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  Spermien-Eizell-Interaktionsstörung
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   Wunschkindlein3
schrieb am 19.06.2020 08:21
Guten Morgen allerseits! Ich versuche es noch ein letztes Mal, da mein letzter Post irgendwie untergegangen ist. Ich hatte vor einiger Zeit Fragen zur Interaktionsstörung zwischen Spermien und Eizelle gestellt. Ich bedanke mich herzlich für die Antworten von ebenfalls Betroffenen und vom Doc! Eine Frage blieb aber unbeantwortet, darum wollte ich da nochmal nachhaken: Wenn es so ist, dass die Interaktionsstörung nicht immer manifest ist, sie auch bei Paaren mit sekundärer Sterilität vorkommt und auch nach jahrelanger Unfruchtbatkeit plötzliche, mitunter sogar mehrfache Schwangerschaften auf natürlichem Weg möglich sind, könnte man denn durch Vitamine, Antioxidantien etc. etwas positiv beeinflussen? Die Ärzte nahmen ja an, dass meinem Mann im Spermienkopf entweder ein Enzym fehlt oder unsere Rezeptoren nicht zueinander passen, wir quasi inkompatibel, obwohl gesund sind. Kann man die Befruchtungsfähigkeit der Spermien durch Orthomol fertil, Macca etc. verbessern? Kann man die Spermien überhaupt pimpen, wenn die Spermiogramme alle gut sind (nur die Morphologie war mit 4-6% immer gering, es gab einige Kopfdefekte, aber der Wert an sich war durchaus noch im normalen Rahmen)? Menge und Motilität waren immer top. Kann ich selbst als Frau auch irgendwas einnehmen? Oder ist das völliger Quatsch bei diesem Problem? Wir trinken und rauchen beide nicht und ernähren und normal. Wie gesagt, nachdem es zweimal bei uns durch ICSI zum Glück geklappt hat, möchte mein Mann keine weitere Kinderwunschbehandlung mehr (aus vielen Gründen, die es jetzt zu lang wäre, hier auszuführen), aber wir würden uns über ein weiteres Kind auf natürlichem Wege dennoch sehr freuen. Vor allem mein Wunsch ist groß und ich kann da (noch) nicht loslassen. Wenn wir selbst etwas beeinflussen oder unternehmen können, werden wir es zumindest versuchen. Ich habe allerdings kaum Hoffnung, da ich in 7,5 Jahren ohne Verhütung nicht einmal natürlich schwanger geworden bin. Wenn ich wüsste, dass wir das selbst in keiner Weise durch eine gesunde Lebensweise und zusätzliche Präparate beeinflussen können, könnte ich andererseits innerlich auch leichter mit dem Thema abschließen. Vielen Dank!


  Re: Spermien-Eizell-Interaktionsstörung
avatar    Juna30
Status:
schrieb am 19.06.2020 16:55
Zitat
Wunschkindlein3
Guten Morgen allerseits! Ich versuche es noch ein letztes Mal, da mein letzter Post irgendwie untergegangen ist. Ich hatte vor einiger Zeit Fragen zur Interaktionsstörung zwischen Spermien und Eizelle gestellt. Ich bedanke mich herzlich für die Antworten von ebenfalls Betroffenen und vom Doc! Eine Frage blieb aber unbeantwortet, darum wollte ich da nochmal nachhaken: Wenn es so ist, dass die Interaktionsstörung nicht immer manifest ist, sie auch bei Paaren mit sekundärer Sterilität vorkommt und auch nach jahrelanger Unfruchtbatkeit plötzliche, mitunter sogar mehrfache Schwangerschaften auf natürlichem Weg möglich sind, könnte man denn durch Vitamine, Antioxidantien etc. etwas positiv beeinflussen? Die Ärzte nahmen ja an, dass meinem Mann im Spermienkopf entweder ein Enzym fehlt oder unsere Rezeptoren nicht zueinander passen, wir quasi inkompatibel, obwohl gesund sind. Kann man die Befruchtungsfähigkeit der Spermien durch Orthomol fertil, Macca etc. verbessern? Kann man die Spermien überhaupt pimpen, wenn die Spermiogramme alle gut sind (nur die Morphologie war mit 4-6% immer gering, es gab einige Kopfdefekte, aber der Wert an sich war durchaus noch im normalen Rahmen)? Menge und Motilität waren immer top. Kann ich selbst als Frau auch irgendwas einnehmen? Oder ist das völliger Quatsch bei diesem Problem? Wir trinken und rauchen beide nicht und ernähren und normal. Wie gesagt, nachdem es zweimal bei uns durch ICSI zum Glück geklappt hat, möchte mein Mann keine weitere Kinderwunschbehandlung mehr (aus vielen Gründen, die es jetzt zu lang wäre, hier auszuführen), aber wir würden uns über ein weiteres Kind auf natürlichem Wege dennoch sehr freuen. Vor allem mein Wunsch ist groß und ich kann da (noch) nicht loslassen. Wenn wir selbst etwas beeinflussen oder unternehmen können, werden wir es zumindest versuchen. Ich habe allerdings kaum Hoffnung, da ich in 7,5 Jahren ohne Verhütung nicht einmal natürlich schwanger geworden bin. Wenn ich wüsste, dass wir das selbst in keiner Weise durch eine gesunde Lebensweise und zusätzliche Präparate beeinflussen können, könnte ich andererseits innerlich auch leichter mit dem Thema abschließen. Vielen Dank!

Hi Wunschkindlein,
ich befürchte, dass deine Frage unbeantwortet bleibt.
Es gibt ein paar Maßnahmen, die nachgewiesener Maßen z. B. die Spermienanzahl erhöhen können. Hierzu könnte man Maßnahmen einführen und etwa 90-100 Tage später in einem Spermiogramm schauen, ob sich etwas getan hat. Im Einzelfall bleibt es natürlich Spekulation, aber man könnte so Studien durchführen.
Ich habe aber noch nie irgendwo gelesen, dass man nach Maßnahmeneinführung wieder eine IVF macht, um zu sehen, ob es nun eine Befruchtung gibt und im Bereich GVnP forscht man da auch nicht nach.
Das Ziel ist in diesem Fall ja nicht, möglichst viel über die Prozesse zu erfahren, sondern schwanger zu werden und da entscheiden sich die meisten Paare schneller für den nächsten Schritt auf der "Behandlungsleiter" als für noch mehr Monate GVnP, worein sie keine Hoffnung mehr investieren wollen.

Gerade Maca Kapseln und Orthomol fertil gehören zu den Mitteln, die auf eine gewisse Zeit wahnsinnig viel Geld verschlingen und nicht nachweislich für eine Verbesserung sorgen, auch nicht bei Qualität und Quantität, die ja schneller und einfacher Messbar sind.
Ernährung ist immer so eine Sache. Was heißt "normale Ernährung"? Es gibt da fast immer etwas zu optimieren und das ist immer gut für die gesamte Gesundheit. Ob das die Produktion der Spermien derart beeinflusst, dass fehlende Enzyme gebildet werden oder Rezeptoren verändert werden können, wage ich zu bezweifeln. Wenn ja, würde ich es an dieser Stelle mit Vermeidung von Zellgiften und Suchtstoffen versuchen, z. B. auch durch Vermeidung aller nicht natürlich vorkommenden Zuckerarten.
Du hast Recht. Es gibt diese Paare, die nach 10 Jahren, 12 oder gar 15 Jahren noch auf natürlichem Wege schwanger werden. Oder ein Kind wird adoptiert und dann kommt noch ein genetisch eigenes hinterher.
Aber: bei all diesen Paaren weiß man einfach nicht, woran es scheiterte. Wie viele davon hatten eine echte Interaktionsstörung? Und welche? Und haben sie Maßnahmen eingeführt oder war es Zufall? Alles wieder nicht klärbar und für euren Einzelfall meiner Meinung nach auch nicht relevant.

In deiner Situation würde ich als aller erstes das Gespräch mit meinem Mann suchen, notfalls immer wieder. Offentlichtlich leidest du darunter, dass ihr nach zwei Erfolgen nun keinen weiteren Versuch startet, um ein weiteres Kind zu bekommen. Ich finde, Kinderwunsch ist immer etwas gemeinsames. Das heißt natürlich nicht, dass dein Mann deinen Wünschen entsprechen muss, aber ich hätte gern in meiner Beziehung, dass mein Mann meine Gefühle und Wünsche kennt und auch dass und wie sehr ich darunter leide, damit er mich unterstützen kann, zumindest durch Verständnis und emotionale Stütze. Ebenso würde ich mich austauschen wollen über seine Gründe und die dahinter stehenden Gefühle, damit man füreinander das Verständnis nicht verliert. Vielleicht kann dann irgendwann einer von beiden sagen: OK, deine Gefühle sind so stark und dein Wunsch so groß. Mit gutem Gewissen, gehe ich mit dir den Weg. Das kann nicht nur die Variante sein, dass dein Mann zustimmt, noch eine Behandlung zu machen. Es kann auch sein, dass sich deine Gefühle dadurch, nach und nach verändern und du eine gewisse Zufriedenheit erlangen kannst mit eurer jetzigen Situation.
Nach unseren ersten beiden Erdenkindern hatte ich auch einen wahnsinnig großen Wunsch nach einem weiteren, daher kann ich deinen Wunsch so gut verstehen. Es ist egal, wie viele Kinder man hat, Kinderwunsch ist Kinderwunsch.
Mir hat letztes Jahr nach einer kurzen Schwangerschaft geholfen, mich intensiv mit Planungen für die aktuelle Familiensituation zu befassen, mir Urlaube, Ereignisse der nächsten Zeit vorzustellen, vorzuplanen, etc Ich habe mich von meinem weiteren Wunschkind distanziert, angefangen Babykleidung auszusortieren und ganz bewusst wegzugeben. Der Druck wurde weniger und so konnten wir uns ohne Druck nochmal für 2 ICSIs entscheiden, wovon die zweite dann nochmal erfolgreich war.
Kommt das nach den Gesprächen für euch nicht in Frage, würde ich weiter bewusst versuchen, mich davon zu distanzieren und ggf. an dieser Stelle auch Beratung in Anspruch zu nehmen.
Mich mit Maßnahmen für bessere Spermien und gegen die Interaktionsstörung zu befassen und dadurch die Hoffnung aufrecht zu erhalten und auf unbestimmte Zeit zu verlängern, würde mich sehr stressen und über die Dauer immer unglücklicher machen, weil mir die Anteile, die in meiner Hand liegen, in denen ich aktiv beitragen kann, zu wenig wären.

Ich wünsche dir für euren Weg alles Gute,
Juna


  Re: Spermien-Eizell-Interaktionsstörung
no avatar
   Wunschkindlein3
schrieb am 26.06.2020 16:47
Hallo Juna, ich danke dir für deine sehr ausführliche Antwort. Nicht ganz verstanden habe ich allerdings, ob Orthomol nun wenigstens die Quantität verbessert oder nicht. Meine Überlegung ist halt die: Wenn mehr Spermien da sind, dann ist auch die Chance größer, dass ein paar dabei sind, die befruchtungsfähig sind. Darum meine Frage zu den Vitaminpräparaten. Ich kenne zwei Frauen, die das gleiche Problem mit ihrem Mann hatten und unter der Einnahme von Vitaminen plötzlich schwanger geworden sind. Unter normaler Ernährung verstehe ich genau das, was ich geschrieben habe. Prinzipiell essen wir gesund, viele Eintöpfe und Gemüse, auch Obst natürlich, aber ab und zu gibt es auch mal ein Stück Kuchen bei der Schwiema, wir essen eine Pizza oder wir fahren zum MC Doof (nur 1x in 3 Monaten!). Mein Mann isst auch ziemlich viel Fleisch, für mein Empfinden zu viel, aber er liebt es einfach. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, wir ernähren uns immer und ausschließlich gesund, aber als ungesund würde ich unsere Ernährung auch nicht bezeichnen. Wir rauchen und trinken beide zeitlebens nicht. Eine weitere ICSI ist völlig ausgeschlossen. Es gibt viele Gründe dafür, auch vernünftige. Wir sind nicht mehr die Jüngsten. Wir sind aktuell schon 37 und 43, aber unsere Jungs sind noch ziemlich klein, so dass ein weiteres Kind jetzt sowieso noch kein Thema wäre. Wenn dann in 3-4 Jahren und dann wären wir biologisch schon recht alt. Die Kinderwunschbehandlung war zeitlich mit den ganzen Terminen und der permanenten und weiten Fahrerei (gut 50 km weg) neben der Arbeit sehr einschränkend, mit zwei kleinen Kindern wäre es nun noch schwerer organisierbar. Emotional war es auch nicht einfach, ständiges Hoffen und Bangen und finanziell für uns enorm belastend. Ich hatte komplikationsreiche Schwangerschaften und auch zwei traumatische Geburten, darunter ein Notkaiserschnitt bei 33+3 wegen Placenta praevia und beginnender Plazentaablösung. Mein Sohn schwebte in Lebensgefahr und lag wochenlang auf der Intensivstation. Die erste Zeit daheim mit einem Frühchen war extrem anstrengend und ich war oft am Ende meiner Kräfte. Ich hatte zwei Kaiserschnitte, ein dritter wäre riskant wegen einer möglichen Uterusruptur. Mein Mann sagt, wir sollten uns an den zwei gesunden Jungen erfreuen und zufrieden sein. Sie sind eh ein Wunder und er möchte das Schicksal nicht nochmal herausfordern, dass einem dritten Kind oder mir am Ende womöglich noch was zustößt. Wir haben außerdem zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine zu kleine Wohnung und ein zu kleines Auto, können aber auch nicht umziehen, da die Immobilienpreise hier im Münchner Raum jenseits von gut und böse sind. Die Kinder haben zusammem nur ein 1/2 Kinderzimmer, der Rest ist Büro. Das benötigt mein Mann aus beruflichen Gründen, weil er auch von daheim aus arbeitet. Es sprechen rational gesehen einfach viel zu viele Dinge dagegen. Bewusst möchte mein Mann daher nicht mehr daran arbeiten. Außerdem hatte er immer den Traum von zwei Kindern im Kopf. Er selbst ist glücklich so, wie es ist. Aber er sagt eben auch nicht komplett "nein" zu einem weiteren Kind, was es für mich noch schwerer macht. Würde es auf natürlichem Wege klappen, so wäre das ein Wunder, ein Sechser im Lotto. Wir würden uns unendlich freuen (auch er!) und wir würden dieses Kind auf keinen Fall abtreiben. Ja, ich selbst leide unter der Situation. Ich habe mir das so gewünscht, mal einen Mann und drei Kinder zu haben. Er ist allerdings der Meinung, dass wir die Gegebenheiten so akzeptieren müssen, wie sie nun mal sind. Das Leben verläuft eben oft anders als man sich das vorstellt. Ich traue mich kaum noch, ihn deswegen anzusprechen, denn er möchte seine Meinung nicht ändern und er findet, sass ich langsam zu viel auf dem Thema herumreite. Ich persönlich kann nicht glauben, dass man rein gar nichts gegen diese Form von Unfruchtbatkeit unternehmen kann. Das geht mir einfach nicht in den Kopf! Angeblich sind wir beide völlig gesund, aber ein Kind auf natürlichem Wege zusammen zu zeugen scheint seit 7,5 Jahren (seitdem verhüten wir nicht) ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Andere Frauen haben 2 Zyklen GV und bleiben gleich schwanger. Egal, ob in meiner Familie oder unter meinen Freudinnen. Wie kann das sein, dass es bei denen sofort funktioniert und bei uns nie? Ich verstehe das einfach nicht. LG Wunschkindlein




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