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  Idiopathische Sterilität - 2 IVF versuche negativ. Was nun?
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   LittleHope
schrieb am 26.02.2021 23:53
Hallo ihr Lieben,
bisher habe ich hier im Forum immer nur still mitgelesen, jetzt möchte ich hier gern einmal meinen bisherigen Weg beschreiben. Sorry vorab für den langen Text.
Ich bin jetzt 30 Jahre alt und mein Mann 40, Kinderwunsch besteht seit ca. 3 Jahren. Nachdem 1 Jahr auf natürlichem Wege nichts passierte, haben mein Mann und ich uns durchchecken lassen. Bei meinem Mann ist alles in Ordnung, bei mir wurde auf Follikelreifungsstörung getippt sowie ein Protein Z Mangel festgestellt.
Daraufhin folgten mehrere Zyklen mit hormoneller Unterstützung und GV nach Plan. Leider ohne Erfolg. Dann habe ich eine Bauchspiegelung machen lassen, Eileiter etc. alles ok, ein septum wurde entfernt.
Wieder mehrere Zyklen mit gonal F stimmuliert und gvnp, alle negativ.
Nach einigen Monaten Pause folgten zwei Inseminationen, ebenfalls negativ.
Danach haben wir uns für eine IVF entschieden.
Bei der ersten Kurzes Protokoll und stimuliert mit Pergoveris. Es konnten 15 Eizellen gewonnen werden, 9 konnten befruchtet werden. Nach 5 Tagen war leider nur eine Blastozyste geblieben (Qualität auch eher nicht so gut), Ergebnis negativ.
Im folgenden IVF Versuch haben wir daraufhin mit einem langen Protokoll und menogon + Gonal stimuliert. Es konnten 11 Eizellen gewonnen werden, 8 wurden befruchten und eine habe ich an Tag 3 zurückbekommen. 4 weitere wurden kryokonserviert. Ergebnis: wieder einmal negativ.
Ich weiß dass es hier einige gibt, die schon viel mehr negative Versuche hinter sich haben.
Trotzdem bin ich langsam am verzweifeln, da immer betont wird, dass bereits alles untersucht wurde und man einfach nicht wüsste wo genau es hakt. Ich möchte nun ungern weitere Versuche sowie erstmal den Transfer der Eisbärchen verstreichen lassen, ohne das Gefühl zu haben, aktiv an der richtigen Stellschraube zu drehen. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht oder eine Idee, was eventuell noch untersucht werden könnte?
Genetik ist untersucht worden, Schilddrüse ist auch ok, gegen die Gerinnungsstörung habe ich Clexane ab Transfer gespritzt.

Ganz liebe Grüße
LittleHope


  Re: Idiopathische Sterilität - 2 IVF versuche negativ. Was nun?
avatar    Juna30
Status:
schrieb am 27.02.2021 01:14
Hallo LittleHope,
wie du in meiner Signatur sehen kannst, hatten mein Mann und ich auch einen langen Weg. Wir begannen, als ich 23 Jahre alt war.
Zwar lagen bei uns von Beginn an mehrere Probleme auf der Hand, dennoch hatten wir nach mehreren Behandlungen ein ähnliches Gefühl wie du: wir haben schon so viel getan, investiert, lange wartet und es hat immer noch nicht geklappt! Das Problem war zu dem Zeitpunkt (GVnP, 1x mit Stimu, 1x IVF abgebrochen nach PU, 2x ICSI mit schlechter Embryonenentwicklung Tag 3 und Tag 5), dass wir zwei Aspekte noch nicht auseinander hielten: 1. Was wir alles getan, aufgebracht, investiert hatten in den vergangenen 2-3 Jahren und 2. Was wirklich zum Erfolg führen kann. Letzteres war leider einfach noch nicht viel, weil die ersten 3 Behandlungen völlig falsch angelegt waren und aufgrund der nicht ausreichend entwickelten Embryonen bzw. aufgrund der ausbleibenden Befruchtung in der IVF letztendlich auch keine Chance bestand.

Bei jedem neuen Schritt, den man geht, muss man daher versuchen wieder mit vollem Hoffnungseinsatz zu starten. Ich weiß, leichter gesagt als getan. Aber nach nur 2 Transfers mit insgesamt 2 Embryonen, kann man einfach nicht davon sprechen, dass es noch irgendwo anders haken muss.
Ich würde versuchen die Dinge getrennt und möglichst wertfrei zu betrachten. 1. Ihr habt schon unendlich lange gewartet, viel schon vor der 1. IVF getan und ausgehalten. 2. Ihr hattet aber bisher erst 2 IVF mit 2 TFs. Das mildert Punkt 1 in keiner Weise, lässt aber bei näherer Betrachtung die volle Hoffnung zu, dass genau das euer Weg zum Wunschkind ist.

Es gibt Paare mit idiopathischer Sterilität, da bringt IVF Nummer 1 das erste Kind und IVF Nummer 2 gleich das zweite. Aber die Regel ist das leider nicht. 2 Transfers mit 2 Embryonen ist genau so erfolgversprechend wie 2x ungeschützter Sex zum Eisprung eines gesunden Paares. Einige werden dabei schwanger, aber längst nicht alle. Viele Paare in meinem Umfeld brauchten trotz Fruchtbarkeit 4, 5, 6 und mehr (bis zu 14) Zyklen. An dieser Stelle muss man bei unserem Weg immer wieder Kraft, Mut und Hoffnung aufbringen.

Was ihr noch tun könntet vor dem nächsten Versuch:
-ERA Test
-Scratching
-Test auf Killerzellen, Chlamydien, etc. falls das noch nicht getan wurde

Was ihr im nächsten Versuch (Kryo/IVF) tun könntet:
-P-IVF mit den Spermien zur Auswahl
-EmbryoGlue
-Ionophor für die EZ
-EmbryoScope
-ICSI (vielleicht 50% IVF, 50% ICSI, um zu sehen, was besser funktioniert)

Das wären alles Maßnahmen, die man machen könnte.
Weitere Untersuchungen, z. B. KIR Gene, HLA-Sharing, etc. führen meiner Meinung nach an dieser Stelle zu weit,oder wären nicht zielführend.

Seit ihr in einer deutschen Klinik? Dann wäre interessant zu wissen, wie viele der 9 Befruchtungen in die 5-Tage-Kultur geschickt wurden. In meiner 3. Behandlung wollte ich unbedingt die Blastokultur. Ich hatte auch so etwa 10 EZ befruchtet. Genau müsste ich es nachlesen. 2 oder 3 wurden kultiviert, der Rest auf Druck der Klinik entsorgt. Bis heute ärgere ich mich sehr darüber, dass ich mich dazu überreden lassen habe. Nur etwa 30 % der befruchteten EZ erreichen statistisch gesehen das Blastostadium und an Tag 1, wenn der Biologe entscheidet, welche er ins Rennen schickt, kann man nahezu keine Unterscheidung in der Qualität machen außer "regelrecht befruchtet" oder eben nicht (ein Zellkern, kein Zellkern, 3 Zellkerne...). Vielleicht hat der Biologe damals einfach die falschen herausgepickt und andere hätten Einnistungspotenzial gehabt. Ende vom Versuch war der TF eines 8-Zellers und eines 16-Zellers an Tag 5. Nach heutigem Wissen würde ich diesen TF verweigern, damals war ich verzweifelt und wollte einfach nur eine Chance.
Wie viele Embryonen waren in deiner Blasto-Kultur?

Wenn du auf einen Versuch heruntergebrochen die größten Chancen haben möchtest, musst du entweder alle Befruchtungen in die Blastokultur geben und dann an Tag 5 den besten/ die beiden besten transferieren, oder alle befruchteten EZ einfrieren, die nicht in Kultur gehen und diese als Kryos nacheinander transferieren. Dann gilt aber die IVF inkl. aller Kryos als "ein Versuch", was die Chancen betrifft. So gesehen ist deine 2. IVF auch noch nicht abgeschlossen.

LG
Juna


3 mal bearbeitet. Zuletzt am 27.02.21 01:26 von Juna30.


  Re: Idiopathische Sterilität - 2 IVF versuche negativ. Was nun?
no avatar
   LittleHope
schrieb am 27.02.2021 14:13
Hallo Juna,
vielen Dank für deine Antwort und aufbauenden Worte. Wenn ich es aus rein biologischer Sicht betrachte, weiß ich auch dass es eben nicht unbedingt ungewöhnlich ist, dass es jetzt noch nicht geklappt hat. Es sind eben nur zwei Embryonen gewesen. Trotzdem sieht man eben den zweiten von drei bezuschussten Versuchen dahingleiten. Ich bin natürlich aber sehr froh dass ich noch meine Eisbärchen habe und sogesehen noch die Chance innerhalb dieses Versuchs doch noch schwanger zu werden besteht.
Bei meinem ersten Versuch sind 5 befruchtete Eizellen in die Kultur gegangen, 4 sind also verworfen worden. Ist das dann noch eine „normal gute“ Ausbeute? Leider war ja auch die Qualität dieser blastozyste nicht gut.
Mit dem Weg, den wir im zweiten Versuch eingeschlagen haben, also Transfer an Tag 3 und dann wiederholt die kryokonservierten transferieren fühle ich mich an sich auch wohl. Ich habe eben nur die Angst, dass einfach doch noch etwas bisher übersehen wurde.
Alle in die Blastokultur geben ist ja in Deutschland leider nicht erlaubt.
Macht embyoscope Sinn wenn der Transfer schon an Tag 3 erfolgt? Oder nur bei einer Blastozystenkultur?
Embryoglue und EraTest werde ich auf jeden Fall in Betracht ziehen. Auf Clamydien bin ich negativ getestet worden und ich meine auch dass der Wert der Killerzellen ok war, ich werde da aber noch einmal nachfragen.
Was genau bewirkt Ionophor ?


  Re: Idiopathische Sterilität - 2 IVF versuche negativ. Was nun?
avatar    Juna30
Status:
schrieb am 27.02.2021 23:11
Zitat
LittleHope
Hallo Juna,
vielen Dank für deine Antwort und aufbauenden Worte. Wenn ich es aus rein biologischer Sicht betrachte, weiß ich auch dass es eben nicht unbedingt ungewöhnlich ist, dass es jetzt noch nicht geklappt hat. Es sind eben nur zwei Embryonen gewesen. Trotzdem sieht man eben den zweiten von drei bezuschussten Versuchen dahingleiten. Ich bin natürlich aber sehr froh dass ich noch meine Eisbärchen habe und sogesehen noch die Chance innerhalb dieses Versuchs doch noch schwanger zu werden besteht.
Bei meinem ersten Versuch sind 5 befruchtete Eizellen in die Kultur gegangen, 4 sind also verworfen worden. Ist das dann noch eine „normal gute“ Ausbeute? Leider war ja auch die Qualität dieser blastozyste nicht gut.
Mit dem Weg, den wir im zweiten Versuch eingeschlagen haben, also Transfer an Tag 3 und dann wiederholt die kryokonservierten transferieren fühle ich mich an sich auch wohl. Ich habe eben nur die Angst, dass einfach doch noch etwas bisher übersehen wurde.
Alle in die Blastokultur geben ist ja in Deutschland leider nicht erlaubt.
Macht embyoscope Sinn wenn der Transfer schon an Tag 3 erfolgt? Oder nur bei einer Blastozystenkultur?
Embryoglue und EraTest werde ich auf jeden Fall in Betracht ziehen. Auf Clamydien bin ich negativ getestet worden und ich meine auch dass der Wert der Killerzellen ok war, ich werde da aber noch einmal nachfragen.
Was genau bewirkt Ionophor ?


Nunja, 5x0,3=1,5. Da es keine halben Blastozysten gibt, sind statistisch gesehen 1 oder 2 Embryonen das Ergebnis, wenn man 5 in die Kultur gibt.
Du hast Recht, dass es in Deutschland nicht erlaubt ist, einfach alle ins Rennen zu schicken. Üblich sind aber oft 6, da davon 30 % 2 Blastos ergibt und diese Rechnung auch "der deutsche Mittelweg" genannt und so praktiziert wird. Bei meinem 2. Sohn hatte ich den ersten Versuch in einer neuen Klinik. Dort wurden 6 von 8 Befruchtungen kultiviert, 1 Blasto entstand, 2 frühe Embryonen wurden kryokonserviert, aber tauten im Kryoversuch 3 Jahre später dann nicht mehr lebendig auf. In der darauf folgenden ICSI habe ich dann mit der Ärztin besprochen, dass bei ähnlichen Zahlen, nicht nur 2 kryokonserviert werden, sondern mehr als der deutsche Mittelweg in die Kultur gehen. So haben wir es dann auch gemacht: wieder 15 EZ, wieder 8 befruchtet, dieses Mal alle in Kultur und aus den statistisch erwarteten 2,4 Blastozysten wurden 3 tatsächlich entstandene.
Über solche Möglichkeiten solltest du mit deinem Arzt sprechen. Gerade nach mehrmaligen Fehlversuchen, die alle in die gleiche Richtung weisen, nutzen die Ärzte schon auch größere Spielräume.

Was die schlechte Entwicklung angeht, möchte ich versuchen eine Lanze für deine Embryos zu brechen. Ich hatte auch schon immer schlechte Embryonenqualität. Sie waren immer zu langsam in der Entwicklung, auch die Qualität war ernüchternd, vor allem für mein recht junges Alter, als wir begonnen. Aber keinem Embryo sieht man sein Einnistungspotenzial an. So sollte man im Einzelfall einfach genau so hoffen, wenn es keine Top-Embryonen sind. Denn du weißt auch bei nur 20 % Chance nicht, auf welcher Seite der Statistik du am Ende stehst.

EmbryoScope würde ich tatsächlich vorrangig in der Blastokultur nutzen, manche Kliniken beschränken die Nutzung auch hierauf. Am Ende wird das EmbryoScope allein auch nicht ausschlaggebend sein, ist aber ein weiteres Stellschräubchen.

Wenn es dir darum geht, innerhalb der 3 bezuschussten Versuche jede Chance genutzt zu haben, hast du den richtigen Weg gefunden mit einem TF an Tag 3 und Kryokonservierung der anderen frühen Embryonen.

LG


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 28.02.21 03:46 von Juna30.




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