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  Rechtsfrage: Lohnsteuerklassenwechsel
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   Asja
schrieb am 14.09.2006 11:37
Hallo,

vielleicht kann mir ja jemand hinsichtlich einer aufgetauchten Frage zum Wechsel der Lohnsteuerklasse helfen.
Das Mutterschaftsgeld berechnet sich ja auf Basis der letzten 3 Monatsnettogehälter. Eigentlich war ich in der Lohnsteuerklasse 5, da mein Mann (LK 3) etwas mehr verdient als ich. Vor 3 Monaten haben wir die Klassen getauscht, da ich ab Oktober im MuSchu gehe. Natürlich ist mein Nettogehalt jetzt das etwas höhere....was ja auch beabsichtigt war zwinker Jetzt wirft mir ein Sachbearbeiter mißbräuchlichen LK-Wechsel vor...und das Mutterschaftsgeld soll auf Basis der LK5 für mich berechnet werden.
Es ist doch aber rein rechtlich unsere Angelegenheit, die Lohnsteuerklassen zu wählen (3 & 5, also wer welche) und mir wurde mitgeteilt, dass wir einmal im Jahr auf jeden Fall die LK wechseln können. Der Arbeitgeber ist nicht verpflichtet mehr als einen Wechsel im Jahr zu akzeptieren (haben wir ja auch nicht gefordert, wir würden auch erst die neuen Lohnsteuerkarten wieder ändern). In diesem kleinen Heftchen zur Einkommenssteuererklärung, die früher vom Finanzamt ausgegeben wurden, steht explizit drin, dass man seine Lohnsteuerklasse auch in Hinblick auf die zu erwartende Höhe von "Lohnersatzzahlungen" (z.B. Mutterschaftsgeld, Arbeitslosengeld...) wählen soll.
Ist das jetzt Mißbrauch oder nicht ?? Was soll ich machen ??

Danke,
LG,
Asja (31.SSW)


  Re: Rechtsfrage: Lohnsteuerklassenwechsel
avatar    sturzpueppi
schrieb am 14.09.2006 11:40
Hallo Anja,
das ist dein gutes Recht, so zu wechseln, und hat nichts mit Missbrauch zu tun!!!!!!
Was für ein doofer (vielleicht neidischer??) Sachbearbeiter ist das denn - beim Finanzamt oder in deiner Firma?




  Re: Rechtsfrage: Lohnsteuerklassenwechsel
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   Feechen
schrieb am 14.09.2006 13:32
Mir hatte man gesagt, dass der Wechsel der LST keinen Einfluss auf das Entgelt hat, welches der Arbeitgeber während des Mutterschutzes zahlt. D.h. Ich hatte 3 und mein Mann 5. Nun ist es umgekehrt und da man die letzten 3 durchschnittlichen Nettogehälter zugrunde legt, soll es keine Differenzen geben ...




  hm.
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   Hummelbienchen
schrieb am 14.09.2006 14:47
hallo Gast,
also ich weiß ja nicht.
bei einem Bruttolohn von 1000 EUR gibt es bei LSt-Klasse III 0 EUR LSt-Abzug, bei LSt-Klasse IV 12,91 EUR LSt-, 0 EUR SolidarZ- und ggflls 1,03 EUR bzw. 1,16 EUR KiSt-Abzug und bei LSt-Klasse V 182,75 EUR LSt-, 10,05 EUR SolidarZ-EUR sowie ggflls 14,62 EUR bzw. 16,44 EUR KiSt-Abzug
hinzukommen jeweils noch rund 21,7% SV-Beiträge = 217 EUR

entsprechend fällt das Durchschnittsnettogehalt der letzten 3 Monate anders aus... Ich hab ne Frage

überraschte Grüße, Hummelbienchen


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   Hummelbienchen
schrieb am 14.09.2006 15:25
Zitat

Zuschuss zum Mutterschaftsgeld
Während der Mutterschutzfrist (6 Wochen vor und 8 Wochen nach der Geburt) erhält die Mitarbeiterin von ihrer Krankenkasse ein Mutterschaftsgeld in Höhe von 13 Euro pro Tag. Der Arbeitgeber ist gesetzlich dazu verpflichtet, ihr den Differenzbetrag zwischen diesen 13 Euro und dem auf einen Kalendertag entfallenden Netto-Arbeitsentgelt als Zuschuss zu zahlen.

Referenzzeitraum: Das durchschnittliche kalendertägliche Arbeitsentgelt wird auf der Basis der letzten drei abgerechneten Kalendermonate vor Beginn der Schutzfrist (Referenzzeitraum) berechnet. Wird der Lohn wöchentlich abgerechnet, werden die letzten 13 Wochen vor Beginn der Schutzfrist zugrunde gelegt. Tage, an denen ohne Verschulden der Arbeitnehmerin kein oder nur ein vermindertes Arbeitsentgelt gezahlt wurde (z. B. Kurzarbeit oder Krankengeldbezug) bleiben außer Betracht. Der verringerte Gesamt-Lohn wird durch die geringere Anzahl an Tagen geteilt. Wurde in einem oder mehreren Monaten des Referenzzeitraums gar kein Lohn erzielt, muss entsprechnd weiter in die Vergangenheit zurückgegangen werden.

Ermittlung des Bruttoentgelts: Zu berücksichtigen ist zunächst das gesamte Bruttoentgelt im Referenzzeitraum. Dazu zählen auch Zulagen (z. B. Erschwerniszulagen) und Zuschläge (z. B. für Überstunden oder Sonn- und Feiertagsarbeit). Verdiensterhöhungen, die während des Mutterschaftsurlaubs wirksam werden und nicht nur vorübergehend sind, müssen ab diesem Zeitpunkt in die Berechnung einbezogen werden.

Berechnung des Nettoentgelts: Von dem Gesamt-Bruttoentgelt aus dem Referenzzeitraum müssen die jeweils fälligen Steuern und Sozialversicherungsbeiträge abgezogen werden. Wechselt die Mitarbeiterin während der Schwangerschaft die Steuerklasse, um dadurch ein höheres Nettoentgelt und dementsprechend einen höheren Zuschuss zum Mutterschaftsgeld zu erhalten, darf dies nicht berücksichtigt werden: Das Nettoentgelt wird in dem Fall auf der Grundlage der bisherigen Steuerklasse ermittelt.

Berechnung des Arbeitgeberzuschusses: Das Gesamt-Nettoentgelt aus dem Referenzzeitraum wird durch 90 geteilt. Zieht man vom Ergebnis 13 Euro (tägliches Mutterschaftsgeld) ab, so erhält man den Zuschuss, den der Arbeitgeber pro Tag leisten muss. Der Arbeitgeberzuschuss ist steuer- und beitragsfrei.

Quelle: [www.ikk.de]

also, das ist schon ne haarige Sache...

generell sind die LSt-Klassen so zu wählen, dass INSGESAMT, also die Lohnsteueranzüge BEIDER Partner ZUSAMMEN, am niedrigsten ausfällt. und das ist i.d.R. dadurch gegeben, dass der am meisten verdienende Partner die LSt-Klasse III und der weniger verdienende die LSt-Karte V nimmt. wenn beide in etwa gleich viel verdienen, ist IV/ IV sinnvoll. IV/ IV ist auch sinnvoll, wenn mit Lohnersatzleistungen zu rechnen ist, also dass ein Partner keinen soo sicheren Job hat oder eben wegen evtl. eintretender SS- das allerdings schon "in weiter Voraussicht". die LSt-Klassen erst mit Eintritt des Leistungsfalles entsprechend zu ändern, wird tatsächlich als Leistungsmissbrauch gesehen.

zu bedenken gebe ich folgendes: durch die Berechnung bekommt die Frau im MuSch mit MuSchG und Zuschuss zum MuSchG GENAUSO VIEL wie wenn sie arbeiten gehen würde. wird aber die Bemessungsgrundlage geändert , bekäme sie plötzlich entsprechend mehr oder weniger. (aber nur der Wechsel von V auf IV oder gar III stößt übel auf. andersrum ist man offensichtlich einfach nur schön blöd.)

die LSt-Klasse erst mit Beginn des MuSch zu wechseln macht allerdings gar keinen Sinn, weil die relevanten letzten drei Berechnungszeiträume vorbei sind. und hat dann der besser verdienende Partner die V mit den extremen Abzügen, steht die Familie plötzlich mit viel weniger Geld im Monat da...

noch ein kleiner Hinweis: die LSt-Klassen steuern quasi nur die Vorauszahlungen auf die Jahressteuer, die anhand der ESt-Erklärung festgesetzt wird. auf deren Höhe haben sie keinen Einfluss. Idee ist, dass Jahressteuer und Vorauszahlung in etwa gleich hoch sind (Maßgabe: es werden keine erhöhten WK oder gar agBs angesetzt).

viele Grüße, Hummelbienchen


  weitere Infos
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   Hummelbienchen
schrieb am 14.09.2006 15:41
z.B. hier: [www.cecu.de]

und hier: [www.familienhandbuch.de]

hier konkret:
Zitat

Mutterschaft
Werdende Mütter, so empfiehlt der Bund der Steuerzahler, sollten überlegen, ob sie noch vor dem Bemessungszeitraum (drei Monate vor Beginn der Mutterschutzfrist) in Steuerklasse III wechseln, denn die Höhe der Zahlungen richtet sich nach dem Nettogehalt vor Beginn der Mutterschutzfrist. Ein Steuerklassenwechsel nur zum Zweck eines höheren Mutterschaftsgeldes ist nach Angaben der staatlich anerkannten Beratungsstellen für Schwangerschaftsfragen an den Landratsämtern in Bayern nicht ausdrücklich verboten.

Aber Vorsicht: Ein Arbeitgeber braucht einem Steuerklassenwechsel lediglich zum Zweck eines höheren Zuschusses zum Mutterschaftsgeld nicht zu folgen. Das erklärte das Bundesarbeitsgerichts am 22.10.1986 (5 AZR 733/85). Er kann dann den Zuschuss nach den ursprünglichen Bedingungen berechnen. Deshalb sollte man sich unbedingt beim Steuerberater informieren.


zwinker


  Vielen Dank !!
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   Asja
schrieb am 15.09.2006 09:59
Vielen Dank für die vielen Informationen !!!

Tja, im Zweifelsfall war der Lohnsteuerklassenwechsel "unnötig" bzw. vergebens, aber trotzallem mein gutes Rechte. Vielleicht drücken die ja noch ein Auge zu....Ich fände es anders nur gemein, da wir weder Erziehungsgeld (knapp über der Bemessungsgrenze) noch das "tolle, neue" Elterngeld bekommen werden....aber wen interessiert das schon in unserem ach-so-familienfreundlichen Land ??

LG,
Asja




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