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  Vom FA nicht ernst genommen...
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   marmeladenhimmel
schrieb am 29.07.2020 19:23
Hallo ihr Lieben,

das ist mein erster Post hier im Forum aber ich lurke schon lange und lese oft Beiträge.

Nun muss ich auch endlich selbst mal einen schreiben. Ich bin so unglaublich frustriert, und ich frage mich langsam, wie lang ich das noch durchhalten kann.

Mein Mann und ich sind jetzt im 13. ÜZ. Für viele von euch ist das bestimmt noch nicht so lang- aber mir kommt es unglaublich lange vor. Vielleicht bin ich auch mit einer naiven Einstellung drangegangen- wir sind beide relativ jung (beim Start war ich 25) und gesund (damals sogar ärztlich bestätigt). Um uns herum wurden Verwandte und Bekannte en masse schwanger. Eine Freundin von mir war schwanger nach ÜZ 1, und eine andere Bekannte wurde schwanger, obwohl ihr Mann durch Hodenkrebs nur noch einen Hoden hat, und weil sie EINMAL nicht verhütet haben. Nach all diesen Geschichten um mich herum war ich total zuversichtlich, dass es schnell gehen würde- spätestens im Herbst bin ich bestimmt schwanger. Aber jeden Monat wieder kamen meine Tage, und spätestens nach ÜZ 6 hat es sich jedes mal angefühlt wie ein Schlag ins Gesicht. Mein Eisprung ist super regelmäßig, wir setzen fleißig Bienchen... aber trotzdem klappt es nicht. Nach Monaten voller Frustration war ich dann vor ca. 2 Monaten beim Arzt. Insgesamt dauerte der Termin vielleicht 3 Minuten. "Joa, da kommen Sie zum Blutabnehmen und bringen Ihren Impfpass mit."... keine Frage nach regelmäßigem Eisprung, keine Frage nach anderen Faktoren. Aber ich dachte mir, ja okay, das kommt dass wsl, wenn er meine Blutergebnisse hat. Also, Blutabnahme, ein paar Tage später wieder hin. Das Ergebnis? "Also bei Ihnen sieht alles gut aus." Danke, tschüß. Das war's. Ich war so baff, dass ich nichtmal Fragen stellen konnte. Er hat mir keine Maßnahmen, keine weiteren Tests, nichts vorgeschlagen. "Sie sind ja jung- einfach weiter probieren." Danke für nichts... danach war ich so fertig, dass ich den ganzen Abend meinen Mann vollgeheult habe.
Ich kam mir einfach nicht ernstgenommen vor. Diese Begründung, dass ich ja jung sei, hat doch nichts damit zu tun, dass nicht vielleicht etwas medizinisches vorliegt?! Man kann doch nicht alles in einem Bluttest herausfinden, oder?!

Ich ärgere mich auch über mich selbst, weil ich nicht nachgehakt habe. Aber ich war in dem Moment einfach so überrollt... das Thema stresst mich sowieso schon total, und ich hatte von meinem Arzt eigentlich erwartet, dass er mir zuhört, mich ernst nimmt und mir wenigstens etwas pflanzliches oder so empfiehlt. Ich hätte mich schon gefreut, wenn er mir nur einen Zyklustee oder sowas empfohlen hätte... aber nichts... nichtmal ein bisschen Einfühlungsvermögen. Ich verstehe ja, dass das für ihn eben "Arbeit" ist, aber andererseits ist das doch ein total sensibles Thema, oder?!

Nun möchte ich eigentlich einerseits nochmal hin, um vehementer nach weiteren Behandlungsmöglichkeiten zu fragen (ich glaube auch, nach viel Recherche, dass ich unter einer Gelbkörperschwäche leide)- andererseits war die letzte Erfahrung so schlimm und schwierig für mich, dass ich richtig Angst habe, wieder zu meinem FA zu gehen... Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen? Kann mir jemand vielleicht pflanzliche Fruchtbarkeitshelferchen empfehlen?

Jedenfalls danke für's Lesen winken es tut gut, mich mal auszukotzen.


  Re: Vom FA nicht ernst genommen...
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   LisaLisa
schrieb am 29.07.2020 20:37
Liebe marmeladenhimmel,

oh mann, da würde ich mich aber auch abgekanzelt fühlen. Mal ganz unabhängig von euren vergeblichen Bastelversuchen erwarte ich ehrlich gesagt von meinem Frauenarzt, dass er ein Interesse daran hat, über meinen Zyklus informiert zu sein. Also wie lang, Schmerzen oder nicht etc. Ist denn bei der Blutuntersuchung irgendetwas herausgekommen? Was wurde denn untersucht?

Was dein Arzt aus meiner Sicht hätte sagen sollen - was nämlich gerade, wenn man noch nicht so tief im Thema drinsteckt, gerne von den betroffenen Frauen wie Männern ausgeblendet wird - ist: Lassen Sie Ihren Mann mal untersuchen. Sprich: Dein Partner sollte mal zum Andrologen gehen, sich durchchecken und unbedingt ein Spermiogramm machen lassen. Wenn es mit der Schwangerschaft nicht klappt, liegt es nämlich genauso häufig am Mann wie an der Frau. Als Frau tendiert man trotzdem dazu, die ‚Schuld‘ erst mal bei sich zu suchen und sich nach bestem Wissen ‚durchzuoptimieren‘, z.B. mit den von dir genannten Zyklustees, für die es ja keine Indikation zu geben scheint.

Kenne ich, war bei mir genauso. Ich bin 14 Monate nicht auf die Idee gekommen, dass vielleicht auch einfach das Sperma mies sein könnte. Stattdessen habe ich erst mal von Mönchspfeffer bis Frauenmanteltee alles mögliche bei mir versucht, was natürlich nichts gebracht hat.

Dazu kommt, das weitergehend Diagnostik bei der Frau dann irgendwann recht aufwändig wird. Bauchspiegelung etc. sind nicht ohne. Die Untersuchung beim Mann ist dagegen komplett nicht-invasiv, und ihr habt ganz schnell Ergebnisse.

Also mein Tipp wäre: Lasst euch einen Termin bei Andrologen geben und du suchst dir am besten einen neuen netten, zugewandten Frauenarzt. smile


  Re: Vom FA nicht ernst genommen...
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   milli2020
Status:
schrieb am 29.07.2020 21:16
Ich würde dir raten, deinen Zyklus zuerst selbst genau zu beobachten.
Misst du Temperatur, hast du Kurven? Aus denen kann man schon viel lernen.
Deinen Partner würde ich auch mal sofort zum Spermiogramm schicken. Hab ich nach 6 Monaten auch gemacht, bevor wir bei mir herumdoktern. smile
Bei uns war alles gut, aber schon mal wichtig, das ausschliessen zu können.

Weisst du genau wann deine Eisprünge sind? Machst du Ovulationsstest oder sonstiges (wie nfp) um den Eisprung einzugrenzen?
Wieso denkst du hast eine Gelbkörperschwäche?

Als nächsten Schritt, wenn du deinen Zyklus gut kennst, würde ich dir sonst noch ein Zyklusmonitoring empfehlen. In einer Kiwu klink zb.
Da wird am Anfang Blut abgenommen, deine Follikel bis zum Eisprung begleitet usw.
Wenn da wieder alles ok ist, kann man eine Eileiterdurchgängigkeitsprüfung machen.
usw...
Ein Schritt folgt dem nächsten.

LG, Milli

P.S.
Und den FA würde ich wechseln smile


  Re: Vom FA nicht ernst genommen...
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   Leli2020
schrieb am 29.07.2020 21:23
Ich kann mich meiner Vorrednerin nur anschließen.
Mein Zyklus hatte sich nach absetzen der Pille nach rund 6 Monaten wieder eingespielt. Dann zog ÜZ an ÜZ vorbei und jedes Mal ein negativ. Ich habe über Ovutests gepinkelt wie eine Weltmeisterin. Zyklusmonitoring total unauffällig. Nach 1.5 Jahren habe ich zu meinem Mann gesagt, dass er jetzt am Zug ist. Er hatte sehr daran zu knabbern und hat 3 Monate gebraucht um diesen Termin zu vereinbaren. Das Ergebnis war ein eingeschränktes Spermiogramm. Der Androloge fand es nicht katastrophal, hat aber zu Nahrungsergänzungsmittel geraten. Mein Gefühl hatte mir schon länger gesagt, dass da bei ihm vllt. etwas nicht stimmt.

Sprich mit deinem Mann. Er sollte auf seiner Seite auch alles abklären, ehe du dich weiteren Untersuchungen unterwirfst.

Alles Gute!


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  Re: Vom FA nicht ernst genommen...
avatar    Juna30
Status:
schrieb am 30.07.2020 09:46
Zitat
marmeladenhimmel
Hallo ihr Lieben,

das ist mein erster Post hier im Forum aber ich lurke schon lange und lese oft Beiträge.

Nun muss ich auch endlich selbst mal einen schreiben. Ich bin so unglaublich frustriert, und ich frage mich langsam, wie lang ich das noch durchhalten kann.

Mein Mann und ich sind jetzt im 13. ÜZ. Für viele von euch ist das bestimmt noch nicht so lang- aber mir kommt es unglaublich lange vor. Vielleicht bin ich auch mit einer naiven Einstellung drangegangen- wir sind beide relativ jung (beim Start war ich 25) und gesund (damals sogar ärztlich bestätigt). Um uns herum wurden Verwandte und Bekannte en masse schwanger. Eine Freundin von mir war schwanger nach ÜZ 1, und eine andere Bekannte wurde schwanger, obwohl ihr Mann durch Hodenkrebs nur noch einen Hoden hat, und weil sie EINMAL nicht verhütet haben. Nach all diesen Geschichten um mich herum war ich total zuversichtlich, dass es schnell gehen würde- spätestens im Herbst bin ich bestimmt schwanger. Aber jeden Monat wieder kamen meine Tage, und spätestens nach ÜZ 6 hat es sich jedes mal angefühlt wie ein Schlag ins Gesicht. Mein Eisprung ist super regelmäßig, wir setzen fleißig Bienchen... aber trotzdem klappt es nicht. Nach Monaten voller Frustration war ich dann vor ca. 2 Monaten beim Arzt. Insgesamt dauerte der Termin vielleicht 3 Minuten. "Joa, da kommen Sie zum Blutabnehmen und bringen Ihren Impfpass mit."... keine Frage nach regelmäßigem Eisprung, keine Frage nach anderen Faktoren. Aber ich dachte mir, ja okay, das kommt dass wsl, wenn er meine Blutergebnisse hat. Also, Blutabnahme, ein paar Tage später wieder hin. Das Ergebnis? "Also bei Ihnen sieht alles gut aus." Danke, tschüß. Das war's. Ich war so baff, dass ich nichtmal Fragen stellen konnte. Er hat mir keine Maßnahmen, keine weiteren Tests, nichts vorgeschlagen. "Sie sind ja jung- einfach weiter probieren." Danke für nichts... danach war ich so fertig, dass ich den ganzen Abend meinen Mann vollgeheult habe.
Ich kam mir einfach nicht ernstgenommen vor. Diese Begründung, dass ich ja jung sei, hat doch nichts damit zu tun, dass nicht vielleicht etwas medizinisches vorliegt?! Man kann doch nicht alles in einem Bluttest herausfinden, oder?!

Ich ärgere mich auch über mich selbst, weil ich nicht nachgehakt habe. Aber ich war in dem Moment einfach so überrollt... das Thema stresst mich sowieso schon total, und ich hatte von meinem Arzt eigentlich erwartet, dass er mir zuhört, mich ernst nimmt und mir wenigstens etwas pflanzliches oder so empfiehlt. Ich hätte mich schon gefreut, wenn er mir nur einen Zyklustee oder sowas empfohlen hätte... aber nichts... nichtmal ein bisschen Einfühlungsvermögen. Ich verstehe ja, dass das für ihn eben "Arbeit" ist, aber andererseits ist das doch ein total sensibles Thema, oder?!

Nun möchte ich eigentlich einerseits nochmal hin, um vehementer nach weiteren Behandlungsmöglichkeiten zu fragen (ich glaube auch, nach viel Recherche, dass ich unter einer Gelbkörperschwäche leide)- andererseits war die letzte Erfahrung so schlimm und schwierig für mich, dass ich richtig Angst habe, wieder zu meinem FA zu gehen... Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen? Kann mir jemand vielleicht pflanzliche Fruchtbarkeitshelferchen empfehlen?

Jedenfalls danke für's Lesen winken es tut gut, mich mal auszukotzen.

Guten Morgen!
Ich war vor 12 Jahren in der gleichen Situation wie du. Naja, nicht ganz. Bei mir stand schon eine Diagnose seit Jugend fest und ich hatte keinen Zyklus und keinen ES. Aber das Gefühl, einfach nicht ernst genommen zu werden, nur weil man so jung ist, ist mies.

Wenn du es positiv sehen willst, nutz die Gelegenheit, den Arzt zu wechseln. Ich verstehe seine Perspektive, aber das hilft dir ja nicht, wenn du dich auch in einer Schwangerschaft nicht gut aufgehoben fühlst, dich nicht traust, Fragen zu stellen, etc. Ich habe damals dann direkt eine andere Ärztin gesucht, bei der ich mich wohler fühlte und die dem Thema Kinderwunsch gegenüber auch aufgeschlossen war. Innerhalb einer Schwangerschaft zu wechseln ist nicht so einfach.

Was pflanzliches oder gar Homöopathie kann und möchte ich nicht empfehlen, weil mir heute noch leid tut, wie viel Geld ich da anfangs investiert habe. Entweder es ist bei euch alles ok und dann lappts genau so ohne Globuli und Co. Oder es liegt was im Argen, da helfen dann auch keine Globulis. Meine persönliche Meinung dazu. Andere werden bestimmt noch Empfehlungen haben.

Zu deinen Tests kann man nichts sagen, weil du nicht weißt, was zu welchem Zeitpunkt bestimmt wurde. Das würde ich mir mal kopieren lassen und genauer anschauen.

Ein weiterer Faktor wäre, den ES mittels NFP und/ oder LH-Teststäbchen zu bestimmen, um ganz sicher den ES zu treffen.
Und was mir nach 13 Zyklen am wichtigsten wäre: mein Mann sollte ein Spermiogramm machen lassen. Diese 3 Maßnahmen würde ich parallel machen, um Zeit zu sparen.

Alles Gute!


  Re: Vom FA nicht ernst genommen...
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   Pusteblume88
Status:
schrieb am 30.07.2020 15:56
Hallo marmeladenhimmel,
Bei mir war es damals ganz ähnlich. Wir übten auch ca 1 Jahr und nichts passierte. Ich habe lange die" Schuld "bei mir gesucht und war beim FA und hab mich gestresst/ mich gesorgt und unter Druck gesetzt.
Dann den FA gewechselt. Die neue Ärztin war einfühlsamer und empfahl uns zum Kinderwunschzentrum zu gehen.
Mein Mann war auch bereit dazu, wenn auch nicht sehr glücklich darüber und siehe da... Das Spermiogramm ist sehr sehr schlecht ausgefallen.
Da würden wir wahrscheinlich bis heute noch probieren...
Damals waren wir gerade 25 und hatten somit gute Chancen.
Verschenke keine Zeit und geh einfach mal hin!
Lg Pusteblume


  Re: Vom FA nicht ernst genommen...
avatar    Alice Cullen
Status:
schrieb am 04.08.2020 18:22
Auch bei mir hieß es immer sie sind jung (damals 24!) aber ich hab auf eigene Faust dann alles in die Hand genommen habe meinen Mann zum Urologen geschickt, das Spermiogram war dann aussagekräftig.

Habe dann auch gleich selber bei einer Kiwi parallel noch ein Termin gemacht!

Thema erledigt, habe aber auch zusätzlich den Gym gewechselt. Sowas brauch kein Mensch.

Mama wurde ich übrigens dann mit 27!


  Re: Vom FA nicht ernst genommen...
no avatar
   tabär
schrieb am 04.08.2020 19:04
Ohje, kein Wunder, dass du dich nicht ernstgenommen gefühlt hast. Meine FA war zwar einfühlsam, aber ich bin mittlerweile zu der Überzeugung gelangt, dass KiWu einfach nicht in die Expertise von FA fällt. Die machen Krebsvorsorge und betreuen einen während einer unkomplizierten Schwangerschaft und mehr leider nicht. Ich hatte im Lauf der Jahre bestimmt 3x einen Ultraschall und meiner FA sind die großen Eibläschen nicht mal aufgefallen...

Geht am besten gleich in ein Kinderwunschzentrum, die haben Routine in der Diagnostik. Und wie von meinen Vorrednerinnen empfohlen würde ich im Kiwuzentrum erstmal ein Spermiogramm machen lassen.
Sieh es positiv, dass ihr so jung seit, dann kommen von außen schon mal weniger "Tipps", dass ihr euch mal beeilen sollte. zwinker

Und dass es frustrierend ist, wie schnell andere schwanger werden, geht bestimmt allen hier so... Da bist du nicht allein. Wahrscheinlich ging es auch nicht bei all deinen Bekannten so reibungslos, wie sich das von außen anhört. Viele erzählen auch nicht, dass sie auch Schwierigkeiten hatten oder du weißt nur nicht, dass sie es auch schon erfolglos probieren. Bei Bekannten von uns dachte ich auch immer, wie unfair es ist, dass es beim 1. Versuch geklappt hat und irgendwann haben sie erzählt, dass es der 1. Versuch mit Clomifen war und es ohne auch nicht geklappt hatte. Also ihr seid wirklich nicht allein mit der Situation!




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