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  Selbsthass nach Fehlgeburt
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  Manders
schrieb am 17.06.2017 01:41
Liebes Forum,

ich bin 28 Jahre alt und hatte vor 2 Wochen eine Fehlgeburt in der 8.SSW.
Die Schwangerschaft war nicht geplant, dennoch wäre die kleine Laus sehr willkommen gewesen.
In der 7.Woche hatte ich das erste mal leicht rosa Schleim am Klopapier und seitdem große Angst das Kind zu verlieren. Leider wurde es in der darauf folgenden Woche immer häufiger und dann auch stärker. Erst bräunliche Schmierblutungen, dann richtiges Blut.

Der Embryo ist auf natürlichem Wege abgegangen. Zum Glück hatte ich tolle Unterstützung von meinem Freund und seiner Familie. Seine Mutter ist Hebamme und hat mir toll geholfen. Trotzdem war es sehr schmerzhaft und mir geht es auch jetzt noch nicht wirklich gut.

Es war meine erste Schwangerschaft. Ich bin noch Studentin und wohne in einer WG. Hab kein festes Einkommen. Mein Freund ebenso.
Das alles hat mich ziemlich gestresst. Aber trotzdem hab ich mir das Kleine sehr gewünscht.

Ich bin mir ganz sicher, dass ich schuld daran bin.
Weil ich zu gestresst war. Weil ich ständig Bauchschmerzen hatte. Weil ich zu viel Angst habe. Immer.
Wegen meines Hashimoto Syndroms.
Wegen meines Körpers, der so falsch und nutzlos ist.
Weil ich zu wenig Frau bin.

Ich bin mir sicher, dass es nie klappen wird.
Weil mein Kopf krank ist und mein Körper nutzlos.
Ich habe jetzt schon solche Angst vor dem nächsten mal.
Vor der naiven Freude meines Freundes. Der nicht weiß, das wir nie Kinder haben werden. Weil ich keine Mutter sein soll. Das wusste ich schon immer.

Ich weiß, das klingt total psycho. Wahrscheinlich ist es das auch.
Kennt jemand diese Ängste und diesen Selbsthass?


  Re: Selbsthass nach Fehlgeburt
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  babylucy
schrieb am 17.06.2017 10:28
Liebe Manders,
auch ich hatte eine Fehlgeburt bei 20+3 am 5.6.2017.
Am Anfang habe ich so geweint und mich immer wieder gefragt warum wir, warum unsere Zwillinge. Zwei Tage später erfuhr ich vom Frauenarzt, dass es nach fetofetalem Transfusionssyndrom ausschaut. Ich habe gegoogelt und tatsächlich kommt es hin. Es gibt 4 Stadien. Dann guckte ich was die Symptome sind. Ich hatte drei von diesen Symptomen und ich hatte es auch Anfang der Schwangerschaft gelesen gehabt. Jetzt mach ich mir Vorwürfe. Warum hast du auf dies nicht bestanden und warum hast du nicht gesagt dass diese Symptome ja auf dieses ffts hindeuten. So wären meine Zwillinge noch am leben. Stattdessen habe ich es immer als normal empfunden. Ich bekam schließlich Zwillinge. Es gab ja sonst keine Anzeichen die für das ffts hin gedeutet haben so wie zum Beispiel zu viel fruchtwasser bei dem einen Kind und bei dem anderen zu wenig fruchtwasser oder halt dieser extreme grösenunterschied das War alles nie so gewesen. Die fruchtblase ist geplatzt. und die beiden kamen still zur Welt. Es waren zwei Mädchen die ich mir so sehr gewünscht habe weil ich schon zwei jungs habe. Stattdessen musste ich meine beiden Mädchen zu den Sternen ziehen lassen und am Donnerstag wurden die zu ihrem sternenplatz getragen.


  Re: Selbsthass nach Fehlgeburt
avatar  Krabbenmama
schrieb am 17.06.2017 13:22
Manchmal kann man den Grund nicht finden und trotzdem heißt das nicht, dass die Mutter (oder irgendjemand anderes) Schuld ist. Die meisten FG passieren aufgrund von Chromosomenfehlern, für die niemand etwas kann und die einfach spontan auftreten. Deshalb gibt es auch so wahnsinnig viele Frauen, die mindestens eine FG in ihrem Leben hatten.

Eine Hashimoto muss man natürlich vor einer geplanten Schwangerschaft gut einstellen lassen und in der Schwangerschaft müssen die SD-Werte dann sehr engmaschig überwacht werden. Wenn du das aber nicht gewusst hast und aufgrund der Überraschungsschwangerschaft natürlich im Vorfeld nicht auf ideale Werte geachtet hast, ist es trotzdem nicht deine Schuld. Es ist ein Unglück, ein ganz großes und schmerzhaftes, keine Frage! Aber eine Schuldfrage ist es in aller Regel nicht knuddel


  Re: Selbsthass nach Fehlgeburt
avatar  Juna30
Status:
schrieb am 18.06.2017 02:47
Wenn man mal Paare interviewen würde, die hier bis zum Ende den Kinderwunschweg gegangen und doch in letzter Konsequenz ungewollt kinderlos geblieben sind, glaube ich nicht, dass davon viele sagen würden "Ich habe es schon immer gewusst."


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  Re: Selbsthass nach Fehlgeburt
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  sonneblume1982
Status:
schrieb am 03.07.2017 20:23
Du bist natürlich nicht schuld außer Du hast literweise Wodka in Dich reingekippt, obwohl Du wusstest, dass Du schwanger bist.
Die Hashimoto kann natürlich schuld sein, aber es nützt ja nichts, denn die wirst Du niemals mehr los. Das Einzige, was Du tun kannst, ist, die SD-Werte stabil zu halten. Such Dir einen guten Arzt, am besten einen Endokrinologen, der Dich engmaschig überwacht.




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