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  1. Ergebnis da - fassungslos und sauer auf FA
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  kadriensche
schrieb am 27.11.2009 08:01
Hallo,
vor drei Wochen mußte ich unseren kleinen Sohn in der 17. Woche tot entbinden. Heute liegt mir das erste Ergebnis der Pathologie vor, das der Untersuchung der Plazenta. Und es könnte an einer Plazentainsuffiziens gelegen haben. Im Bericht steht, dass es schwer zu sagen ist, ob es um eine Folge des Abortes (der schon einige Zeit vor der Entbindung stattfand) oder um dessen Ursache handelt. Jetzt müssen wir erst mal auf die Ergebnisse der Untersuchung des Fetus warten und auf die Genetik. Wenn da alles o.k. ist, ist es wahrscheinlich, dass unser Baby an Unterversorgung gestorben ist.

Jetzt habe ich ein bißchen im Internet gesucht nach Ursachen und Symptomen für eine Plazentainsuffiziens und habe mehrfach gelesen, dass zu wenig Fruchtwasser ein Hinweis sein kann und dass man in diesem Fall Schonung und Bettruhe verordnet. Und beim letzten US hat meine FÄ gesagt, dass das Fruchtwasser ein bißchen wenig sei, aber noch im Rahmen. Mir ging es die letzten Wochen vor dem Abort auch nicht gut, ich war fix und fertig und ständig erkältet. Dreimal war ich dort und wollte (meine Chefin übrigens auch), dass sie mich dauerhaft von der Arbeit freistellt. Aber das wollte sie nicht, so einen halben Tag im Kindergarten kann man ja arbeiten, ist eh nur Halbtags. Und ich habs treudoof geglaubt und gedacht, ich stell mich bloß an. Hab mich dann vom Hausarzt krankgschreiben lassen.
Dazu kommt, dass ich in den letzten 4 Jahren schon 3 mal einen sehr frühen Abort und einmal eine Eileiterschwangerschaft hatte. Auch das hat sie nicht veranlaßt, mich als Risikoschwangere einzustufen. Oder einfach mal mich schon nach 2 Wochen zur Kontrolle zu bestellen um zu schauen, ob die Fruchtwassermenge sich verändert. Ich hatte immer das Gefühl den Eindruck zu erwecken dass ich mich nur wichtigmachen will.
Leider sehe ich das alles erst Rückblickend, weil ich mich die Jahre zuvor dort gut aufgehoben gefühlt habe und entsprechend vertrauen hatte. Ich glaube sie ist eine gute FA, wenn man keine Komplikationen hat, aber wehen wenn...

Ich habe das ungute Gefühl, dass es an der Plazenta gelegen hat und man vielleicht noch etwas hätte unternehmen können, hätte man engmaschiger untersucht. Bei dieser Vorstellung bin ich stinksauer auf meine FÄ und auch auf mich, dass ich alles einfach hingenommen habe, statt auf meinen Körper zu hören.

Es ist jetzt nicht mehr zu ändern, und es sind auch noch nicht alle Ergebnisse da. Trotzdem bin ich gerade ganz schön fertig.

Viele Grüße
vom kadriensche


  Re: 1. Ergebnis da - fassungslos und sauer auf FA
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  nene2010
schrieb am 27.11.2009 11:01
Liebe Kadriensche,

ich kann gut nachvollziehen, wie es Dir geht. Meine 1. Schwangerschaft hatte ich 1996, und habe es auch in der 17. SSW verloren und mußte leider auch, wie Du, tot entbinden. Ergebnisse: das Kleine hatte irgendwie einen Fehler beim sich Schliessen des Magenbereiches. Darauf folgten 3 Fehlgeburten (1997, 1998, 1999), immer zwischen der 8. und 11. SSW. Dazu gab es keine Erklärungen. Wir haben alles mögliche an Untersuchungen gemacht (Chromosomen, Schilddrüse, Blutgerinnung)...und es hieß immer, daß es halt Pech war.
Habe mich dann von meinem damaligen Partner getrennt, und seit 2 Jahren wieder eine feste Beziehung. Wir haben heuer beschlossen, es zu versuchen und Anfang Juli war ich dann auch gleich schwanger. Mein FA, den ich nun schon seit 10 Jahren habe, weiß meine ganze Geschichte. Als in dann heuer in der 5/6 SSW Blutungen bekam, hat er mir Progesteron verschrieben, und etwas Ruhe...Leider habe ich das Krümelchen in der 10 SSW verloren...ich fühle mich im Nachhinein auch sehr vernachlässigt.
Vor Kurzem kam ich per Zufall!!! auf Endometriose. Da ich, seit ich denken kann, immer Regelschmerzen mit Klumpen-Ausscheidung habe (typisches Simptom für Endometriose), habe ich mich durch Internet darüber informiert. Also bei Endometriose-Patienten kommt es hauptsächlich zu Fertilität; es kann aber auch zu Fehlgeburten führen! Man kann allerdings Endometriose nur durch Bauchspiegelung oder Gebärmutterspiegelung feststellen. Mein FA hat mich NIE darauf angesprochen.
Ich habe jetzt Arzt gewechselt, bei dem ich mich verstandener fühle. Habe mich darüber (Endometriose) aber noch nicht mit ihm unterhalten, da ich den nächsten Termin (er wollte noch, daß ich einige Blutuntersuchungen mache) Anfang Dezember habe.
Also, damit will ich nur sagen, daß DU selber Dich informieren mußt. Es ist leider so. Ich bin auch sehr enttäuscht. Ich habe auch nicht mehr so viel Zeit. Bin jetzt 38. Und bevor ich nicht ALLES getan habe, was in meiner Macht steht, möchte ich nicht noch mal das alles erleben!
Alles alles Gute und ich wünsche Dir auch viel Kraft
nene2010


  Re: 1. Ergebnis da - fassungslos und sauer auf FA
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  kadriensche
schrieb am 27.11.2009 19:37
Danke für die tröstenden Worte. Ich hab mich inzwischen ein bißchen abreagiert. Trotzdem ist mein Vertrauen futsch. Dass ich mich auch selbst informieren muß, habe ich in all den Jahren schon gelernt, aber ich habe mich ja an sie gewendet, mit der Bitte mich öfter zur Kontrolle kommen zu lassen, aber sie ist nicht drauf eingegangen.Hilft alles nichts. Es ist ja nicht einmal gesagt, dass man wirklich etwas hätte ändern können.
Heute Vormittag war ich bei meiner Hausärztin, die hat gesagt, sie geht stark davon aus, dass der Zustand der Plazenta die Ursache für den Abort ist. Die Gefäße waren zu.
Jetzt hoffe ich, dass man da etwas machen kann. Wir werden uns wohl noch ein bißchen gedulden müssen.

Es tut mir sehr leid für euch, dass ihr euren Krümel wieder verloren habt. Das ist so traurig. Ich wünsche dir alles Gute und viel glück im Kampf gegen die Endometriose und drücke dir ganz fest die Daumen, dass es bald noch klappt.

Liebe Grüße
kadriensche


  Re: 1. Ergebnis da - fassungslos und sauer auf FA
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  Johannalie
schrieb am 29.11.2009 11:23
Liebes Kadriensche,
euer Verlust tut mir sehr leid. Ich kann deinen Wunsch gut verstehen das warum zu erfahren. Allerdings wenn es tatsaechlich an der Placenta gelegen hat haette man nichts unternehmen koennen um es zu verhindern. Auch ein Sono jeden Tag haette daran leider nichts geaendert, man haette wahrscheinlich nur gesehen dass es dem Kind schlechter geht, so frueh haette man das Kind ja nicht per KS entbinden koennen. Denn das ist was man in spaeteren Wochen macht wenn man sieht, dass die Placenta nicht mehr gut funktioniert, eine ursaechliche Therapie gibt es einfach nicht.
Was vielleicht troestlich fuer dich sein koennte ist, dass du dir wirklich keine Vorwuerfe zu machen brauchst. Auch wenn du jeden Tag 20 Liter getrunken haettest und den ganzen Tag auf dem Sofa oder im Bett gelegen haettest waere das passiert.

Was man fuer das naechste Mal tun kann ist deine Gerinnung zu testen und eventuell schon vor der naechsten Schwangerschaft mit ASS protect und ab Schwangerschaft mit Heparin zusaetzlich zu behandeln. Leider ist das Wiederholungsrisiko nicht gering und du solltest zusaetzlich von Ultraschallspezialisten in der naechsten Schwangerschaft gesehen werden aber verhindern werden die auch nichts koennen falls das wieder so frueh auftritt.
Liebe Gruesse Johanna


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  Re: 1. Ergebnis da - fassungslos und sauer auf FA
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  grejeli
Status:
schrieb am 30.11.2009 12:41
Ich kann dir sehr gut nachfühlen. Ich habe meine Drillis in der 24. Woche still geboren aufgrund eines FFTS. Anzeichen für ein FFTS: Sehr schnelle Gewichtszunahme. zuviel Fruchtwasser beim Empfängerkind, schneller Zuwachs des Bauchumfangs. 2 Wochen vor der stillen Geburt bin ich zweimal außer der Reihe zu meiner FA, mit genau den o.g. Symptomen (gewichtszunahme in einer Woche 6,5 Kilo, jeden Tag 2cm Umfangszunahme, extreme Kurzatmigkeit). Kommentar meiner FA: Alles i. O., du kriegst halt Drillinge. Ich habe sie gebeten, sich das Fruchtwasser und die Harnblasen anzusehen. Antwort: Du hast superviel Fruchtwasser mach dich nicht verrückt.
Nach 1,5 Wochen mit den Symptomen bin ich dann zum Pränataler. Der hat mich angezogen gesehen und wußte sofort, was los war. Leider war es schon zu spät, wir konnten nicht mehr viel tun. Das Empfängerkind hatte mehr als 3,6 Liter Fruchtwasser und meine FA behauptet im Nachhinein, dass man die Fruchtwassermenge nicht bestimmen kann un dass sie immer alles wieder genauso machen würde. Du kannst dir sicherlich vorstellen, wie sauer ich auf die FA bin!!!
Leider kann man die Qulität eines Arztes erst erkennen, wenn wirklich etwas ist. Bei Empfehlungen für Ärzte höre ich mir jetzt genau an, warum er mir empfohlen wird und entscheide dann, ob er was für mich ist. Wenn mich jemand fragt, warum ich nicht mit den Drillis unterwegs bin, erzähle ich die Geschichte wahrheitsgemäß. Ich denke so eine Geschichte wird sich rumsprechen. Eine FA, die nicht aus ihren Fehlern lernt, kann man nicht weiterempfehlen.
Ich habe die ganze Geschichte mittlerweile sehr gut verarbeitet. Die Wut auf meine FA ist geblieben!
Auf der anderen Seite denke ich, ob es nicht etwas gutes hatte. Denn keiner weiß, wie lange die Fehlversorgungen schon im gange waren und ob es nicht irgendwelche schlimmen Schäden zur Folge gehabt hätte. Vielleicht versuchst du das auch in deine Überlegungen einzubeziehen?
Liebe Grüße


  Re: 1. Ergebnis da - fassungslos und sauer auf FA
avatar  007 Wichtel
schrieb am 30.11.2009 21:34
Ach, Kadriensche,

gerade Plazentainsuffizienz ist ein weites Feld... Gab es Thrombosen in der Plazenta, ist sie verkalkt, war der Bindegewebsanteil zu hoch, wie sahen die Zotten aus? Viele Dinge, die zu einer PI führen, werden schon im Laufe des ersten ss-Monats angelegt, können aber in den ersten Wochen kompensiert werden. Bloß später treten dann evtl. Probleme auf, die nicht mehr behoben werden können.

Ich kann deine Suche sehr gut verstehen. Ich verstehe auch, dass du einen Schuldigen suchst. Aber ich fürchte ehrlich, dass es dich hinsichtlich deiner Trauer nicht weiterbringt, denn es gibt Dinge, die man akzeptieren muss.

Ich sage nicht, dass du bei deiner FÄ bleiben sollst oder dass sie alles richtig gemacht hat. Aber sollte die PI z.B. wirklich durch einen zu hohen Bindegewebsanteil verursacht worden sein, dann könnte man vielleicht für eine zukünftige ss präventive Maßnahmen ergreifen, aber in der letzten ss hätte man kaum noch was daran ändern können.

Ich drück dich.


  Re: 1. Ergebnis da - fassungslos und sauer auf FA
avatar  tonihase06
Status:
schrieb am 01.12.2009 10:47
Hallo kadriensche,

kann dich gur verstehen - habe im Okt meine 3. FG gehabt und bei mir scheint es auch immer an der Planzenta zu liegen, allerdings haben wir einen Hinweis - bei mir war jetzt schon 2x (nach der 2. und jetzt auch nach der 3. FG) der Wert für die Cardiolipin-Antikörper erhöht, was auf eine Gerinnungsstörung hindeutet.

Jetzt muss ich morgen zur GM-Spiegelung um andere Ursachen auszuschließen (Narben und Verwachsungen durch 2x AS) und wenn alles andere (Internist soll mich auch noch immunologisch durchchecken) ok ist, dann können wir noch einen Versuch mit ASS und Heparin starten.

Vielleicht kannst du dich auch mal gezielt untersuchen lassen. Sprich mal APS an - Antiphospholipid-Syndrom, so heißt das, wenn diese Antikörper erhöht sind.

Drücke dir die Daumen, dass du bald einen neuen FA findest, dem du vertraust. Meine FÄ ist auch toll, aber bei solchen Komplikationen kommt ein normaler Gyn wohl doch an Grenzen - daher sind wir jetzt in einer KiWu-Klinik, die sich auf Abortdiagnostik spezialisiert haben. Muss meine Gyn auch immer selbst auf verschiedene Untersuchungen ansprechen, weil wir Mädels hier im Forum einfach besser in der Materie drin sind und oftmals sogar besser bescheid wissen.

Wünsche dir alles Gute




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