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  Interaktionsstörung
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   Wunschkindlein3
schrieb am 02.04.2020 10:34
Hallo zusammen, ich habe eine Frage, die mir seit längerer Zeit keine Ruhe lässt. Mein Mann und ich haben vor unserem ersten Kind 3,5 Jahre gezielt, aber völlig vergeblich versucht, auf natürlichem Weg schwanger zu werden.

Wir leben sehr gesund. Nach zwei Jahren wurden wir 2015 beide in der Kinderwunschklinik gründlich untersucht (Zyklusmonitoring, Hormone, Bauchspiegelung, Ausschluss von Infektionen, drei Spermiogramme), aber es konnte bei niemandem wirklich etwas gefunden werden, d.h. theoretisch sind wir völlig gesund und fruchtbar.

Mein AMH -Wert war 2016 mit 33 Jahren mit über 7 ungewöhnlich hoch und die Eizellreserve sehr gut. Ich habe ein seit 2013 bekanntes Prolaktinom an der Hypophyse und einen etwas erhöhten Prolaktinspiegel, der mit 2x wöchentlich 1/2 Tablette Dostinex aber gut eingestellt ist. Die Spermiogramme fielen bezüglich Menge der Spermien, Progressivität und Motilität sogar überdurchschnittlich gut aus. Nur die Morphologie war etwas auffällig (nur 4% normal und relativ viele Kopfdefekte), aber unser Arzt meinte, dass viele Männer trotz auffälliger Morphologie kein Problem haben, ein Kind zu zeugen.

Nachdem es aber so viele Jahre nicht zur Schwangerschaft kam, wurde uns trotzdem eine IVF vorgeschlagen, um die Befruchtungsvorgänge in der Petrischale zu beobachten. Dabei kam es zur Nullbefruchtung (bei 14 reifen Eizellen und sehr gutem Spermiogramm). Der Arzt meinte, dass wir wohl eine seltene Eizellen-Spermien-Interaktionsstörung hätten. Wer von uns beiden "schuld" ist, konnte nicht herausgefunden werden. Die Eizelldicke war normal, evtl. fehlt meinem Mann ein Enzym im Spermienkopf. Darauf haben wir eine Icsi machen lassen, bei der es -umgekehrt eine 100%-ige Befruchtungsrate (bei 12 reifem Eizellen) gab. Ich wurde zum Glück schwanger, dank sehr guter Embryonen sogar dreimal (1.ICSI + 2. Kryo, 1. Kryo biochemisch schwanger) und unser Arzt war während der Behandlung immer sehr optimistisch. Wir haben inzwischen auf diesem Wege zwei Söhne bekommen, die uns sehr glücklich machen. Sie sind jetzt 3 Jahre und 14 Monate alt. Auch wenn das vielleicht nicht jeder verstehen kann, wünsche ich mir trotzdem noch ein drittes Kind. Mein Mann möchte aber aus verschiedenen Gründen keine weitere Kinderwunschbehandlung mehr. Die Zeit damals war emotional und zeitlich sehr belastend und auch ziemlich teuer.

- Ist denn eine Schwangerschaft bei einer Interaktionsstörung und sonst unter besten Voraussetzungen auf natürlichem Weg völlig ausgeschlossen (d.h. ist die Störung immer da) oder ist nur die Chance sehr gering, viel geringer als bei OAT?
- Dauert es möglicherweise viele Jahre? Betrifft der Defekt (wahrscheinlich fehlt bei meinem Mann im Spermienkopf ein wichtiges Enzym, das benötigt wird, um die Eizellhaut zu durchdringen) alle Spermien oder nur einen Großteil?
- Weiß man das überhaupt? Wir sind schon fast 37 (ich) und 43 (er) , also nicht mehr die Jüngsten. Wir verhüten seit Januar 2013 nicht mehr, also über 7 Jahre, und spontan ist nie eine Schwangerschaft eingetreten. Ich habe sehr daran zu knabbern und kann niemanden fragen - auch der Arzt konnte uns nicht Konkretes sagen- , da diese Diagnose sehr selten ist. Ich würde mich über eine Antwort sehr freuen. Schreibt mir bitte von euren Erfahrungen. Eine Antwort vom Foren-Doc wäre auch super. Vielen Dank und viele liebe Grüße, Wunschkindlein


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 02.04.20 15:17 von Team Kinderwunsch-Seite.


  Re: Interaktionsstörung
avatar    Team Kinderwunsch-Seite
schrieb am 02.04.2020 15:25
Hallo,

naja, so selten ist eine Nullbefruchtung bei IIVF nun auch wieder nicht.. Man geht davon aus,, dass bei ca. 5% aller IVF-Therapien die Befruchtung der Eizellen ganz ausbleibt oder nur sehr schlecht ist, obwohl Eizellen und Spermien normal ausschauen. das passiert auch bei Paaren mit einer sekundären Sterilität, die also bereits ein Kind auf normalem Wege gezeugt haben. Das bedeutet, dass dieser Zustand der "Interaktionsstörung" nicht immer voll ausgeprägt bestehen muss. Aber vermutlich ist dennoch die Prognose für eine Schwangerschaft auf normalem Weg vermutlich deutlich eingeschränkt.

Mit Zahlen dazu kann ich leider nicht dienen, mir sind dazu keine größeren Statistiken bekannt

Mit freundlichen Grüßen

Ihr TEam der Kinderwunsch-Seite

  Signatur   Dr. Breitbach - Reproduktionsmediziner



  Re: Interaktionsstörung
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   Wunschkindlein3
schrieb am 02.04.2020 16:11
Danke für Ihre Antwort. Das heißt, würde man theoretisch noch eine zweite IVF machen, könnte ee durchaus auch zur Befruchtung kommen? Kommt das tatsächlich oft vor, dass Paare mit dem gleichen Problem beim ersten Kind schnell schwanger werden, beim zweiten dann aber plötzlich sekundär steril sind ? Unser Kinderwunscharzt schätzte die Chance auf 2% und sagte uns, dass wir wahrscheinlich eins der Paare sind, die einfach nicht kompatibel sind und mit einem anderen Partner wohl kein Problem hätten ein Kind zu zeugen. Trotzdem sei eine Schwangerschaft nie völlig ausgeschlossen, wenn auch sehr gering. Ich zweifle natürlich etwas daran, nachdem in so vielen Jahren nie etwas passiert ist. Es ist eine Sache, die ich mit mir selbst ausmachen muss. Wüsste ich, dass es tatsächlich so gut wie unmöglich ist, könnte ich leichter mit dem Thema abschließen. Ein weiteres Kind wäre ein großer Wunsch von mir, aber ich wäre auch nicht verzweifelt, wenn er nicht in Erfüllung ginge, da ich, wie gesagt, das Glück habe, schon Mutter zweier toller Kinder geworden zu sein.


  Re: Interaktionsstörung
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   SonjaBelmondo
schrieb am 03.04.2020 17:55
Ich bin jetzt nicht sicher, ob das irgendwo stand und ich es überlesen habe, du fragst ja gezielt nach natürlich bzw ihr hattet eine IVF. Wäret ihr euch zu einer ICSI bereit? Wir hatten auch eine Interaktionsstörung, wobei wir nicht geklärt haben ob das Enzym den Spermien fehlt oder die Eihaut zu dick ist. Hatten damals auch eine Nullbefruchtung bei IVF und dann sind wir auf ICSI geswitched. Zwei waren es und bei der zweiten hat sich unsere Maus festgebissen. Uns wurde damals aber auch gesagt, dass sie eine natürliche Schwangerschaft nicht 100% ausschließen, aber ja, gerade wenn man dann länger nichts hat an Aussichten, bringt einem die Aussage natürlich nicht viel. Gerade wenn ihr sagt, die Zeit sitzt euch im Nacken.


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  Re: Interaktionsstörung
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   Wunschkindlein3
schrieb am 03.04.2020 22:57
Hallo Sonja, ich glaube, du hast meinen Text nicht richtig gelesen bzw.nur überflogen. Ist nicht böse von mir gemeint, aber so kommt es mir vor. Vielleicht habe ich auch zu viel geschrieben und etwas umständlich formuliert. Nochmal in Kürze die wichtigsten Infos: Ich bin spontan in 7 Jahren nie schwanger geworden. Bei der 1. IVF nach 3,5 Jahren hatten wir bei 14 Eizellen eine komplette Nullbefruchtung. Uns war zwar im Vorfeld halb IVF/ halb ICSI vorgeschlagen worden, weil bei uns genau dieses Problem vermutet wurde -wir galten beide als gesund bzw. waren idiopathisch steril-, aber aus versicherungstechnischen Gründen und aufgrund der hohen Anzahl an Eizellen haben wir uns dagegen entschieden. Wir sind privat versichert und hätten die ICSI, die sehr teuer geworden wäre, selbst bezahlen müssen. Nach der Nullbefruchtung wurden uns aber eine ICSI- Behandlung für künftige Zyklen gewährt bzw. von der Krankenkasse übernommen. Bei dieser ICSI (100% Befruchtung bei 12 Eizellen) bin ich sofort schwanger geworden, ebenso bei der 1. (nur biochemisch) und 2. Kryo. Ich habe heute zwei Kinder. Eisbären haben wir leider keine mehr, weil alles aufgebraucht ist. Die ICSI funktionierte bei uns offensichtlich gut, aber mein Mann möchte aus verschiedenen Gründen keine weitere Kinderwunschbehandlung mehr. Die Gründe, die zu einem großen Teil sehr vernünftig und nachvollziehbar sind, jetzt im Einzelnen hier darzulegen, wäre zu lang. Es wird auf jeden Fall keine weitere künstliche Befruchtung mehr geben. Was das angeht, sind wir uns einig. Aber der Wunsch nach einem dritten Kind ist bei mir trotzdem noch da. Mein Mann hat keinen dringenden Wunsch mehr, würde sich aber über weiteren Nachwuchs natürlich trotzdem freuen. Darum fragte ich nach den Chancen auf natürlichem Wege. Ich bin mir allerdings klar darüber, dass ich versuchen muss, Abstand davon zu gewinnen, denn Jahre lang jeden Monat hibbeln ohne jeglichen Erfolg zehrt an den Nerven. Ich kann nicht richtig abschalten und denke immer daran, wenn ich Mitte des Monats meinen Eisprung habe. Vielleicht sollte ich mich damit abfinden, kein weiteres Kind mehr bekommen zu können. Ich liebe meine Söhne über alles, sie sind mein größter Schatz und ich bin so dankbar, dass sie da sind. Viele hier im Forum kämpfen schon um ein Kind vergeblich. Ich bin mir meines "Luxusproblems" schon bewusst, aber Gefühle kann man halt schlecht abschalten. Hat es denn bei euch irgendwann einmal natürlich geklappt? Ich schließe aus deiner Antwort, eher nicht, oder?


  Re: Interaktionsstörung
avatar    Luzie***
Status:
schrieb am 04.04.2020 11:30
Hallo Wunschkindlein,

eine Interaktionsstörung muss nicht manifest sein, allerdings spricht der Umstand, dass es in 7 Jahren verhütungsfrei nie spontan geklappt hat, vermutlich doch dagegen, dass es doch noch auf natürlichem Weg klappt. Euer Alter spielt ja nun auch eine immer größer werden Rolle, mit zunehmendem Alter wird es zusätzlich noch schwieriger, spontan schwanger zu werden.

Ich versuche Dir mal meine Signatur noch hierher zu kopieren, da Du nicht eingeloggt bist kannst Du sie sonst nicht sehen.

Signatur
Frau - 1976, SD-Unterfunktion, V.a. Autoimmunthyreopathie, aktuell 125 µg L-Thyrox, leichte Gelbkörperschwäche, neg. PC-Test, AMH 2,31, leicht erhöhte Killerzellen, PAI-1 4G/4G homozygot, MTHFR heterozygot, 3 fehlende KIR-Gene
Mann - 1973, Spermien prima

KiWu seit 01/2010
09/2011-09/2012 5 IUIs
11/2012 IVF (12 EZ, Nullbefruchtung)
03/2013 ICSI (18 EZ, Nullbefruchtung)
05/2013 Spontanschwangerschaft, MA 8.SSW
09/2013 Spontanschwangerschaft, MA 10.SSW
07/2014 Spontanschwangerschaft, MA 11.SSW
06/2015 gesunde Spontanschwangerschaft

Wir gelten ebenfalls als idiopatisch steril, weder IUI, noch IVF, noch ICSI waren erfolgreich. Bei IVF und ICSI gab es, aus ungeklärten Gründen jeweils eine Nullbefruchtung. Danach hat es, komischerweise, 4 mal mit einer Spontan-SS geklappt, wenn auch leider nur zu einer Geburt.

Klinik 1 befand uns für austherapiert, da war die Empfehlung eher Austausch der Gameten, also Eizellspende oder Samenspende.
Klinik 2 hätte durchaus noch das eine oder andere via ICSI ausprobiert, wozu es aber aufgrund der Spontanschwangerschaften nicht mehr kam.

Seriös wird Dir da niemand valide Zahlen nennen können, wenn ihr Euch gegen eine weitere ICSI entschieden habt, ist es vermutlich einfacher, sich darauf einzustellen, dass keine weitere Schwangerschaft mehr eintreten wird.

Alles gute,
Luzie


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 04.04.20 11:32 von Luzie***.


  Re: Interaktionsstörung
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   Wunschkindlein3
schrieb am 04.04.2020 13:02
Hallo Luzie, unglaublich, dass es bei euch nach zweimaliger kompletter Nullbefruchtung, sowohl bei IVF, als auch bei ICSI, trotzdem doch noch zur Spontanschwangerschaft kam und dann sogar mehrfach innerhalb kurzer Zeit! Hat man denn herausgefunden, ob sich bei dir oder einem Partner im Laufe der Zeit irgendwas verändert hat? Oder habt ihr irgendwas unterstützt durch Vitamine, Antioxidantien oder alternative, homöopathische Methoden? Darauf hoffe ich halt auch, dass die Lage bei uns irgendwann wieder ins Lot kommt. Wir sind nicht mehr jung, das stimmt. Ich bin nun schon 37, allerdings schätzte die Kinderwunschklinik, dass ich eine sehr hohe Eizellreserve habe und erst spät in die Wechseljahre kommen werde. Ich habe leichtes PCO und hatte immer sehr viele Eizellen bei der Stimulierung, die außerdem von guter Qualität waren. Meine weiblichen Verwandten mütterlicherseits, Mama, Oma, Uroma sind alle sehr spät, mit Ende 50/ Anfang 60 ins Klimakterium gekommen. Meine Mutter und meine Ona sind in ihrem Leben mehrfach und ausgesprochen leicht schwanger geworden. Meine Mutter wurde mit 48, also schon in einem ungewöhnlich hohen Alter, sogar noch mal völlig ungeplant schwanger, hat das Kind u.a. aufgrund ihres Alters dann aber abgetrieben. Das klingt blöd, aber das macht es für mich nicht unbedingt leichter, zu wissen, dass ich theoretisch noch einige Jahre habe, eher schwerer, damit abzuschließen, wenn du verstehst, was ich meine. 7 Jahre meinte ich nicht in dem Sinne, dass wir es 7 Jahre durchgehend probiert hätten. Wir sind seitdem nur verhütungsfrei. Einiges an Zeit muss man davon aber abziehen: 6 Monate Regulierung nach Feststellung des Prolaktinoms, die zwei Kinder, das Wochenbett, die Stillzeit, Zyklen mit keinem GV oder zur falschen Zeit. Alles zusammen kann man vielleicht 4-4,5 Jahre einberechnen. Noch dazu läuft jetzt in der Richtung recht wenig, nachdem wir zwei kleine Kinder haben. 😆 Ich weiß nicht, ob statistisch noch irgendwelche Chancen bestehen oder nicht. Ich höre immer wieder von Paaren, bei denen es nach Jahren und sogar Jahrzehnten doch noch geklappt hat. Ich kenne selbst eine Frau persönlich (sie und ihr Mann sind angeblich auch gesund), die erst nach 18 (!) Jahren Ehe schwanger geworden ist und das mit 42, fast 43. Heute hat sie einen gesunden, zweijährigen Sohn. Sie ist mit ihrem Kind in der gleichen Krabbelgruppe wie mein Sohn und hat mir ihre Geschichte selbst erzählt.


  Re: Interaktionsstörung
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   SonjaBelmondo
schrieb am 08.04.2020 18:08
Ah tut mir leid. Dann war ich doch nicht so aufnahmebereit wie ich dachte. Schlafmangel sei Dank. Entschuldige, falls es dann wirkt wie überflogen. Da habe ich dann ein bisschen was durcheinander geworfen. Drücke euch aber von Herzen die Daumen, dass es doch noch klappt!


  Re: Interaktionsstörung
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   Wunschkindlein3
schrieb am 10.04.2020 20:16
Kein Problem, kann ich verstehen. Hat es bei euch denn auch mal natürlich geklappt oder nie? Hat euch euer Arzt gesagt, ob man selbst etwas gegen diese Störung unternehmen kann, z.B. durch Antioxidantien, Vitamine etc.? Oder muss man das einfach so hinnehmen, wenn man keine ICSI (mehr) wünscht? Wir wissen auch nicht, ob es an mir oder an ihm liegt, aber uns wurde gesagt, mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eher an ihm. Entweder fehlt ihm dieses Enzym im Spermienkopf oder er hat eine hohe DNA-Fragmentierungsrate. Frohe Ostern wünsche ich dir und auch euch anderen natürlich!




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