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  FG und ELSSen - ziemlich lang...
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  Estherdb
schrieb am 21.05.2016 11:20
Hallo zusammen!

Ich würde gern mal meine Seele erleichtern. Es gibt niemanden, mit dem ich so richtig drüber sprechen kann und möchte. Und meinen Mann möchte ich auch nicht immerzu damit "bequatschen". Er ist doch auch so hilflos. Also wer das jetzt liest, dem danke ich schon mal!

Ich fange am Besten von vorne an:

Ich bin jetzt fast 40 Jahre (in ein paar Tagen), habe aus meiner ersten Ehe 2 tolle Kinder (12+15). Mit meinem jetztigen Mann bin ich seit fast sieben Jahren zusammen und knapp 2 Jahre verheiratet. Er hat noch keine eigenen Kinder.

Im Mai/Juni 2013 hat unser Weg angefangen. Ich wurde ungeplant schwanger. Habe mich aber schnell sehr gefreut. Mein Mann war glücklich. Leider mußte ich den Krümel bereits zwei Wochen nach positivem Test wieder gehen lassen.
Wir waren uns einig, es wieder zu versuchen.

Im Januar/Februar 2014 hatte ich trotz Blutungen einen positiven Test. Nach langem Hin und Her entpuppte sich diese Schwangerschaft als eine Eierstockschwangerschaft. Durch eine Pseudofruchthöhle wurde diese erst erkannt, als ich mit fast zwei Liter Blut im Bauch mit dem RTW ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Es folgte ein großer Bauchschnitt. Der Eierstock blieb mir zum Glück erhalten. Das war alles sehr traumatisch sowohl für meinen Mann als auch für mich. Ich denke von da an wurde alles weitere eine seelische Qual. Ich hatte ein Stück Vertrauen in meinen Körper verloren. Mein Mann einfach nur noch Angst um mich. Angst mich zu verlieren.
Wir haben erstmal pausiert für 3 Monate. Bis Ende des Jahres 2014 wurde ich dann nicht wieder schwanger.

Im Januar 2015 hatten wir dann einen ersten Termin in einer Kinderwunschklinik. Aufgrund meines Alters hielt ich das für angebracht. Ich war da bereits 38.

Im April 2015 sollte eine Bauch- und Gebärmutterspiegelung mit Eileiterdurchlässigkeitsprüfung gemacht werden. Vorher waren wir eine Woche im Urlaub. Meine Periode setzte ca. 3 Tage verspätet ein. Der Termin zur OP stand und wurde wie geplant durchgeführt. Ergebnis: links sofort durchlässig, rechts nach mehrmaligem Spülen. Gebärmutter in Ordnung. Ansonsten viele Verwachsungen.
Als 5 Tage nach der OP die Blutungen nicht weniger sondern mehr wurden, hatte ich ein ganz komisches Gefühl. Der Test den ich machte, war sofort positiv. Ich bin also schwanger zur OP. Ergebnis dieser Schwangerschaft: 12 Tage KH-Aufenthalt, dann OP zur Entfernung einer Eileiterschwangerschaft rechts. Der Eileiter konnte nicht erhalten werden.

Danach brauchte ich eine Pause. Die habe ich mir bis August 2015 auch genommen. Im September dann die erste ICSI. Es war wie ein Durchmarsch. Alles klappte wie am Schnürchen. Bluttest an PU+17 ergab "Positiv". Wir waren total happy und sicher, dass diesmal alles gut gehen würde. An 6+0 sollte ich zum Ultraschall in die KiWu. An 5+6 bin ich auf Arbeit zusammen gebrochen. Mit RTW ins Krankenhaus. Blut bereits im Bauchraum. Ich konnte nur kurz noch meinen Mann anrufen, dass es wieder vorbei ist. Dann ging es direkt in den OP. Bis zum nächsten Tag abends konnte mir keiner sagen, was denn nun gemacht wurde. Ich lag 50 km von meinem zuhause allein und völlig aufgelöst im Krankenhaus.
Schlußendlich hatte sich der Krümel im Rest des rechten Eileiters eingenistet. Tubenwinkelschwangerschaft rupturiert.
Dieser Schlag saß. Wir waren beide am Ende. 4 x schwanger - 4 x kein Baby und 3 x davon Op. Wir haben überlegt aufzugeben uns dann aber entschlossen, die beiden letzten bezahlten ICSIs noch zu nutzen. Ich wollte alles versucht haben und nicht später sagen: hätten wir doch....

Im Januar d. J. folgte die 2. ICSI. Es lief wieder alles sehr gut bis zum Transfer. 40 Minuten versuchten 3 Ärzte den Katheter durch den Gebärmutterhals zu bekommen. Keine Chance. Am nächsten Tag unter Vollnarkose der nächste Versuch. Auch da kein Erfolg. Meine Ärzte meinten, dass hätten sie noch nie gehabt.
Also einige Wochen später Muttermundweiten unter Vollnarkose in einer Tagesklinik.
Die vitrifizierten Blastos wurden dann im Spontanzyklus eingesetzt. Leider Negativ.

Nun im April die letzte ICSI. Die Stimu lief sehr schleppend. 14 Tage. Aber dann sah es im Ultraschall und den Blutwerten super aus. Erwartet wurden 10 Eizellen. Tatsächlich waren es dann 3. Ende vom Lied war eine Nullbefruchtung.

Jetzt stehe ich aprupt vor dem Ende meines KiWu-Weges und versuche krampfhaft abzuschließen. Wir hatten uns als Ende meinen 40. Geburtstag gesetzt. Einfach um mal wieder los zu lassen. Auch mal wieder ohne Druck Sex zu haben, zu leben ohne eine evtl. Schwangerschaft mit einzuplanen. Aber so einfach ist das nicht. Ich könnte spontan losheulen. Die erste FG habe ich noch gut weg gesteckt. Als kann passieren abgetan. Aber die anderen 3 ektopen Schwangerschaften... wie kann ich das weg stecken? Ich habe das Gefühl, als würde ich bestraft, als würde ich einfach nicht einsehen wollen, dass ich kein Baby mehr verdient habe. Ich kann es einfach nicht fassen, dass es zu Ende sein soll.

Klar kann man sagen, einen Eileiter hast du ja noch. Es geht auch mit 40 noch. Aber ich kann einfach nicht vertrauen, dass der Krümel dann zufällig den Weg in die Gebärmutter findet und sich richtig einnistet. Das Risiko einer erneuten ektopen Schwangerschaft ist enorm hoch. Und kann ich eine weitere Enttäuschung verkraften? Wird es einfacher sein, wenn das schwanger werden einfach tatsächlich nicht mehr möglich ist?
Ich vermisse meine Krümel. Ich fühle mich seelisch und körperlich zerstört. Denn auch körperlich sind diese vielen OPs und Narkosen nicht spurlos an mir vorbei gegangen. Von meiner Gewichtszunahme in den letzten 3 Jahren ganz zu schweigen.

Jetzt habe ich mich entschlossen, zu versuchen eine Kur zu bekommen. Vielleicht hilft mir das beim Heilen.

Wer bis hierhin durchgehalten hat, dem danke ich sehr. Vielleicht findet sich jemand mit ähnlichen Erfahrungen und kann mir Tipps oder nette Worte da lassen.

Danke.


  Re: FG und ELSSen - ziemlich lang...
avatar  Mia009
schrieb am 21.05.2016 20:53
Hallo,
Erstmal tut es mir total Leid, du musstest ja ganz schön viel ertragen traurig konnte man dir erklären, wieso der Embryo immer wieder an dem re. Eileiterrest (hab ich das richtig verstanden?!) hängen bleibt bzw. immer dorthin wandert?
Elss sind schlimm, ich empfand sie schlimmer als die anderen Fehlgeburten, soweit man dies Werten möchte. Bis zur Diagnose hat man schon den reinsten Horror erlebt und ich empfand es als würde mein Körper mich verarschen wollen, wie du sagst das Vertrauen war weg und viell. vertraut man auch nie wieder 100%. ABER ich hab versucht positiv zu denken, obwohl oder gerade weil es mich soooo sehr verletzt hat. Lass nicht zu dass es dich kaputt macht, das ist ganzzz wichtig!!
Ich will dir einfach nur sagen, du bist nicht allein, ich kann dich sehr gut verstehen!

Mia


  Re: FG und ELSSen - ziemlich lang...
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  Estherdb
schrieb am 22.05.2016 12:41
Hallo Mia!

Vielen Dank für deine lieben Worte. Das tut sehr gut. Es tut mir leid, dass du auch so was blödes, schmerzhaftes erleben musstest.

Ja, ich fand die ektopen Schwangerschaften auch viel schlimmer, als die Fehlgeburt. Diese belastet mich auch bei weitem nicht so.

Mir konnte keiner genau erklären, warum sich die Krümel nicht richtig einnisten. Eine Erklärung waren die Kaiserschnitte bei meinen beiden großen Kindern. Durch Verwachsungen kann es sein, dass in meinem Bauch alles nicht mehr so beweglich ist, wie es sein sollte.

Was mich eben auch so belastet ist, dass ich eigentlich jedesmal "Nischenprodukte" mit genommen habe. Eine Schwangerschaft auf einem Eierstock ist noch seltener als im Eileiter. Die Eileiterschwangerschaft wurde wiederum erst nach einer Eileiterspülung festgestellt. Die Ärzte im Krankenhaus waren erst der Meinung, dass man bei der Bauchspiegelung eine evtl. Schwangerschaft doch gesehen hätte. Deshalb sind sie erst von einer Fehlgeburt ausgegangen. Und ehrlich, ich wußte, dass es nicht gut ausgeht. Hatte aber gehofft, dass es wenigstens "nur" eine Fehlgeburt ist. Aber leider ist das vermeintlich nicht Mögliche eingetreten. Bei der OP blieb der Rest des Eileiters, der Tubenwinkel, stehen. Und nach der ersten ICSI mit Blastos hat sich einer davon nun genau dort eingenistet.

Ich möchte es eigentlich weiter spontan versuchen, aber die Angst vor einer erneuten Enttäuschung und Op ist echt riesig. Was kommt wohl als nächstes?

Vielen Dank nochmal für deine Anteilnahme. Ich wünsche dir auch alles Gute!

Esther


  Re: FG und ELSSen - ziemlich lang...
avatar  Mia009
schrieb am 22.05.2016 18:17
Ich versteh dich sehr sehr gut. Ich hatte alle Fehlgeburtsarten die man haben kann und auch ich hab von den Ärzten gehört, dass es sehr sehr unwarscheinlich ist, dass eine Frau alle durchlebt. Ich bin sehr sauer Das is dann schon ein merkwürdiges Gefühl und man fragt sich, was im eigenen Körper falsch läuft. Manchmal beschlich mich das Gefühl, dass mein Körper zu blöd ist zum schwanger bleiben und ich hab mich auch gefragt, was als nächstes kommen wird und ganz ehrlich ich frags mich an schlechten Tagen immer noch. Diese ganzen Tragödien gehören leider zu unserem Leben, sie werden nie wieder verschwinden, egal wie sehr wir uns dagegen drücken und versuchen sie zu verdrängen. Das Leben ist nicht immer fair und es ist nicht fair, dass wir das alles erleben müssen aber es ist auch nicht fair, dass ich eine glückliche Ehe führe, liebe Freunde und Familie habe. Es gibt sooo viele Menschen denen geht es 100 Mal schlimmer und ich weiss das ist ein verdammt miesser Trost, wenn man im Krankenhaus liegt und wiedermal einen Traum begraben muss aber viell. Hilft er einen ein bisschen aus dem Selbstmitleid heraus.
Ich habe auch wahnsinnige Angst vor unserem nächsten Versuch, wirklich wahnsinnige! An manchen Tagen lähmt es mich geradezu nicht zu wissen was passiert diesesmal?! Ich habe Angst aber weisst du, viell. Ist die Angst vor der Angst schlimmer als das was passieren könnte?! Der Kopf malt sich immer den größten Horror aus, was ja nicht sonderlich schwer ist in unserer Situation, denn den Horror kennt man nun ganz genau. Ich für meinen Teil, kann nicht aufgeben, auch wenn die Angst oft überdimensional über mir schwebt. Ich tröste mich mit dem banalen Gedanken, dass mir geholfen wird, sollte etwas schief gehen und ich hoffe eben weiter

Goethe sagte: Wir hoffen immer, und in allen Dingen/ Ist besser hoffen als verzweifeln.

Sei lieb Gegrüßt

MiaBlume


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  Re: FG und ELSSen - ziemlich lang...
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  gelöschter User
schrieb am 22.05.2016 22:06
Zitat
Estherdb
Und nach der ersten ICSI mit Blastos hat sich einer davon nun genau dort eingenistet.

Ich möchte es eigentlich weiter spontan versuchen, aber die Angst vor einer erneuten Enttäuschung und Op ist echt riesig. Was kommt wohl als nächstes?

Wenn Ihr schon eine ICSI gemacht habt, wäre es dann nicht eien Option, die Eileiter komplett entfernen zu lassen und auf die ICSI zu setzen? Du hast ja anscheinend mit dem schwanger werden wenig Probleme, so dass eine ICSI Dir womöglich eine gesunde Schwangerschaft bringen kann, ohne dass der Embryo sich in den Eileiter verzieht. Mir wären natürliche Versuche bei der Vorgeschichte zu riskant, gerade, wenn Du bereits ein Kind hast, welches seine Mutter braucht. Eine Tubenruption kann ja auch schrecklich enden.

Alles Gute!


  Re: FG und ELSSen - ziemlich lang...
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  Estherdb
schrieb am 23.05.2016 13:09
@Mia
Das kenne ich auch. Ich habe mich mehr als einmal bei meinem Mann entschuldigt, weil ich zu blöd bin richtig schwanger zu werden. Ist natürlich Blödsinn. Aber so habe ich teilweise echt gefühlt. Und auch jetzt denke ich noch hin und wieder, dass es meine Schuld ist.

Ich habe ehrlich gesagt auch keine Angst davor, was wieder passieren kann. Ich habe Angst, eine neue Enttäuschung zu erleben und sie diesmal nicht mehr zu verkraften. Die Angst vor der Hoffnung, die wieder in Verzweiflung endet.

Der Spruch von Goethe ist gut. Ich werde nicht verzweifeln. Es geht immer weiter. An manchen Tagen leichter, an anderen schwerer.

Ich habe bisher übrigens noch niemanden getroffen, der auch sozusagen Sonderformen bei den Fehlgeburten erlebt hatte. Wir sind scheinbar wirklich was besonderes. Ich bin konfus

Auch für dich alles Liebe und ein Happy End.

winkewinke


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 23.05.16 21:33 von Estherdb.


  Re: FG und ELSSen - ziemlich lang...
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  Estherdb
schrieb am 23.05.2016 13:20
Wir haben unsere drei bezahlten ICSI schon durch. Aufgrund meines Alters und zuvoriger spontaner Eileiterschwangerschaft, blieben uns nur 10 Monate. Das war sehr stressig.

Für mich sind weitere ICSI keine Option. Wir hatten uns als Paar diese drei ICSI gegeben. Danach hatten wir ausgemacht, dass wir das Thema abschließen.
Wir wollen nicht verhüten, aber auch keine KiWu Behandlung mehr.
Außerdem, war rechts ja der Eileiter schon weg. Trotzdem hat sich der Krümel die letzte verbliebene Ecke gesucht.

Ich habe auch keine Angst vor einer neuen Eileiterschwangerschaft. Aufgrund meiner Vorgeschichte habe ich und meine Ärzte ohnehin ein Auge da drauf. Angst habe ich davor, wieder eine Enttäuschung zu erleben und diese dann nicht mehr zu verkraften.

Nächste Woche habe ich einen letzten Termin in meiner KiWu. Mal sehen, wie wir entscheiden.

Lieber Gruß winkewinke


  Re: FG und ELSSen - ziemlich lang...
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  brinachen85
schrieb am 16.06.2016 19:55
Hallöchen, es tut mir sehr sehr leid, was du durchmachen musstest !!! Ich habe 6 "normale " Fehlgeburten gehabt ( Schwangerschaften sind alle auf natürlichem Wege entstanden). Bin nach zig Untersuchungen ganz gut eingestellt . haben eine aktive Immunisierung hinter uns, meine Schilddrüse ist zur Hälfte raus und jetzt optimal eingestellt, mein Mann hat einen Chromosomenfehler,aber auch 3 gesunde Kinder aus erster Ehe... wir wissen auch nicht genau, was da passiert ,warum es nicht klappt.. es entwickelt sich bei uns nie wirklich ein Embryo ... wir müssen uns nun langsam auch überlegen was wir machen in der Zukunft .. ich hoffe für euch, dass ihr bald zu einer Entscheidung und damit ein wenig zur Ruhe kommt .... es wird wehtun diesen Wunsch aufzugeben, wenn dies der Weg ist, aber ihr habt euch und das ist das wichtigste ! Mia hat dies wunderbar ausgedrückt!! LG Sabrina




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