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  Meine Mutter, meine Freundin, der Notar und das Baby
avatar    *Charly
Status:
schrieb am 14.02.2008 21:15
oder - es knallt jetzt schonHammer

sicherlich hab ich mal erwähnt, dass mein Verhältnis zu meiner Mutter, naja, nennen wir es angespannt, ist.

Sie ist psychisch angeschlagen (Multiple Persönlichkeit) und wenn's ihr in den Kram paßt, dann benutzt sie das gerne, um Druck auszuüben. Aus diversen anderen Gründen komme ich gar nicht gut mit ihr klar.

Schon zu Beginn der ersten ICSi habe ich mit meiner Freundin mal besprochen ,daß sie und ihr Mann im tragischsten Fall, dass wir beide als Eltern nicht mehr zur Verfügung stehen, unsere Kinder groß ziehen. Sie sind uns im Alter ähnlich, haben ähnliche Vorstellungen und wir beide vertrauen ihr und ihrem Mann.

So weit, so gut. Nun kündigt sich tatsächlich Nachwuchs an. Nach längerer Diskussion und Überzeugungsarbeit hat der Beste einer Taufe zugestimmt. Auch ihm mußte ich erst mal erklären, dass Taufpaten nicht automatisch das Sorgerecht bekommen, sollte das nötig sein. Meine Freundin ist nämlich konfessionslos.

Heute waren wir bei meinen Eltern. Das Gespräch kam auf die Taufe und als ich erwähnte, dass ich ein Problem hätte, Paten zu finden, da meine Freunde entweder anderer Konfession oder eben konfessionslos seien, meinte meine Mutter, dass Paten ja später auch das Sorgenrecht zugesprochen bekämen. Als ich darauf erklärte, das wir notariell festlegen lassen würden, dass das Sorgerecht an meine Freundin ginge, ist meine Mutter völlig ausgetickt.

Dann hätte sie ja gar nichts zu sagen (Ich habe einen entsprechenden Kommentar runtergeschluckt... und würge jetzt noch dran), wir würden ihr das Kind entziehen, schließlich seien sie die Großeltern und so weiter und so weiter. Zunächst habe ich sie mal auf die Großmutter in England aufmerksam gemacht, die ja, nach dieser Logik, auch das Sorgerecht beanspruchen könnte. Außerdem ist genau dieses Theater einer der Gründe, weshalb wir unsere Entscheidung schriftlich mit Stempel hinterlegen werden. Und "am alleraußerdemsten" tut sie geradezu so, als wollten wir das Kind in ein Heim geben, bzw, als sei das besser, als zu meiner Freundin. Sie (meine Mutter) sei ja auch als Kind weggegeben worden, wobei mir nicht klar ist, was das mit dem Sorgerecht unseres Kindes zu tun hat! Es ist ja auch zu bedenken, dass meine Eltern einfach auch zu alt sind, noch mal ein Kind zu erziehen - und ich hatte ja den angeblich so desolaten Gesundheitszustand meiner Mutter erwähntIch bin zornig

Auf einmal passierte etwas, was noch nie passiert ist: Die Hand des Besten folgte der Erdanziehungskraft, knallte auf den Tisch und er sprach sehr deutlich, dass das Kind noch nicht mal geboren sei und er nicht darüber diskutieren werde, wie er unser Kind erzieht. Es ginge nicht darum, meinen Eltern das Enkelkind zu verweigern, sondern um Pflegeeltern, die der Erziehung auch altersgemäß gewachsen sind. Außerdem würden wir jetzt gehen. Ich LIEBE diesen Mann!

Mir wird jetzt schon ganz anders! Meine Mutter wird offensichtlich noch reichlich versuchen, mir Vorschriften zu machen. So drohte sie damit, im KKH Terror zu machen, sollte ich mich für einen geplanten Kaiserschnitt entscheiden und einen Arzt finden, der den durchführt. Dann bot sie an, bei der Geburt dabei zu sein - lieber kneife ich die Beine zusammen!

Sie hat jedenfalls deutlich gemacht, dass es eine gute Entscheidung ist, Pflegeeltern schriftlich festzulegen. In der Hoffnung, dass sie nie gebraucht werden!beten

Gruß,
Charly*immer noch böse*


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 14.02.08 21:23 von *Charly.


  Re: Meine Mutter, meine Freundin, der Notar und das Baby
no avatar
   S. mit L. u. A.
schrieb am 14.02.2008 21:28
Auhauaha, aber toll von Deinem Mann, da mal ordentlich (im wahrsten Sinne des Wortes) auf den Tisch zu hauen. Und sehr umsichtig von Euch, Euch schon Gedanken über evtl. Pflegeeltern zu machen.

Gerade im Fall eines nötigen KS habe ich mir übrigens vorgenommen, vorher niemandem ein Sterbenswörtchen zu sagen. Und eigentlich auch keinem, wenn es prinzipiell losgeht. Nicht, dass meine Eltern es da mit Deiner Mutter aufnehmen könnten, aber ich finde der Schatz, ein Team vom KH und ich reichen...

Liebe Grüße
Steffi


  Re: Meine Mutter, meine Freundin, der Notar und das Baby
avatar    Chali
schrieb am 14.02.2008 21:41
Uiui, klingt ganz nach Traum-Mutter.

Ich finde es gut, dass ihr für klare Verhältnisse sorgt. Und ich finds spitze, dass dein Mann ein Machtwort gesprochen hat smile Schließlich geht es um euer Kind, und ihr werdet selbst am Besten wissen, wer euer Kind im Falle eines Falles am ehesten in eurem Sinne erziehen würde.

Ich kann nicht verstehen, wieso so viele Menschen darauf kommen, dass die Taufpaten automatisch das Sorgerecht bekommen würden. Das ist vielleicht im Amiland so, aber es wäre mir neu, dass es nun auch so in Deutschland abläuft.

Was ich bisher allerdings nicht wusste: Ist es wirklich ein Problem, wenn die Paten eine andere Konfession haben? Das würde ja bedeuten, meine Cousine als Katholik würde nicht in Frage kommen, da wir Evangelen sind? Das wäre mir auch irgendwie neu...

LG und nicht ärgern lassen!
Chali


  Re: Meine Mutter, meine Freundin, der Notar und das Baby
avatar    tuerki77
Status:
schrieb am 14.02.2008 21:48
Krass deine Mum... Hammer Ich dachte schon meine sei heftig, aber deine topt es ja noch.
Mensch, das ist echt nicht einfach... Kann dich ein bisschen nachvollziehen. Aber dein Mann hat ja super reagiert! Klasse... Das lässt doch Ehefrau´s Herz höher schlagen...
Eure Entscheidung, notariell festzulegen, wer im Falle des Falles das Kind bekommt finde ich sehr verantwortungsvoll und auf jeden Fall nachahmungswürdig. Ja
Ärger dich nicht über deine Ma... Wahrscheinlich wird sie eh nichts ändern wollen, was zu eurem Wohlgefallen beiträgt. So ist es jedenfalls bei meiner.
Schönen Abend ohne Ärger und ärgerliche Gedanken.


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  Re: Meine Mutter, meine Freundin, der Notar und das Baby
no avatar
   S. mit L. u. A.
schrieb am 14.02.2008 21:49
Zitat
Chali
Was ich bisher allerdings nicht wusste: Ist es wirklich ein Problem, wenn die Paten eine andere Konfession haben? Das würde ja bedeuten, meine Cousine als Katholik würde nicht in Frage kommen, da wir Evangelen sind? Das wäre mir auch irgendwie neu...

Also ich sollte damals die Patin für meine Nichte machen. War aber aus der Kirche ausgetreten und dachte mir "hey, trittst Du halt für ein Jahr oder so wieder ein". Nix da, da muss man vorher noch Aufnahmegespräche mit dem örtlichen Pastor führen, der einen dann verhört, warum man vom Weg abgekommen ist und ob man denn wieder eintreten darf. Bei mir ist nix draus geworden. Als er anfing, von wegen es wäre besser gewesen früher, als man die Leute noch verbrennen konnte, wenn sie keine guten Christen mehr waren usw. usw. hab ich mir überlegt, dass der Entschluss, auszutreten, schon ganz gut war ...


  Re: Meine Mutter, meine Freundin, der Notar und das Baby
avatar    *Charly
Status:
schrieb am 14.02.2008 21:51
Hallo

Es liegt in der Macht des evangelischen Pfarrers, ob er Paten anderer konfession zuläßt. An sich müssen bei den Evangelen die Paten nur christlich sein. Die katholische Kirche ist ja durchaus einer christlichen Strömung zuzurechnen zwinker

Manche Pfarrer geben sich mit schlicht christlichen Paten zufrieden, manche wünschen wenigstens einen Evangelen und manche lehnen "fremde" ganz ab. Da mußt Du mal nachfragen und eventuel in einer anderen Gemeinde taufen lassen.

Gruß,
Charly


  Re: Meine Mutter, meine Freundin, der Notar und das Baby
no avatar
   gelöschter User
schrieb am 15.02.2008 07:39
Wow! Da sieht man mal wieder dass man wirklich wichtige Dinge nicht einfach so ausmachen sollte sondern mit Brief und Siegel urkundlich festlegen muss. Der Beste hat absolut richtig gehandelt! Respekt! Ein gutes Gefühl wenn man auf die bessere Hälfte zählen kann Das ist super


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 15.02.08 07:43 von Sterni_01.


  Re: Meine Mutter, meine Freundin, der Notar und das Baby
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   Christine1931
schrieb am 15.02.2008 09:30
Hallo !
sorry wenn ich das so sage : deine Mutter hat nen Knall und unlogisch ist sie auch noch !
Auf der einen Seite findet sie es normal (und ist davon ausgegangen) daß die Paten das Sorgerecht zugesprochen bekommen und auf der anderen flippt sie aus, dass deine Freundin das Sorgerecht hat, weil ihr damit die Enkelkinder entzogen würden ???
Oder wollte sie Pate werden bzw. hat auf einen Paten spekuliert der nach ihrer Pfeife tanzt.

Wir wollen auch festlegen, wer im Zweifelsfall für unser Zwerglein zuständig ist - die Großeltern sind zu alt (z.Zt. 70, 72 und 2x 78) .
Das wird auch noch eine schwierige Entscheidung - vermutlich teilen wir es auf - ein Pate der den ganzen Orgkram macht (Erbe verwalten etc.) und einer der das Zwerglein nimmt.

LG
Christine


  Re: Meine Mutter, meine Freundin, der Notar und das Baby
avatar    *Charly
Status:
schrieb am 15.02.2008 09:35
LOL Natürlich ist entzieht sie sich jeder Logik. Das ist ihr neustes Todschlagargument "Das ist mein Gefühl, das werd ich doch noch ausdrücken dürfen"*aaargh*

Ich vermtue mal (eine Antwort dazu bekommt man von ihr nicht), dass sie sich zum einen darüber noch gar keine Gedanken gemacht hatte. Es geht wohl zunächst darum, dass sie nicht gefragt wurde (Kontrolle eben). Vielleicht hat sie aber auch geglaubt, das Sorgerecht ginge an sie als Großeltern (wobei sie halt die andere Großmutter da gepflegt vergißt) und die Paten übernehmen die Versorgung. Also wieder Kontrolle.

*augenroll*

Gruß,
Charly


  Re: Meine Mutter, meine Freundin, der Notar und das Baby
avatar    Jones74
schrieb am 15.02.2008 09:52
Zuerst einmal streichel. Es ist auch wirklich doof, mit was man sich da so Rumstreiten muss. Zudem dieses Thema.
Aber ich finde es gut, dass ihr euch diesbezüglich schon eure Gedanken macht und in eurem Fall ist es sicherlich auch wichtig dies schriftlich festzuhalten.

Wünsche dir ganz viel Kraft, aber du hast ja auch einen starken Mann an deiner Seite. grins

Gruß Jones


  Re: Meine Mutter, meine Freundin, der Notar und das Baby
avatar    Eisbaer_288
Status:
schrieb am 15.02.2008 10:04
Ohje was für eine Mutter bist echt nicht zu beneiden ,

aber ich finde es richtig gut von deinem Mann das er mal "auf den Tisch gehauen" hat.
Was die Taufe betrifft unsere Tochter ist ev. hat 2 ev Paten und einen kath. Paten wobei sich keiner richtig mit ihr beschäftigt. Jetzt soll ich Pate bei meiner Freundin werden da bei Kath. alles anders ist heissen ev. dann nicht Taufpaten sondern Taufzeugen den Paten können nur Leute werden mit der selben konfession werden. Das alles soll mal jemand verstehen Zunge rausstrecken.

Lg Bine


  Re: Meine Mutter, meine Freundin, der Notar und das Baby
no avatar
   Mondschatten
schrieb am 15.02.2008 12:50
Zum einen: Taufpaten und rechtliches Sorgerecht haben in Deutschland nichts miteinander zu tun. Gibt es keine schriftliche Vereinbarung, geht das Sorgerecht meistens an die nächsten Verwandten, sofern die geeignet sind.
Taufpaten: In der katholischen Kirche müssen Taufpaten katholisch sein, alles andere sind aus kirchenrechtlicher Sicht (da der Taufpate bezeugt, das Kind im Sinne Gottes und der katholischen Kirche mitzuerziehen) Taufzeugen. Man braucht mindestens einen katholischen Taufzeugen. Ich bin katholisch, mein Mann evangelisch, unser Kind wird katholisch getauft, weil mein Sohn bereits katholisch ist. Wir werden einen römisch-katholischen Taufpaten, eine evangelische Taufzeugin und einen apostolisch-altkatholischen Taufzeugen nehmen. In der evangelischen Kirche müssen Taufpaten christlich sein, wobei die neuapostolische Kirche vielerorts immer noch als "Sekte" gilt. Konfessionslose können nur Taufzeugen sein.
Zu Deiner Mutter: Großeltern haben kein Recht auf ihre Enkel. Es ist Euer Kind (und ihr seid ja noch sehr lebendig und vereinbahrt nur "für den unwahrscheinlichen Notfall, dass Ihr beide nicht mehr lebendig oder rechtlich zurechnungsfähig (z.B. Koma) sein werdet"). Das Sorgerecht hat auch nichts mit dem Umgangsrecht zu tun. Wenn Eure Freunde das Sorgerecht hätten, hieße das ja nicht, dass der großelterliche Umgang nicht gewahrt bliebe. Wenn es dann im Sinne Eures Todesfalles um das Sorgerecht für Euer Kind ginge, würde das Amtsgerich im Sinne des Kindeswohl entscheiden - und ob da Deine Mutter (hohes Alter, psychische Erkrankung) eine bessere Chance hätte als Eure Freunde wage ich mal zu bezweifeln. Diese Vereinbahrung muss übrigens nicht notariell erfolgen (unterschrieben würde auch ein Blatt Lokuspapier reichen), das erleichtert es aber enorm. Ich habe damals ein solches Testament nichtnotariell verfaßt, in dem ich meine Eltern als Sorgerechtspartner angegeben habe, weil ich nicht wollte, dass mein Sohn bei seinem Vater in Afrika landet, der mich wortlos in der Schwangerschaft verlassen hat und gemeint hat, das sei nicht sein Problem. Jetzt ist das ganze klar: Stirbt einer von uns, bekommt der andere das Sorgerecht. Sterben wir beide die Schwester meines Mannes.

LG,

Andrea




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