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  Unsere Geschichte - kleine Hoffnung
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   Henri48
schrieb am 23.07.2020 10:15
Hallo Ihr Lieben, ich möchte gerne meine Geschichte mit euch teilen. Ich hoffe, dass sie vielleicht Mut macht, an das kleine Wunder zu glauben. Ich weiss, dass jeder Weg individuell und anders ist, aber mir haben solche Nachrichten im Forum damals immer leise Hoffnung gemacht.

Nach 6 Jahren hat sich unser kleines Wunder endlich auf den Weg gemacht. Spontan.
Ausgangslage war ein dauerhaft schlechtes Spermiogramm und bei mir Endometriose Grad 4 mit starken Verwachsungen im Bauchraum, 3 Operationen und Hashimoto. Am Anfang hatten wir 3 negative Inseminationen, danach 1 Icsi mit 7 Blastos. 2 Blastos direkt nach der Icsi neg., 3 Kryoversuche mit 1 Blasto negativ. 2 sind noch eingefroren. Ich konnte nach den Kryos aufgrund meiner psychischen Lage keine weiteren Versuche starten. Entweder haben mich die Hormone durcheinander gebracht oder die ganze Kiwu-Sache übermannte mich. Begann dann eine Psychotherapie, um mit dem Thema klarzukommen, einiges anderes auch zu bearbeiten und einen Lebensentwurf zu haben, wenn es niemals etwas wird. Zeit geben wollten wir uns bis 41. Da hätten wir noch 5 Jahre gehabt. Wobei ich sagen muss, dass ich manchmal dachte, es wäre besser, wenn wir das Thema gar nicht mehr hätten. Dachte, dann wäre es leichter und man könnte unbeschwert nach vorne schauen. Das ging immer so lang gut bis der nächste Eisprung nahte... Die kleine Hoffnung jeden Monat ließ uns nicht los.
Vergangenen Februar waren wir nach langer Zeit im erneuten Kontakt mit der Kinderwunschklinik, jedoch vermasselte uns eine grosse Zyste den Kryoversuch. Also Abbruch und warten bis zur Periode, dann wieder melden. Aus irgendeinem unergründlichen Gefühl heraus hatte ich nach der Periode keine Lust auf das ganze Prozedere. Empfand die Kiwu-Klinik als drängend und Fließbandabfertigung. Im darauffolgenden Monat kam Corona und die Ansage, dass nun keine Behandlungen bis auf weiteres gemacht werden können. Irgendwie regte mich das gar nicht mehr auf. Dann halt später wieder. Ich kam in vollständige Kurzarbeit und erfüllte mir einen langgehegten Wunsch, einen Mbsr-Kurs. Diese 8 Wochen haben mein Leben verändert. Ich bin zur Ruhe gekommen und lernte alles so anzunehmen wie es ist. Ganz viel Vertrauen ins Leben zu bekommen. Dass alles seinem eigenen Plan folgt. Nun, ihr ahnt es schon.. Im Mai geschah es, der Test war positiv. Es war trotzdem Sex nach Eisprung usw., aber irgendwie war eine neue Lockerheit da. Dann dauerte es noch bis die Schwangerschaft in der Gebärmutter bestätigt werden konnte. Ich hatte schon 2018 eine Eileiterschwangerschaft und dementsprechend Ängste, dass es bei meinen Verwachsungen wieder stecken bleibt. Das war dann wie ein Wunder nicht so. Alles ist bis jetzt in Ordnung. Das Baby entwickelt sich sehr gut. Im Moment sind wir in der 13. Woche. Irgendwie können wir es immer noch nicht ganz fassen, sind aber ganz im Glück. Bis der Kopf das endlich nach der langen Zeit kapiert, wird es wohl noch etwas dauern. Ich hoffe, es geht weiterhin alles gut. Bin halt trotzdem leicht ängstlich, da ich es nun um keinen Preis mehr hergeben will. Aber auch da muss ich nun erneutes Vertrauen lernen.

Ich wünsche euch auf eurem Weg alles Gute und dass ihr die Hoffnung niemals ganz aufgebt! Würde mich freuen, falls ihr was dazu schreiben oder fragen möchtet.
Herzlichst, Henri (damaliger Nickname unserWunder)


  Re: Unsere Geschichte - kleine Hoffnung
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   MeinkleinesAprilkind
schrieb am 23.07.2020 20:34
Hey, unserWunder!!! Dich kenne ich doch 😊😍... Wir waren vor zwei/drei Jahren zusammen im Piep unterwegs!
Wie wunderbar, dass du hier nochmal schreibst! Und noch viel schöner, dass du trotz der ganzen "Baustellen" spontan schwanger geworden bist 💞 das ist einfach toll! Meinen herzlichsten Glückwunsch!

Ja, manchmal muss man solche Geschichten wirklich lesen, um einem Funken Hoffnung zu behalten.
Ich setze gerade auf Zeit, auf Pause und Ruhe. Nach einem Jahr Kampf und keiner intakten Schwangerschaft (nur eine mini-Einnistung), möchte man aufgeben und einfach nichts mehr davon hören 🙈 leider ist es bei uns auf natürlichem Weg ausgeschlossen... Aber wer weiß, vielleicht bringt eine weitere Behandlung das Glück?! Man weiß es nicht...

Dir wünsche ich alles Glück der Welt, dass ihr euer Wunder bald in den Armen halten dürft. Ich freue mich sehr für dich!!!

Ganz liebe Grüße,

Aprilkind 💕


  Re: Unsere Geschichte - kleine Hoffnung
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   Henri48
schrieb am 23.07.2020 21:42
Hallo liebes Aprilkind, wie schön von dir zu hören und vielen Dank für die Wünsche! Du hast Recht, wir waren damals im selben Piep! zwinker Mir waren die Pieps nur irgendwann zu viel. Ich konnte gar nicht mehr abschalten. Daher hatte ich mich davon geschlichen...
Es tut mir leid, dass ihr auch schon so einen langen Weg hinter euch habt und dass es auf normalen Weg ausgeschlossen ist. Da ist das mit dem Wunder natürlich auf eine erfolgreiche Behandlung begrenzt. Aber Gott seid Dank gibt es diese Möglichkeit. Auch da hab ich schon öfter gelesen, dass es noch nach Jahren bei der x-ten Behandlung geklappt hat. Aber ich kann mir vorstellen, dass es nicht nur finanziell sondern auch psychisch/physisch eine immense Belastung sein kann. Daher ist es absolut richtig, wie du schreibst, euch Ruhe zu geben und Pausen zu machen. Irgendwie muss man ja auch immer wieder zwischendurch Kraft und Hoffnung schöpfen können. Ich drück euch so die Daumen, dass euer Wunsch in Erfüllung geht! Sei lieb gegrüßt!


  Re: Unsere Geschichte - kleine Hoffnung
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   Henri48
schrieb am 23.07.2020 21:53
Liebes Aprilkind, jetzt muss ich trotzdem nochmal kurz nachhaken. Natürlich nur wenn du darauf antworten magst! Wenn ich in deiner Geschichte richtig gelesen habe, hattest du einmal eine FG in der 14. Woche. Das ist natürlich unglaublich krass. Wie findet man da den Mut weiter zu machen? Wenn ich überlege, dass uns das jetzt noch passieren könnte, ich wäre am Boden zerstört. So spät ist alles schon dran und der Bauch wächst und man hat es allen erzählt. Es muss sehr schwer gewesen sein oder? Konnte man damals nachverfolgen, an was es gelegen hat? Und hattest du eine FG oder einen Missed Abort?


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  Re: Unsere Geschichte - kleine Hoffnung
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   Madame Sorgengeist
schrieb am 23.07.2020 22:15
Liebe Henri,

wie wundervoll, dass du deine Geschichte hier teilst und Mut machst! Ich liebe solche Geschichten und bin dir sehr dankbar, dass erzählst.

Vermutlich kennst du mich nicht, da ich damals nur still mitgelesen habe und auch jetzt nur manchmal schreibe, weil mir (ähnlich wie dir damals) manchmal alles über den Kopf wächst und ich mich nur noch zurückziehen mag.

Aber ich erinnere mich sehr gut an dich und deinen hoffnunggebenden Namen. Und was soll ich sagen: Der Name "Unser Wunder" scheint dir zumindest im Nachhinein Glück gebracht zu haben. Ich gönne es dir von Herzen und kann einfach sooo gut nachvollziehen, was du psychisch durchgemacht hast und wie belastend es ist. Wir verstehen es hier alle sehr gut.

Ich wünsche dir alles Glück dieser Welt und bin mir ehrlich gesagt sicher, dass es dieses Mal bei dir gut gehen wird. Das Kind hat den Zeitpunkt selbst gewählt und wird ganz bestimmt bei dir bleiben - wenn du magst, berichte gerne, wenn das Kind auf der Welt ist oder irgendwann später (aber fühl dich nicht verpflichtet!!!).

Ich überlege nun tatsächlich meinen Namen zu ändern, damit mein "Sorgengeist-Name" nicht auch zum Programm bei mir wird, bzw. noch mehr Platz vereinnahmt. Ein wenig Optimismus braucht man ja um alles durchzustehen und vielleicht hilft eine kleine Namensänderung.

Mach es gut, bleib gesund, pass auf dich auf und vielen Dank noch einmal fürs Erzählen!!!

Liebe Grüße von Madame Hoffnungsgeist knuddel


  Re: Unsere Geschichte - kleine Hoffnung
avatar    Janosch77
schrieb am 24.07.2020 10:28
Wie alt bist du, wenn man fragen darf...und weiterhin alles Gute!


  Re: Unsere Geschichte - kleine Hoffnung
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   Niloa
Status:
schrieb am 24.07.2020 17:01
Liebe Henri,
ich gratuliere dir ganz herzlich! Eine Sache muss ich leider ansprechen, die mich an deinem Text stört: Es wirkt ein wenig so, als begründest du deinen Erfolg damit, dass du endlich mal Zeit hattest zur Ruhe zu kommen. Vielleicht meinst du es auch ganz anders. Es erinnert mich nur an die gut gemeinten, aber total dämlichen Sprüche von manchen Leuten, dass es schon noch klappen wird, wenn ich mich mal entspanne.
Sei nicht böse, dass du auf deine Geschichte etwas negative Kritik bekommst, ich wollte das nur loswerden und betonen, dass Stress oder kein Stress nicht mit schwanger werden zu tun hat zwinker


  Re: Unsere Geschichte - kleine Hoffnung
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   Henri48
schrieb am 24.07.2020 20:17
Hallo! Danke für die Glückwünsche nochmal.
Drücke allen von ganzem Herzen auch die Daumen!

@ madamehoffnungsgeist: es ist irgendwie verbindend, noch etwas von jmd von damals zu lesensmile Ja, Hoffnungsgeist klingt wirklich positiver, aber ob man das nachträglich noch ändern kann ohne neu anzumelden? Aber denk dran, vom Namen hängt das Ergebnis ganz sicher nicht ab!zwinker Nur falls es dich selbst stört...

@Janosch: ich bin 36

@Niloa: Oh, ich kann deine Gedanken absolut verstehen. Kann diese "Entspannungs"-Empfehlungs-Sätze, die alle sagen, auch nicht hören. Wie entstehen denn sonst Babys im Krieg oder bei Vergewaltigungen...? Ein Kind kommt, wann es kommen will und soll.
Mit meiner Geschichte wollte ich kein Rezept vermitteln, sondern nur meinen Weg beschreiben. Gerne nochmal näher: Ich hatte für mich nach langer Zeit die Einstellung gefunden, dass das Leben so kommt, wie es will und ich mich dem füge. Also ich einfach nicht mehr Gott spielen will. Irgendwie ein Einverstandensein, ob ich Mutter werde oder eben nie. Das musste ich mir hart erarbeiten... in der Therapie und der Mbsr Kurs hat das abgerundet. Ob das nun am Ende eine Rolle gespielt hat oder unsere Körper gesünder waren oder es eben einfach jetzt so sein sollte. Wer weiss es schon?! Der Weg hat mir auf jeden Fall aus meiner persönlich größten psychischen Krise geholfen. Denn ich hätte mir ein Leben ohne Kinder vorher nie vorstellen können. Daran musste ich arbeiten, sonst wäre ich kaputt gegangen. Hab wieder gelernt, mein Leben zu genießen, alles was da ist zu schätzen und auch die Partnerschaft zu zweit zu lieben.
Wir haben ja trotz allem bewusst weiter geübt, nur eben mit mehr Offenheit, was passiert. Die Grenze hatte ich mir erst Anfang 40 gesetzt.
Wie gesagt, ich wollte nur meine Umstände erzählen, das kann bei jedem ganz anders aussehen und es gibt niemals ein Patentrezept, wie wir alle aus ettlichen Geschichten hier wissen.




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