Unsere Foren

Die Kinderwunsch-Seite
 
News rund um den Kinderwunsch
amicella Network    ICSI bei normalem Spermiogramm: Nicht sinnvoll neues Thema
   Niedriger AMH: lohnt sich eine Insemination?
   Warum muss eine Mutter ihr Kind adoptieren?

  Re: Geschlecht nach Blastotransfer
no avatar
   gelöschter User
schrieb am 26.08.2019 15:01
Außerdem sind es alles nur Wahrscheinlichkeiten...ICH würde nicht darauf setzen zu sagen Top blasto = Junge, langsamer Blasto = Mädchen.

Und ganz ehrlich, allein über den Gedanken sich freiwillig einen vermeintlich schlechteren Embryo (mit geringeren Erfolgschancen) einsetzen zu lassen, kann ich nur den Kopf schütteln!


  Re: Geschlecht nach Blastotransfer
no avatar
   iola20
Status:
schrieb am 26.08.2019 20:44
Das sehe ich etwas anders nach dem Lesen der Studie: 3aa ist schlechter sagt man, aber vielleicht einfach auch ein top Mädchen, dass in 8 Stunden auch 5aa hätte, nur eben zum Zeitpunkt der Beurteilung etwas langsamer ist.

Ich denke einfach das sollte man auch mitabwägen, vielleicht nicht in Deutschland, aber in Österreich wo routinemäßig alle Eizellen bis Tag 5 kultiviert werden schon. Oft sind an Tag 5 ja mehrere Blastos übrig, bei meiner ersten ivf waren es 5. Welche wird dann zum Transfer gewählt? Die am weitesten entwickelte, also 6aa 6ab 6ba 5aa 5ba...und so weiter. Wenn es jetzt stimmt dass davon 72% Jungs sind, dann ist doch klar dass es deutlich mehr Jungs als Mädchen geben wird... ich kenne auch einige die nach einer erfolgreichen Behandlung die übrigen Embryonen verworfen haben, vor allem nach Zwillingen. Da sind dann vielleicht statistisch gesehen mehr gesunde Mädchen darunter. Wer weiß.

Ich finde einfach bei normalen ss ist die Chance Junge: Mädchen 51:49 und darauf sollte es auch nach künstlicher Befruchtung möglichst hinauslaufen. Da geht es jetzt gar nicht um vermeintlich schlechtere extra auszuwählen, sondern auch top Blastos die langsamer sind nicht immer zurückzustellen.

Da D das Problem eh nicht hat, da ja sowieso nicht alle bis Tag 5 beobachtet werden sondern nur 3 bis 5, wird das dort vermutlich nicht so häufig sein dass man 5 gute Blastos zur Auswahl hat.

Und ich freue mich natürlich auch über einen Jungen sehr, Hauptsache es klappt endlich mal... Aber als Mathematikerin beginnt bei Wahrscheinlichkeiten mein Gehirn zu arbeiten...

Lg iola


  Re: Geschlecht nach Blastotransfer
avatar    Capsella
Status:
schrieb am 27.08.2019 10:22
Ich kann hier alle Argumente sehr gut nachvollziehen.
In den USA kann man sich das Geschlecht vor dem TF bestimmen lassen.
Finde ich schrecklich die Vorstellung, dass da möglichweise völlig gesunde Embryos biopsiert werden, nur um das Geschlecht zu bestimmen.

Mir persönlich ist das Geschlecht des zweiten Kindes völlig egal, aber ich kann schon nachvollziehen, dass man gerade nach mehreren Kindern die Chancen auf ein bestimmtes Geschlecht ein bischen beeinflussen möchte, und wenn das bedeutet bei Vollmond in Hündchenstellung Sex zu haben (überspitzt gesagt) oder eine Blastozyste auszuwählen, die mit höherer Wahrscheinlichkeit das Wunschgeschlecht hat.

Ich finde iola sagt im letzten Post was ganz wichtiges. Dadurch dass immer die besten Blastos genommen werden wird mit hoher Wahrscheinlichkeit schon eine geschlechtsspezifische Selektion vorgenommen! Theoretisch müsste man aus allen Blastos, die sich bis Tag 5 entwickelt haben völlig zufällig eine auswählen, die transferiert wird. Nur so kann man gewährleisten, dass das Geschlecht nicht durch das Laborpersonal beeinflusst wird.

Allerdings (!!!) zeigt die entsprechende Studie auch, dass die nicht so weit entwickelten Blastozysten mit höherer Wahrscheinlichkeit eine Aneuploidie aufweisen, also eine Abnormalität der Chromosomen. Man riskiert also mit dem TF schlechterer Blastozystem Fehlgeburten oder Behinderungen. Da stellt sich doch wieder die Frage nach der ethischen Vertretbarkeit. Würde mich interessieren, ob sich eine Klinik überhaupt darauf einlassen würde, einen 3AA Embryo zuerst zu transferieren.

Nachzulesen ist die Studie, die zu den Zahlen kam übrigens hier: [linkinghub.elsevier.com]
Aus Zeitmangel hab ich nur das Abstract überflogen, vielleicht hat ja mal jemand Lust ins Detail zu gehen.


  Re: Geschlecht nach Blastotransfer
no avatar
   gelöschter User
schrieb am 27.08.2019 13:05
Ich kann das Argument "ich habe schon 2 Jungs..." gar nicht nachvollziehen.

In meiner Klinik werden bspw alle befruchteten EZ bis Tag 5 beobachtet (wenn es an d3 nicht schon klare Spitzenreiter gibt). Und dann geht es um die Erzielung einer SS, nicht um das Geschlecht. Ergo wird der Beste eingesetzt.

Ich denke außerdem, dass die durch KB entstandenen Kinder die Statistik nicht in diesem Maß beeinflussen um zu generell zu sagen, aus diesem Grund gibt es mehr Jungs als Mädels.

Und, sorry Iola, aber ich finde ich das Beklagen des vermutlich "falschen" Geschlechts bei einer Auswahl an Blastos ein Schlag ins Gesicht all derer, die noch kein Kind haben oder nie die Chance auf Blastos haben.

Wir haben nach 6 ICSIs zum 1. Mal einen Blasto zurück bekommen, vorher waren es nie genug befruchtete EZ. Und wir wurden schwanger...und man kann es sich denken, das Geschlecht ist uns sowas von egal. Ich möchte ein gesundes, reif geborenes Kind im Arm halten können.

Total genderneutral smile


  Werbung
  Re: Geschlecht nach Blastotransfer
no avatar
   RoteBeete
schrieb am 27.08.2019 14:50
Ich glaube auch nicht, dass das Geschlecht über KB entstandener Kinder statistisch ins Gewicht fällt.
Allerdings wäre ich gerne ärztlich aufgeklärt worden, dass die Wahrscheinlichkeit für einen Jungen höher ist. Mir ist es egal, ich glaube nicht, dass ich mir ein Geschlecht aussuchen würde selbst wenn ich es könnte. Aber dennoch finde ich, dass es eine Info ist, die mit den Patienten geteilt werden sollte. Ich möchte die Entscheidungen der Ärzte und Biologen nachvollziehen können.


  Re: Geschlecht nach Blastotransfer
no avatar
   iola20
Status:
schrieb am 27.08.2019 22:42
Ja es stimmt, für viele ist ein drittes Kind ein Luxusproblem. Und mir ist klar, dass jemandem der noch kein Kind hat, es vollkommen egal ist welches Geschlecht, hauptsache ein gesundes Kind. Und ich will das jetzt auch nicht weiter vertiefen inwiefern man sich nach 2 Kindern gleichen Geschlechts auch ein bißchen das andere Geschlecht wünschen darf.

Aber hauptsächlich geht's mir darum, dass es diese Studie aus 2010 gibt und ich wissen möchte gilt die noch? Wenn ja, wissen das die kiwuzentren? Sagt man das Patienten?
Ich bin jetzt doch schon in 3 Kiwuzentren und davon hab ich noch nichts gehört, nur eben einmal dass bei ivfs etwas mehr Jungs und bei icsi etwas mehr Mädchen gibt. Und nein wir haben nicht auf icsi umgestellt.

Lg iola




Zum Antworten klicken Sie bitte auf" "Beitrag antworten" oder "Beitrag zitieren" unter dem gewünschten Beitrag auf den Sie antworten möchten.



Bitte beachten Sie: In unseren Foren können nur allgemeine Informationen zum Inhalt der Fragen gegeben werden. Ferndiagnosen sind nicht möglich. Die Antworten sind unverbindlich und können aufgrund der räumlichen Distanz keine Beratung für den Einzelfall darstellen. Bitte wenden Sie sich dazu an die Ärztin oder den Arzt Ihres Vertrauens.

Starflower
Home | Theorie | Zentren| Bücher| Links | Forum | News | Impressum | Datenschutz

© wunschkinder.de 1998-2020