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  Neue Erkenntnisse? Utrogest im 2. Trimenon
avatar  Capsella
Status:
schrieb am 28.10.2019 10:59
Hallo,

ich bin heute 12+0 und habe frische Blutungen aus der Gebärmutter bekommen, die zwar nicht mensstark, aber doch mehr als Schmierblutungen sind.

Eine Ursache konnte nicht gefunden werden, meine Gyn vermutet randständige Scherkräfte zwischen Gebärmutter und Plazenta.

Sie hat mich krank geschrieben und mir Magnesium 400 mg sowie Utrogest 200 mg verordnet. Ich fragte direkt, ob das Utrogest denn überhaupt Sinn machen würde, die Plazenta produziere doch inzwischen das Progesteron. Sie sagte im Normalfall schon, aber um eine drohende Fehlgeburt abzuwenden soll ich das jetzt besser nehmen.

Gibt es dazu neue Erkenntnisse, oder wie kommt sie darauf, dass es in meiner Situation irgendwas bringen könnte?


  Re: Neue Erkenntnisse? Utrogest im 2. Trimenon
no avatar
  AnniStern87
Status:
schrieb am 28.10.2019 11:12
Hallo Capsella,

ich habe Utrogest sogar noch viel später verordnet bekommen als ich bei 15+0 eine Woche im Krankenhaus stationär lag wegen Blutungen.
Nach der 16. Woche hatte ich zum Glück keine Blutungen mehr. Es kann also schon helfen bis die Plazenta hoch genug gewachsen ist, dass es zumindest von dieser Seite her nicht mehr zu Blutungen kommen kann.

Liebe Grüße
Anni


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 28.10.19 11:13 von AnniStern87.


  Re: Neue Erkenntnisse? Utrogest im 2. Trimenon
avatar  Hakuna Matata
Status:
schrieb am 28.10.2019 12:08
Als ich in der 15. SSW geblutet hatte, hieß es, dass Progesteron sinnlos ist. Und ja, die Plazenta produziert zu diesem Zeitpunkt genug. Drohende Fehlgeburt nach der 12. SSW kann nicht mehr durch zu wenig Progesteron geschehen. Dafür gibt es viele andere Ursachen. Einnahme von Progesteron kann die Fehlgeburt zu diesem Zeitpunkt weder verhindern noch aufhalten. Mehr noch: jegliches Rumfummeln in der Scheide, sei es MuMu-Abtasten oder (sinnlosen) Zäpfchen reinschieben, kann zur Gefährdung der Schwangerschaft führen. Die aufsteigende Keime sind die häufigsten Ursachen für die späten Aborte.

Zusammengefasst: Progesteron nach der 12. SSW bringt nichts, das Einführen der Zäpfchen kann aber die Keime mit "hochschieben".


  Re: Neue Erkenntnisse? Utrogest im 2. Trimenon
avatar  Team Kinderwunsch-Seite
schrieb am 28.10.2019 12:16
Liebe Capsella,

ich drücke die Daumen, dass es wieder besser wird.Die Gabe von Progesteron ist in der Frühschwangerschaft schon eher umstritten, aber zu diesem Zeitpunkt erwiesenermaßen nicht hilfreich. Wie immer: Es schadet aber auch nicht.

In den News habe ich einen Artikel zu diesem Thema gerade aktualisiert, da einen neue Übersichtsarbeit dieser Erkenntnisse zur Dauer der Einnahme von Progesteron
bestätigt:

[www.wunschkinder.net] [1]

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Team der Kinderwunsch-Seite

[1] Watters, M., Noble, M., Child, T., Nelson, S. M. (2019). Short Versus Extended Progesterone Supplementation for Luteal Phase Support in fresh IVF cycles: a systematic review and meta-analysis. Reproductive BioMedicine Online (2019), doi: [doi.org]

  Signatur   Dr. Breitbach - Reproduktionsmediziner



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  Re: Neue Erkenntnisse? Utrogest im 2. Trimenon
avatar  Jadestern
Status:
schrieb am 28.10.2019 13:26
Deutsches Ärzteblatt von 2016 dazu..
[www.aerzteblatt.de]

Eine Kollegin, die ab der 17. SSW hier im Uniklinikum wegen offenem Muttermund und Riss in der FB liegen musste wurde es auch gegeben. Sie hat einen gesunden Jungen in der 39 SW bekommen.


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 28.10.19 13:28 von Jadestern.


  Re: Neue Erkenntnisse? Utrogest im 2. Trimenon
no avatar
  -Firefly-
schrieb am 28.10.2019 14:53
Liebe Capsella,

erstmal gute Besserung, ich hoffe du kannst dich gut ausruhen.
Ja, Bettruhe ist nicht erwiesenermaßen notwendig, aber bei meinen immer wiederkehrenden blutungen (von schmierblutungen bis sturzblutungen ist eigentlich immer eine körperliche Aktivität vorausgegangen, sie kamen nie, wenn ich vorher nur gelegen habe, Ursache war wahrscheinlich auch plazenta praevia, bzw. das „hochwandern“).
Progesteron hab ich vor 24+0 sowohl im „Provinzkrankenhaus“ bekommen, und danach (allerdings dann sogar mit blasenriss) im führenden Perinatalzentrum der Region.
Absetzen sollte ich es erst 34+0.
Und um vaginalen, bzw aufsteigenden Infektionen vorzubeugen, keine vaginalen Untersuchungen und das Progesteron oral.

Prinzipiell bin ich eine Verfechterin der evidenzbasierten Medizin, aber in diesem Fall, hab ich ersten den behandelnden Ärzten vertraut und mir auch gedacht, dass es zumindest nichts schadet (sofern eben nicht vaginal genommen) und ich mich später nicht damit quälen möchte, ob es evtl. doch geholfen hätte...

Liebe Grüße,
Firefly




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