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  AMH-Wert und PKV
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   Viggo40
schrieb am 17.09.2022 21:11
Hallo zusammen,

bei mir als Mann wurden zwei Spermiogramme mit Einschränkungen gemacht. Da ich privat versichert bin, gelte ich als Verursacher. Das erkennt meine PKV auch an. Bei meiner Frau sind keine Einschränkungen seitens der KiWu-Klinik identifiziert worden - als Wert wird der AMH-Wert dort gar nicht mehr genommen. Da meine PKV das eingefordert hat, haben wir den AMH machen lassen. Er liegt bei 0,5 - das heißt, er ist niedrig. Die PKV will wohl gerne über 1,0. Ich habe einen spezialisierten Anwalt, der sagte, erst einmal hinschicken und bei einer - wahrscheinlichen - Ablehnung durch die PKV, würde er argumentieren, von wegen, dass AMH kein alleiniges Kriterium sei. Der AMH schwankt meines Wissens aber. Macht es wohl Sinn, noch einen zweiten AMH-Wert anzufertigen, der besser ist?


  Re: AMH-Wert und PKV
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   Milarr
Status:
schrieb am 19.09.2022 13:04
Der AMH Wert hat überhaupt keine Aussagekraft. Meiner lag mit 33 Jahren vor drei Jahren unter der Nachweisgrenze.
Bin spontan drei Wochen nachdem der Wert bestimmt wurde, schwanger geworden.
Und dieses Jahr - also 2,5 Jahre später - bin ich wieder völlig unerwartet und spontan schwanger geworden.
Und 0,5 bedeutet zwar, dass die Eizellreserve eingeschränkt ist, sagt aber nichts über die Möglichkeit aus schwanger zu werden.

Die genauen Zahlen weiß ich nicht mehr, aber eine Studie aus Dänemark hat Mal gezeigte dass es bei nicht nachweisbaren AMH Wert noch in etwa zehn Jahre dauern kann bis man in die Menopause kommt.

Allerdings soll es wohl einen Einfluss bei der Stimulation haben. Damit kenne ich mich aber nicht aus, aber bestimmt ganz viele andere hier.

Ich wünsche euch ganz viel Erfolg!


  Re: AMH-Wert und PKV
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   Snail-on-the-road
Status:
schrieb am 20.09.2022 10:46
Hallo Viggo,

ich kann leider nur wenig Positives berichten ...

Generell gilt bei PKV - anders als bei den GKV - dass für die Kostenübername drei Dinge relevant sind:
- Erfolgsaussichten einer Schwangerschaft durch Stimulation
- Alter der Frau
- "Verursacherprinzip"

Für die Beurteilung der Erfolgsaussichten ist es leider üblich den AMH heranzuziehen, ebenso wie das Alter der Frau, mit Vollendung des 39. Lebensjahres ist Schluss, dann gibt es keine Kostenübernahme mehr. Ein sehr niedriger AMH sagt ja nur, dass die Reserven limitiert sind. Für einen spontanen Zyklus ohne Stimulation wird also durchaus eine Eizelle heranreifen, mit der man spontan schwanger werden kann. Aber der Wert heißt auch, dass vermutlich auch durch Stimulation nur vielleicht 2-3 Follikel heranreifen. Das ist für eine IVF/ICSI sehr wenig und es bestehen geringe Erfolgsaussichten. So habe ich die Argumentation der PKV jedenfalls erlebt. Die haben eben etwas andere Rahmenbedingungen als die GKV, die gesetzlich zu mehr verpflichtet sind.

Relevanter könnte aber bei euch sein, dass es das "Verursacherprinzip" gibt. Das heißt, dass die KK des "Verursachers" die Kosten übernimmt, allerdings nur für den eigenen Versicherungsteilnehmer. Eine aufgebrauchte Eizellreserve gilt nicht als "Verursacher" ... glaub ich zumindest, da es ja noch einen regelmäßigen Zyklus gibt. Es könnte also auch relevant sein, ob ihr bei der gleichen PKV seid oder nicht. Die großen Kosten liegen bei der Frau, beim Mann sind es nur ca. 70€ für ein Spermigramm zur ICSI/IVF. Es kann also sein, dass zwar Deine PKV eine Kostenzusage für Dich macht, die PKV Deiner Frau aber eine Kostenübernahme verweigert, weil sie nicht "Verursacher" ist. Das ist wirklich von Fall zu Fall verschieden.

Einspruch würde ich auch immer einlegen, erst mal bei einer Ablehnung. Wenn aber alle Stricke reißen, dann bleibt nur die Angabe bei der Steuererklärung, auch wenn man da natürlich nur einen Bruchteil zurück bekommt. Der AMH kann schwanken soweit ich weiß, auch abhängig davon, wann er im Zyklus abgenommen wurde. Aber einen "Sprung" würde ich nicht erwarten, eher marginale Veränderungen.

Ich wünsche euch viel Erfolg
Snail


  Re: AMH-Wert und PKV
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   Milarr
Status:
schrieb am 20.09.2022 11:54
Vielleicht wäre das hier auch eine Option für euch:
[www.uksh.de]


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  Re: AMH-Wert und PKV
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   Viggo40
schrieb am 20.09.2022 20:56
Hallo zusammen,

danke für alle bisherigen Antworten

es ist sicherlich so, dass ich durch die PKV durchaus als Verursacher anerkannt bin. Dann müssen sie beide Teile bezahlen, auch den Teil meiner Frau. Sie versuchen aber jetzt, über den AMH-Wert zu argumentieren. Meine Frau ist GKV. Das Landgericht München hat in einem Urteil die PKV dazu verpflichtet,
mehr als den AMH heranzuziehen. Siehe [www.kinderwunsch-anwalt.de], vermutlich bekannt.
Natürlich würde ich es auch als Selbstzahler probieren, dann mit einem Konsumentenkredit. Nichtsdestotrotz werde ich im Zweifel auch den Klageweg gehen.


  Re: AMH-Wert und PKV
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   Gaensebraten
schrieb am 21.09.2022 11:49
Hallo Viggo,

soweit ich weiss, benötigt ihr von eurem Reproduktionsmediziner eine schriftliche Stellungnahme, dass die Wahrscheinlichkeit, dass unter künstlicher Befruchtung eine Schwangerschaft eintritt, mindestens 15% beträgt.

Für uns war Erstattung zwar nie Thema, wir waren Ü40 und anfangs noch unverheiratet, aber wir waren in zwei Kiwu-Zentren. Im ersten hiess es direkt, gäbe wegen des Alters eh nichts zurück (mein AMH war übrigens gut). Im zweiten hat man uns anhand von Tabellen vorgerechnet, dass wir knapp bei 15% liegen, da war ich 45.
Mein Eindruck war, dass es vom Kiwu-Zentrum bzw. Arzt-abhängig war, ob sich jemand die Mühe macht, so eine Stellungnahne zu geben.

LG Gaensebraten


  Re: AMH-Wert und PKV
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   Viggo40
schrieb am 21.09.2022 14:36
Hallo Gänsebraten,

vielen Dank für deine Nachricht.

Bei uns gab es ein Schreiben der Klinik, dass die Wahrscheinlichkeit überdurchschnittlich und jenseits der 15 Prozent ist. Die Klinik hat AMH aber nicht erhoben, da für sie nicht relevant. Den AMH forderte die PKV zusätzlich um die 15%-Wahrscheinlichkeit der Klinik (in deren Schreiben) in Zweifel zu ziehen


  Re: AMH-Wert und PKV
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   Snail-on-the-road
Status:
schrieb am 21.09.2022 14:57
Hallo Viggo,

interessant, was Du da sagst. Wir hatten ebenfalls ein gespaltenes Versicherungsverhältnis, allerdings ich PKV, mein Mann GKV. Er galt als Verursacher, meine PKV hat 0€ bezahlt, die GKV meines Mannes nur die bei ihm anfallenden Kosten. Ich war damals 35 und mein AMH 2,1.

Lg 🐌


  Re: AMH-Wert und PKV
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   Gaensebraten
schrieb am 21.09.2022 18:48
Hallo Viggo,

wenn die PKV nicht will, dann ist ein Kiwu-Anwalt vermutlich die erfolgversprechenste Lösung.

AMH Neubestimmung würde ich nur machen lassen, wenn es für euer Seelenheil unerlässlich ist. Man muss im Hinterkopf haben, dass der Wert beim nächsten Mal auch nur 0,3 sein kann, weil zufällig in dem Zyklus einige Antralfollikel weniger antreten. Das kann keiner vorhersagen.

LG Gaensebraten


  Re: AMH-Wert und PKV
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   Viggo40
schrieb am 22.09.2022 17:46
Hallo,

es ist tatsächlich so, dass es „das Beste“ ist, wenn der PKV-Versicherte der Verursacher ist. Das ist bei uns ja so - weshalb sich die PKV ja versucht, über den AMH rauszuwinden wie ein Aal. Bei ICSI kostet aber auch der männliche Teil zwecks Aufbereitung einiges - nach Kostenvoranschlag 5.800 Euro für die Aufbereitung der Spermien


  Re: AMH-Wert und PKV
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   Gaensebraten
schrieb am 22.09.2022 18:20
Hallo Viggo,

der Preis erscheint mir für Aufbereitung sehr unrealistisch, habe ich so in keiner Kiwu-Praxis gesehen.

Gruss Gaensebraten


  Re: AMH-Wert und PKV
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   Snail-on-the-road
Status:
schrieb am 25.09.2022 09:14
Hallo Viggo,


ich habe bei 12 ICSI mit OAT2-3 als Selbszahler nie mehr als 61,10€ für das Spermiogramm zur ICSI inkl Aufbereitung bezahlt. Selbst mit Zusatzleistung (z.B. Zymot Kammer oder Aufbereitung mit Andockfähigkeit) sollten es nicht mehr als 300€ sein, selbst bei 2,4 fachen Satz der PKV. Das hört sich vom Preis her mehr nach TESE an???

Einen solchen Kostenvoranschlag halte ich für eher unseriös, falls nicht eine völlig andere Diagnose als ein eingeschränktes Spermiogramm vorliegt.

Lg




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