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  Diagnose verschlossene Eileiter und Endometriose
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   Sa93
schrieb am 14.10.2022 19:23
Hallo, ich hatte vorgestern eine Laparoskopie mit dem einfachen Ziel, eine Ovarialzyste zu entfernen. Nachdem ich aus der Vollnarkose erwacht und wieder bei klarem Verstand war, sagte man mir, es wäre höchstwahrscheinlich eine Endometriosezyste und man hat nebenbei eine Eileiterspülung durchgeführt und dabei festgestellt, dass beide Eileiter verschlossen sind. Ein Schock, denn mein Freund und ich haben Kinderwunsch seit drei Jahren, und ich bin erst 29. Ich hatte nie irgendwelche Probleme oder Symptome und habe daher im Leben nicht mit so einer Diagnose gerechnet. Man sagte mir, ich solle in eine Kiwuklinik, eine IVF wäre der einzige Weg für mich, ein Kind bekommen zu können. Doch mein Freund und ich sind (noch) nicht verheiratet, daher würde meine Krankenkasse die Kosten dafür nicht übernehmen. Und die belaufen sich pro Versuch ja auf mindestens 3000 Euro - für Normalverdiener nicht einfach mal so zu stemmen. Selbst wenn wir verheiratet wären, würde die Krankenkasse nur 50% übernehmen. Ich bin mit der Situation gerade absolut überfordert, weiß nicht wohin mit meinen Gefühlen und weiß ehrlich gesagt auch gar nicht so richtig, warum ich das hier nieder schreibe. Aber vielleicht hat ja jemand ähnliches erlebt und hat vielleicht eine Idee, ob man sich die Behandlungskosten irgendwo anders zurück erstatten lassen kann?
Wir sind zwar verlobt, aber so eine Hochzeit kostet ja schließlich auch...


  Re: Diagnose verschlossene Eileiter und Endometriose
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   jorunn1
schrieb am 15.10.2022 09:08
...den Schock kann ich Dir leider nicht nehmen. Ja, leider ist ein IVF teuer, und oft klappt es auch nicht beim ersten Versuch. Du kannst mal schauen, ob es noch (oder wieder) Krankenkassen gibt, die mehr freiwillig mehr übernehmen. Auch gibt es in manchen Bundesländern Förderprogramme, die noch etwas Geld beisteuern. Auch kann man sich etwas Geld über die Steuer zurückerstatten lassen.

Das Gute ist, dass Du erst 29 bist und die Diagnose jetzt schon gestellt wurde. Viele erfahren das erst mit 35 oder noch später, und die Chancen, dass es dann mit der IVF schnell klappt, sinken dann rapide. Wir waren in einer ähnlichen Situation wie Ihr- aber eben schon deutlich älter. Unsere (Blitz-)Hochzeit bestand dann lediglich aus der Trauung und einem Mittagessen mit Eltern und Geschwistern. Aber leider ist es so- wenn man diese gesundheitlichen Probleme hat, muss man "sich Kinder leisten können", und es interessiert keine Krankenkasse etc. was das mit Eurer Lebensplanung macht. Inzwischen setzt langsam ein Umdenken ein, aber ob überhaupt und bis das alles tatsächlich wieder bezahlt wird, ist es ein langer Weg.

Nochmal: Das Gute ist, Du bist erst 29. Das Schlechte ist, der erste Schock jetzt ist erst der Anfang. Ich bin da ehrlich. Ein IVF ist kein Spaziergang- die Medikamente, die Termine, das Warten, Hoffen, Bangen- und oft auch die Enttäuschung, wenn es nicht geklappt hat und das Ganze dann noch einmal losgeht (und bezahlt werden muss). Aber je jünger Du bist, desto grösser stehen die Chancen, und es gibt auch viele Fälle, wo es gleich beim ersten Mal klappt, und -sorry für die Ausdrucksweise, aber die finanzielle Situation ist eben so besch....!- es "Zwei oder mehr zum Preis von Einem" gibt (Zwillinge oder Geschwister im Kryoversuch).

Also, ich wurde Dir raten, so schnell wie möglich zu beginnen. Klar, kannst Du noch 2 Jahre Hochzeitssparen und -vorbereiten, dann noch 2 Jahre Sparen aufs "erste Kind"...rein zeitlich geht das natürlich noch. Einfacher wird es aber nicht, einfacher (medizinisch erfolgversprechender) ist es jetzt.

Was Du vielleicht auch machen kannst: Vielleicht Eure Eltern einweihen, vielleicht geben sie Euch etwas Geld dazu. Erstmal nur standesamtlich heiraten, damit Ihr "die Papiere" habt- und die grosse Fete wird dann eben nachgeholt. Falls Ihr in der Kirche seid, kann man ja auch die kirchliche Heirat zur Feier machen. Oder es gibt dann eben mal ein grosses "Familienfest", wenn das Kind (hoffentlich) da ist. Oder irgendein anderer Anlass- Feiern geht ja immer. Klar, es ist nicht "DIE" Hochzeit- aber im "Kinderwunsch-Weg" war das für uns am Ende das kleinste Problem.


  Re: Diagnose verschlossene Eileiter und Endometriose
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   mom22
schrieb am 15.10.2022 13:38
Liebe Sa93!
Ich hatte nach etwa 2 Jahren GvnP auch eine Laparoskopie zwecks Eileiterdurchlässigkeitstest. Mit dem gleichen Ergebnis wie du, nur mit dem Unterschied, dass ich fast 40 war. Wir hier in Ö brauchen keinen Trauschein, aber zumindest einen Notariatsakt, der die Rechte des Kindes regelt. Das kostet so um die 600€, also eine kleine Hochzeit am Standesamt wäre billiger gewesen 😜
Aber egal. Wir sind sofort ins Kiwu und angesichts meines Alters waren wir Selbstzahler🙄, aber Glück im Unglück, bereits der 2. Kryoversuch klappte. Das Ergebnis sitzt grade auf meinem Schoß und erkundet die Bandbreite seiner Stimmfrequenz😂

Ich sehe es ähnlich wie Jorunn, wenn ihr euch einig seid, eine Familie gründen zu wollen, dann fangt besser sofort damit an. Mein Fall ist sicher nicht exemplarisch, weil wir wirklich verdammtes Glück hatten, dass es so schnell ging. Es sind sogar noch Eiszwerge für einen Geschwisterversuch übrig. Aber das ist nicht selbstverständlich. Recherchier mal selbst, es gibt jede Menge Daten im Netz zu % Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen IVF abhängig vom maternalen Alter. Da bist du mit unter 30 auf jeden Fall noch gut dabei.

Und so eine nachträgliche große Hochzeit inklusive Taufe ist ja auch was schönes, oder?
Lass den Kopf nicht hängen, das Leben hat seinen eigenen Plan mit dir, da muss man manchmal einen Umweg gehen, den man so nicht geplant hätte. Ich kann nur sagen, ich bin dankbar dafür, dass wir unser Kind bekommen haben, egal was es uns gekostet hat.
Mach dich schlau über Preise, Förderungen und was du dir von der Steuer zurückholen kannst.
Bei uns waren es am Ende ca. 4000€, die wir bezahlt haben, aber wie gesagt, altersbedingt als Selbstzahler. Das war 2x Urlaubsgeld, also gar nicht soo arg.
Alles Liebe und viel Erfolg!


  Re: Diagnose verschlossene Eileiter und Endometriose
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   Grüne_Tonne
schrieb am 15.10.2022 16:25
Hallo Sa,

fühl dich erstmal ganz fest gedrückt. Ich habe damals mit 32 die Diagnose dichte Eileiter bekommen und war damals auch freundlich ausgedrückt in einem Zustand wo man mich nur noch vom Boden aufkratzen konnte.
Ich kann euch auch nur raten schnell ohne Brimborium (was man ja jederzeit nachholen kann) zu heiraten damit ihr die Unterstützung der Krankenkassen habt. Haben wir damals auch gemacht obwohl wir aufgrund des Alters meines Mannes trotzdem Selbstzahler waren. Ich weiß dass es Kassen gibt welche drei Versuche voll Übernehmen wenn beide Partner dort versichert und verheiratet sind. Ich weiß leider nicht welche, habe aber schonmal Listen im Internet gesehen welche du sicher über eine Recherche findest. Wenn ein Wechsel möglich ist hättet ihr schonmal drei Versuche, in deinem Alter hast du gute Chancen dass dies zum Erfolg führt. Ansonsten wird in einigen Bundesländern auch ein Teil für unverheiratete Paare vom Bund übernommen, aber das hatte ja eine meiner Vorredner innen schon geschrieben.


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  Re: Diagnose verschlossene Eileiter und Endometriose
avatar    auraya
schrieb am 16.10.2022 06:41
[www.wunschkinder.net]

hier ist die genannte Auflistung der Krankenkassen die mehr als die im Gesetz vorgesehen Kostenerstattungen übernehmen.




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