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  Saktosalpinx, Eileiterschwangerschaft, beidseitige Eileiterentfernung und Unfruchtbarkeit
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   Rosa 2020
schrieb am 04.03.2020 16:00
Hallo liebe Leser,

bisher konnte ich nirgendwo etwas finden, was auf meine (Leidens-)Geschichte passt und irgendwie muss ich sie mir doch von der Seele schreiben.
Vielleicht gibt es ja doch Leidensgenossinnen. Nun zu meinem schmerzlichen Weg.

Kurze Übersicht:
2018: Saktosalpinx links (8cm lang und 6,5cm dick) ->OP: Eileitereröffnung
2019: Saktosalpinx links -> OP: Eileiterentfernung, Überprüfung rechter Eileiter ergab schwerfällig durchlässig -> wenn Kinderwunsch, dann nächsten beiden Zyklen vielversprechend
2020: Eileiterschwangerschaft rechts -> OP: Schwangerschaft zu weit fortgeschritten, Enfernung Eileiterschwangerschaft inkl. verbliebener Eileiter

Lange Ausführung:
2018:
Pille abgesetzt...check (zum 2ten. Mal). Anfangs war alles toll. Ich konnte mich selbst wieder spüren und mein eingeschlafenes Libido wachte auf. Jedoch arbeitete mein Hormonhaushalt nicht richtig. Testosteronüberschuss ist nichts tolles. Nur so am Rande.
Oktober 2018:
Ich hatte ich ständig Unterleibsziehen und ein Pulsieren im Unterleib. Da mein Freund und ich nicht verhüteten, lag es natürlich nahe, dass ich schwanger sei. Erst war es ein Schock! Doch der Gedanke gefiel mir. Ich freute mich. Das Kind ist geboren, sobald es gedacht.
Leider waren die Test alle negativ. Ich versuchte in meiner Arztpraxis einen Termin zu machen und wurde erstmal von der Sprechstundenhilfe vertröstet und sollte nochmals einen Test machen und mich in dernächsten Woche nochmal melden. Nun gut. Die wissen ja was sie tun.
Test natürlich Negativ...war klar. Inzwischen wurde das Unterleibsziehen stärker. Andauernd bin ich auf die Toilette gerannt.
Endlich durfte ich nach der Sprechstundenhilfe zu meiner Ärztin auf dem Stuhl. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich freue auf den Stuhl zu dürfen.
Kurze Untersuchung...oh...hmmm...nichts...Ich drängte weiter, dass da etwas nicht stimmt. Und siehe da: Es wurde eine ausgeprägte Saktosalpinx im linken Eileiter festgestellt, die sich versteckt hatte. Ich solle nächste Woche nochmal wieder kommen zum Vergleich.
Schmerzen blieben, aber der Alltag war damit zu bewältigen. Periode blieb aus. Nächster Termin: Es wuchs! Solange die Schmerzen jedoch gingen, sollte ich erstmal weiter machen. Gesagt getan. Inzwischen gestaltete sich das lange sitzen als Problem. Wieder zum Arzt. Ok. Eine OP ist unausweichlich. Nebenbei wurde auch noch PCOS diagnostiziert.
November 2018:
Ich feierte Mitte November noch meinen 31. Geburtstag unter starken Schmerzen.
Ich wollte unbedingt durchhalten bis Anfang des neuen Jahres. Leider war dann auch schon Schluss. Ich konnte noch maximal 10 Minuten am Stück sitzen ohne das ich den ganzen Tag leide.Wieder zum Arzt und eine Überweisung ins Krankenhaus zur Voruntersuchung.
Der Eileiter mit der Saktosalpinx muss raus. Laut Akte scheint diese chronisch zu sein. Wieso wusste ich davon nichts? Hat mir niemand gesagt, dass ich sowas habe.Die erste Voruntersuchung kam. Jedoch habe ich keinen OP-Termin bekommen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich endlich mal meine Periode bekommen und leider war der OP-Plan voll für diese und nächste Woche. Der rechte Eileiter sollte im Rahmen der Bauchspiegelung ebenfalls überprüft werden und dieses wird nur am Anfang um den 4. Tag des Zyklus gemacht. Rechnerisch bekomme ich meine nächste Periode um Weihnachten, aber da war dann Operationsstopp. Lügen war ja nicht möglich bezüglich meines Zyklus. Ich sollte also bis Ende Januar/Anfang Februar warten???? Aber die Arztin im Krankenhaus konnte sich eh nicht vorstellen, dass ich solche Schmerzen habe.mWollen die mich verar.....????
Ich schaffte es noch 3 Tage zu arbeiten, dann ging absolut gar nichts mehr. Inzwischen war mir alles egal. Lasst endlich die Schmerzen zu Ende sein. Wieder zur Ärztin und den Krankenschein abgeholt. Sie stellte mir die Überweisung neu aus und machte ein paar Anrufe in der Klinik in der sie vorher tätig war. Ich habe tatsächlich einen neuen Termin in einem anderen Krankenhaus. Ab zur Voruntersuchung!
Dezember 2018:
Die OP rückt näher. Stichtag: 13.12.2018. Musste meinem Vater erklären, dass ich zu seinem Geburtstag nicht kommen kann. Ich wurde zu 8 Uhr morgens hinbestellt. Fahrtweg 1 1/2 Stunden. Quälte bis 12 Uhr auf einem Stuhl, da ich kein Zimmer hatte und der OP besetzt war. 14 Uhr war ich endlich im OP.
Entgegen der Überweisung wurde der Eileiter "nur" eröffnet und nicht entfernt. Drainage sind sehr schmerzhaft und haben mir während des Krankenhausaufenthalts das Leben schwer gemacht. Zum Schluss wässerte die Drainage und kein Arzt war zum Ziehen da. Die Überprüfung des anderen Eileiters wurde nicht gemacht, da die OP nicht am 4. Tag des Zyklus gemacht wurde und ich könnte ja schwanger sein. Wollen die mich wieder verar...? Ich kann kaum sitzen und habe die letzten Wochen liegend verbracht um halbwegs schmerzfrei zu sein. Und dann soll ich noch ans Kindermachen denken?
Danach war ich noch 2 Wochen zu Hause. und musste erst im neuen Jahr wieder Arbeiten. Silvester haben mein Freund und ich uns nach einem heftigen Streit auch noch getrennt. Das was hängen blieb, waren seine Worte morgens um 5 Uhr: Wie konnte ich nur so dämlich sein und glauben ich wäre schwanger. Dann setzte er mich vor die Tür. Freunde brachten mich nach Hause, die auf der gleichen Party waren und später heim sind.
2019:
Ich war am Boden. und bekam noch am 01.01. eine sehr schmerzhafte Periode. Pünktlich Anfang des Jahres ging ich wieder arbeiten. Ich erholte mich auch wenn die Trennung auf mir lastete und mir regelmäßig die Tränen herunterliefen. Meine Ärztin war nebenbei nicht begeistert von der Nicht-Entfernung des Eileiters. Ende Januar spürte ich wieder das Pulsieren. Siehe da...die Saktosalpinx ist zurück. Ich halte durch! Meine Ärztin erzählte mir das der Chefarzt, der mich operierte, ihr ehemaliger Vorgestzer war und die beiden sich nicht mochten. Na toll und ich darf es ausbaden, oder wie?
Nächste OP ist wieder unausweichlich. Ich versuche bis Anfang 2020 durchzuhalten. So groß ist sie ja noch nicht und schmerzen hatte ich keine. Meine Periode ließ 4 1/2 Monate auf sich warten. Meine Hormone spielten bis dahin verrückt. Ich fühlte mich elend und konte keine Kinder bekommen, wegen der Hormonstörung. Es folgte Termine bei Fachärzten wegen dessen. Alles gut Schilddrüse funktioniert und Diabetes ist auch ausgeschlossen.
Im Mai 2019 lernte ich meinen neuen Freund kennen. Schnell ließen wir die Verhütung weg. Es kann ja eh nichts passieren. Irgendwann kamen die Schmerzen zurück. Meine Periode kam unregelmäßig, aber sie kam. Ab Juni hatte ich sehr zu kämpfen mit Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Beckenschmerzen, Entzündung des Daumensattelgelenks rechts und einen Tennisarm links. Was funktioniert eigentlich noch an mir? Meine Freunde bekamen eine nach der anderen Kinder. Es schmerzte so sehr. Es führte einem die eigene Unzulänglichkeit vor. Mein Freund zog inzwischen bei mir ein wegen eines neuem Jobs. Wir waren gerade mal 2 1/2 Monate zusammen. Er sagte immer wieder, wenn ich schwanger werden würde, dann würde er sich freuen. Das ging ziemlich schnell und war eine Erleichterung trotz der Babyparties, die mir sehr zusetzten. Ich hilt trotz der Schmerzen weiter durch und arbeitete.
Im November ging es dann nicht mehr. Der Vorsatz bis zum Jahresanfang durchzuhalten, war hinüber. Krankschreibung folgte und 2 Tage nach meinem Geburtstag war auch schon die nächste OP am 19.11.2019. Diesmal stimmte zum Glück der Zyklus. Meine FA mauschelte mit dem Krankenhaus und es klappte, dass ich von der Oberärztin operiert wurde. Der linke Eileiter wurde rausgenommen und der rechte überprüft. Der Rechte war schwer durchlässig. Aber die nächsten beiden Zyklen sind vielversprechend. Wenn wir Kinder wollen, dann jetzt. Mein Freund war sofort einverstanden und wir machten uns nach meiner Entlassung an die Arbeit. Mir war aus Erfahrung klar, dass wir wirklich nur diese 2 Zyklen haben. Die Saktosalpinx war ja auch ziemich schnell wieder da. Zu Weihnachten bekam ich meine mit schmerzhafteste Periode überhaupt. Ich blutete wie verrückt. Mein Freund und ich sprachen viel. Was ist wenn es nicht klappt? Dann heiraten wir und probieren es mit ärztlicher Hilfe! Das war seine Antwort. Adoption wäre auch ok. Er macht mir Mut.
Wir versuchten es weiter. Ich habe kurze Schmierblutungen. Und ich merkte kurz nach meinem Eisprung stark spannende Brüste. In der Nacht drehen war ziemlich schwer und ich war so unsagbar müde. Ende Januar, der erste Zyklus nach der OP, machte ich den Test.
Er war positiv. Ich konnte es nicht glauben! Ich war tatsächlich Schwanger. Meiem Freund standen die Tränen in den Augen. Wir waren so glücklich! Ich rief beim Arzt an und hattwe wieder die Sprechstundenhilfe dran. Sie fragte nach meinem ersten Tag der letzten Periode. Ich nannte ihr diesen und auch die OP, die erst gemacht wurde. "Das ist ja alles noch sehr früh. Kommen Sie nächste Woche!" Toll 1 Woche warten...Der Tag kam. Meine Arztin war leider im Urlaub und ich solle zu einer Anderen rein. Nun gut...egal...meine FA übernimmt nach Ihrem Urlaub eh wieder.
Die Untersuchung: Es ist eine kleine Fruchthöhle zu sehen. Ich bin sehr glücklich und zeige meinem Freund Abends euphorisch das erste Bild.
Ich soll Ende nächste Woche nochmal wiederkommen. Die Schwangerschaft scheint frischer zu sein als errechnet. Bei meinem unregelmäßigen Zyklus kein Wunder. in der folgenden Woche am Dienstag gab es wieder Schmierblutungen. Ich machte mir sorgen und erhielt für Abends einen Termin. Die Fruchtblase scheint kleiner zu werden auf dem Ultraschall. Ich solle mich auf eine Fehlgeburt einstellen und wie gehabt Freitag wieder kommen. Es wurde Blut abgenommen. Traurig ging es nach Hause. Ich weinte sehr viel im Arm meines Freundes.
Freitag ging es wieder zum FA mit einem sehr unangenehmen Gefühl. Die andere Ärztin war nun krank und ich sollte zur Chefin rein. Die Fruchthöhle ist doch gleich geblieben und es könnte eine Eileiterschwangerschaft sein. Man nahm mir wieder Blut ab. und es wurde ein Termin für Valentinstag gemacht. Ich erhielt auch eine Krankschreibung für die kommende Woche. Ich wurde darauf vorbereitet, wenn ich Schmerzen und Schwindel bekomme solle ich sofort ins Krankenhaus und am Besten die Tasche schon packen. Ich werde morgen angerufen wegen der Blutwerte.
Ich ging nach Hause und rief meinem Vater an und erzählte ihm alles. Er setzte sich sofort ins Auto und nahm die 1 1/2 Stunden Fahrt auf sich um mich in den Arm zu nehmen und einfach da zu sein. Ich schlief sehr schlecht. Der Anruf der Praxis kam. Wieder nur die Sprechstundenhilfe. Ich solle sofort ins Krankenhaus. Ich weinte und machte mich fertig fürs Krankenhaus. Die Tasche hatte ich zur Sicherheit bereits am Vortag gepackt. Ebenfalls mit dabei die Arztbriefe der letzten OP und meine HCG-Werte aus der Praxis. Diesmal ging ich ins nahegelegene Krankenhaus. Untersuchungen, Blutabnahme und und und
Es konnte nichts gefunden werden. HCG vom Freitag war über 6365. Der Oberarzt konnte auch nichts finden. Man sollte aber endlich was bei einem Wert über 9000 endlich was sehen. Er machte mir Mut. Es sah nach einer Normalen Schwangerschaft aus. Freude und Hoffnung waren wieder da. Dienstag der 11.02.2020 war es soweit. Die Untersuchung! Endlich muss man was sehen. Mein Freund war mit dabei. Er hatte sich extra frei genmmen um mich im Krankenhaus nicht alleine zu lassen.
Wieder nur diese kleine Fruchthöhle von 4 cm. Er schaute und schaute...Da war was weiter rechts auf dem Monitor.
Es kam nur ein "oh" vom Arzt. Mein Herz schlug genauso wie das unseres Babys. Wo sitzt es? fragte ich nur. Die Antwort war im rechten Eileiter....
Sofort weinte ich. An den rest erinnere ich mich nicht mehr. Es tat so weh. Ich weiß ich amchte mich OP fertig....rasieren Papiere mit der Anesthäsitin ausfüllen. Die Untersuchung war gegen 10 Uhr und die Not-OP war gegen 16 Uhr. Ich weiß, dass ich im Narkoseraum überlegt habe vom Tisch zu springen. Ich weinte und weinte. Es folgte die OP. Ich wachte auf und weinte bis in die späte Nacht hinein.
Das baby war weg...wie auch mein linker Eileiter. Nun kann ich auf natürlichem Weg keine Kinder mehr bekommen...
Visite kommt....Fall wird kurz erklärt....Es folgt " aber sie haben ja noch den rechten Eileiter..." von der Ärztin.
"Nein, hab ich nicht!!! der wurde im November entfernt." Daraufhin folgte Aussagen zur Ivf. Hat Sie überhaupt meine Akte gelesen?

Meine dezeitigen Gefühle kann ich nicht in Worte fassen. Es gibt keine dafür.....
Dieses ist nun 3 Wochen her.


Rosa


  Re: Saktosalpinx, Eileiterschwangerschaft, beidseitige Eileiterentfernung und Unfruchtbarkeit
avatar    Team Kinderwunsch-Seite
schrieb am 04.03.2020 18:02
Liebe Rosa,

das ist ja eine unschöne Geschichte, das tut mir leid.

Nehmen Sie mir es aber bitte nicht übel, wenn ich nachfragen muss, denn ich habe nicht alles lesen können: Was spricht denn gegen eine IVF?

Dass eine natürliche Schwangerschaft nicht mehr möglich ist, hat ja bei dem hohen Risiko für eine Eileiterschwangerschaft nicht nur Nachteile, denn nun haben Sie das Risiko nicht mehr. Vermutlich wäre das Risiko bei Erhalt des Eileiters bei mehr als 80% gewesen, dass es dann wieder zu einer Eileiterschwangerschaft kommt.

Sollte ich bei der Lektüre Ihres Textes eine Frage an das Team übersehen haben, lassen Sie es mich wissen, ich habe jetzt spontan keine gefunden

  Signatur   Dr. Breitbach - Reproduktionsmediziner





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