolg. Dazu kommt die Umgebung, die oft auch nicht hilft, den Frust zu überwinden. Entweder es wird Druck gemacht "Du mußt aber, weil es einfach das Beste ist" oder es wird gleich entmutigt "Du kannst das eben nicht - ich habe das auch nicht gekonnt, lass es lieber".


Ganz genau das ist es. Super geschreibehn, Lina!

Meiner Meinung nach ist der Grund fürs nicht-Stillen zu 99% schlechte / falsche Beratung / mangelnde Information und das ist soooooo SCHADE. Gerade weil so in den niedrigen Bildungsschichten überdurchschnittlich wenig gestillt wird und gerade diese Leute dann das teuer Pulver kaufen müssen.




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