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  Erfahrungen mit Cytotec?
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  Beccipliep
Status:
schrieb am 10.03.2017 16:44
Hallo Ihr Lieben,

leider muss ich mich auch mal wieder in dieses Forum gesellen... traurig
Manchmal weiß ich gar nicht, wieviel Kraft ich noch in den Kinderwunsch stecken kann... Können wir noch auf ein Erdengeschwisterchen hoffen? Oder macht das alles keinen Sinn?

Nachdem ich schon 3x ausgeschabt worden bin, möchte ich das diesmal gerne vermeiden. Leider rät mir jeder Gynäkologe, den ich hier frage, davon ab. Dabei lese ich immer wieder sehr positive Erfahrungen damit.

Was meint ihr, ist es einen Versuch wert? Wer musste nach Zytotec noch ausgeschabt werden?
Wie weit wart ihr?

Bei 8+5 ist die fehlende Herzaktion festgestellt worden. Ich habe eine Zwillingsanlage, wobei die eine Fruchthöhle leer ist...

Traurige Grüße,
Beccipliep


  Re: Erfahrungen mit Cytotec?
avatar  Juna30
Status:
schrieb am 10.03.2017 20:05
Hallo Becci,
es tut mir sehr leid, dass du das jetzt erleben musst.

Ich kann dir nur von der aktuellen Erfahrung meiner Schwester berichten und was meine Freundin, die Hebamme in einer Klinik ist, dazu sagte, als ich sie ausführlich dazu interviewte.

Meine Schwester hatte 5+ und 6+ jeweils eine etwas kleinere FH, als errechnet. 7+ eine normal große aber leere FH. 8+ sah man rudimentäre Donnersackanlagen, 8+6 einen Miniembryo ohne Herzaktivität und möglicherweise eine weitere Embryostruktur, was aber nicht ganz eindeutig war. 9+1 wurde ausgeschabt nach Cytotecgabe. Der HCG-Wert war zuletzt normal hoch, keine Anzeichen für natürlichen Abgang.
Meine Schwester wünschte sich eine Einleitung mit Cytotec, was ihr in 3 Kliniken in ihrem Bundesland verwehrt wurde. In der Klinik meiner Freundin machen sie es regelmäßig mit Cytotec und halten das Medikament trotz Off-Label-Use für sicher.

Wichtig in der Aufklärung ist zu sagen, dass zwischen ein paar Stunden bis zu einer Woche Einleitungsversuche mit Cytotec alles möglich ist. Kommt es nach dem Schema 3 Tage Cytotec, 1 Tag Pause, 3 Tage Cytotec, 1 Tag Pause in der Klinik meiner Freundin nicht zum Abbruch, folgt unweigerlich eine AS. Abgebrochen wird die Behandlung dazwischen nur auf Wunsch am Pausentag.

Nebenwirkungen können ausbleiben oder mit Kreislaufproblemen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Krämpfen,... recht vielfältig sein. Hierfür gibt es Kliniken, die eine stationäre Aufnahme empfehlen, andere tun es nicht, weil die Kosten nicht über die KK gedeckt sind.

Bei meiner Schwester war es nun so, dass sie 3 Stunden vor der OP das Cytotec bekam und noch vor der AS die FG hatte. Das fand ich ziemlich gemein, weil die Klinik ja im Vorfeld behauptete, Cytotec sei "so spät" in der Schwangerschaft gänzlich ungeeignet und um den MuMu für die OP weich zu machen hätte auch ein Gel kurz vor der OP gelegt werden können. Die AS fand dann trotzdem noch statt.

Alles Gute dir,
Juna


  Re: Erfahrungen mit Cytotec?
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  Zimtstern 72
Status:
schrieb am 12.03.2017 14:16
Becci, mir tut leid, dass das jetzt doch so ausgegangen ist.

ich frage mich gerade, was gegen abwarten spricht. Wenn du nicht sehr schnell in die nächste Runde starten willst, kannst du dir dann auch leisten ggf. 4-6 Wochen auf den Abgang zu warten und dann notfals nochmal die AS in Angriff zu nehmen. Eigentlich ist die 8. Woche noch so früh, dass esso klappen könnte, wenn dud einem Körper die Zeit gibst. Alles Gute und viel Kraft für deine Entscheidung!


  Re: Erfahrungen mit Cytotec?
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  gelöschter User
schrieb am 12.03.2017 16:05
Die Erfolgsquote ist sehr hoch - sie liegt bei über 90 % - besonders wenn schon Krämpfe oder Blutungen eingesetzt haben. Hier zwei Studien dazu:

[www.ncbi.nlm.nih.gov]

[www.ncbi.nlm.nih.gov]


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  Re: Erfahrungen mit Cytotec?
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  Beccipliep
Status:
schrieb am 12.03.2017 19:02
Hallo ihr Lieben,

danke für eure Antworten. Es hat sich ja schon ein bisschen abgezeichnet, dass etwas nicht stimmt. Aber als dann das Herzchen geschlagen hat, hatte ich doch wieder ein bisschen Hoffnung, dass es "nur" ein Bummler ist...

@Juna: danke für den detaillierten Bericht, vor allem das mit 3 Tage, dann Pause, hilft mir sehr. Schade, dass es in dem Bundesland deiner Schwester auch so schwer ist, Unterstützung bei diesem Vorgehen zu finden. :-/

@Zimtstern: ich möchte nicht warten, weil ich nicht glaube, dass sich so schnell etwas getan hätte, das HCG ist am Ende trotz bereits totem Embryo noch ziemlich angestiegen... Und die Erfolgsrate bei Warten ist nur ca. 50%. Das ist mir insgesamt zu langwierig und zu unsicher.

@stubbornstar: danke für die Studien! Ich hab gestern auch noch bei pubmed recherchiert, da gibt es wirklich einige Studien mit Erfolgsraten über 90%. Umso erstaunlicher, dass sich alle wehren.

Ich habe letztlich doch eine Klinik gefunden, die eine medikamentöse Austreibung ambulant unterstützt und habe gestern angefangen. Nachdem dann bis gestern Abend die Blutungen immer stärker wurden, war ich schon ganz optimistisch. Leider blute ich heute kaum mehr und so einen richtigen Embryo habe ich noch nicht verloren, zumindest nicht sicher. Einige größere Brocken kamen schon, aber nicht das, was alle als leberartiges Gewebe beschreiben. Mal sehen. Morgen hätte ich ersten Vorsorgetermin bei meiner FÄ gehabt, da gehe ich jetzt hin und lasse mich schallen. vielleicht kann man schon was sehen.
Zumindest die Schmerzen halten sich sehr in Grenzen, würde sagen, mensartig, gut mit Ibu in Griff zu kriegen.

Liebe Grüße,
Beccipliep


  Re: Erfahrungen mit Cytotec?
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  Merle_77
schrieb am 14.03.2017 09:18
Hallo Beccipliep,

habe deinen Post jetzt erst gesehen.

Ich hatte letzen Sommer eine MA (8./9. SSW). Ich wollte keine Ausschabung mehr (mein Asherman-Syndrom infolge Ausschabung nach 1. Fehlgeburt war zum Glück erfolgreich saniert worden, da wollte ich nichts riskieren). Daher wurde der Abgang mit Cytotec unterstützt. 4 Tabletten vaginal. Ca. 4 Stunden später hatte ich starke Menstruationsschmerzen, noch eine halbe Stunde später hatte ich sehr heftige Krämpfe und stand kurz vor'm Kreislaufkollaps. Eine weitere halbe Stunde später gingen größere Dinge ab (hab sie mir nicht so genau angesehen, da alles sehr schnell ging). Danach war ich noch für den Rest des Tages schlapp und hatte "normale" bis stärkere Menstruationsschmerzen. Laut erster Nachuntersuchung war alles raus. HCG fiel auch unter die Nachweisgrenze. Nach 3 Monaten Schmierblutungen stellte sich allerdings bei einer Gebärmutterspiegelung heraus, dass doch noch ein kleiner Rest zurück geblieben war. Trotzdem war dieser Weg für mich besser als eine Ausschabung. Vor allem wurde bei der OP gezielt unter Sicht der letzte kleine Rest entfernt, nachdem die Gebärmutter sich insgesamt schon wieder erholt und zurück gebildet hatte. Für meine Schleimhaut war das definitiv eine bessere Lösung als eine Ausschabung.

Ich wünsch dir alles Gute!

Merle


  Re: Erfahrungen mit Cytotec?
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  Beccipliep
Status:
schrieb am 16.03.2017 21:17
Hallo Merle,

vielen Dank auch noch mal für deinen Bericht.

Bei mir hat sich leider gar nichts mehr getan, hatte am ersten Abend mittelstarke Blutungen und seither immer nur leichte SB. War also heute doch zur Saugkürretage, "wir kratzen nicht, wir schaben nicht, wir saugen". Ich hoffe, damit ist trotzdem alles heile geblieben und wir können bald wieder durchstarten.

Liebe Grüße,
Beccipliep




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