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  Pauline Sophie ist da...
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   fusselchen1978
schrieb am 17.02.2008 21:20
Pauline Sophie ist da…
2550 g schwer, 49 cm groß…

Nein, es war keine schöne und keine leichte Geburt und sie ist auch alles andere als „gut“ gelaufen“.
Die letzten 6 Tage waren wie eine Ewigkeit und nur ganz langsam komme ich wieder in der Realität an und fange an, zu begreifen, welches unglaubliche Wunder da passiert ist und wie unendlich viele Schutzengel unsere kleine Maus haben muss…

Manche „Gefühle“ haben einen Grund – wenn auch keinen offensichtlichen.
Und manchmal denke ich, dass es Gefühle in einem gibt, die „jemand“ anderes steuert. Und seit Dienstag WEISS ich, dass derjenige das gut meint.
Aber von „vorne“.

Angefangen hat eigentlich alles am Donnerstag.
Das CTG von unserer Maus war da schon ziemlich ruhig. Allerdings habe ich bzw. die Arzthelferin auch nicht daran gedacht, sie zu „wecken“.
Das Kontroll-CTG am Freitag daraufhin war aber völlig in Ordnung und auch die Bewegungen von Pauline waren eindeutig.
Am Samstag waren sie relativ ruhig und nur abends ganz vereinzelt da.
Am Sonntag wurden sie wieder etwas mehr, am Montag war Pauline dann ungewohnt still und auch nicht wirklich aus der „Reserve“ zu locken.
Am Dienstag wurde mir das zunehmend unheimlich.
Ich bin dann mit meinem Schatz zusammen ins Krankenhaus gefahren um ein Kontroll-CTG zu machen.
Zum ersten Mal während der Schwangerschaft hat er NICHT versucht mir das auszureden bzw. mich zu beruhigen sondern ist einfach mit mir hin gefahren.

Das CTG in der Klinik war ruhig. Pauline ließ sich wieder nicht wecken und aus der Reserve locken.
Der Doppler sowie der Ultraschall waren ohne Befund, genauso wie die Messung der Nabelschnur.
Die Ärztin beschloss daraufhin einen Wehenbelastungstest durchzuführen.
Sowohl mein Mann als ich waren bis dahin felsenfest davon überzeugt, dass wir nach dem Test wieder zu Hause sitzen würden.

15 Minuten nach Beginn des Tests standen 3 Ärzte im Kreißsaalzimmer.
„Frau Bock, ihre Tochter hat beschlossen, jetzt auf die Welt zu kommen“.
Der Satz klingt mir jetzt noch in den Ohren.
Wie? Jetzt?
Alles was dann folgte, ging wie im Film ab.
Eine Ärztin spulte die OP-Risiken ab, die ich unterschreiben musste. Keine Ahnung, wie ich das geschafft habe. Parallel dazu zog mich die Hebamme aus/um und legte mir den Zugang für die Narkose.
Innerhalb von 15 Minuten stand ein komplettes OP-Team um mich rum und schob mich in den OP.
Ich hatte das Gefühl, die OP ging los, bevor die Narkose wirklich überall angekommen war.
Der Druck im/am Bauch war die Hölle.

Das nächste, was ich wieder mitbekommen habe war, dass ich auf den Gang geschoben wurde vor das Zimmer, in dem Pauline lag und vom Kinderarzt beatmet wurde.
Das hat mich nicht wirklich geschockt – war ich doch auch erst in der 36. Woche.
Bis ich realisiert habe, dass die Ärzte der Kinderintensivstation des städtischen Klinikums Mannheim unterwegs waren um meine Maus zu holen.

Die Stunden und Tage, die dann folgten waren absolut schlimm für mich (und sind es noch). Durch die schnelle OP, die alles andere als „zimperlich“ durchgeführt wurde, schaffte ich es erst am 2. Tag abends aufzustehen.
Bis dahin musste ich zusehen, wie sich mein Mann zwischen mir und der Kinderklinik fast zerrissen hat.
Ich wundere mich bis jetzt, dass ich so ruhig bleiben konnte.
In dem Moment war das so und nicht zu ändern.
Trotzdem war da eine riesige Leere in mir.
In dem Moment war ich so froh, dass meine Mom da war….

Dazu kamen die Nachrichten aus der Kinderklinik.
Pauline wurde in der Klinik ans EEG gehängt. Aufgrund dessen diagnostizierten die Ärzte einen akuten Sauerstoffmangel und eine Hirnschwellung.
Trotz ihrer aktiven Bewegungen und der sich schnell verbessernden Blutwerte wurde sie in künstlichen Schlaf versetzt um so ihrem Hirn zu ermöglichen, die Stresssituation zu überwinden.
Mit Hilfe von Dormicum und Phentanyl wurde sie ruhig gestellt und es konnte uns keiner sagen, wie es ausgehen würde.
Am Donnerstag war ich endlich soweit, zu Pauline ins Klinikum verlegt zu werden und habe sie zum ersten Mal gesehen.
Erst da habe ich wirklich kapiert, was los ist.
Sie wurde weiterhin beatmet und künstlich ernährt und durch die Medikamente ruhig gestellt. In der Am nehmen unmöglich.

Am Freitag wurden die sedativen Medikamente abgesetzt – und obwohl sie diese nur 2 ½ Tage bekommen hatte waren die Entzugserscheinungen schlimm anzusehen.
Unsere kleine Maus hatte Schluckauf und zuckte vor sich hin und wir standen hilflos daneben.
Heute Nacht hat sie es geschafft alleine zu atmen – der Tubus konnte gezogen werden.
Nach über 4 endlosen Tagen konnte ich sie endlich in den Arm nehmen.

Inzwischen ist sie ohne Frage außer Lebensgefahr.
Was die Situation in ihrem Hirn wirklich angestellt hat kann auch heute noch kein Arzt mit 100%iger Gewissheit sagen.
Der Grundtenor ist allerdings durchweg positiv – das EEG ist abgestöpselt und zeigt keine Auffälligkeiten mehr, die Atmung funktioniert und langsam nimmt der kleine Körper nach und nach seine Funktionen auf.
Die nächsten Tage werden zeigen, ob „schlimmeres“ (bspw. Epilepsie) zurück bleibt (was aber eine große Überraschung wäre und eher unwahrscheinlich).
„Kleinigkeiten“ werden sich erst nach und nach in den nächsten Jahren herausstellen – das sind dann aber Dinge, die durch gezielte Förderung gut aufgefangen werden können.
Aber auch diese „Kleinigkeiten“ sind eher unwahrscheinlich.

Das wirklich wahnwitzige an der Situation ist nach wie vor der Zeitpunkt, an dem wir zum CTG aufgelaufen sind und der GRUND, wieso das alles passiert ist.
4 Stunden vorher zum CTG gekommen wäre ich wahrscheinlich wieder mit dem Befund „alles ok“ nach Hause geschickt worden sagte die operierende Ärztin.
Nur 3 Stunden später und Pauline wäre eine Todgeburt gewesen.
Und der GRUND, wieso es kam, wie es kam:
Es gibt (bisher?!) keinen offensichtlichen.
Die erste Vermutung einer Infektion hat sich zerschlagen – es wurden keine Hinweise auf eine solche gefunden.
Genausowenig, wie irgendetwas an der Nabelschnur oder der Plazenta nicht in Ordnung war – auch das Fruchtwasser war einwandfrei.
Auch alle Untersuchungen vorher waren ja immer völlig unauffällig – incl. Der Untersuchungen 1 Stunde vor der Not-OP

Wir hoffen inständig, dass Pauline weiter so riesige Schritte nach vorne macht.
Mein allerschönstes Geburtstagsgeschenk wäre, sie am 25. mit nach Hause nehmen zu dürfen…
Bis dahin brauchen wir das, was vor allem ICH nicht habe. GEDULD.

Sollte das jetzt alles etwas durcheinander sein, liegt das daran, dass ich noch recht durcheinander bin.
Fragt einfach, wenn etwas unklar ist…


  Re: Pauline Sophie ist da...
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   Johanna07
schrieb am 17.02.2008 21:26
Das ist ja ein schrecklicher Start, aber ein gutes Ende... Super, dass Du auf Dein Bauchgefühl gehört hast!!!!
, dass Ihr Eure Maus bald mit nach Hause nehmen könnt, und dass ihre Entwicklung weiterhin unauffällig bleibt!!
Alles Liebe,


  Re: Pauline Sophie ist da...
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   Sulurih
schrieb am 17.02.2008 21:29
Hallo,

ich bin geschockt und froh, dass Ihr so viel Pech und doch so sehr viel mehr Glück hattet und freue mich sehr , dass Ihr es doch geschafft habt.

Wie gut, wenn man sich traut auf sein Gefühl zu hören, macht weiter so.

LG Susan


  Re: Pauline Sophie ist da...
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   dora011
schrieb am 17.02.2008 21:38
Alles Gute für eure Maus und Euch und herzlichen Glückwunsch natürlich!!!!
Klasse Schutzengel!


Eine Frage hätt ich...warum hat die Ärztin denn diesen Test gemacht, wenn die Untersuchungen ohne Befund waren?

LG


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  Re: Pauline Sophie ist da...
avatar    pinkrosa
schrieb am 17.02.2008 21:45
Oh wowOhnmacht da wird einem mal wieder bewusst, wie schnell sich alles ändern kann. Von einer Sekunde auf die andere. Ich freu mich, dass es Eurer kleinen soweit gut geht. Ich wünsche ihr und Euch viel Kraft für die nächste Zeit. Und ich drück die Daumen, dass es schnell aufwärts geht und sie nicht mehr all zu lang im KH bleiben muss.


  Re: Pauline Sophie ist da...
avatar    Moni1978
schrieb am 17.02.2008 21:49
Meine Güte, was für ein Start ins Leben.

Ich drück die Daumen, dass Pauline keinerlei Schäden davonträgt.

WIE geht es DIR? Wie verarbeitest du dieses Trauma? Bist du in einer Umgebung die dich auffängt?
Man unterschätzt das völlig. Wenn das erst mal anfängt sich zu setzen, dann fällt man oft in ein tiefes Loch, Ging mir damals bei meinem Sohn auch so.
Anfangs dachte ich, was die alle haben. Und nach 6 Monaten kam dann alles raus. Und ich brauchte dann erst mal eine Psychologische Betreuung.

Alles alles Gute für euch.

Ihr hattet wirklich 1000 SChutzengel


  Re: Pauline Sophie ist da...
avatar    Helena3
Status:
schrieb am 17.02.2008 22:06
Oh man, ein Glück, dass du auf dein Gefühl gehört hast!!!

Herzlichen Glückwunsch zur kleinen Maus und ganz viele , dass sich die Kleine prächtig entwickelt!!!!


  Re: Pauline Sophie ist da...
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   Jenny76
schrieb am 17.02.2008 22:25
Mein Gott, die arme kleine Maus! Hatte beim Lesen richtig Pipi in den Augen knuddel
Da hat sich wohl Dein Mutterinstinkt gerade noch rechtzeitig gemeldet!
Ich wünsche Euch viel viel Kraft für die nächste Zeit.


  Re: Pauline Sophie ist da...
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   **Nicole**
schrieb am 17.02.2008 22:34
Hallo,

erst einmal alles Gute zu eurer Maus. Und man sieht auch wieder, wie wichtig es ist, auf sein Bauchgefühl zu hören. Bei unserem Racker ist es zum Glück gar nicht wirklich kritisch geworden, aber nur aus dem Grund, weil ich nach 30 Stunden Wehen auf einen Kaiserschnitt gepocht habe. Ich konnte nicht sagen wieso, ich wußte einfach, dass es sein musste. Bei der Op hat sich herausgestellt, dass Fabian auf natürlichem Wege nicht lebend auf die Welt gekommen wäre. So hat er nur 2 Tage im Inkubator gebracht.

Ich kann dir nur den Tip geben, rede über deine Erlebnisse. Such dir jemanden, dem du erzählen magst. Vielleicht hast du eine Nachsorgehebamme. Bei uns war die Zeit nach der Op im Krankenhaus sehr heftig, und es ist vieles schief gelaufen. Ich weiß nicht, wie oft ich die Geschichte erzählt habe anschließend, aber es war wichtig für mich. Es hat mir geholfen, mit den fehlenden ersten gemeinsamen intensiven Tagen fertig zu werden und auch mit den Problemen, die wir zu Hause dann noch hatten.

Ich wünsch euch, dass es bei eurer Maus weiterhin so gut aufwärts geht und euch viel Kraft für die nächsten Tage.

Liebe Grüße
Nicole


  Re: Pauline Sophie ist da...
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   fusselchen1978
schrieb am 18.02.2008 04:13
@ dora
der wehenbelastungstest wurde wegen des "silenten ctg's" gemacht, das heisst, weil die herztöne zwar da waren, aber nicht wie "normal" im bereich zwischen 120 und 180 variiert haben.

ich habe meinen mann, der mich auffängt und meine eltern.
zum glück.
die erste nacht in der ich ins klinikum verlegt wurde habe ich nur geheult.
die zeit davor war ich so ruhig und pragmatisch, dass meine mutter schon angst hatte.
inzwischen habe ich angefangen, alles aufzuschreiben.

vielleicht habe ich einfach ein stück weit das "glück", dass ich durch meinen beruf und mein studium (sonderpädagogk, hab lange im schwermehrfachbehinderten bereich gearbeitet) eine idee hatte/habe, was auf mich zukommen könnte und das auch erstmal ausblenden konnte und jetzt (aufgrund der ärztlichen aussagen) auch relativieren kann.
zudem gibt es auf der intensivstation einfach babies, die im vergleich zu unserer pauline einen viel schwererern kampf haben - deren eltern sich unsere "minikurze" geschichte aber trotzdem angehört haben (zwischenzeitlich war es mir fast peinlich, meine geschichte zu erzählen, weil sie im vergleich zu kids, die schon wochen und monate am ecmo hängen oder die sechste op wegen einer hernie hinter sich haben echt "belanglos" ist).

momentan gibt es sprüche von der aussenstehenden umwelt, die mich hochgradig aggressiv machen und bei denen ich echt überlege, ob manche leute ihr hirn einschalten, wenn sie den mund aufmachen. da bin ich echt empfindlich geworden.
dass man nach einer geburt glückwünsche bekommt ist ok und dass auch ein stück weit nur ein teil der geburtsgeschichte im bekannten- und freundeskreis rum geht ist auch irgendwo klar... aber wie bitte kann man mails/sms oder karten schreiben mit dem inhalt "schön, dass alles gut gelaufen ist" oder dinge wie "dann habt ihr das schlimmste hinter euch" (da wurde pauline noch beatmet und war ruhig gestellt)... den schlimmmsten spruch fand ich "toll, dass eure kleine schon da is, jetzt müsst ihr nicht mehr so gespannt sein"...
und das von leuten, die ich jahre kenne...
DAMIT kann ich momentan gar nicht umgehen.

wir haben aber auch ganz ganz liebe worte mit auf den weg bekommen, unbestritten... aber die gedankenlosigkeit von manchen wirklich engen freunden ist doch sehr erschreckend...


  Re: Pauline Sophie ist da...
avatar    Gänsetülpchen
schrieb am 18.02.2008 07:28
Als erstes Herzlichen Glückwünsch zur Geburt und ich wünsche euch einen ganz schönen "zweiten" Start!!!!
Ihr habt wirklich ganz viele Schutzengel gehabt und ich hoffe eurer kleinen Maus geht es bald wieder ganz ganz gut!!

Alles Liebe für euch!!!


  Re: Pauline Sophie ist da...
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   byanseva
schrieb am 18.02.2008 08:31
Erst einmal herzlichen Glückwunsch zu Eurer kleinen Maus.Es war wirklich gut,das Du auf Dein Gefühl gehört hast und zur Kontrolle ins Krankenhaus gefahren bist.
Ich wünsche Euch weiterhin alles Gute und das Eure Kleine bald mit nach HAuse darf.
LG Anja


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 18.02.08 08:31 von byanseva.


  Re: Pauline Sophie ist da...
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   snoopy31
Status:
schrieb am 18.02.2008 09:42
Uiuiui...wie gut, dass dein Bauchgefühl funktioniert hat. Der Schutzengel der Kleinen war ja wirklich riesengroß bei diesem engen Zeitfenster.

Nimm dir unbedachte Äußerungen nicht so sehr zu Herzen, bei den Meisten liegt das da dran, dass sie mit so einer Situation noch weniger umgehen können wie du und einfach überhaupt was sagen/machen wollen auch wenn es wirklich teilweise ungeschickt ist.

Ich wünsche euch auf jeden Fall, dass ihr die Kleine nun sehr bald mit nach Hause nehmen könnt und dann richtig Durchstarten könnt


  Re: Pauline Sophie ist da...
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   Izabell
schrieb am 18.02.2008 11:17
ohweia, was für ein start streichel alles gute für euchknuddel


  Re: Pauline Sophie ist da...
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   Soli
schrieb am 18.02.2008 12:11
Ich wünsch euch vom herzen nur das allerbeste, möge der herrgott eure kleine beschützen, kopf hoch das wird schonknuddel




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