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  Trauer Wut und Frustation nach missed Abort
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   Miaka
schrieb am 09.02.2017 13:03
Hallo,

ich bin neu hier und wollte mich mal vorstellen und zu gleich meine Geschichte erzählen.

Ich bin im Oktober nach dem 3. Übungszyklus Schwanger geworden. Die Freude war groß weil es der große Wunsch von meinem Mann und mir ist. Wir sind beide 29 und haben im Frühling letzten jahres geheiratet. Alles sollte nach dem Masterplan verlaufen.

Da ich im Labor im Schichtsystem arbeite riet mir meine Frauenärztin auch sofort dem Arbeitgeber zu informieren da meine Tätigkeit mit Blutproben risikorei ist.
Da ich aber ja von den gefährlichen ersten 12 Wochen gehört hatte und mir sorgen gemacht habe wenn ich es doch verliere und mich danach der Arbeitgeber kündigen könnte. Deswegen bin ich in der 5. SSW doch zu meinem Nachtdienst gegangen. Am ende der 1. Nacht habe ich auf einmal leichte Blutungen bekommen. Ich bin sofort zum Frauenarzt und der gab mir Magnesium und schrieb mich die Woche krank mit der Verordnung Bettruhe zu halten.

Es ging dann 2 tage gut bis ich wieder leichte Blutungen bekam, daraufhin bin ich wieder zum FA der mir daraufhin Progesteron vaginal verschrieben hatte. Im Ultraschall sah aber alles normal aus. Und so wurde ich woche für Woche immer weiter krankgeschrieben und durfte Bettruhe zum "brüten" halten. Mit Progesteron verschwanden die Blutungen und alles schien super zu laufen. jede woche sah man wie die Fruchthöhle wuchs und der dottersack war schon zu sehen.

Zeitgleich hat meine beste Freundin auch versucht schwanger zu werden aber dies klappte leider bis jetzt nicht bei ihr. Ich habe aus angst ihr von meiner schwangerschaft nicht erzählt.
Aber irgendwie hat sie es doch gemerkt und sprach mich direkt drauf an ob ich schwanger wäre. Ich konnte schlecht meine beste Freundin anlügen. Also erzählte ich ihr alles. Aber sie wurde aufeinmal so abweisend zu mir so als ob sie neidisch auf mich war, was mich schon verletzt hat. Sie hat kaum noch geantwortet. hatte mir nur zuvor erzählt das sie ihre eigene schwester beim Jugendamt melden wollte weil sie sich um ihr kind nicht richtig kümmert. (was ich nicht so nachvollziehen kann. dem kleinen geht es gut, klar könnten sie mir mit dem kleinen unternehmen. Ist nicht ideal den kleinen vor den fernsehr zu setzen oder alleine spielen zu lassen aber wenn es danach geht kann sie 50% der eltern in deutschland beim jugendamt melden) Die Sache mit der schwester zeigte mir wie sehr sie darunter litt nicht schwanger zu werden.

Bei SSW 8 bei dem Kontrollultraschall hatte ich extra meinen Mann mitgenommen weil man ja dann den Herzschlang sehen sollte. Voller Freude sind wir hin. die Ärztin schallte und schallte und schaute besorgt. Sie meinte noch "das Baby versteckt sich". Man fand kein baby oder herzschlang nichts. nur die wachsende fruchthöhle und den dottersack. Ich sollte zur kontrolle hcg messen lassen und nach 2 tagen wieder zur hcgkontrolle. Ich habe den ganzen Donnerstag damit verbracht meinen hcg-Wert zu erfahren. leider hatten sie im labor genau an dem tag probleme mit den Geräten. Kurz vor Feierabend rief mich dann meine Ärztin hat das der hcg wert nicht genug steigt, er hat sich nicht verdoppelt, es tue ihr leid und sie schrieb mir sofort eine überweisung fürs krankenhaus die ich am nächsten Morgen holen sollte und mich sofort beim krankenhaus melden sollte. Das war ein richtiger schock.

Ich habe direkt meiner besten Freundin geschrieben das ich wahrscheinlich eine fehlgeburt habe und ins krankenhaus muss. Sie ist aufeinmal so freudig und fragte mich sofort wann wir jetzt wieder was zusammen unternehmen wann ich zeit hätte mit ihr sushi essen zu gehen (wir beide sind großer sushi-fans) ich war echt geschockt das sie aufeinmal feuer und flamme ist und mit mir was unternehmen wollte was sie vorher vermieden hatte. Habe ihr gesagt das ich nicht weiß was im krankenhaus auf mich zu kommt und ich mich melden werde.

Als ich Freitag morgens meine überweisung in der Arztpraxis abholen wollte, musste ich nicht mal meinen namen sagen. Die Arzthelferin hat mich nicht aussprechen lassen und meinte nur "wir wissen schon bescheid" und gab mir einen Briefumschlag. So als ob es ein Tabu-Thema wäre. Im krankenhaus musste ich mich erstmal anmelden, mein mann nahm sich extra frei um bei mir sein zu können. Bei der Anmeldung lief aufeinmal im Radio unser Hochzeitslied wärend ich der frau von der Anmeldung erklären musste warum ich da bin. WIr beide mussten uns das weinen richtig verkneifen. Dann musste ich erstmal 2 stunden auf Station warten bis der Arzt zeit hatte mich zu untersuchen (der stand 2 stunden lang bei der sekretärin und quatschte) als wir ins Behandlungszimmer ankamen hat er sofort mir alle Papiere für die Ausschabung hingelegt und sollte unterschreiben und erklärte in der Zeit was alles schiefgehen kann. Ich war total überrumpelt und fragte ihn ob er nicht vorher nochmal sicher gehen will ob da nicht doch was lebendes in mir ist bevor man mich operiert. Dies hat er nach dem ganzen Papierkram zum glück auch gemacht und holte eine Assistenzärztin dazu die beide im ultraschall schauten und nebenbei noch über einen anderen patienten redeten wärend ich da lag und untersucht wurde. So als ob ich nichts menschliches wäre. Aber leider konnte man sehen das die Fruchthöhle kein stück gewachsen ist und der dottersack sich schon aufgelöst hatte. So war ich mir sicher ich würde nichts töten wenn ich mich operieren lasse. Ich wurde noch am selben tag Operiert, die op ging doch länger als erwartet weswegen mein mann sich schon sorgen machte. als ich aus dem op zurück war sah er nur wie blau meine hände waren und ich total kraftlos war.er war total geschockt und dachte es ist irgendwas schlimmes passiert (laut bericht war alles komplikationslos)

Als ich zur entlassung am abend auf die ärztin warten musste zum schlussgespräch mussten wir im flur warten wo sie uns ein frischgebackenes elternpärchen mit baby hingesetzt haben. Mich nervten die beiden extrem. wie kann man nur leuten zusammen setzen die gerade ihr kind verloren haben mit leuten die gerade glück ihres bekommen haben. naja ich ´habe versucht mich mit meiner eigenen krankenakte mich abzulenken. Als die ärztin endlich zeit hatte kam nur ein tschüss von ihr und gab paar zettel für die verhaltensregeln nach der op mit.

Endlich zuhause wolllte meine schwiegerfamilie zum "krankenbesuch" vorbeikommen. was für mich hieß unterschmerzen noch essen zu kochen für sie (wird so verlangt) habe meine eltern gebeten zu kommen um mir zu helfen weil ich vor schmerzen nicht lange stehen konnte. 2 tage nach der OP kam die ganze familie zu besuch und mein Schwiegermonster lies mich auf dem harten hocker sitzen wärend sie gemüdlich auf einem stuhl mit kissen saß. (erst gegen ende forderte sie meinen mann auf mir was gemüdliches anzubieten) als endlich alle weg waren und mich wieder hinlegen konnte meldete sich meine freundin ob ich jetzt zeit hätte mit sushi essen zu gehen (und sie wusste ja von der op und wie schlecht es mir ging). auf so eine frage habe ich gar nicht mehr geantwortet weil es so rüber kam das sie sich gefreut hat das ich nicht mehr schwanger bin.

Montag war ich wieder arbeiten (laut dem Oberarzt im krankenhaus ist man ja wieder sofort fit) ich hatte eine ganze woche lang noch schmerzen von der op und hatte aber auch wieder wochenenddienst also direkt mal 12 tage durcharbeiten. als ich bei der Kontrolluntersuchung nach der OP bei meiner FÄ war wollte sie mich weiter krankschreiben und fragte bis wann man mich im krankenhaus krankgeschrieben hatte. Sie war verwundert warum man mich nicht krankgeschrieben hatte. Habe ihr gesagt das ich schon 2 wochen durchgearbeitet habe und jetzt das wirklich unnötig wäre da die meisten schmerzen vorbei waren.

Naja laut ärztin sollten wir nach einem zyklus sofort weiter versuchen schwanger zu werden. aber bis jetzt klappt das nicht. hatte bis vor kurzem noch eine 4 cm große zyste die ich nach der fehlgeburt bekommen habe. Sie ist zum glück wieder weg und ich dachte mir jetzt erstmal auf ovulationsteste etc. zu verzichten weil dieser psychische druck schwanger zu werden ja eine schwangerschaft verhindern kann. aber dann habe ich im aktuellen zyklus 1 woche nach periode wieder blutungen und schmerzen bekommen. FÄ meint das ich vielleicht eine gelbkörperschwäche hätte (habe ihr erzählt mein zyklus ist 27-28 tage lang und ES war immer so am 18. ZT) Soll jetzt progesteron oral ab 12.ZT für 10 tage nehmen. was mich verwundert weil ich lese viele sollen erst nach eisprung progesteron nehmen. naja habe aber trotzdem brav auf die ärztin gehört und es genommen. Die nebenwirkungen waren nicht ohne kreislaufprobleme und übelkeit. jetzt bin ich 30. ZT und meine periode kommt immer noch nicht aber der sst war negativ. hatte auch trotz progesteron immer wieder leichte schmierblutungen bekommen (mal einen tag dann ein tag nicht mehr usw)

Ich drehe langsam echt durch jedesmal zum zyklus ende kriege ich depresssionen und muss weinen. da 2 cousinen von mir jetzt auch schwanger sind und jetzt ende april ihr baby bekommen, bin ich nur noch mehr frustriert. ich kann keine mütter sehen mit ihren baby glück in den arm nehmen. ich schaue extra weg weil es mir irgendwie weh tut sowas zu sehen. (klar es kann niemand für meine situation ich sage mir dann auch immer "wer weiß was diese mütter vorher durchgemacht haben") und mir fehlt meine beste freundin mit der ich über alles reden konnte. aber sie versteht mich nicht mehr und mir tut es immer noch weh das sie sich so freut das ich nicht mehr schwanger bin. habe den kontakt gedrosselt.

so jetzt hoffe ich, ich habe euch nicht zu sehr zugetextet.

Liebe Grüße

Miaka


  Re: Trauer Wut und Frustation nach missed Abort
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   Michaela redhead
Status:
schrieb am 10.02.2017 17:09
Liebe Miaka, man kann nie zuviel schreiben, lass alles raus, nur so kann man es irgendwann verarbeiten.
Deine Erzählung hat mich sehr berührt. Fast noch schlimmer als der schreckliche Verlust deines Sternchens finde ich die kalten und egoistischen Reaktionen deines Umfelds. Wer solche Freunde/Familie hat, braucht wohl keine Feinde mehr.
Ich habe teilweise ähnliche Erfahrungen gemacht. Auf die Nachricht, dass ich schwanger war, hat kaum jemand positiv reagiert. Eine Bekannte, zu der ich heute keinen Kontakt mehr habe, wollte mir sogar verbieten mich zu freuen, da sie aufgrund ihres Single-Daseins kein weiteres kind bekommen kann. Meine Chefin hat innerhalb einer Minute ca 50x das Wort mit “sch“ gesagt, etc
Dann war in der 10. Ssw alles vorbei, kein Herzschlag, Kind viel zu klein. Auch ich habe die Erfahrung machen müssen, dass man im Krankenhaus wie ein Stück behandelt wird, keine einfühlsamkeit, keine persönliche regung. Seitdem fühle ich mich wie in einem ständigen Albtraum, aus dem ich einfach nicht aufwachen kann. Die Trauer nimmt kein Ende. Auch mir tut der Anblick von schwangeren oder jungen Müttern weh.
Eigentlich sind die empfohlenen drei Monate Wartezeit bald um, da aber mein Zyklus seit der ausschabung total durcheinander ist, ist an einen Neustart wohl erst mal nicht zu denken.
Ich wünsche Dir viel kraft, fühle dich umarmt, Du bist nicht allein!
Liebe Grüße Michaela redhead


  Re: Trauer Wut und Frustation nach missed Abort
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   Merle_77
schrieb am 10.02.2017 18:39
Liebe Miaka,

ich kann verstehen, dass soviel Last dir grad zuviel wird!

Dass du nach der Ausschabung nicht krank geschrieben wurdest und deine (Schwieger-)Familie danach so wenig Rücksicht genommen hat, ist für mich nicht verständlich.

Genauso unverständlich ist der Rückzug deiner Freundin. Klar, man weiß nicht, was sie selbst aktuell beschäftigt. Aber wenn eine Freundin mir so etwas erzählt wie du, dann finde ich, man muss für sie da sein.

Dass du Progesteron schon ab 10. ZT nehmen sollst, finde ich tatsächlich auch sehr seltsam. Frag da lieber nochmal nach und hol ggf. eine Zweitmeinung ein! Vielleicht wäre es auch besser, dich in eine Kinderwunschpraxis überweisen zu lassen, denn die kennen sich mit Hormonen einfach besser aus.

Ich wünsch dir alles Gute!

Merle




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