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  Erfolgschance IVF vs IUI
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  _Eva_
schrieb am 12.10.2019 19:09
Ich bin 40 Jahre & low responder. Gerade stecke ich in meiner dritten IVF und es haben sich leider nur 3 normale und ein kleiner Follikel im Ultraschall gezeigt. Nun ist die Überlegung statt einer teuren IVF oder gar ICSI eine IUI durchführen zu lassen. Das Spermien sind super, nur vom Volumen her etwas wenig.

Wie hoch ist die Chance einer IUI gegenüber einer IVF? Gibt es hier Erkenntnisse bspw. auch zwischen einer IUI und einer IVF naturelle bei der es auch nur eine oder zwei Follikel gibt.


  Re: Erfolgschance IVF vs IUI
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  Lilja100
schrieb am 12.10.2019 23:22
Hier wird u.a. eine Studie beschrieben, die die Erfolgsraten bei Frauen ab 40 mit IVF und IUI vergleicht: [www.fertilitaet.de]

Das Ergebnis war wohl, dass die Gruppe der mit FSH-Präparaten stimulierten Frauen ab 40 mit IUI eine Erfolgsrate von 2,6% hatten (nach Clomifen-Stimulation 0%) und mit IVF von 13,7%. Andere Studien kamen laut dem Artikel zu ähnlichen Ergebnissen.


  Re: Erfolgschance IVF vs IUI
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  _Eva_
schrieb am 13.10.2019 00:30
Danke für die informativen Links.
Von welcher Follikelanzahl gehen die IVF´s und IUI´s aber aus?
Wenn ich vergleiche, dass es bei einer IUI nur einen Follikel gibt und bei einer IVF unter 12 Follikeln diejenigen rausgesucht wurden, die sich gut befruchten ließen und sich gut weiterentwickelt haben, ist mir klar, dass die IVF besser abschneidet.
Bei meinen letzten beiden ICSI Zyklen waren von 3 und 4 Follikeln leider an Tag 5 überhaupt keine mehr da, die man hätte transferieren können.
Wenn man die Erfolgsrate 1:1 vergleicht, dass heißt 1 Follikel für die IUI und 1 Follikel bei einer IVF naturelle wäre der Unterschied dann immer noch so hoch?


  Re: Erfolgschance IVF vs IUI
avatar  wird schon
Status:
schrieb am 13.10.2019 00:31
Ein großer Kostenfaktor bei der IVF sind ja die Medikamente, die ihr schon genommen habt. Sicher auch in hoher Dosis mit leider geringer (dafür für euch umso kostbarer) Ausbeute. Ich würde eher auf ICSI gehen...

Ich habe jetzt natürlich die Quellen nicht mehr parat, aber wir hatten es lange mit IUI versucht und damals auch Studien gefunden, die einen erschreckend niedrige Erfolgsqoute hatte bei IUIs hatten.

Bei der einen, wo es bei mir geklappt hatte (leider Abort in 10ssw) hatte ich übrigens mit Clomifen stimuliert. Das werdet ihr jetzt nicht haben, da man es nicht zur IVF nimmt. Aber wenn ihr in einem anderen Zyklus eine IUI probiert, kann man ja mit Clomifen testen, ob es negative Auswirkungen auf die Schleimhaut hat (glaube das ist das Hauptproblem). Clomifen kostete damals ca 15 Euro.... die andere Stimu gleich mehrere hundert.

Viel Erfolg!! smile


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  Re: Erfolgschance IVF vs IUI
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  _Eva_
schrieb am 13.10.2019 00:37
Clomifen wirkt sich tatsächlich bei mir auf den Schleimhautaufbau aus. Die Medikamentenkosten waren dieses Mal mit 900,-€ eher gering und da wir Selbstzahler sind, ist eine ICSI einfach nochmal ein großer Kostenfaktor. Ich hatte die Hoffnung, dass eine IUI bei 3-4 Follikeln nicht ganz so desaströse Aussichten hat, als eine IVF oder ICSI. Eine IVF macht man ja auch eher um gleich viele Eizellen durchzutesten um die eine richtige zu finden. Aber bei mir geht es ja nur darum, ob die 3-4 Eizellen im Körper oder im Reagenzglas befruchtet werden...


  Re: Erfolgschance IVF vs IUI
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  Lilja100
schrieb am 13.10.2019 01:16
Zitat
_Eva_
Danke für die informativen Links.
Von welcher Follikelanzahl gehen die IVF´s und IUI´s aber aus?
Wenn ich vergleiche, dass es bei einer IUI nur einen Follikel gibt und bei einer IVF unter 12 Follikeln diejenigen rausgesucht wurden, die sich gut befruchten ließen und sich gut weiterentwickelt haben, ist mir klar, dass die IVF besser abschneidet.
Bei meinen letzten beiden ICSI Zyklen waren von 3 und 4 Follikeln leider an Tag 5 überhaupt keine mehr da, die man hätte transferieren können.
Wenn man die Erfolgsrate 1:1 vergleicht, dass heißt 1 Follikel für die IUI und 1 Follikel bei einer IVF naturelle wäre der Unterschied dann immer noch so hoch?

Laut Beschreibung in dem verlinkten Artikel wurden für die Studie über 200 Frauen ab 40 mit verringerter ovarieller Reserve oder idiopathischer Sterilität genommen. Es dürfte sich damit überwiegend um Frauen gehandelt haben, die nur wenige Follikel produziert haben.


  Re: Erfolgschance IVF vs IUI
avatar  wird schon
Status:
schrieb am 13.10.2019 02:01
Also wenn man die Erfolgsaussichten von IVF bewertet, dann (soweit ich das bisher gelesen habe), werden die pro Transfer berechnet. Also nicht eine IVF mit 4x Kryo hintendran, sondern eben nur 1-2 übertragene Embryonen. Von der Logik her, würde ich mal davon ausgehen, dass es eben nicht "nur" darum geht, ob die Befruchtung im Körper oder im Glas stattfindet, sondern dass eine Befruchtung im Glas einfach sehr viel wahrscheinlicher ist. Sonst würden die Ärzte bei wenigen Eizellen nicht immer auf eine ICSI drängen. Ich war bei einer Ärztin wo ich Stein und Bein schwöre, dass es ihr nicht darum geht etwas teureres zu verkaufen (ich wollte viele extras wie hatching usw. und davon wurde mir immer abgeraten, obwohl sie dran verdient hätten). Jedenfalls wurde bei wenigen Eizellen immer zur ICSI geraten. Das IUI Prozedere ist auch wirklich nicht so einfach und ich habe mehrfach erlebt, dass die Ärzte nicht optimal inseminiert haben. Und es ist wahnsinnig wichtig, dass eine ausreichende Menge an Sperma zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Das bekommt man durch IVF eben viel besser hin.

Vielleicht würde deine Praxis bei 3-4 Eizellen ohnehin nicht IUI machen. Ich weiß nicht wie das mit 40 ist, mit 37 wäre da bei mir damals abgebrochen worden..

Wir waren auch Selbstzahler. Natürlich sind die Mehrkosten erdrückend. Aber bei so wenigen Eizellen, gibts vielleicht nicht viel andere Optionen. Wenn du das mit Klinik besprichst, sei auf jeden Fall wegen des finanziellen Aspektes ehrlich.

Drücke die Daumen!!


  Re: Erfolgschance IVF vs IUI
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  Merle_77
schrieb am 13.10.2019 11:45
Liebe Eva,

ich bin inzwischen 42, in den letzten 6 Jahren hatte ich 14 ICSI-Punktionen. Mein Rat: Zieh es als ICSI durch.

Bei meinen ersten Versuchen hatte ich noch 6/7 Eizellen. Als es im 3. Versuch nur 3 Follikel waren, sprach unsere Ärztin tatsächlich von Abbruch. Ich wollte das nicht - und bin dann tatsächlich von einer einzigen reifen Eizelle schwanger geworden (was leider nicht gehalten hat). In den Folgeversuchen waren fast nie mehr als 3 Follikel zu sehen, manchmal sogar nur 1 oder 2. Ja, wir hatten etliche Versuche, in denen es nicht zum Transfer kam Manchmal konnte nicht mal eine reife Eizelle gewonnen werden. Aber ich erinnere mich auch an einen Versuch, bei dem der US 2 Tage vor PU 2 große und 2 kleine Follikel zeigte - und bei der PU waren es plötzlich viel mehr, mit dem Ergebnis: 9 Eizellen, davon 8 reif.

Fazit: Man weiß nie, ob der nächste Versuch besser wird. Und manchmal gibt es Überraschungen.

Bei 3 guten Follikeln würde ich die Hoffnung noch nicht aufgeben. Und zumindest von meinen Behandlungen kenne ich es so, dass einige Kosten von der Zahl der Eizellen abhängen. Bei wenigen ist es also etwas günstiger...

Alles Gute!


  Re: Erfolgschance IVF vs IUI
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  claru80
schrieb am 13.10.2019 13:41
Liebe Eva,
auch ich würde auf IVF/ICSI setzten. Bei mir werden im US immer ca. die Hälfte an reifen Eizellen gesehen, die dann "geerntet" werden können. Wirklich IMMER.
Viel Erfolg dir!


  Re: Erfolgschance IVF vs IUI
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  _Eva_
schrieb am 13.10.2019 15:22
Vielen Dank für eure Anteilnahme.
Die Hoffnung, dass mehr Follikel gefunden werden habe ich nicht. In den letzten beiden Zyklen war es exakt wie angegeben und noch nicht mal in jedem Follikel eine Eizelle drin ;(
Mir ist klar, dass bei einer IVF die Erfolgschancen pro Transfer größer sind, aber eben auch einfach, weil man die Wahl hat und nur die guten nach 2,3 oder 5 Tagen transferiert. Bei mir wird man aber keine Wahl haben.

Ich tendiere inzwischen schon zur IVF / ICSI obwohl ich wenig Hoffnung habe. Die letzten beiden ICSI Versuche mit gleicher Anzahl EZ verlief erfolglos und da die Behandlungen echt ins Geld gehen, wird es vermutlich die vorletzte oder letzte ICSI werden.
IUI´s hätten wir kosten - und kräftemäßig noch eine Weile durchgehalten.


  Re: Erfolgschance IVF vs IUI
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  Georgine
schrieb am 13.10.2019 16:18
Eva, habt ihr denn einen Plan B wie zB Eizellspende? Mit 40 sind ja die Chancen auch mit ICSI nicht mehr rosig.
Schau ich bin 31 hatten bei denvielen ICSIs immer super Blastozysten. Schwanger bin ich damit auch nie geworden. Wir haben mittlerweile auf Embryonenspende gewechselt und das war die richtige Entscheidung! (Schwanger werden klappt jetzt zwinker)

LG Georgine


  Re: Erfolgschance IVF vs IUI
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  Merle_77
schrieb am 13.10.2019 16:26
@Eva: Ein Vorteil bei IVF/ICSI ist aus meiner Sicht, dass es mit höherer Wahrscheinlichkeit tatsächlich zur Befruchtung kommt. Weißt du denn sicher, dass deine Eileiter durchlässig sind?

Zum Ausgang der Punktionen: Bei mir waren auch 13 Punktionsergebnisse wie prognostiziert - aber einmal waren es wie gesagt viel mehr. Und bei mindestens 3 Follikeln in der richtigen Größe wäre mir persönlich grad bei Normspermiogramm das Mehrlingsrisiko zu hoch.


  Re: Erfolgschance IVF vs IUI
avatar  Team Kinderwunsch-Seite
schrieb am 14.10.2019 09:22
Zitat
_Eva_
Mir ist klar, dass bei einer IVF die Erfolgschancen pro Transfer größer sind, aber eben auch einfach, weil man die Wahl hat und nur die guten nach 2,3 oder 5 Tagen transferiert. Bei mir wird man aber keine Wahl haben

Das ist leider genau der Punkt. Und bei der eingangs zitierten/verlinkten Studie wurde dieser Aspekt eben nicht (ausreichend) berücksichtigt. Hat eine Frau "höheren Alters" viele Eizellen, dann ist es in der Tat hilfreich, eine IVF durchzuführen, am besten noch mit einer Blastozystenkultur. Bei wenigen Eizellen ist es eben nicht so eindeutig belegt. Und die Ergebnisse einer IVF naturelle (also weitestgehend ohne Hormone) liegen demzufolge auch nicht sehr wesentlich über den Ergebnissen einer Inseminationsbehandlung.

Natürlich wird man nach erfolgloser IUI immer auch zur IVF raten. Aber aufgrund des Alters und/oder der eingeschränkten Ovarreserve alleine ergibt sich keine Indikation für eine IVF.

  Signatur   Dr. Breitbach - Reproduktionsmediziner





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