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  Unfruchtbar durch dehiszente Kaiserschnittnarbe
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   Lena15
schrieb am 24.02.2020 15:17
Hallo zusammen,

ich bin mit meiner Geschichte leider kein alltäglicher Fall, wie ich lernen musste.

Ich habe bereits zwei Kinder und bin unproblematisch schwanger geworden. Beides Mal war es eine Sectio. Das dritte Kind ließ auf sich warten, trotz relativ jungem Alter von damals 32 Jahren. Nach zwei Jahren ging es in dann in die Kinderwunschklinik. Alle Hormone und Spermiogramm waren top. Es war aber auffällig, dass ich immer nach der Mens bis zum Eisprung schwarze Schmierblutungen hatte, außerdem war bis zum Eisrpung immer Flüssigkeit in der Gebärmutter im Ultraschall sichtbar. Außerdem hatte ich die Hälfte des Monates immer stechende Schmerzen um die Blase.

Die Kinderwunschklinik konnte sich trotz Gebärmutterspiegelung keinen Reim darauf machen, gab uns die Diagnose ideopathische Sterilität und stimulierte auf gut Glück mal mit Hormonen, in allen möglichen Kombis. Als das nicht funktionierte und auch die Blutungen dadurch nicht aufhörten, gab es die erste IUI, nicht erfolgreich. Als nächstes wäre dann die erste IVF angedacht gewesen. Mehrere Zyklen mussten abgebrochen werden. Ich habe einen für mein alter hohen AHM-Wert. Ich reagierte mit ÜBerstimulation, es bildeten sich viel zu viele Leitfollikel.

Die Kinderwunschklinik wollte nicht weiter auf Ursachenforschung gehen, also habe ich das selbst in die Hand genommen und wissenschaftliche Datenbanken konsultiert und wurde fündig. Letztlich habe ich dann auch (nach langer Suche) einen Spezialisten gefunden, der diagnostiziert hat, was jahrelang übersehen wurde. Die Kaiserschnittnarbe ist dehiszent, das heißt nach Innen offen. Es hat sich innen an der Gebärmutter eine Nische gebildet, die Gebärmutterwand war nur noch 1mm dick. In der Nische sammelte sich monatlich Blut und Schleim. Das geronnene Blut lief nach der Mens langsam ab, nach draußen, aber auch in die Gebärmutter, wo es eine Entzündungsreaktion hervorrif, die die Einnistung unmöglich machte. Mit diesem Loch in der Gebätmutter, auch Isthmozele genannt, hätte ich nicht schwanger werden können. Wäre ich es doch geworden, wäre das gefährlich gewesen, aufgrund des hohen Risikos einer Narbenschwangerschaft, Plazenta accreta oder der Uterusruptur.

Die Kinderwunschklinik hatte davon - leider - nie was gehört und riet trotzdem zur IVF, "man könne es ja mal versuchen". Nachdem ich selbst die Studienlage gecheckt und mich mit Experten beraten habe, habe ich mich allerdings zur Operation entschlossen. Es ist zwar besser wie vor einigen Jahren, aber es gibt immer noch viel zu wenig Ärzte, die sich mit dieser Symptomatik auskennen und die die Operation durchführen. Vielfach wird es noch per Bauchschnitt gemacht, während es international längst laparoskopisch oder sogar hysteroskopisch möglich ist. Zum Glück operierte der von mir ausgewählte Spezialist auch selbst.

Vor einigen Wochen wurde die Narbe komplett neu ausgeschnitten und neu vernäht. laparoskopisch. Die Narbe war entzündet und bis oben hin gefüllt mit Blut, Eiter und Schleim. Nun muss ich ein knappes Jahr warten, um schwanger zu werden. Selbst wenn die Schwangerschaft nicht klappt, hoffe ich darauf, dass sich die Symptome verbessern. Keine Schmerzen mehr wäre toll. Im Moment nehme ich noch die Pille im Langzeitzyklus.

Ich suche auf diesem Weg Frauen, die dasselbe hatten oder haben. Oder Experten, die damit etwas Erfahrungen haben, denn die Studienlage ist dünn. Seid ihr schwanger geworden, mit oder ohne Dehiszenz? Hat jemand schon diese Operation machen lassen? Waren danach die Symptome weg?

Außerdem bin ich unschlüssig, ob wir nach dem Jahr erst einmal ohne irgendwelche HIlfsmittel versuchen oder eine IVF machen. Alle Hormone sind ok, vor einem Jahr war das AMH noch 3,5, also echt gut. Allerdings werde ich dann schon 36 sein, der Kinderwunsch besteht jetzt schon seit 3 Jahren.

Lena


  Re: Unfruchtbar durch dehiszente Kaiserschnittnarbe
avatar    Team Kinderwunsch-Seite
schrieb am 24.02.2020 21:01
Liebe Lena,

es wundert mich, dass Ihre Klinik das nicht kannte. Es ist nämlich nicht so selten. Vor allem, nachdem die Sectio-Technik nach Misgav-Ladach als die "sanfte" Sectio in Mode kam. Diese Technik hat auch viele Vorteile. Der Nachteil ist jedoch, dass der Uterusnaht nach dem Eingriff weniger Aufmerksamkeit als vorher gewidmet wurde.

Zyklusstörungen nach einer Sectio sollten einem daher immer zu denken geben. Allerdings ist die "Ausdünnung" nicht in der Gebärmutterhöhle und deswegen ist ein solcher Rückstau des Menstruationsblutes eher selten. Die Erfahrungen nach Narbenkorrektur sind erfreulich. Studien haben keine großen Fallzahlen, aber die Erfolgsraten nach einem solchen Eingriff sind vergleichbar mit den Frauen ohne eine solche Dehiszenz in der Vorgeschichte.,

Mit freundlichen Grüßen

Ihr TEam der Kinderwunsch-Seite

  Signatur   Dr. Breitbach - Reproduktionsmediziner



  Re: Unfruchtbar durch dehiszente Kaiserschnittnarbe
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   FabiMam
Status:
schrieb am 25.02.2020 22:13
Liebe Lena,

meine erste Kinderwunschklinik kannte die Problematik auch nicht. Dadurch haben wir einige, vergebliche Versuche mit IVF in den Sand gesetzt. Allerdings ist das bei mir schon sehr lange her (mehr als 10 Jahre).
Das geronnene Blut in der Gebärmutter ist zwar bemerkt worden, hat aber zu keiner weiteren Diagnostik geführt. Ich bin sehr sauer
Zum Glück habe ich dann die Kinderwunschpraxis gewechselt und der sehr nette Kollege von Dr. Breitbach hier, hat sofort die richtige Diagnose gestellt.

Ich bin dann damals in Hannover operiert worden allerdings nicht laparoskopisch, sondern per Bauchschnitt. Danach haben wir weniger als ein Jahr gewartet, da ich schon 42 Jahre alt war und mir auch die Zeit weglief.
Ein Jahr nach der OP bin ich, ohne medizinische Unterstützung, das erste Mal schwanger geworden. Leider habe ich das Kind nicht behalten und habe dann auch ganz bewußt auf eine Ausschabung verzichtet. Ich habe nämlich den Verdacht, daß bei mir die Narbe durch eine Ausschabung beschädigt wurde.
Die nächste Schwangerschaft hat dann zum Glück auch gehalten und ich bin mit Ende 44 nochmal Mutter geworden. smile

Hut ab vor Deiner Hartnäckigkeit Dich selber zu belesen und auch Experten zum Austausch zu finden.

Hier im Forum gab es vor einem Jahr eine Frau Lila-3, die wohl auch eine Narbendehiszenz hat. Leider konnte sie nicht operiert werden.

Solange ich die Dehiszenz hatte, bin ich durch keine Insemination, keine IVF mit hervorragenden Befruchtungsraten und Eizellen mit A Qualität schwanger geworden.
So das reicht erstmal zu dem Thema. Wenn Du mehr wissen willst, gerne per PN aber meine Antwortzeiten sind manchmal etwas länger.

Grüße
FabiMam


  Re: Unfruchtbar durch dehiszente Kaiserschnittnarbe
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   PatriciaKe
schrieb am 01.04.2020 10:07
Hallo, ich habe die selbe Diagnose.
Im März sollte der Transfer für eine Icsi stattfinden. Ist aber abgesagt worden, da man beim letzten Ultraschall das Ausmaß der Narbendehiszenz gesehen hat.

Wir haben ein Kind nach vorausgegangener Icsi mit Kaiserschnitt.


Jetzt hatte ich für den 15. April einen Operationstermin auch in hannover. Wer hat dich da operiert?

Meine Operation wurde leider heute wegen dem Corona Virus auf unbestimmte Zeit verschoben.
Ich bin so traurig weil alles so kompliziert ist. Reicht es denn nicht dass man nicht natürlich schwanger werden kann? Dann noch die Dehiszenz und nun wird das auch noch verschoben traurig(

Ich habe Angst dass die Narbe nach der Operation wieder aufgeht, habe das schon so oft gelesen. Aber der Doktor in Hannover soll wohl ganz gut sein... und ich werde ja auch nicht jünger. Ich hätte so gerne noch ein Kind...
andererseits habe ich wenigstens eins...




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