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  Krankschreibung nach Todgeburt
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  Emmipemmi
schrieb am 07.11.2011 20:29
Hallo!
Ich habe vor kurzen meine zwillinge verloren(14SSW)!Musste sie normal zu Welt bringen und hatte danach eine AS!Bin jetzt 4Wochen krank geschrieben und suche ärztliche Hilfe auf!habe schlechtes Gewissen gegenüber Kolleginnen,aber ich kann einfach nicht arbeiten!Hatte das jemand von euch?Und wenn ja fühlt man sich irgendwann wieder wie man selbst?
Danke


  Re: Krankschreibung nach Todgeburt
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  suseundjean
Status:
schrieb am 08.11.2011 15:12
Hallo,

ich habe vor gut drei Wochen meinen Sohn in der 17. SSW verloren. Ich habe ihn auch nach Weheneinleitung geboren, hatte danach eine AS und durfte am nächsten Tag wieder nach Hause. Ich war von Donnerstag bis Freitag Mittag im Krankenhaus.

Jeder Mensch ist da anders, aber ich schreibe dir mal wie es bei mir war und noch ist. Vielleicht hilft es dir ja?
Nach dem Wochenende bin ich wieder in die Uni und auf Arbeit. Ich habe viel im Internet/ Foren gelesen und mich viel mit meinem Mann unterhalten, viel geweint .. Das tue ich auch heute noch gelegentlich, aber es geht mir so weit wieder ganz gut. Ich habe mir auch ein Buch gekauft, das hat mir am meisten geholfen.
Ich habe mich mit dem Thema frontal auseinander gesetzt und wieder in die Arbeit gestürzt ... War manchmal richtig hart, aber ich denke so war es für mich am besten ...

Wir schauen in die Zukunft und hoffen auf ein neues Glück, wobei wir unseren Kleinen nie vergessen werden, oder gar ersetzen wollen!
Es wird nie wieder wie früher sein!

Ich wünsch dir alles alles Gute und hoffe das du schnell einen Weg findest wie du mit deinem Verlust und Schmerz umgehen kannst!


  Re: Krankschreibung nach Todgeburt
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  gelöschter User
schrieb am 09.11.2011 18:55
Liebe Emmipemmi,

es tut mir sehr leid für dich, dass auch du so etwas durch machen musst!!!
Und ich möchte dir vor ab sagen, dass du definitiv kein schlechtes Gewissen wegen der Arbeit haben brauchst. Jeder ist in der Hinsicht individuell und gerade in deiner Situation ist es nur berechtigt, wenn du 4 Wochen krank geschrieben bist !!!

Bei mir war die Ausgangssituation etwas anders und deswegen habe ich es auch anders gehandabt. Ich hatte an einem Wochenende Anfang der 9.SSW definitiv erfahren, dass ich eine Fehlgeburt habe. und am Montag morgen zur AS kommen soll. Da ich am Montag arbeiten musste und niemand von der Schwangerschaft wusste, rief ich an, gab einen anderen dringenden Grund vor, weswegen ich einen Tag frei brauche. Dass ich evtl krank geschrieben werden könnte, war mir zu dem Moment gar nicht bewusst. Am Montag abend kam ich wieder nach Hause und mir ging es physisch bestens. Keine körperlichen Schmerzen.

Ich bin am nächsten Tag früh bei Zeiten auf die Arbeit. 1. (das war der nichtige Grund) wusste ich nicht, welchen Grund ich angeben soll, um daheim bleiben zu können (Krankenhaus gab mir auch keine Krankschreibung) und 2. das war für mich das Wichtigste: Ich musste mich in die Arbeit stürzen. Und ich bin eine hervorragende Schauspielerin. Wenn ich es nicht will, sieht mir niemand an, dass ich traurig bin, dass es mir nicht gut geht. Ich hab mich unter meine Kollegen gemischt und war wie immer und das half mir zu Beginn. Abends wurde dann zu Hause mit meinem Mann getrauert und geweint und das ganze aufgearbeitet. Ich hätte keine Sekunde daheim bleiben können, weil es mich wahnsinnig gemacht hätte.
Aber wie gesagt, es ist 1. eine andere Ausgangssituation ,wie bei dir und 2. bin ich mittlerweile der Meinung, dass man es erst einmal irgendwie verarbeiten muss, bevor man wieder zurück in den Alltag geht.

Mach dir keine Gedanken, wegen deiner Arbeit. Sondern nutze die Zeit, um es zu verarbeiten!!!!!!!!!!!! Und ich bin mir ganz ganz sicher, dass es jeder deiner Kollegen inkl Chef/Chefin versteht !!!!!!


  Re: Krankschreibung nach Todgeburt
avatar  Falkenmaus
schrieb am 09.11.2011 21:58
Liebe Emmipemmi


Zuerst einmal möchte ich dir sagen wie leid mir dein Verlust tut! Ich kann sehr gut nachvollziehen wie es dir und deinem Mann jetzt geht!
Hier mal meine Geschichte und die Art wie ich damit umgegangen bin.

Ich habe vor knapp 2 Jahren im Abstand von 4 Wochen (17. und 21. SSW) meine Zwillinge verloren. Beide kamen als Totgeburt normal zur Welt. Nach der Geburt meiner zweiten Maus hatte ich zusätzlich noch eine Ausschabung.
Direkt danach habe ich das Krankenhaus verlassen, weil ich es dort nicht ausgehalten habe. Von meinem Frauenarzt bekam ich dann die erste Krankschreibung. Die ersten Tage war ich völlig lethargisch, alles war mir egal. Dementsprechend war an Arbeit nicht zu denken. Ich hab sogar kurzzeitig den Kontakt zu Familie und Freunden abgebrochen, denn ich hätte die pausenlosen Mitleidbekundungen nicht ertragen. Ich habe aber viel mit meinem Mann gesprochen und geweint und mich außerdem an eine Hebamme gewannt, die auf Trauerbegleitung spezialisiert war. Nach einiger Zeit habe ich dann auch noch psychotherapeutische Hilfe in Anspruch genommen, denn ich hab diese ständigen Warum - Fragen nicht aus dem Kopf bekommen.
Letztlich habe mir viele Gespräche und das Schreiben über das Erlebte geholfen. Allerdings hat dies seine Zeit gebraucht. Erst nach fast 5 Monaten war ich wieder in der Lage zu arbeiten.

Inzwischen habe ich eine gesunde 10 Monate alte Tochter und bin wieder glücklich. Heute stell ich mir nicht mehr die Frage Warum. Ich denke einfach, wären die Zwillinge nicht zu den Sternen gegangen, dann wäre meine Tochter heute nicht hier. Und ich möchte mir ein Leben ohne sie nicht vorstellen!
Trotzdem gibt es auch heute noch Momente in denen ich weinen muss - ich denke täglich an meine Sterne und vermisse sie wahnsinnig!

Auch wenn es sich abgedroschen anklingt, aber es kommen auch wieder schöne Zeiten! Man muss einfach seine Vergangenheit annehmen und lernen mit ihr zu leben. Der Verlust meiner Kinder hat mich verändert und zu dem Menschen gemacht der ich heute bin. Ich kann mich über Kleinigkeiten freuen und bin glücklich mit dem was ich habe.

Ich wünsche dir und deinem Mann viel Kraft für die kommende Zeit! Wichtig ist, dass ihr das Erlebte aufarbeitet, egal ob mit oder ohne professionelle Hilfe. Wenn du dich besser fühlst, wenn du zur Arbeit gehst, dann ist das in Ordnung. Und wenn es dir besser damit geht erstmal ne Zeit zu Hause zu bleiben, dann ist das genauso ok. Nur du allein entscheidest! Nimm dir die Zeit die du brauchst!!!


Alles Liebe Falkenmaus


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 09.11.11 21:59 von Falkenmaus.


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  Re: Krankschreibung nach Todgeburt
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  Emmipemmi
schrieb am 10.11.2011 20:31
Danke für eure Zeilen!!!Da es jetzt auch noch Komplikationen gibt(nach AS trotzdem nicht alles entfernt), werde ich noch zu Hause bleiben!Möchte erstmal gesundheitlich alles über die Bühne bringen und dann gefühlsmäßig damit zu recht kommen!Weil kleine Babys und bald Mamis kann ich noch nicht so gegenüber treten!Fange sofort an zu weinen und denke immer warum durften meine beiden süßen nicht bei mir bleiben!Zum Glück schenkt mir meine 4jährige Tochter Emmi viel Kraft!Ohne sie würde ich das alles nicht durchstehen.Mein Mann redet darüber nicht,er sagt für ihn ist das jetzt erledigt und er möchte davon nichts hören!Nicht gerade leicht für mich!
Aber wie ihr schon sagt irgendwann wird es vielleicht besser!
LG Emmi


  Re: Krankschreibung nach Todgeburt
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  Novemberwetter
Status:
schrieb am 13.11.2011 21:46
Bleib so lange zu Hause wie du es möchtest.
Ich war nach dem Tod unseres Sohnes(SIDS) mehrere Monate arbeitsunfähig. Körperlich ging es mir gut, aber seelisch brauchte ich die Zeit den Tod zu verarbeiten.
Die ist etwas ähnliches passiert. Das du Zeit brauchst ist ganz normal.


  Re: Krankschreibung nach Todgeburt
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  Viktoria1
schrieb am 21.11.2011 11:03
Ich war nach dem Tod meines Sohnes (auch 14. SSW) sechs Wochen lang krankgeschrieben.
Ich denke, es hängt davon ab, ob einem die Arbeit guttut und einen ablenkt.

Bei mir war das definitiv nicht der Fall.....................




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