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  Polkörperbiopsie - sinnvoll oder unnötige Auslese von Embryonen mit Potenzial
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   Mia.Engel
schrieb am 15.07.2020 15:15
Ich bin ziemlich verwirrt! Wir haben uns von 2 Kinderwunschexperten, die beide an führenden Instituten tätig sind, Meinungen zum Thema Polkörperdiagnostik eingeholt. Die Meinungen gehen komplett auseinander.

Experte 1 sagt, dass die PKD zu höheren Schwangerschaftsraten führt und jedenfalls zu empfehlen ist, wenn man sie sich leisten kann. Ohne Nachteile.

Experte 2 sagt, dass die PKD folgende Nachteile hat:
- die Embryonen müssen 5 Tage in der Petrischale verbleiben und das tut ihnen nicht gut. Manche Embryonen, die sich nach Tag 3 oder 4 nicht mehr weiterentwickeln hätten u.U. in der Gebärmutter eine Chance gehabt.
- Embryonen haben Selbstheilungskräfte. D.h. auch aus einer Eizelle mit Chromosomenanomalien kann sich ein gesunder Embryo/Baby entwickeln.

Ich habe auf dieser Seite zwei Artikel dazu gefunden, die eher Experten Nr. 2 recht geben. Allerdings sind diese Einträge schon etwas älter.
Daher meine Fragen: Sind diese Blogeinträge noch aktuell? Und gibt es neue Studien aus den letzten Jahren dazu? Wenn ja, welche? Und gibt es dazu Artikel in deutscher Sprache?


  Re: Polkörperbiopsie - sinnvoll oder unnötige Auslese von Embryonen mit Potenzial
avatar    Marle80
Status:
schrieb am 17.07.2020 06:19
Hallo Mia,

ich kann keinen Vergleich aufführen, wir haben bei unserem letzten Versuch 2015 eine PKD gemacht, weil ich 300 Kilometer bis zur Kiwu fahren musste und außerdem wollte ich frühe Aborte verhindern, die ja meist von Chromosomenstörungen kommen. Am Ende hat es von 8 befruchteten Eizellen auch nur eine geschafft, die gerade neben mir schläft. Ich hatte damals auch die ausführliche PKD machen lassen, gab verschiedene, eine hat nur wenige Chromosomenfehler beachtet, die wollten wir nicht.
Das mit der Selbstheilung hatte ich skeptisch gesehen. Kann dazu nicht viel sagen, aber ich wollte Chromosomenanomalien einfach ausschließen, war damals 35. Da sind ja schon ungefähr die Hälfte Hälfte der Eizellen betroffen bei gesunden Frauen, was dann auch der Fall war. 4 Eizellen hatten chromosomale Auffälligkeiten.

Alles Gute und LG


  Re: Polkörperbiopsie - sinnvoll oder unnötige Auslese von Embryonen mit Potenzial
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   Mia.Engel
schrieb am 17.07.2020 22:04
Das ist ja extrem gut gelaufen!!! Wow! Bei mir ist von 6 Embryos nach der PKD leider auch nur ein Embryo über geblieben. Wie bei Dir. Und der hats leider nicht geschafft... Jetzt frag ich mich natürlich, ob die anderen Embryonen tatsächlich kein Potenzial mehr gehabt hätten. Obwohl ich schon 40 bin, waren nur 50% genetisch nicht in Ordnung. 2 genetisch gesunde Embryonen haben sich nach dem Tag 4 leider nicht weiter entwickelt. Jetzt frag ich mich natürlich, ob die in der Gebärmutter vielleicht überlebt hätten...





Zitat
Marle80
Hallo Mia,

ich kann keinen Vergleich aufführen, wir haben bei unserem letzten Versuch 2015 eine PKD gemacht, weil ich 300 Kilometer bis zur Kiwu fahren musste und außerdem wollte ich frühe Aborte verhindern, die ja meist von Chromosomenstörungen kommen. Am Ende hat es von 8 befruchteten Eizellen auch nur eine geschafft, die gerade neben mir schläft. Ich hatte damals auch die ausführliche PKD machen lassen, gab verschiedene, eine hat nur wenige Chromosomenfehler beachtet, die wollten wir nicht.
Das mit der Selbstheilung hatte ich skeptisch gesehen. Kann dazu nicht viel sagen, aber ich wollte Chromosomenanomalien einfach ausschließen, war damals 35. Da sind ja schon ungefähr die Hälfte Hälfte der Eizellen betroffen bei gesunden Frauen, was dann auch der Fall war. 4 Eizellen hatten chromosomale Auffälligkeiten.

Alles Gute und LG



  Re: Polkörperbiopsie - sinnvoll oder unnötige Auslese von Embryonen mit Potenzial
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   iola20
Status:
schrieb am 17.07.2020 23:24
Liebe Mia,
Bei mir waren von 8 getesteten Blastos 8 genetisch defekt. Bei einer Freundin von mir aber von 8 getesteten Blastozysten 3 gesund. Sie wurde dann auch schwanger...
Ich war damals 37/38 und hatte davor schon 4 ivfs. Bei der 4 .ivf wurde ich endlich schwanger und bin es auch geblieben. Davor hatte ich 2 Fehlgeburten und 2 biochemische Schwangerschaften und das bei 7 Transfers. Wobei ich viel gelesen habe und dabei eben genetische Defekte als Hauptgrund von frühen Abgängen
Angegeben waren, bei mir dürfte das stimmen.
Da ich mir die Fehlgeburten und bioch. Ss ersparen wollte bin ich fürs geschwisterchen nach Tschechien gegangen um eben Defekte embryonen auszuschließen. Das Ergebnis war eben alle 8 defekt( aus 3 icsis).
Ich hatte dann noch 2 icsis (wieder zuhause) mit einer fehlgeburt in der 10. Sswoche und einer biochemischen ss. Danach habe ich es belassen, aber hätte ich noch keine Kinder und die finanziellen möglichkeiten würde ich getestete Embryonen einsetzen lassen, weil ich fand diese vielen bioch. Ss und fehlgeburten doch sehr zermürbend.

Bei uns in Österreich werden wenn möglich sowieso Blastozysten eingesetzt. Selbstheilung ist was ich gelesen habe eher von tag 3 auf tag 5. Aber die modernen testverfahren testen ja nicht mehr an tag 3 sondern an tag 5 und untersuchen alle chromosomen. Und auch werden die Embryonen dann als blastos eingefroren und das funktioniert gut mit guten auftauraten. Ebenso gibt es ja nicht nur defekte, sondern bei mir war ein embryo ein mosaicembryo, d.h. 40% der entnommenen Zellen waren genetisch defekt, 60% in Ordnung. Diesen Embryo kann man auch transferieren (wenn nicht gerade bestimmte chromosomen betroffen sind), da die Biologen davon ausgehen, dass sich nur die gesunden Zellen weiter teilen und die defekten zur Plazenta werden oder eben der Embryo sich nicht einnistet.

Lg iola


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  Re: Polkörperbiopsie - sinnvoll oder unnötige Auslese von Embryonen mit Potenzial
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   Mia.Engel
schrieb am 27.07.2020 13:23
Liebe Iola,

soweit ich das verstanden habe, wäre das dann eine genetische Testung des Embryos und die sind doch in Ö verboten, oder?

LG
Mia


  Re: Polkörperbiopsie - sinnvoll oder unnötige Auslese von Embryonen mit Potenzial
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   iola20
Status:
schrieb am 27.07.2020 18:11
Also in Österreich ist pid erlaubt, wenn 3 Transfers von guten Embryos nicht zu einer ss führen oder zu Fehlgeburten und der Arzt eine genetische Ursache vermutet. Meine Frauenärztin hat das bei mir vermutet, also hätte ich pid wählen dürfen. Wie in Ö getestet wird weiß ich nicht, da hier die Untersuchung einer Eizelle gleich viel kostet wie die Untersuchung mehrere Eizellen in Tschechien. Und so habe ich dann nach dem Entschluss nach Tschechien gewechselt... dort wurde ngs gemacht, welches Verfahren in Ö gemacht worden wäre kann ich dir nicht sagen, habe mich dann damit nicht mehr beschäftigt.

Lg iola


  Re: Polkörperbiopsie - sinnvoll oder unnötige Auslese von Embryonen mit Potenzial
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   mariechen74
schrieb am 28.07.2020 00:30
Zitat
Mia.Engel
Ich bin ziemlich verwirrt! Wir haben uns von 2 Kinderwunschexperten, die beide an führenden Instituten tätig sind, Meinungen zum Thema Polkörperdiagnostik eingeholt. Die Meinungen gehen komplett auseinander.

Experte 1 sagt, dass die PKD zu höheren Schwangerschaftsraten führt und jedenfalls zu empfehlen ist, wenn man sie sich leisten kann. Ohne Nachteile.

Experte 2 sagt, dass die PKD folgende Nachteile hat:
- die Embryonen müssen 5 Tage in der Petrischale verbleiben und das tut ihnen nicht gut. Manche Embryonen, die sich nach Tag 3 oder 4 nicht mehr weiterentwickeln hätten u.U. in der Gebärmutter eine Chance gehabt.
- Embryonen haben Selbstheilungskräfte. D.h. auch aus einer Eizelle mit Chromosomenanomalien kann sich ein gesunder Embryo/Baby entwickeln.

Ich habe auf dieser Seite zwei Artikel dazu gefunden, die eher Experten Nr. 2 recht geben. Allerdings sind diese Einträge schon etwas älter.
Daher meine Fragen: Sind diese Blogeinträge noch aktuell? Und gibt es neue Studien aus den letzten Jahren dazu? Wenn ja, welche? Und gibt es dazu Artikel in deutscher Sprache?

Hallo,
also meines Wissens sagen alle Statistiken aus, dass sich die Schwangerschaftsraten nicht erhöhen - allerdings mindert sich das Risiko einer Fehlgeburt. Und man hat ggf. einen Erkenntnisgewinn, wenn alle Eizellen aneuploid sind- wobei auch das ja einfach ein schlechter Zyklus gewesen sein könnte. Mich hat nachdenklich gestimmt, dass mir meine Ärztin von einer Patientin erzählte, bei der 4mal alle Eizellen nicht in Ordnung waren und die dann später doch nochmal schwanger wurde.
Uns wurde auch zur PKD geraten (um dann ggf. mit den Behandlungen leichter aufhören zu können) und ich habe hier und auch im Klein-putz-forum nachgefragt. Dr. Peet im Nachbarforum schrieb mir, dass es schon ein gewisser "Streß" für die Eizelle sei, wenn der Polkörper entnommen wird.... Unsere Kiwu hätte außerdem nur die häufigsten Chromosomenanomalien untersucht.
Wir haben uns mit Ü40 dagegen entschieden, weil ich gedacht habe: Wenn noch eine intakte Eizelle dabei ist, dann will ich die nicht durch so eine Zusatzbelastung möglicherweise schädigen. Und von den Selbstheilungskräften hatte ich auch gelesen und wollte diese Chance nicht nehmen - wobei ich nicht weiß, ob das tatsächlich für schwere Schädigungen auch gilt.
Was die Verweildauer in der Petrischale anbetrifft, gehen die Meinungen auch auseinander. Da haben wir allerdings Blastozystenkultur gemacht. Unsere Kiwu macht fast immer späten Transfer, hat ein sehr gutes Labor und da ist dann auch eine Selektion erfolgt und die Anzahl der Transfere vermindert . Bei mir war es tatsächlich so, dass die besten Embryonen (expandierte Blastozysten) zur intakten Schwangerschaft geführt haben. Ob es andere im Körper geschafft hätten, die es so nicht geschafft haben, das wissen wir natürlich nicht.
PKD kostet ja auch Geld - da habe ich lieber eine weitere Icsi gemacht.
Dass wir tatsächlich mit Ü40 noch zwei Kinder bekommen haben, ist natürlich gar nicht selbstverständlich, sondern ein Wunder und ein sehr großes Geschenk.

LG und gute Entscheidungsfindung,

Mariechen


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 28.07.20 00:34 von mariechen74.




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