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  Auch zweite ICSI negativ - ist weitergehende Diagnostik jetzt sinnvoll?
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   LisaLisa
schrieb am 30.04.2020 18:45
Hallo zusammen,

ja, ich geb’s zu, die Verzweiflung nimmt zu. Am Montag bekamen wir das negative Ergebnis des Bluttests nach der zweiten ICSI. Bei beiden ICSIs hat die Implantation nicht geklappt bzw. die Embryonen haben sich im Uterus nicht weiterentwickelt. Bei der ersten ICSI gab es einen Tag 2-Transfer von 2 Embryonen, da mehr nicht zur Auswahl stand. Bei der zweiten ICSI bekam ich an Tag 5 eine Top-Blastozyste zurück.

Nun könnten wir diesen Zyklus erstmals einen Kryoversuch wagen, denn von der zweiten ICSI bleiben uns drei eingefrorene 2-PN. Bei der ersten ICSI war nichts übrig.

Bislang gilt ausschließlich mein Mann als ‚Verursacher‘, mit viel zu wenig und langsamem Sperma. Ich bin gerade 34 geworden, er ist 37. Bei mir ist nichts auffällig, und es wurde bislang Folgendes untersucht:

AMH und TSH: unauffällig bis gut
Eileiter sind durchlässig
Zyklus völlig normal und unauffällig, Blutwerte normal
Ausschluss PCOS
GSH immer bei ca. 1cm
Gerinnungsstörungen wurden großzügig untersucht und ausgeschlossen, ich hab in beiden ICSIs trotzdem Clexane genommen

Ich überlege nun: Ist es zu übereilt, vor dem Kryo-Transfer erst einmal auf weitergehende Analysen bei mir zu bestehen? Z.B. Gebärmutterspiegelung, das ist ja nun auch nicht super aufwändig. Was kann man denn noch unternehmen? Ist es für Genetik, Immunstatus noch zu früh?

Ich denke mir halt, wenn bei mir doch angeblich so gar nichts auffällig ist, warum nistet sich dann nicht einmal eine Top-Blastozyste ein? Wie lange probiert man es denn ‚einfach so‘?

Leider können wir erst Ende nächster Woche mit der Ärztin darüber sprechen und müssen uns dann quasi auch sofort entscheiden, ob der Kryotransfer stattfinden soll. Deshalb würde ich gern so informiert wie möglich ins Gespräch gehen...

Danke euch!


  Re: Auch zweite ICSI negativ - ist weitergehende Diagnostik jetzt sinnvoll?
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   Pfifferling81
Status:
schrieb am 01.05.2020 09:44
Hallo Lisa,

erstmal tut es mir sehr leid dass Eure 2. ICSI nicht geklappt hat ich weiß wie es sich anfühlt und auch dass einen im ersten Moment gar nichts tröstet und man sich ständig fragt warum. Warum warum warum klappt es nicht. Das ist ganz normal!

Ganz kurz zur weiteren Diagnostik: eine Gebärmutterspiegelung könnte man noch überlegen, ja, aber viele Dinge wie größere Fehlbildungen oder Septen kann ein geschulter Untersucher auch im Ultraschall erkennen. Ich habe im Laufe unser KiWu-Jahre auch - obwohl alles sonographisch unauffällig war und die Eileiterdurchgängigkeit in der Kontrastmittel-Untersuchung auch - irgendwann eine Gebärmutter- plus Bauchspiegelung machen lassen weil ich dachte „irgendwas muss da doch sein“ aber es war wie erwartet alles unauffällig.

Ich weiß nicht ob Du es gerade hören magst - aber häufig braucht man einfach Geduld und einen langen Atem in der KiWu-Therapie. Unsere behandelnde Ärztin sagte mir dass man im Schnitt 10 Embryonen braucht bis es zu einer Schwangerschaft kommt. Das ist natürlich Statistik und man weiß nie auf welcher Seite der Statistik man steht... bei den einen geht es schneller, bei den anderen dauert’s länger. Ich wollte das damals nicht so richtig hören oder glauben gebe ich zu... ich habe mir auch immer Gedanken gemacht warum es wohl trotz immer guter Embryonen und guter Rahmenbedingungen in 4 Transfers nicht geklappt hat. Nie eine Einnistung, nie HCG - einfach nichts. Wir haben dann eine längere Pause von fast 2 Jahren gemacht und jetzt im Februar ein Pärchen Kryo-Embryonen abgeholt. Ich hatte eigentlich nicht damit gerechnet dass es diesmal klappt - warum sollte es? Hat es ja sonst auch nie... ich glaube den Gedankengang kannst Du nachvollziehen... und schwupps - ohne dass wir etwas anders gemacht hätten war ich schwanger.

Die einen haben eben mehr Glück und es geht schneller und bei einigen dauert es ein bisschen länger... wenn Du Dich in Eurer KiWu gut aufgehoben fühlst, lass Dich doch nochmal eingehend beraten zu den Möglichkeiten weiterer Diagnostik. Gerade die immunologischen Untersuchungen werden ja sehr kontrovers diskutiert - die einen schwören drauf, die anderen sagen es gibt wenig bis keine wissenschaftliche Evidenz bisher. Das ist denke ich Geschmackssache.

Ach und was Clexane angeht - wenn es keinen Grund gibt würde ich es nicht nehmen. Ist ja auch immer ein Eingriff ins Gerinnungssystem und wenn das einwandfrei funktioniert kann es ein bestehendes Gleichgewicht auch mal durcheinander bringen.

Ich wünsche Euch alles Gute und dass es bald klappt bei Euch! winken

Liebe Grüße,
Pfifferling


  Re: Auch zweite ICSI negativ - ist weitergehende Diagnostik jetzt sinnvoll?
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   Snail-on-the-road
Status:
schrieb am 01.05.2020 11:34
Hallo Lisa,

ein negatives Ergebnis ist immer schmerzhaft, fühl Dich ganz fest gedrückt. streichel

Ich kann mich Pfifferling 81 nur anschließen, eine KiWu Therapie braucht vor allem Geduld. Die Frage, warum es bei anderen schneller geht und sich bei einem selber nichts tut,tut weh. Aber manchmal ist es einfach so, dass es keine Antwort darauf gibt.

Nach 5 negativen ICSI (4x Transfer, 9 Embryonen; näheres siehe mein Profil) kann ich nur sagen, auch nach unzähliger - kostspieliger - Diagnostik bleibt die Frage manchmal unbeantwortet. Bei mir ist es auch "nur" mein Mann Verursacher, wie es so schön heißt. Ich habe zwar Hashimoto, aber die ist seit mehr als 20 Jahren top eingestellt. Trotzdem will es auch bei uns einfach nicht klappen. Nach der 3. ICSI haben wir zwei Jahre Pause gemacht, ich konnte und wollte erst mal nicht mehr. Im letzten Jahr haben wir es noch zweimal versucht, aber auch immer mit negativem Ergebnis, trotz guter bis sehr guter Embryonen und gut aufgebauter Schleimhaut. Eileiter, Gerinnungsstatus, etc. alles unauffällig.

Wir haben in Sachen Diagnostik, bevor wir mit der 4. angefangen haben, KIR-Gene untersuchen lassen, auch wenn man sich da nicht wirklich sicher ist, ob die wirklich eine Rolle spielen. Da kam raus, dass drei Gene fehlen. Also haben wir bei ICSI 4 entsprechend medikamentös unterstützt. Ohne Erfolg. Nach ICSI 5 habe ich dann eine Biopsie machen lassen, um Killerzellen und chronische Endomitritis auszuschließen. Ebenfalls war das Ergebnis negativ.

Meine Ärztin sagt, dass es eben Paare gibt, da gibt es keine Antwort darauf, warum es nicht klappen will. Das Spermiogramm meines Mannes hat sich inzwischen so verbessert, dass selbst eine natürliche Schwangerschaft theoretisch möglich wäre, weshalb wir jetzt auf IUI gegangen sind, denn weitere ICSI möchte ich meinem Körper nicht mehr zumuten, auch wenn ich die hohen Stimulationen und PU immer komplikationslos vertragen habe. Auch wenn das schwer zu ertragen ist, aber es kann einfach sein, dass mein Mann und ich jeder mit einem anderen Partner Eltern werden könnte, aber wir einfach nicht kompatibel sind, warum auch immer. Weitere Diagnostik werde ich nicht machen lassen, die Wahrscheinlichkeit, dass bei einer Bauch-/GM Spiegelung wirklich etwas raus kommt, ist viel zu gering und laut meinem KiWu und einem zweiten Arzt, den ich um Rat gefragt habe, wenig zieführend.

Es tut weh, sich mit solchen Gedanken auseinander zu setzen. Ich war vor 5 Jahren auch völlig zuversichtlich, dass es irgendwann klappt, ist ja okay, wenn es beim ersten oder zweiten Mal nicht klappt. Aber je mehr Rückschläge kamen, desto mehr stellt man in Frage, ob es überhaupt klappen kann, auch wenn keiner weiß, warum es nicht klappen sollte.

Ich erinnere mich noch gut an das Erstberatungsgespräch in der KiWu: Wir kriegen sie schon schwanger! Das war die Aussage des Arztes. Bisher hat er nicht Recht behalten. Aber ich fühle mich in meinem KiWu gut aufgehoben und ich bin froh, dass Sie sofort die Entscheidung mitgetragen haben, dass ich es nur noch im natürlichen Zyklus mit IUI versuchen möchte. Ist ja als Selbstzahler auch eine Kostenfrage! Man kann unendlich mit ICSI weiter machen, am Ende musst Du auf Deinen Körper hören, was er mitmacht ... und was ihr euch als Paar zumutet. Manchmal, da gebe ich Pfifferling absolut Recht, ist eine Pause sinnvoll. Man darf nicht vergessen zu leben, der KiWu Plan darf nicht den Alltag dominieren.

Ich wünsche euch, dass Ihr mit eurem Kryo-Versuch Erfolg habt! Gebt die Hoffnung nicht auf! Ich persönlich würde wahrscheinlich bis zur negativen 3. ICSI warten, bis ich weiter in die Diagnostik einsteige, vielleicht erst mit Biopsie und Scratching und dann Genetik. Aber das müsst ihr natürlich selbst entscheiden.

Liebe Grüße
Snail

P.S.: Granocyte und Intralipid zur Einnistungsförderung habe ich auch durch, leider auch ohne Erfolg. RIF ist einfach total bescheuert!!!


  Re: Auch zweite ICSI negativ - ist weitergehende Diagnostik jetzt sinnvoll?
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   Wunschkind2020-2021
Status:
schrieb am 01.05.2020 15:31
Zitat
LisaLisa
Hallo zusammen,

ja, ich geb’s zu, die Verzweiflung nimmt zu. Am Montag bekamen wir das negative Ergebnis des Bluttests nach der zweiten ICSI. Bei beiden ICSIs hat die Implantation nicht geklappt bzw. die Embryonen haben sich im Uterus nicht weiterentwickelt. Bei der ersten ICSI gab es einen Tag 2-Transfer von 2 Embryonen, da mehr nicht zur Auswahl stand. Bei der zweiten ICSI bekam ich an Tag 5 eine Top-Blastozyste zurück.

Nun könnten wir diesen Zyklus erstmals einen Kryoversuch wagen, denn von der zweiten ICSI bleiben uns drei eingefrorene 2-PN. Bei der ersten ICSI war nichts übrig.

Bislang gilt ausschließlich mein Mann als ‚Verursacher‘, mit viel zu wenig und langsamem Sperma. Ich bin gerade 34 geworden, er ist 37. Bei mir ist nichts auffällig, und es wurde bislang Folgendes untersucht:

AMH und TSH: unauffällig bis gut
Eileiter sind durchlässig
Zyklus völlig normal und unauffällig, Blutwerte normal
Ausschluss PCOS
GSH immer bei ca. 1cm
Gerinnungsstörungen wurden großzügig untersucht und ausgeschlossen, ich hab in beiden ICSIs trotzdem Clexane genommen

Ich überlege nun: Ist es zu übereilt, vor dem Kryo-Transfer erst einmal auf weitergehende Analysen bei mir zu bestehen? Z.B. Gebärmutterspiegelung, das ist ja nun auch nicht super aufwändig. Was kann man denn noch unternehmen? Ist es für Genetik, Immunstatus noch zu früh?

Ich denke mir halt, wenn bei mir doch angeblich so gar nichts auffällig ist, warum nistet sich dann nicht einmal eine Top-Blastozyste ein? Wie lange probiert man es denn ‚einfach so‘?

Leider können wir erst Ende nächster Woche mit der Ärztin darüber sprechen und müssen uns dann quasi auch sofort entscheiden, ob der Kryotransfer stattfinden soll. Deshalb würde ich gern so informiert wie möglich ins Gespräch gehen...

Danke euch!

Hallo Lisa,
ich kann mich sehr gut am meine ersten Negativs erinnern und an die aufkeimende Verzweiflung, denn immerhin haben wir so viel Hoffnung investiert, die ICSI haben wir uns ja nicht spontan über Nacht überlegt, es gab schon eine lange Vorgeschichte. Das wird bei euch ähnlich sein.
Ich möchte dennoch Mut machen, Geduld aufzubringen und es weiter zu versuchen. 3 Embryos, die sich nicht eingenistet haben ist nicht viel, gerade mal wie 2 optimierte Zyklen GVnP eines gesunden Paares.
Mir ging es so, dass mir immer wieder (meistens ungefragt) diese Erfolgsstorys unter die Nase gerieben wurden "Huch! Schwanger im 1. ÜZ! So schnell hatten wir gar nicht damit gerechnet." Irgendwann glaubte ich, es müsste so sein. Paare, die länger oder gar deutlich länger brauchen, was der Regelfall ist, sprechen nicht oder weniger darüber. Und so ist es auch bei der ICSI.

Wer suchet, der findet. Wenn man alles durchuntersucht, wird es sicher irgendwas geben, was irgendein Arzt für therapiebedürftig hält. Auch ich habe diese Erfahrung gemacht. Z. B. wurde bei mir festgestellt, dass ich KIR Genotyp AA bin. Es gibt Ärzte, die sagen, dass man damit nicht schwanger werden könnte oder es zu frühen Fehlgeburten führen müsse. Andere Ärzte sind anderer Meinung. Meine Kinder hat dieser Genotyp offenbar nicht gestört, denn das empfohlene Granozyte habe ich nie gespritzt.
Von allgemeinen einnistungsverbessernden Maßnahmen wie z. B. Intralipid würde ich erstmal Abstand nehmen, denn auch solche vermeintlichen Wundermittel können einen nicht einnistungsfähigen Embryo nicht zur Einnistung bewegen. Sehr oft habe ich erlebt, dass Frauen dann in ein oder zwei Zyklen damit behandelt wurden mit dem Ergebnis: Hilft nicht. Aber bei nur 2 Zyklen weiß man einfach nicht, ob es nicht geholfen hat oder der richtige Embryo nicht dabei war.

Nach 2 ICSIs stehen noch immer alle Chancen auf grün! Ich würde höchstens mal schauen, wie die Behandlungen abliefen und ob man dabei etwas optimieren kann, was z. B. zu mehr Embryonen an Tag 5 führt, ohne große Risiken einzugehen. Das wäre nach 2 negativen ICSIs für mich der erste Schritt. Für Genetik und Immunstatus sehe ich überhaupt keinen Grund und eine Gebärmutterspiegelung allein ist oft wenig hilfreich, in Kombination mit Bauchspiegelung immerhin eine OP, die einige Tage Bauchschmerzen und Krankschreibung nach sich ziehen kann. Ich hatte das 3x (Endometriose, Septum) und würde es nicht so ohne weiteres tun.
Was die "top-Blasto" angeht... das sind nur äußerliche Kriterien! Ob diese eine Blastozyste Einnistungspotenzial hatte, kann man ihr nicht ansehen. Bei mir wurden eher die mittelguten und miserablen zu tollen Kindern.
Statistisch gesehen nistet sich, glaube ich, jede 3. Blastozyste ein. Falls jemand dazu aktuellere Daten hat, korrigiere er mich bitte.

@snail
Du hast recht. Es ist traurig, aber manchmal realität und das sind gar nicht so wenige Paare. Immerhin 30 % bleiben dauerhaft nach reproduktionsmedizinischer Hilfe kinderlos (genetisch eigene Kinder). Das ist gar nicht so wenig und wird oft nicht so detailliert von der Klinik besprochen wie es sollte. Ich bewundere deinen/ euren Mut zur IUI-Entscheidung.

@Pfifferling
Ich schließe mich an bezüglich Clexane. Viel hilft nicht zwangsläufig viel. So viel wie nötig, so wenig wie möglich - das sollte die Devise sein.

LG
WuKi2020


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 01.05.20 15:59 von Wunschkind2020-2021.


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  Re: Auch zweite ICSI negativ - ist weitergehende Diagnostik jetzt sinnvoll?
avatar    Marle80
Status:
schrieb am 01.05.2020 22:56
Hallo Lisa.

Ich kann auch sehr gut nachvollziehen wie es dir gerade geht.
Wir hatten vor 4 Jahren auch die 2. negative ICSI hinter uns gebracht. Ich war damals auch 34 und es liegt auch an meinem Mann.
Unsere erste Kiwu- Klinik meinte irgendwann klappt es bestimmt, vielleicht erst beim 12. Versuch. So sei es bei einem anderen Pärchen gewesen. 12 Versuche hätten wir weder emotional noch finanziell gestemmt.
Ich bin mir irgendwie zu sicher gewesen, dass bei mir alles in Ordnung ist, um noch Sachen untersuchen zu lassen, ehrlich gesagt und denke heute noch oft, da wären sicher noch einige Hindernisse gefunden worden.
Aber ich nehme sowieso so gut wie nie Medikamente und bin bei allem sehr skeptisch.
Haben dann die Klinik gewechselt und gleich die 3.ICSI hat geklappt.
Vielleicht einfach nur Glück. Vielleicht eine bessere Klinik. Dort wurde mir noch Vitamin D verschrieben.Ich weiß es nicht. Es war unser letzter Versuch.
Ich hatte schon ein wenig damit abgeschlossen.
Ich sollte damals haufenweise Utrogest nehmen bis zur 12. Woche. Ich denke völlig unnötig, bin jetzt nach 11 Jahren natürlich schwanger vom gleichen "unfruchtbaren" Mann ohne irgendetwas.
Will damit nur sagen. Es ist manchmal besser sich nicht zu sehr zu verrennnen. Bei sich zu bleiben ist während der Kiwu schwer. Ich weiß wie es einen herunter zieht. Wie man Ursachen sucht. Vergleiche zieht.
Denkt auch immer an euch als Paar und was ihr neben dem Kiwu aneinander habt.
Viele sagen Entspannung bringt nichts. Sehe ich nicht so. Ein Plan B im Hintergrund hilft manchmal auch.
Es wird bei euch bestimmt noch klappen.
Ganz viel Glück und vor allem Zuversicht.


  Re: Auch zweite ICSI negativ - ist weitergehende Diagnostik jetzt sinnvoll?
no avatar
   LisaLisa
schrieb am 03.05.2020 17:01
Hallo zusammen,

ich möchte euch wirklich von Herzen für eure Antworten danken! Sie haben mir in den letzten Tagen wirklich enorm geholfen. Ich wünsche natürlich niemandem, Erfahrungen mit Kinderwunschbehandlungen machen zu müssen, und bin doch so froh, dass ich durch eure Schilderungen dazulernen und meine eigene Lage besser perspektivieren kann. Ich habe mich auch in jedem einzelnen Beitrag ein bisschen wiedererkannt.

Liebe Pfifferling, genauso ist mein Gefühl auch, ich glaube, würde ich jemals einen positiven Test in der Hand halten, würde ich zunächst eher an einen fehlerhaften Test als eine wirkliche Schwangerschaft glauben. Denn ja - warum sollte es auf einmal einfach so passieren, wenn es doch jahrelang nicht geklappt hat? Und wahrscheinlich ist das auch der Grund, weshalb auch ich das Gefühl habe, unbedingt irgendetwas tun zu müssen. Denn so ganz will es noch noch nicht in meinen Kopf, dass ein eventueller Erfolg vielleicht gar nicht an unserem Zutun liegt, sondern nur am richtigen Embryo zur richtigen Zeit. Aber genau das muss ich jetzt akzeptieren und halt die Füße still und probiere es weiter.

Liebe Snail, auch an dich herzlichen Dank für deinen Erfahrungsbericht. Es tut mir so wahnsinnig Leid, dass es mit dem Kind trotz allem noch nicht geklappt hat. Ich finde es klasse, dass ihr nach wie vor einen Weg verfolgt, mit dem ihr es weiterhin versucht und doch die Seele und den Körper schont. Ich wünsche euch, dass ihr es bald geschafft habt, ihr habt es so verdient! Leider wird sich das Spermiogramm meines Mannes nie so gut entwickeln, dass wir es ohne ICSI probieren könnten. Insofern, klar, kann es uns passieren, dass wir es zusammen nicht schaffen können, ein eigenes Kind zu bekommen. Noch können wir uns aber nicht ernsthaft mit Alternativen auseinandersetzen. Dazu brauchen wir vermutlich noch Zeit und den ein oder anderen negativen Transfer...

Vielen Dank, liebe WuKi, deine Schilderung macht mir zum einen Mut, offenbar hast du ja sogar mehrere Kinder durch künstlicher Befruchtung bekommen, zum anderen hilft sie mir auch, die bisherigen Maßnahmen und die, die wir eventuell analytisch angehen könnten, besser einzusortieren. Bei mir wurde im Hinblick auf Gerinnungsstörungen ja auch sehr viel untersucht, und klar, etwas hat man auch da gefunden. Ich bin PAI1-Genotyp 4G/4G, das kann ganz eventuell Schwierigkeiten im Hinblick auf eine Schwangerschaft verursachen, andererseits sind 25% der europäischen Bevölkerung dieses Typs. Bei der ersten Untersuchung waren ein paar andere Werte auch auffällig, die sich in der folgenden Untersuchung aber als passager herausgestellt haben, z.B. war zeigte erste Blutuntersuchung einen positiven Lupus Antikoagulans. Ein paar Wochen später war der negativ, genau wie z.B. der Protein Z-Mangel nicht mehr feststellbar war. Auf der ersten Blutuntersuchung basierte die Empfehlung zu Clexane, allerdings vermutete die Hämatologie da schon, dass evtl. die Blutprobe zu lange gelagert worden war und deshalb verzerrte Werte gezeigt hatte. Nachdem bei der zweiten Untersuchung in der Hämatologie selbst dann alles bestens war, blieb die Empfehlung trotzdem bei Clexane. Ich bin jetzt ein bisschen hin und her gerissen, denn eigentlich bin ich auch immer der Meinung, so wenig wie möglich, so viel wie nötig. Aber offenbar weiß man es in dem Fall doch nicht so ganz... Jedenfalls hat mir diese Erfahrung auch so ein bisschen das, was du ansprachst, bestätigt: Wer viel analysiert findet auch was. Und das Wenigste davon muss eindeutig sein, bei jeder Frau zu Problemen führen oder generell einer Schwangerschaft abträglich sein. Manchmal wünschte ich mir wirklich mein unschuldiges Nichtwissen von vor der ganzen Behandlung zurück. Ja, eigentlich möchte ich aktiv etwas tun, um meine Chancen zu verbessern, nur würde eine Untersuchung in alle möglichen Richtungen vielleicht sogar einen gegenteiligen Effekt haben, weil sie zu viele 'Vielleicht-Probleme' an den Tag bringen würde, von denen man nicht genau weiß, wie problematisch sie wirklich sind? Würde man zu viel Zeit damit verschwenden, ihnen nachzugehen, obwohl es vielleicht gar nicht zu einer Schwangerschaft verhelfen würde? Schwierig, sehr schwierig, finde ich.

Liebe Marle, ganz ehrlich, irgendwie hoffe ich, dass ich in ein paar Jahren deinen Text 1:1 mal irgendwo schreiben kann. smile Denn ja, ganz genau so fühle ich mich auch. Ich war und bin immer super vorsichtig mit Medikamenten, hab glaub ich vor 5 Jahren das erste Mal eine Schmerztablette genommen und versuche immer so gut es geht, auf den Körper zu hören. Entsprechend ausgeliefert fühle ich mich angesichts dieser Medikamentenhammer, die man im Zuge der Kinderwunschbehandlung nimmt, über Wochen, mehrmals am Tag. Tatsächlich ist das etwas, was ich mir selbst die ersten Wochen über nur schwer verzeihen konnte. Aus bestimmten Gründen, weil uns viele Dinge in der aktuellen Klinik tatsächlich stören, überlegen wir ebenfalls, nach dem Kryo-Versuch zur 3. ICSI die Klinik zu wechseln. Leider ist das wegen Corona gerade nur sehr schwer möglich, mal schauen, ob das klappt. Aber auch dein Text macht mir Mut, erst einmal umfangreiche Diagnostik hinten an zu stellen, auf den Körper zu hören und zu merken: Eigentlich stimmt das eigene Körpergefühl doch, eigentlich ist bei mir alles okay.

Deshalb, vielen Dank an euch alle: Ich glaube, wir versuchen es erst einmal weiter so und hoffen, dass uns der richtige Embryo einfach noch nicht gefunden hat. Und dann werden wir natürlich schauen, ob die Ärztin noch Vorschläge und Ideen hat. Das Protokoll der zweiten ICSI war schon viiiiel passender als das der ersten, aber es stimmt, vielleicht kann man da noch feinjustierten. Aber mehr als drei Embryos werden in meiner Klinik und in meinem Alter nicht gleichzeitig zur Blastozyste kultiviert, da können wir leider nichts dran drehen. Mal schauen, vielleicht bringt uns der Kryoversuch ja jetzt Glück! Ich werde auf jeden Fall hier mal berichten.


  Re: Auch zweite ICSI negativ - ist weitergehende Diagnostik jetzt sinnvoll?
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   gelöschter User
schrieb am 27.05.2020 21:57
Hallo! Kann dir von mir berichten. Unser 1.Sohn, der ohne Probleme auf dem natürlichen Wege entstanden ist, wird bald 4 Jahre alt. Jetzt sind wir schon seit 2 Jahren am Basteln für Kind Nr. 2 Es wollte lange Zeit nicht klappen bis ich einen Bluttest gemacht habe und es zeigte dass ich fast in den Wechseljahren bin. Unsere 1. IVF und die unzähligen GVnP mit Gonal-Zyklen waren alle ohne Erfolg. Der Mann sagt darüber nach, mit dem Geschwisterwunsch aufzugeben aber es fällt mir verdammt schwer und im Moment kann ich das nicht machen. Mein Mann sieht das lockerer, von wegen wenn es nicht klappt, dann ist es halt so. Wir wollen zwar falls es doch noch geht noch 1 Versuch ICSI starten, da die IVF von 6 Eizellen leider zu einer Nullbefruchtung geführt hat.
Aber mein FSH-Wert ist gerade bei über 60. Ich habe dazu nur einen Eierstock (vor 7 Jahre wegen Eileiterschwangerschaft entfernt), der jetzt eine Pause macht, hoffe nicht fürs immer. Ich habe tierische Angst davor. Aber selbst wenn wir noch eine ICSI starten könnten, dann habe ich Angst, dass dieser letzte Versuch (mein Mann wollte nur 2 Versuche, das war schon ein Entgegenkommen für ihn) scheitern könnte...Und dann? Ich denke, dass ich ja auch glücklich sein könnte, dass wir wenigstens ein ganz tolles Kind haben, aber trotzdem lässt mich die Trauer nicht los, dass es einfach toll wäre ein Geschwisterkind für meine Kleine zu gebären. Ich denke so ein Abschied vom Kiwu dauert eine ganz schön lange Zeit. Viele Grüße und alles Gute!




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