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avatar  Chichi
Status:
schrieb am 05.11.2004 19:08
Abschließend noch einmal zurück zur „Fetalen Programmierung“. In den letzten Jahren mehren sich auch beim Menschen die Hinweise darauf, dass die Art und Weise der diätetischen Versorgung des Feten Konsequenzen für die langfristige Gesundheit und Lebensprognose des Erwachsenen haben. So belegen epidemiologische Studien, dass die Sterblichkeit an Koronarer Herzerkrankung in beiden Geschlechtern mit einem abnehmenden Geburtsgewicht stark zunimmt. Auch über eine Korrelation von Geburtsgewicht und gestörter Glukosetoleranz wird berichtet. Die Qualität der diätetischen Versorgung hat somit nicht nur einen Einfluss auf das Unmittelbare „fetal outcome“, vielmehr hat die Ernährung während der Schwangerschaft offensichtlich auch entscheidende Einflüsse auf noch Jahrzehnte später bestehende Krankheitsrisiken


  und was heißt das jetzt?
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  Hummelbienchen
schrieb am 05.11.2004 19:43
Ich hab ne Frage
bin blond mit blonden Strähnchen grins
und zudem in der WS *schonganzkirrebin*

winken Hummelbienchen




  Re: und was heißt das jetzt?
avatar  Chichi
Status:
schrieb am 05.11.2004 20:05
Hallo Hummelbienchen.

Es bedeutet das der Tagesbedarf an Mikro- und Makronährstoffen abgedeckt sein sollte (Vitamine, Jod, Eisen, Onega-3-Fettsäuren und noch alles was ich in den anderen Posting weiter unten aufgezählt habe) um eventuelle Mißbildungen am Feten zu vermeiden. Leider Gottes ist es in der Tat nicht immer möglich das Ganze mit der Ernährung abzudecken, deshalb sollte man auf jeden Fall mit Folsäure z. B. schon vor einer geplanten Schwangerschaft anfangen (in Tablettenform, z. B. Femibion + Jodid).
Und eigentlich sollten alle Frauen die nicht 5 mal am Tag Obst und Gemüse essen auf jeden Fall noch Mikronährstoffen (Vitamine, Spurenelemente, sekundäre Pflanzenstoffe) zu sich nehmen.

Also futtere mal schön jetzt schon Femibion, ist nur vom Vorteil grins

Wünsche dir noch alles Gute und drücke dir ganz fest die Daumen

Chichi


  nein, nein DAS hatte ich schon kapiert
no avatar
  Hummelbienchen
schrieb am 05.11.2004 20:16
grins

mir ging es um die "signifikanten Zusammenhänge" zwischen der Ernährung in der Schwangerschaft bzw. dem Geburtsgewicht und den Gesundheitsrisiken im Erwachsenenalter, der gestörten Glukosetoleranz u. den koronalen Gefäßerkrankungen oder so grins

also: was bei was? Ich hab ne Frage

Hummelbienchen winken




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  Re: nein, nein DAS hatte ich schon kapiert
avatar  Chichi
Status:
schrieb am 05.11.2004 21:20
Höhöhö... grins

Hab Heute irgendwie eine lange Leitung Zunge rausstrecken ....

Um ein Beispiel zu machen, nehmen wir mal die Hypertonie (hoher Blutdruck). Die arterielle Hypertonie ist vor allem bei Tierversuche untersucht worden, man hat nämlich festgestellt dass eine kochsalzreduzierte Diät der Muttertiere während der Schwangerschaft beim Nachwuchs im Alter zwischen einer und zwölf Wochen eine systolische arterielle Hypertonie und im weiteren Verlauf eine Nierenfunktionseinschränkung verursacht.
Ähnlich verhält er sich bei der Reduktion der Proteinzufuhr.

Ein tragisches Beispiel beim Menschen (wohl gemerkt rede ich jetzt von einem Ausnahmezustand) war die holländische Hungersnot 1944/45 zu Kriegeszeiten. Von Dezember 44 bis April 45 bekamen die Menschen Essensrationen mit 400-800 kcal / Person (die Schwangere und Stillende etwas mehr).
Man hat jetzt über 2000 Menschen untersucht, die kurz darauf geboren wurden:

Die jenigen, die in der päteren Gestation der Hungersnot ausgesetzt waren, hatte signifikant höhere Insulinkonzentrationen, was eine höhere Rate pathologischer Glukosetoleranz bestätigt. Auch systolische und diastolische Blutdruckwerte waren in dieser Gruppe am höchsten.

Bei diejenige, die als Feten im 2. Trimenon eine sehr geringe Kalorienzufuhr ausgesetzt waren, war die Prävalenz der Lungenerkrankungen am höchsten. Dies ist nicht zuletzt deswegen interessant, da das hauptsächliche Wachstum der Bronchien in der mittlere Phase der Schwangerschaft stattfindet.

Wie gesagt ging es sich hhier um einen Ausnahmezustand und das Einzige was ich hier sagen will ist nur dass man für sich und das Kind dass man haben möchte, schon vor der Entstehung vieles tun kann. Denn auch wenn man letztendlich Schwanger geworden ist, doch noch etwas schief gehen kann.
Ich arbeite beim Frauenarzt und habe schon einiges mitgemacht... Ich mag es nicht sehen wenn Frauen sich Vorwürfe machen WENN etwas schief geht. Fehlgeburten, Mißbildungen, schwer kranke Kinder. Gott sei Dank passiert es nicht jeden Tag, aber es passiert. Nehmen wir als Beispiel hier die spina bifida aperta. Was würdest du tun wenn du ein Kind mit dieser Krankheit hättest und wüßtest durch eine Tablette am Tag hättest du das sehr wahrscheinlich verhindern können?

Wie in einem anderen Posting schon geschrieben habe, gibt es auch erste Auswertungen aus Kanada (da und in denUSA werden Getreideprodukte und Brot mit Folsäure angereichert), die eine Reduktion der Fehlgeburte um bis zu 30% bestätigen, nur durch die Einnahme von Folsäure. Ich wiederhole: 30%!!!

Fazit: Esst so viel Obst und Gemüse wie es nur geht grins . Wenn nicht, dann nehmt gefälligst das was ihr braucht durch Tabletten
Das wird euch euer Baby später Danken, und wir wollen doch schließlich auch irgendwann gesunde Enkelkinder, oder??? zwinker

Mein Gott, ist das lang geworden, trotzdem hoffe ich die paar Zusammenhänge klar genug ausgedrückt zu haben... wenn nicht... bohr ruhig weiter... grins

Chichi


  Re: nein, nein DAS hatte ich schon kapiert
no avatar
  Hummelbienchen
schrieb am 05.11.2004 23:15
hallo Chichi winken
dass gesunde Ernährung in der SS- und schon vorher (s. Folsäure) wichtig ist, ist klar.
darum ging es mir in meiner Rückfrage auch nicht.

sondern was, was verursacht.

also dein Beispiel mit der kochsalzreduzierten Diät z.B., dass das beim Nachwuchs dann Hypertonie auslöste- also das, weswegen die Mütter diese Diät machten traurig
deine anderen Beispiele waren schon wieder zu kompliziert grins

also mir geht es knallhart um die Fakten:
kochsalzreduzierte Diät in der Schwangerschaft - Kinder/ Erwachsene mit Bluthochdruck
proteinarme Ernährung in der Schwangerschaft - Glukoseintoleranz bei den Kindern
wenn man das so sagen kann

verstehst du?

das mit der Folsäure ist eklatant, deshalb versteh ich auch nicht, warum da noch immer zu wenig hingewiesen wird. in Zeiten leerer Kassen ist klar, dass das nicht bezahlt wird, aber es sollten doch zumindest die Ärzte eine Frau im gebährfähigen Alter - spätestens sobald sie Kinderwunsch äußert (also nocht nicht plant!)- darauf hinweisen, dass die Einnahme von Folsäure schon lange VOR einer eintretenden Schwangerschaft WICHTIG ist! wenn man bedenkt, dass der Folsäurespeicher 3 Monate braucht, um sich aufzufüllen... aber das wird noch sehr lax gehandhabt, finde ich traurig mir sagte mal eine Gyn auf direkte Nachfrage: das müssen Sie nicht nehmen. wenn Sie gesund essen... man könne das auch testen u. dannach schauen, ob eine Zufuhr erforderlich ist... traurig

also ich denke, der Zusammenhang ist klar, doch hätte ich gerne konkrete Beispiele- knapp = prägnanant dargestellt grins-, wie die Ernährung in der Schwangerschaft Folgen für die Kinder hat. DASS ist klar... grins

ich hoffe, du versteht jetzt mein Nachhaken grins

liebe Grüße, Hummelbienchen winken






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