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  Hat chronische Endometritis Einfluss auf ERA-Ergebnisse?
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   Distelfink
schrieb am 17.02.2020 14:31
Lieber Dr. Breitbach,

Ich hatte ja schon Fragen zu chronische Endometritis gestellt. Vielen Dank für Ihre Antworten bisher. Nun habe ich eine weitere Frage. Von mir wurde damals gleichzeitig auch eine Biopsie für ERA genommen und das Ergebnis war +1 Tag Verschiebung in Implantation Fenster. Kann chronische Endometritis auch die Ergebnisse von ERA beeinflussen? Wenn die Entzündung hoffentlich nach Antibiotika weg ist, macht man den Transfer trotzdem einen Tag später, muss man die ERA wiederholen, oder geht man davon aus, dass das Einnistungsfenster nach erfolgreicher Therapie wieder "normal" ist?
Ich werde das ganze natürlich auch mit meiner Kiwu besprechen, aber vielleicht können Sie mir in der Zwischenzeit etwas weiterhelfen?

Vielen Dank,
Distelfink


  Re: Hat chronische Endometritis Einfluss auf ERA-Ergebnisse?
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   Eibischteig
schrieb am 17.02.2020 15:53
Laut Igenomix (dem Hersteller von ERA) ändert sich durch eine Endometritis das Implantationsfenster nicht.
Sonst würde es auch wenig Sinn machen, Endometrio (also die Kombi aus ERA EMMA und ALICE) anzubieten und die würden zuerst immer nur EMMA und ALICE ohne ERA anbieten. (EMMA und ALICE sind die Untersuchung des uterinen Mikrobioms).

ERA sagt Dir ja nur wann im (meist künstlichen) Zyklus wieviele Tage nach Beginn der PRogesteronadministration das Endometrium rezeptiv ist (sich also die Genexpression am Endometrium so ändert, daß es rezeptiv wird).

LG ET


  Re: Hat chronische Endometritis Einfluss auf ERA-Ergebnisse?
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   Distelfink
schrieb am 17.02.2020 16:39
Hallo ET,

vielen lieben Dank für deine Antwort. Grundsätzlich macht es ja Sinn, was du schreibst. Ich bin nur etwas verunsichert, da mein Histologiebefund von der Plasmazellenbestimmung folgendes beschreibt: "Anteile funktionell unregelmäßigen, teils sekretorisch transformierten Endometriums, das Bild erinnert an eine unterwertige Sekretion". Zusätzlich waren die uNK-Zellen ungleichmässig verteilt, aber nicht vermehrt. Die Biopsien für ERA und Plasmazellen/NK Zellen waren am gleichen Tag. Würde dieses Bild in einem Tag sich so verbessern? Naja, vielleicht mache ich mir unnötig den Kopf...aber irgendwie passt es nicht so ganz zusammen. Leider kann ich es erst mit der Kiwu-Klinik nächste Woche besprechen.

Liebe Grüße,
Distelfink


  Re: Hat chronische Endometritis Einfluss auf ERA-Ergebnisse?
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   Eibischteig
schrieb am 17.02.2020 16:48
@Distelfink...sekretorisch ist einfach ein Name für die 2. Zyklushälfte. Dh man sieht ein unregelmäßig transformiertes Endometrium. Unterwertige Sekretion = zu wenig Progesteron. Das bedeutet einfach....das Endometrium ist typisch für die 2. ZH, aber es ist "nicht sehr schön". Das hat aber nichts mit dem Implantationsfenster zu tun. (Das ist ja auch nur der Histologiebefund, dh hier wird beschrieben, wie das Endometrium "optisch" aussieht).

(Unterwertige Sekretion hättest Du beispielsweise bei einer Follikelreifestörung wenn der Corpus luteum schlecht ausgebildet ist (Alterserscheinung zwinker)
War die Biopsie im natürlichen Zyklus?

Plasmazellen oder eine Endometritis kann man nicht per Ultraschall erkennen.... es gibt also kein typisches US Bild was damit zwingend asoziiert ist.

Zusammenfassend...Deine 2. ZH war schlecht, aber mehr ist auch nicht passiert :-D

(1. ZH = Proliferationsphase, dann Ovulation, 2. ZH=sekretorische Phase)

LG ET


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 17.02.20 16:53 von Eibischteig.


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  Re: Hat chronische Endometritis Einfluss auf ERA-Ergebnisse?
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   Distelfink
schrieb am 17.02.2020 17:14
Hi ET,

die Biopsie war im künstlichen Zyklus mit Progynova und Utrogest (wie Kryozyklus). Ich war schon einmal kurz Schwanger unter diesen Bedingungen. Leider dann MA, hCG hat schon am Anfang nicht gut ausgeschaut. Ob der Grund schlecht transformierte Schleimhaut, Endometritis oder Chromosomen beim Embryo war (oder Kombination), lässt sich nicht bestimmen. Also habe ich dann ein drittes Problem: meine Schleimhaut transformiert nicht schön unter Utrogest (1-1-1). Trotzdem waren die Progesteronwerte im Blut laut Ärzte in Ordnung. Ich dachte ERA bestimmt Marker für fertig transformierte Schleimhaut (bereit für Einnistung), deswegen müsste es mit der Histologie korrelieren. Bin gespannt was der Doc meint. Aber vielleicht sind auch noch nicht genug Daten vorhanden.

Danke nochmal,
Distelfink


  Re: Hat chronische Endometritis Einfluss auf ERA-Ergebnisse?
avatar    Team Kinderwunsch-Seite
schrieb am 17.02.2020 17:18
Zitat
Distelfink
meine Schleimhaut transformiert nicht schön unter Utrogest (1-1-1). k

Ich kann mich bisher nur ET anschließen. Und der Histologiebefund bedeutet ehrlich gesagt nichts. Das ist ein Standardsatz, den man nicht überbewerten sollte, schon gar nicht so, wie Sie es tun zwinker

  Signatur   Dr. Breitbach - Reproduktionsmediziner



  Re: Hat chronische Endometritis Einfluss auf ERA-Ergebnisse?
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   Eibischteig
schrieb am 17.02.2020 17:22
Nein, mit der Optik hat ERA nichts zu tun.
ERA sagt Dir einfach wieviele Tage Progesteronadminstration Dein Endometrium benötigt, um rezeptiv zu werden.
ERA ist nur nicht möglich, wenn das Endometrium komplett atroph ist (Asherman o.ä.) aber für den ERA Test selbst ist es egal, wie das Endometrium optisch beurteilt wird. Und Histologie ist ja nur eine optische Beurteilung.

Ich halte schon einiges auf ERA, da wurde auch sehr viel an Rindern geforscht und das war mal mein Fachgebiet ;-D


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 17.02.20 17:26 von Eibischteig.


  Re: Hat chronische Endometritis Einfluss auf ERA-Ergebnisse?
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   Eibischteig
schrieb am 17.02.2020 17:25
Zitat
Team Kinderwunsch-Seite
Zitat
Distelfink
meine Schleimhaut transformiert nicht schön unter Utrogest (1-1-1). k

Ich kann mich bisher nur ET anschließen. Und der Histologiebefund bedeutet ehrlich gesagt nichts. Das ist ein Standardsatz, den man nicht überbewerten sollte, schon gar nicht so, wie Sie es tun zwinker

Danke schön lieber Doc :-D
ICh bin Ihnen übrigens sehr zu Dank verpflichtet...ich weiß nicht ob Sie sich erinnern, ich war Okt / Nov 2018 die mit dem unklaren Sitz der Schwangerschaft und dem MTX. Sie haben mir damals hier im Forum so tollen Beistand geleistet und inzwischen bin ich Mama geworden zwinker (Ich bin einer der Mods bei klein-putz)


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 17.02.20 17:29 von Eibischteig.


  Re: Hat chronische Endometritis Einfluss auf ERA-Ergebnisse?
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   Distelfink
schrieb am 17.02.2020 17:38
Danke euch beiden, ET und Dr. Breitbach, das beruhigt mich. Ein Befund alleine zu interpretieren ist schwierig und man macht sich einen Kopf über nichts! Es ist schön, so ein Forum zu haben zwischen den Kiwu-Terminen.
@ET: das ist ja sehr spannend, auch was neues für mich, als Biologin... aber anderer Fachgebiet smile




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