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  Warten auf Herzstillstand beim Embryo
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  me79
schrieb am 07.01.2019 10:35
Hallo,

Ende November starteten wir den Versuch für ein Geschwisterchen. Eine Kryo-Blastozyste wurde transferiert und ich wurde erfolgreich schwanger.
Am Freitag (Ssw. 7+5) wurde festgestellt, dass das Herz viel zu langsam schlägt (nur 62 bpm) und es auf Abort hinauslaufen wird.
Am Donnerstag (8+4) muss ich dann wieder zur Kontrolle.
Hat jemand Erfahrungen damit, wie lange es dauert, bis das Herz aufhört zu schlagen? Kann ich am Donnerstag damit rechnen, dass es vorbei ist? So traurig es ist, aber ich hoffe es, denn das Gefühl zu warten, dass der Embryo in meinem Bauch stirbt, ist unerträglich.

Ich hadere ausserdem damit, ob ich eine AS möchte oder einen natürlichen Abgang. Das Kind war am Freitag 9mm groß.
Ich hatte 2013 bereits 2 Ausschabungen, danach 2014 ein Kind geboren. Ich habe Angst, dass die Schleimhaut bei einer neuerlichen AS leidet. Andererseits habe ich auch Angst, dass es bis zu einem natürlichen Abgang zu lange dauert. Ich habe jetzt schon ein Problem mit dem Gedanken, mein totes Kind in mir herumzutragen...

Traurige Grüße,
me79


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 07.01.19 10:48 von me79.


  Re: Warten auf Herzstillstand beim Embryo
avatar  kleineWildblüte
Status:
schrieb am 07.01.2019 14:30
Liebe me79,

es macht traurig, deine Zeilen zu lesen traurig
Ich weiß leider nicht, wie lange es dauern kann, bis das kleine Herzlein nicht mehr schlägt, aber ich wünsche euch, dass ihr am Donnerstag 'erlöst' seid.

Ich möchte dir gerne etwas über den natürlichen Abgang erzählen, weil ich diesen leider selber bereits 7mal durchlebt habe. Und einmal hatte ich eine AS.

Bei meinen Fehlgeburten habe ich mich immer wieder für einen natürlichen Abgang entschieden, weil ich genau wie du Angst hatte, dass dabei meine Schleimhaut verletzt wird und ich somit keine Kinder bekommen könnte.

Das 'Problem' beim natürlichen Angang ist, dass der Körper ersteinmal verstehen muss, dass die Schwangerschaft nicht mehr intakt ist und von sich aus die Schwangerschaft beenden will, in dem eben Blutungen einsetzen. Dieser Vorgang des Verstehens kann unter Umständen einige Zeit dauern. Es gibt leider auch Fälle, wo der Körper trotz der FG an der Schwangerschaft festhält und die Fruchtblase stetig weiterwächst.

Wenn es dir schwer fällt, dass du mit deinem toten Kind herumläufst, dann kannst du deinen Arzt bitten dir Cytotec zu geben. Die Tablette sorgt dafür, dass sich die Schleimhaut löst und vom Körper abgestoßen wird.
Die meisten Frauen schaffen ohne Probleme einen natürlichen Abgang bis zur 12.ssw. Solltest du aber merken, dass dein Körper es nicht schafft, dann kann man immer noch eine AS veranlassen.

Ich empfehle dir, dass du es zumindest probierst. Denn solange du nicht 100 Pro hinter der Ausschabung stehst, wirst du dir in Zukunft immer wieder Vorwürfe machen, wenn es denn erneut zu solch einem Schicksalsschlag kommt.

Fühl dich gedrückt!


Liebe Grüße,
Wildblüte


  Re: Warten auf Herzstillstand beim Embryo
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  me79
schrieb am 07.01.2019 17:11
Hallo Wildblüte,

Danke für deine Antwort.
Es tut mir sehr leid, dass du schon so viele Fehlgeburten erleiden musstest...

Ich glaube, es ist schon vorbei. Heute hatte ich eine kurze dunkle Blutung. Es war zwar nur ein Schwall, aber ich denke, das war das Zeichen, dass mein Kleines zu den Sternen gezogen ist.
Darf ich fragen (aber bitte nur antworten wenn es ok ist), wie stark die Blutungen und Schmerzen bei einem natürlichen Abgang sind? Ich bin vormittags arbeiten und nachmittags habe ich meine 4-jährige Tochter bei mir. Wenn es los geht, würde ich mich natürlich krank schreiben lassen, aber ich habe Angst, das ganze im Beisein meiner Tochter durchzustehen. Ich will sie ja nicht verstören.. Ist sowas machbar?

danke, me79


  Re: Warten auf Herzstillstand beim Embryo
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  Maya84
Status:
schrieb am 08.01.2019 19:16
Ich hatte letztes Jahr einen natürlichen Abgang in der 9.ssw und ich hatte nur mensschmerzen, keine Wehen oder so. Bei mir fing es mit leichten Blutungen an, die 3 Tage dauerten. Am 4. und 5. Tag hatte ich sehr starke Blutungen mit sehr viel Gewebe. Insgesamt hatte ich fast 3 Wochen Blutungen.
Ich würde jederzeit wieder diesen Weg gehen. Ich bin einfach besser damit klar gekommen, da mein Körper es so gewollt hat.


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  Re: Warten auf Herzstillstand beim Embryo
avatar  kleineWildblüte
Status:
schrieb am 08.01.2019 22:01
Bei mir war es so, dass die Abgänge sich wie eine stärkere Periode angefühlt haben.
Waren auch vielleicht ein zwei Tage länger als meine gewöhnliche Periode.
Das Schmerzempfinden ist ja bei jedem anders, aber ich hatte nicht sonderlich mehr schmerzen als bei der normalen Periode.
Es war echt machbar und auch mir haben die Ärzte davor gewarnt, dass man zu viel Blut verlieren würde usw. Vor allem beim ersten Abgang hatte ich große Angst, dass ich "verblute" oder umkippe. Tatsache war, dass es wirklich halb so schlimm war und ich war echt stolz auf mich, dass ich es auf natürlichem Wege geschafft hatte. So konnte ich persönlich besser mit der Fg abschließen.
Hab keine Angst! Die Frucht ist ja Gott sei dank noch nicht so groß bei dir und dein Körper wird es hoffentlich schaffen!
Ich hab mir extra starke Binden gekauft und hab mich viel geschont.

Ich drücke die Daumen, dass es bei dir auch sehr schnell vorüber ist und du keine Probleme bekommst.

Lg, Wildblüte


  Re: Warten auf Herzstillstand beim Embryo
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  me79
schrieb am 09.01.2019 17:45
Gestern ging die natürliche Fehlgeburt von alleine los. Leider ging es nicht so komplikationslos.
Ich hatte Wehen und heftigste Blutungen und riesige Gewebeabgänge. Ich sass drei Stunden nonstop auf der Toilette weil es nur so ronn. Danach wurde es besser und ich legte mich auf die Couch.
Plötzlich bekam ich irsinnige Wehen, allerdings ohne Pausen und ich sass wieder 2 Stunden auf der Toilette mit extremen Blutungen. Dann machte mein Kreislauf schlapp. Mein Mann brachte mich ins Krankenhaus.
Die Gebärmutter war schon fast leer, der Fruchtsack steckte jedoch im Gebärmutterhals fest. Der Arzt versuchte, ihn zu fassen zu bekommen, was sehr schmerzhaft war und nicht gelang. Dann bekam ich über die Nacht insgesamt 4 Cyprostol Tabletten in der Hoffnung, dass es abgeht. Die Nacht war geprägt von Schüttelfrost, Fieber, Erbrechen und Durchfall. Es kam noch mal viel Gewebe. Der Ultraschall heute früh zeigte, dass noch immer ein Teil des Mutterkuchens im Gebärmutterhals steckte. Da ich immer noch stark blutete und meine Werte schon sehr schlecht waren, würde ich dann operiert.
Jetzt liege ich hier und bekomme Eiseninfusionen.

Traurige Grüße


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 10.01.19 10:50 von me79.


  Re: Warten auf Herzstillstand beim Embryo
avatar  kleineWildblüte
Status:
schrieb am 10.01.2019 11:19
Liebe me79,

ich bin echt sprachlos und entsetzt, dass es bei dir so einen Verlauf genommen hat. Gott sei dank war dein Mann bei dir und konnte dich ins Krankenhaus begleiten.
Es tut mir echt wahnsinnig leid, dass du solch einen Ausgang hattest streichel
Ich hoffe, dass es dir mittlerweile besser geht und du dich gut aufgehoben fühlst im Krankenhaus.

Ich wünsche dir gute Besserung und vor allem, dass du solche Tage und solch eine Situation nie, nie wieder erleben musst!
Fühl dich unbekannterweise gedrückt!

Liebe Grüße,
Wildblüte


  Re: Warten auf Herzstillstand beim Embryo
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  me79
schrieb am 10.01.2019 17:28
Ja, ich bin wohl das Beispiel, von dem die Ärzte warnen.
Ja, mein Mann war zum Glück da. Als es losging kam sofort meine Mama, um meine Tochter abzulenken und nahm sie dann mit zu sich, als mein Mann kam.
Im Krankenhaus waren alle sehr nett und respektvoll gegenüber meinem Wunsch nach einem natürlichen Abgang. Leider ging es nicht und erst als das klar war und es zu riskant wurde, bestand man auf die OP. Das war für mich auch in Ordnung denn es stand ausser Frage, dass es noch so klappen könnte. Der Mutterkuchen hing scheinbar sehr gut in der Kaiserschnittnarbe.
Ich bin froh, dass ich es hinter mir habe und hoffe auch, dass sowas nicht mehr passiert.
Danke für die lieben Worte.

Me79




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